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Entwicklung und Perspektiven des Internet in Kasachstan am Beispiel der Stadt Almaty

Diplomarbeit 2006 102 Seiten

Medien / Kommunikation - Journalismus, Publizistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einführung

Vorgehensweise

Internet – das weltweite Netz

Entstehungsgeschichte des Internet

Komponenten des Internet

Weltweite Verbreitung
Entwicklung weltweit
Digital Divide

Entwicklung des Internet in Deutschland

Politik online

Rolle des Internet bei der Ausbildung

Mediennutzung der Onliner

Der Internetmarkt und seine Struktur
Verbreitung des neuen Mediums
Der Anbieter und Tarif-Dschungel
Die Nutzerstrukturen in Deutschland
Gründe für eine Internetabstinenz
Internetgebrauch im Detail
Internet im Berufsleben

Zusammenfassung

Die Entwicklung des Internet in Kasachstan

Geografische Daten

Geschichtliche Einführung

Almaty – die „südliche Hauptstadt“

Postsowjetische Entwicklung
Die politische Lage in Kasachstan
Die Rolle des Präsidenten
Innenpolitik
Außenpolitik
Die wirtschaftliche Lage des Landes
Almaty – das Vorbild
Multikulturelle Bevölkerung
Bildung: Verlierer der Entwicklung
Zusammenfassung

Kasachstan im digitalen Zeitalter
Die Politik im Internet
Das Projekt „E-Government“
Versuche einer Internetkontrolle
Rolle des Internet bei der Ausbildung

Die Lage der Massenmedien in Kasachstan
Pressefreiheit auf kasachstanisch
Rundfunk: Eintönigkeit und Propaganda
Printmedien: Selbstzensur und Widerstand

Internet: Chance für die Massenmedien

Der Internetmarkt und seine Struktur
Verbreitung des neuen Mediums
Der Anbieter- und Tarifdschungel
Die Nutzerstrukturen in Kasachstan
Gründe für eine Internetabstinenz
Internetgebrauch im Detail
Internet im Berufsleben
Probleme des Internet in Kasachstan

Zusammenfassung

Fazit: Entwicklung und Perspektiven des Internet in Kasachstan

Quellenverzeichnis

Anhang

Abbildungsverzeichnis

Fragebogen „Internetnutzung“

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Einführung

Wo gibt es mehr Internetanschlüsse - im kleinen Frankreich oder auf dem riesigen afrikanischen Kontinent? Die Frage ist leicht zu beantworten. Interessant ist es aber, die Gründe für den unterschiedlichen Progress des Internet zu erforschen. Welche Ursachen beeinflussten eine rasante Entwicklung des Internet in Industrieländern und welche behinderten dessen schnellen Fortschritt in Entwicklungsländern?

Die vorliegende Diplomarbeit beschäftigt sich mit der bisherigen Entwicklung sowie den daraus folgenden möglichen Perspektiven des Internet in Kasachstan. Da das ganze Land nicht innerhalb der vorgegebenen Zeit durchleuchtet werden kann, wird der Fortschritt in einer Stadt, Almaty, eingehend analysiert.

Vor der Untersuchung des Internetmarktes in Kasachstan werden die Strukturen des Internet in Deutschland durchleuchtet. Das neue Medium hat in Deutschland eine rasante Entwicklung hinter sich und ist in der Gesellschaft weitgehend integriert. Das Internet führte zur schnelleren Kommunikation, besseren Information und Effizienzsteigerungen in Geschäftsprozessen. Anschließend kann der Internetmarkt in beiden Ländern miteinander vergleichen werden.

Während in Deutschland und allgemein in Europa die Strukturen des Internet, seine Verbreitung und Nutzung breit erforscht werden, bleibt der Fortschritt des neuen Mediums in Entwicklungsländern weitgehend im Dunkeln. Dabei ist gerade der Aspekt interessant, wie sich ein derartig schnelles und freies Medium in Entwicklungsländern mit ihren eigenen Kulturen einnistet. Der im Vergleich zu Europa langsamere Fortschritt des globalen Netzes muss bei Ländern wie Kasachstan unter politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Gesichtspunkten analysiert und begründet werden.

Die eigenen Traditionen, Sprache und Bildung der Menschen in einem Land bilden die Kultur, aber sie beeinflussen auch die weitere Entwicklung des Landes. Neue Technologien werden abhängig vom Verständnis und Wissen der Menschen, aber auch abhängig von ihrer Bereitschaft eingesetzt, die von verschiedenen Faktoren beeinflusst wird.

Die Diplomarbeit soll einen allgemeinen Überblick über die Strukturen des kasachstanischen Internet gewähren. Außerdem sollen folgenden Fragen beantwortet werden:

> In wie weit beeinflusst das Internet das gesellschaftliche Leben in Kasachstan, insbesondere die Bereiche Bildung, Politik, Medien?

> Welchen Einfluss hatte die postsowjetische Entwicklung des Landes auf den Fortschritt des Internet?

> Welche Probleme kristallisieren sich in Kasachstan für das neue Medium heraus?

> Kann das Internet den weiteren Fortschritt des Landes unterstützen oder beeinflussen?

Ein für die Deutschen fremdes Land wie Kasachstan zum Thema einer Diplomarbeit zu erklären, ist auch mit dem Ziel motiviert, dieses Land dem Leser näher zu bringen.

Das Thema der Arbeit ist auch ein Beitrag zur grundsätzlichen Diskussion bezüglich der Notwendigkeit einer Interneteinführung in Entwicklungsländern. Außerdem wurde die Entwicklung des Internet in Kasachstan von westlichen Medien oder Experten noch nicht eingehend untersucht, womit die Arbeit eine Forschungslücke schließen könnte.

Vorgehensweise

Die vorliegende Diplomarbeit betrachtet die bisherige Entwicklung des Internet in Kasachstan am Beispiel der Stadt Almaty. Für diese Betrachtung wurde aus mehreren Gründen Almaty ausgesucht. Das Leben in Kasachstan konzentriert sich sehr stark auf Städte, die meisten der 15 Millionen Einwohner leben in Städten. Vor allem ältere Generationen bleiben auf dem Land, während ihre Kinder auf der Ausbildungs- und Arbeitssuche in die Städte ziehen. Zudem sind Computer und Internet bislang hauptsächlich in den Städten verbreitet. Deshalb kommen Dörfer und kleine Städte für Internet-Untersuchungen nicht in Frage.

Zudem hat Almaty einen Vorbildcharakter für andere Regionen in Kasachstan. Die Entwicklungen, Trends und Technologien, die in Almaty Fuß fassen, werden von anderen Städten früher oder später übernommen. Außerdem konzentriert sich ein großer Teil des kasachstanischen Wirtschaftslebens in Almaty. Auch für die Unternehmen hat das Internet eine große Bedeutung. Die meisten ausländischen Firmen, die in Kasachstan tätig sind, haben in Almaty ihren Sitz. Dazu ist Almaty eine sehr junge Stadt mit vielen Studenten und jungen Berufsanfängern. Diese Zielgruppe bildet die Zukunft des Landes und nutzt auch das Internet überwiegend.

Die Diplomarbeit ist in drei Teile eingeteilt. Zunächst wird das neue Medium Internet erklärt, bevor das Augenmerk auf den Fortschritt des Internet in Deutschland gelenkt wird. Den Schwerpunkt bildet die Entwicklung des neuen Mediums in Kasachstan analysiert.

Zuerst werden für das Verständnis des Mediums Internet seine Geschichte erläutert sowie die technischen Grundlagen erklärt. Die Entwicklung des Internet weltweit soll den Blick von der schnellen Expansion des Internet in Europa und den USA auf den Stand in den Entwicklungsländern und den Ländern der dritten Welt lenken.

Bevor die Internetentwicklung in Kasachstan erläutert werden kann, soll der Stand des neuen Mediums in Deutschland analysiert werden. Diese beiden Länder sind wegen ihrer unterschiedlichen Geschichte und der jeweils völlig andersartigen Kultur kaum miteinander vergleichbar. Verschiedene Voraussetzungen in diesen Ländern führten zu unterschiedlich schnellen Entwicklungen des Internet. Deutschland könnte eher als Beispiel dienen, in welche Richtung sich die Entwicklung in Internet vollziehen kann. Auch die erweiterten Möglichkeiten, die ein demokratisches Land in Europa durch das Internet bekommt, werden erläutert.

Bei Betrachtung der heutigen Rolle des Internet in Deutschland soll dessen Einfluss in wichtigen Sphären der Gesellschaft (Politik, Bildung, Medien) analysiert werden. Danach wird der Internetmarkt durchleuchtet. Von der Verbreitung des neuen Mediums, über verschiedene Anbieter und Kosten geht der Schwerpunkt auf die Internetnutzer sowie den Internetgebrauch im Einzelnen. Zusätzlich werden die Nicht-Nutzer in Deutschland und der Einsatz des Internet im Berufsleben betrachtet. Für diese Kapitel wurden offizielle Statistiken, verschiedene Medienberichte und aktuelle Literatur zum Thema hinzugezogen.

Nach der Betrachtung der Internetentwicklung in Deutschland widmet sich der Schwerpunkt der Diplomarbeit dem Fortschritt des Internet in Kasachstan. Nach einer Einführung in die Geografie und in die Geschichte des Landes sowie der Vorstellung der Stadt Almaty erfolgt zum Verständnis des Themas ein Überblick über die kasachstanische Entwicklung nach dem Zerfall der Sowjetunion. Dabei werden besonders die Bereiche Politik, Wirtschaft, Bevölkerung und Bildung unter die Lupe genommen. Für diese umfangreiche Übersicht dienten verschiedene Statistiken und aktuelle deutsch- und englischsprachige Literatur aus Europa. Damit diese Kapitel keine einseitige, westliche Darstellung bieten und zum besseren Verständnis der kasachstanischen Kultur, wurden auch aktuelle Daten aus offiziellen Quellen in Kasachstan sowie Berichte aus unabhängigen Medien des Landes verwendet.

Kasachstans Internetentwicklung wird zunächst anhand der drei gesellschaftlich wichtigen Sphären dargestellt: Politik, Bildung und Medien. Diese Bereiche sind für die weitere Entwicklung des Landes besonders wichtig, vor allem auf dem Weg zur Demokratie, die Kasachstan anstrebt.

Zunächst werden politische Bestrebungen im kasachstanischen Internet dargestellt. Dabei wird das neue Regierungsprogramm zum E-Government erläutert und analysiert. Die negative Seite des politischen Einflusses im Internet wird im Kapitel über Kontrolle und Zensur gezeigt.

Beim Thema Bildung liegt das besondere Augenmerk auf der Rolle des Internet innerhalb des Bildungssystems in Kasachstan. In Schulen und Universitäten wird die nächste Generation vorbereitet, und an dessen Internetbildung ist die weitere Entwicklung des Internet teilweise absehbar. Für dieses und das folgende Kapitel wurde die Umfrage „Internetnutzung“ unter Personen zwischen 16 und 35 Jahren in Almaty durchgeführt. Die Umfrage wurde in fünf Blocks aufgebaut: „Internet-Gebrauch“, „Internet-Angebot“, „Internet, Medien und Politik“, „Mediennutzung“ und „Persönliche Daten“. An der Umfrage beteiligten sich 99 Personen, unter ihnen Schüler, Studenten und junge Berufstätige. Diese Umfrage kann nicht repräsentativ für die Stadt sein, dennoch ist dadurch ein Trend in der Internetnutzung erkennbar. In Kasachstan ist die Glaubwürdigkeit der statistischen Daten nicht immer abschätzbar, deswegen diente die Umfrage als Absicherung.

Im nachfolgenden Kapitel wird die problematische Lage der Massenmedien in Kasachstan diskutiert. Als vierte Macht im Staat sind freie Medien besonders in Entwicklungsländern unentbehrlich. In diesem Kapitel geht der Bogen von der Pressefreiheit in Kasachstan über die Rolle der einzelnen Medien für die Menschen zu den Möglichkeiten des Internet auf dem Medienmarkt über. Für die Darstellungen in diesem Kapitel wurden die Massenmedien in Kasachstan analysiert. In Gesprächen mit erfahrenen Journalisten und Medienexperten wurden die Probleme des Medienmarktes diskutiert.

Im abschließenden Kapitel wird die Struktur des Internetmarktes in Kasachstan durchleuchtet. Wie auch bei der Betrachtung des deutschen Internetmarktes wird die Verbreitung des neuen Mediums sowie die Kosten und Anbieter analysiert. Nur kommen beim kasachstanischen Internet noch einzelne Probleme des Mediums hinzu, die erläutert werden müssen. Danach werden verschiedene Bereiche wie Nutzer und Nicht-Nutzer, Internetverwendung im Einzelnen und die Rolle des neuen Mediums im Berufsleben analysiert.

Bei diesem Kapitel wurden sowohl die Ergebnisse aus der in Almaty durchgeführten Umfrage als auch offizielle Statistiken einbezogen. Danach erfolgt eine Schlussfolgerung über die möglichen Perspektiven des Internet in Kasachstan.

Für die Währungsumrechnung wurde der Wechselkurs von 30. Juni 2006 genommen (1 Euro=150 Tenge)

Internet – das weltweite Netz

Das Internet ist ein Netz, das verschiedene Arten von Kommunikation, Informationen und unterschiedliche Transaktionen bietet. Die Vielfalt des Mediums Internet wird in der folgenden Definition deutlich:

„Das Internet ist gleichzeitig eine weltweite Übertragungsmöglichkeit, ein Mechanismus für Informationsverbreitung und ein Medium für Zusammenarbeit und Interaktion zwischen Personen und ihren Computern ohne Rücksicht auf ihre geografische Lage.“[1]

Solch ein vielfältiges Medium hat es in der Geschichte der Menschen noch nicht gegeben. Die Entwicklung des Internet und seine explosionsartige Verbreitung, zumindest in den Industrieländern, haben eine neue Art der Kommunikation und Zusammenarbeit geschaffen. Während in früheren Jahrhunderten die Kommunikation und Transaktionen zwischen Menschen und Völkern per Bote, Postkutsche oder mit dem Schiff erfolgten, wurden ab dem 19. beziehungsweise 20. Jahrhundert das Telefon beziehungsweise Automobil und das Flugzeug für diese Dienste benutzt. Im digitalen Zeitalter, das mit dem Internet angebrochen ist, werden Transaktionen binnen Sekunden über Kabel oder Satellit vollzogen. Die Menschen können auf einer Entfernung von mehreren Tausend Kilometern synchron, also ohne Zeitverzögerung, miteinander sprechen und sich dabei über eine Kamera in die Augen sehen.

Das Internet ist wegen der Vielfalt und Grenzenlosigkeit eine einzigartige Erfindung. Einen der Hauptbestandteile des Internet stellen die Homepages dar, einzelne Seiten, die mit einem Browser aufgerufen werden. Diese Seiten sind in einer speziell dafür entwickelten Programmiersprache verfasst, und beinhalten auch Verweise auf andere Seiten, die Links. Durch diese Links wird das Internet praktisch unendlich.

Auch die Auswahl der verschiedenen Anwendungen im Internet ist enorm. Das globale Netz bietet neben elektronischer Post und Dokumentenaufruf auch andere Dienste wie Datenübertragung, Online-Banking, Ferneinwahl in bestimmte Rechner, synchronen Austausch von Textmitteilungen, Internet-Telefonie oder Live-Fernsehen.

Das Internet entstand als eine Idee von wenigen Menschen und ist zu einem Instrument gewachsen, das zurzeit Millionen von Menschen nutzen. Auch erfährt das globale Netz inzwischen kommerziellen Erfolg, wenn jährlich Milliarden von Dollar und Euro durch das Internet über alle Kontinente hinweg umgesetzt werden.

Das Internet ist schnell, vielseitig und ökonomisch einsetzbar. Es ist fast überall auf der Welt nutzbar und bietet aktuelle Informationen an. Ebenfalls ist das Internet ein riesiges Warenhaus und eine Plattform für private und geschäftliche Kommunikation. Durch die Suchmaschinen wird eine gezielte Suche nach notwendigen Informationen im weltweiten Netz ermöglicht.

In den Vorteilen des Internet sind auch dessen Nachteile versteckt. Der freie Zugang und die fehlende Zensur bieten eine Plattform für Missbrauch. Viele Organisationen, die verboten sind, finden im Internet ihre Nische. Ein weiterer Nachteil ist, dass im Internet der Nutzer aktiv nach Informationen suchen muss, während Zeitungen oder Fernsehsender die Nachrichten für ihre Leser und Zuschauer zusammenstellen. Dem Medium Internet wird auch vorgeworfen, es ersetze durch seine Schelllebigkeit die zwischenmenschliche Kommunikation. Wie die meisten anderen Erfindungen der Menschheit, hat damit auch das Internet seine Nachteile und Nebenwirkungen.

In Zukunft werden neue Dienste im Internet hinzukommen, vielleicht werden andere dafür verschwinden. Aber das Internet wird sich verändern. Die Verschmelzung von verschiedenen Medien wie Internet und Fernsehen ist bereits heute absehbar. Im Jahr 2005 verbrachte ein Erwachsener in Deutschland täglich durchschnittlich 46 Minuten im Netz[2]. Diese Zahl beeindruckt nicht besonders. Bei einer Hochrechung kommen aber 23 Stunden im Monat heraus, also verbringt ein Durchschnittsdeutscher einen Tag monatlich nur im Internet.

Diese Zeit wird sich in Zukunft mit Sicherheit erhöhen. Die Verschmelzung mit dem Fernsehen dürfte die Nutzung des Internets vereinfachen und damit den Einstieg für bisherige Nichtnutzer erleichtern. Das Internet wird mehr in unser Leben eindringen, sich mit unseren bisherigen Gewohnheiten vermischen und noch selbstverständlicher werden als es bereits ist.

In den Industrieländern gehört das Internet zum Alltagsleben der Menschen. Sie senden E-Mails in die ganze Welt, geben verschiedene Begriffe in die Suchmaschinen ein, und suchen nach Informationen, Nachrichten oder Unterhaltung. Verschiedenste Unternehmen, Medien, Parteien, Organisationen, selbst der kleinste Verein oder ein einzelner Mensch basteln an einem Internetauftritt. Doch soweit die Integration des Internet in den Industrieländern auch vorangeschritten ist, viele Entwicklungsländer bleiben von dieser Entwicklung unberührt. Eine digitale Abgrenzung vollzieht sich zwischen Kontinenten und Ländern, aber auch innerhalb einzelner Nationen.

Das Internet verlangt für seine Nutzung erheblich mehr Voraussetzungen als jedes andere Medium. Für eine Massennutzung muss das Internet leicht zu beschaffen und zu installieren sowie leicht zu nutzen sein. Gleichzeitig müssen aber auch die Menschen den Umgang mit dem neuen Medium erlernen.

Mehr als vierzig Jahre ist seit den Anfängen des globalen Netzes vergangen. Für das Verständnis seiner Entwicklung in einzelnen Ländern erscheinen deshalb ein Ausflug in die Geschichte sowie der Exkurs in den Aufbau des Internet notwendig.

Entstehungsgeschichte des Internet

Die Anfänge des Internets sind mit drei Institutionen verbunden: Massachusetts Institute of Technology (MIT), University of California at Los Angeles (UCLA) und Research and Development (RAND). Am MIT hat J.R.C. Licklider im Jahr 1962 erste Visionen von einem globalen Netzwerk veröffentlicht. Darin sah er einen weltweiten, miteinander verbundenen Satz von Computern, über welchen jeder Mensch schnell Daten und Programme von anderen Computern erreichen könnte. Im Prinzip funktioniert das Internet heutzutage immer noch nach dieser ersten Version.

Im Jahr 1965 wurden erstmals zwei Computer am MIT und an der UCLA miteinander verbunden. Die beiden Computer konnten miteinander arbeiten, Programme laufen lassen und Daten suchen. Damit war der Grundstein für das globale Netzwerk gelegt.

Zeitlich parallel dazu beauftragte das amerikanische Verteidigungsministerium den Informatiker Paul Baran und seine Kollegen am Institut RAND mit der Erzeugung eines neuartigen Kommunikationssystems. Das Ministerium wollte unbedingt sicherstellen, dass im Krieg die Kommunikation auch in dem Fall aufrechterhalten wird, wenn große Teile eines Netzes zerstört sein sollten. Die Wissenschaftler am RAND dachten sich für die Kommunikationsübertragung ein einzigartiges System aus. Bei diesem wird die Information in kleine Datenpakete aufgeteilt, die einzelnen Pakete werden mit Adressen versehen. Danach werden sie unabhängig voneinander über die Leitungen geschickt. Den Weg suchen sich die Pakete selbst. Dabei stehen ihnen mehrere Wege zur Verfügung, denn jeder Netzknoten analysiert die Adresse des Pakets und schickt sie an den Empfänger weiter. Bei einem Ausfall werden die Daten über einen anderen Netzknoten weitergeleitet. Die Pakete können dabei auch in einer anderen Reihenfolge als vorgesehen beim Empfänger ankommen. Die Endstation wartet, bis alle Pakete bei ihr ankommen und setzt sie anschließend in der richtigen Reihenfolge wieder zusammen.

Durch das neue System verschwindet die direkte Verbindung zwischen Sender und Empfänger und die Übertragung wird sicherer. Auch der zentrale Aufbau von einem Superserver und vielen kleinen Servern, wie er vorher üblich war, wird aufgegeben. Im neuen System haben alle Computer bei allen ausführenden Arbeiten den gleichen Status.

Anfänglich war das globale Netzwerk für den Zweck gedacht, vielen Benutzern die Kapazität von Großrechnern zur Verfügung zu stellen. Damit sollte die Auslastung der Computer gewährleistet werden. Auch sollte den Wissenschaftlern weltweit die Möglichkeit gegeben werden, Wissen und Nachrichten auszutauschen. Jedoch hat das Internet innerhalb weniger Jahrzehnte nicht nur Wissenschaftler, sondern die ganze Welt in seinen Bann gezogen.

Mit der Erschaffung des ersten globalen Netzes wurde die neu gegründete Agentur ARPA (Advanced Research Projects Agency) in den USA beauftragt. Das Netz wurde später ARPANet genannt und hatte im Jahr 1969 nur vier Netzknoten. Jedoch ist die Entwicklung schnell vorangeschritten. Ende der 70er Jahre wurden bereits etwa 100 Knoten angeschlossen. Mitte der 80er Jahre hat das Internet viele Wissenschaftler und Entwickler bei ihrer Arbeit unterstützt. In dieser Zeit begannen auch andere Gruppen, das Internet für die tägliche Kommunikation zu nutzen. Weiterhin arbeiteten in der ganzen Welt Wissenschaftler daran, eigene Netzwerke zu entwickeln und sie an das Netz anzuschließen. Ende der 80er Jahre wurden bereits 100.000 Netzknoten gezählt.

Als im Jahr 1993 erste World Wide Web- (WWW) Browser auf den Markt kamen, stieg die Anzahl der Knoten explosionsartig an. Das WWW ist ein System, das auf einem besonderen Hypertext-System aufgebaut ist. Durch das System ist ein weltweiter Zugriff auf alle Dokumente und Anwendungen im Internet möglich.[3] Dabei erleichtert und beschleunigt die grafische Oberfläche des WWW die Suche nach benötigten Informationen im Netz. Durch die Links kann sich der Nutzer von Seite zu Seite im Netz weiterbewegen.

Nach der Einführung der Browser wurden im Jahr 2000 bereits mehr als 100 Millionen Internethosts gezählt. Hosts sind Computer, die ständig an das Internet angeschlossen sind und den Zugang für andere Rechner ermöglichen. Danach explodierte die Anzahl der Internethosts. Im Jahr 2006 gab es bereits 400 Millionen Hosts weltweit.

Abbildung 1: Entwicklung der Internethosts

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Internet Software Consortium: Internet Domain Survey Host Count. URL: http://www.isc.org/index.pl?/ops/ds (Download: 02.05.2006)

Komponenten des Internet

Für den Aufbau des Internets sind fünf Bestandteile notwendig: Computer mit entsprechender Soft- und Hardware, TCP/IP, Domainnamen, Provider und Internetnutzer. Ein Computer muss für den Internetgebrauch mit einem Modem ausgestattet sein und notwendige Software, beispielsweise Internet-Browser, installiert haben.

Das Internet basiert auf dem Protokoll TCP/IP (Transfer Control Protocol/Internet Protocol). Dabei ist ein Protokoll ein Algorithmus, mit dem Daten übertragen werden. Im Allgemeinen sorgt ein Protokoll für eine korrekte Übertragung der Daten und deren Zusammenfügung beim Empfänger, somit regelt TCP/IP den Datenaustausch im Internet von einem Computer zum anderen. Im Einzelnen adressiert TCP/IP einzelne Computer über Domain-Namen und erlaubt die Kommunikation mit mehreren Rechnern gleichzeitig.

Die Internet-Adressen bestehen aus vier Zahlenblöcken, wie zum Beispiel 224.034.049.039. Damit die Nutzer das Netz besser nutzen können und sich nicht immer die langen Nummern von den Seiten im Internet merken müssen, bekamen die einzelnen Knoten des Netzes Namen, die so genannten Domains. Paul Mockapetris von der University of South California (USC) führte das Domain Name System (DNS) ein. Dieses übersetzt die langen Zahlenblöcke in praktische Namen wie beispielsweise www.fh-brs.de.

Für die weltweite Suche nach Informationen werden auch Vermittler benötigt, die den Nutzern einen Internetzugang verschaffen. Diese werden Internet Service Provider genannt und vermitteln den Nutzern Zugänge zum Netz über Modem, ISDN, Funk, DSL, Kabel oder Satellit. Die Provider stellen auch Speicherplatz auf ihren Servern zur Verfügung.

Schlussendlich werden auch Internetnutzer benötigt. Bei vielen Menschen herrscht eine gewisse Skepsis gegenüber dem neuen Medium, zum einen wegen den Gefahren wie Viren, zum anderen wegen der mangelnden Internet-Bildung. Diese wird im Gegensatz zu anderen Medien, wie Radio oder Fernsehen, beim Internet jedoch benötigt, um das neue Medium vollständig nutzen zu können. Viele Bildungseinrichtungen und auch Medien in Deutschland helfen den Menschen beim Einstieg ins Internet. Die Internet-Bildung beinhaltet neben dem Umgang mit Rechnern auch Selektion und Organisation der Inhalte, Kostenkontrolle und Kommunikationskompetenz.[4]

Weltweite Verbreitung

Global gesehen vollzieht sich die digitale Revolution mit rasanten Schritten. Weltweit kommen jeden Tag Tausende von neuen Nutzern ins globale Netzwerk. Das digitale Zeitalter erreicht immer mehr Länder und Menschen. Dennoch bleibt die Internetverteilung in der Welt sehr unregelmäßig. In einem Land können mehr Internetnutzer sein als auf einem ganzen Kontinent. Im Jahr 2004 wurde in 30 Ländern der Welt das Internet von weniger als einem Prozent der Bevölkerung genutzt.[5]

Diese Entwicklung schneidet die benachteiligten Länder vom digitalen Zeitalter ab. Sie verlieren dabei den Anschluss, wodurch ihre Konkurrenzfähigkeit leidet. Den Entwicklungsländern mangelt es für den Zugang zum Internet an Strom, Telefonleitungen, Computern, Internetanbietern sowie auch an Internetbildung.

Entwicklung weltweit

Im Jahr 2004 gab es nach Angaben der International Telecommunication Union (ITU) 862,8 Millionen Internetnutzer weltweit. Aber die Verteilung der Nutzer über die Welt ist sehr ungleichmäßig. Die meisten Internetnutzer leben in Asien, insgesamt mehr als 305 Millionen. Die wenigsten Internetnutzer befinden sich in Australien und Ozeanien, lediglich 15 Millionen Menschen surfen dort durch das weltweite Netz. Das liegt eher an der vergleichsweise kleinen Fläche dieses Kontinents. Auf dem ganzen afrikanischen Kontinent dagegen gab es im Jahr 2004 lediglich 22 Millionen Internetnutzer.[6]

Abbildung 2: Internetnutzer weltweit (in Millionen)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle:Vgl. International Telecommunication Union, Information Technology. URL: www.itu.int/ITU-D/ict/statistics/at_glance/Internet01.pdf (Download 28.03.2006)

Bei einem Vergleich der prozentuellen Internetnutzung in der Bevölkerung der fünf Kontinente sieht das Bild anders aus. Diese ist in Australien und Ozeanien mit 49,7 Personen pro 100 Einwohner sowie in Europa mit 31,1 Personen pro 100 Einwohner am höchsten. In Asien, wo die meisten Internetnutzer leben, ist, verglichen mit der hohen Bevölkerungsanzahl in dieser Region, die Anzahl der Internetnutzer pro 100 Einwohner mit lediglich 8,1 sehr gering. Die beiden Kontinente Asien und Afrika liegen unter dem Weltdurchschnitt von 13,6 Nutzern pro 100 Einwohner. Nord- und Südamerika liegen mit Europa fast gleichauf. Beim amerikanischen Kontinent sind große Unterschiede zwischen USA, Kanada und Lateinamerika festzustellen. Während in den USA 63 und in Kanada 62 Internetnutzer pro 100 Einwohner gemeldet sind, sind es in Brasilien nur 12 und in Mexiko 13.[7]

Abbildung 3: Internetnutzer weltweit pro 100 Einwohner

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle:Vgl. International Telecommunication Union, Information Technology. URL: www.itu.int/ITU-D/ict/statistics/at_glance/Internet01.pdf (Download 28.03.2006)

In Kasachstan gab es nach Angaben von ITU im Jahr 2004 etwa 400.000 Onliner, d.h. auf 100 Einwohner kommen 2,6 Nutzer. Im Vergleich dazu gab es in Deutschland in dieser Zeit 42,67 Nutzer auf 100 Einwohner.[8] Der Unterschied zwischen diesen beiden Ländern ist gravierend.

Im Vergleich weltweit wird deutlich, dass verschiedene Länder, abhängig von den politischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen, aber auch von der Kultur und Gesellschaft das Internet unterschiedlich intensiv nutzen. In manchen Entwicklungsländern behindert die Armut oder Krieg das Eindringen des Internets, in anderen die Regierung.

Aber auch positive Entwicklungen sind zu verzeichnen. Verschiedene Daten zeigen, dass die Länder, die später in die Internetnutzung eingestiegen sind, größere Wachstumsraten als die Industrieländer vorzeigen können.[9] Schließlich müssen diese Länder das digitale Zeitalter aufholen. Die Entwicklungsländer können dabei auch auf die Erfahrung der Industrieländer zurückgreifen und damit das Vordringen des Internet beschleunigen.

Digital Divide

Es gibt Millionen von Menschen weltweit, die nicht einmal sauberes Wasser oder medizinische Versorgung zur Verfügung haben, geschweige denn ein Telefon und damit einen Internetzugang. Wie in vielen anderen Sphären auch, reißt die digitale Spaltung eine tiefe Kluft zwischen den einzelnen Ländern oder ganzen Kontinenten.

Allein in Frankreich gibt es mehr Internetnutzer als auf dem ganzen afrikanischen Kontinent mit seinen mehr als 50 Ländern. In Finnland gibt es mehr Nutzer als in ganz Lateinamerika und in der Karibik. Hier sprechen die Experten von „Digital Divide“, einem Spalt zwischen den Ländern, die von der digitalen Technologie profitieren können und den Ländern, die diesen Schritt nicht vollbringen können.[10] Im Jahr 2004 gab es in den Industrieländern eine mehr als achtfach größere Anzahl an Internetnutzern als in den Entwicklungsländern. Das bedeutet, dass die Länder, die sowieso bereits in ihrer Entwicklung den Industrieländern hinterher hinken, durch die digitale Revolution erneut benachteiligt werden.

Aber die digitale Spaltung ist nicht nur ein Phänomen zwischen den reichen und den armen Ländern, sie existiert auch zwischen den Industrieländern. In Großbritannien gab es im Jahr 2004 doppelt so viele Internetnutzer wie in Spanien. Schweden verfügt über mehr Nutzer als Finnland und Dänemark zusammen. Deutschland hat 18mal mehr Internetnutzer als Griechenland.[11] Selbst die Verbreitung der Internetnutzer im relativ kleinen Europa ist ungleichmäßig. Auch in Deutschland ist das Problem der digitalen Spaltung der Gesellschaft aktuell.

Entwicklung des Internet in Deutschland

In Deutschland sind unter 100 Hochschulabsolventen 83 Internetnutzer, unter Volksschuleabgängern allerdings lediglich 38. In den letzten Jahren haben sich diese Nutzeranteile nicht angenähert.[12] Die digitale Spaltung zwischen Nutzern und Nicht-Nutzern existiert somit nicht nur weltweit, sondern auch innerhalb der einzelnen Länder.

Für diese Entwicklung gibt es viele Gründe. In der Studie „MediaPerspektiven“ werden für die Nichtnutzung des Internet die Kosten eines Internetzugangs einerseits und die komplizierte Technik[13] andererseits erwähnt. Aber auch eine mangelnde Qualifikation der Nichtnutzer verhindert einen Einstieg ins globale Netz. Das Internet ist sicherlich anspruchsvoller in der Nutzung als das Telefon. Deshalb muss der Umgang mit dem Medium erst erlernt werden. Es gibt aber noch mehr Gründe für die Nichtnutzung des Internets in Deutschland, sei es sozialer, demografischer oder technischer Natur.

Das Internet entwickelte sich in Deutschland bis zum Jahr 2000 sehr schnell, bis dahin wurden jährliche Zuwachsraten bei Onlinenutzung von 61 bis 68 Prozent erreicht. Danach ging die Anzahl der neuen Nutzer rapide zurück. Im Jahr 2001 konnten 36 Prozent Zuwachs verzeichnet werden, innerhalb der folgenden vier Jahre sanken die Raten bis auf fünf Prozent.[14] Der anfängliche Boom des Internet ist in Deutschland bereits vorbei.

Zur definierten Betrachtung des Internet in der deutschen Gesellschaft soll zunächst seine Rolle in der Politik, Bildung und bei den Medien dargestellt werden.

Politik online

In Deutschland nutzen die verschiedenen politischen Parteien, Verwaltungen und Ämter seit vielen Jahren das Internet. Dies dient in erster Linie der Präsentation, aber auch zur Bereitstellung der Information und bildet damit einen Service für die Bürger.

Die Bürger nutzen die Seiten der Verwaltungen und Ämter für eine schnelle und bequeme Information. Durch die Bereitstellung von Online-Formularen können Menschen die notwendigen Amtsgänge komfortabel zu Hause oder auf der Arbeit erledigen.

Bei einer Betrachtung der Relevanz von politischen Themen im weltweiten Netz trifft aber die Realität ein. Obwohl die Deutschen, verglichen mit Kasachstanern, mehr an Politik interessiert sind, werden im Internet politische Themen weniger nachgefragt als andere. Sie stehen erst auf Platz neun in der wöchentlichen Nutzung.[15] Dies kann damit zusammen hängen, dass die Deutschen eher die Informationen aus den klassischen Medien bevorzugen.

Es gibt in Deutschland viele Internetseiten, die über die Politik informieren, wie www.e-politik.de oder www.politik-digital.de. Diese Seiten bieten aktuelle Informationen, Analysen und Diskussionsplattformen zu politischen und gesellschaftlichen Themen.

Bei den Online-Auftritten der Bundestagsparteien interessieren die meisten Nutzer die Diskussionen im dazugehörigen Forum.[16] Diese neue Interaktivität ist erst durch das Internet möglich geworden. Vorher konnten sich die Menschen im kleineren Kreis zu politischen Themen äußern, der direkte Kontakt zu Politikern war nur begrenzt möglich. Das Internet bringt die Politiker sicherlich nicht näher an ihr Volk, aber es vermittelt eine Beinah-Nähe.

Der Deutsche Bundestag startete im Jahr 2001 ein Pilotprojekt zu elektronischer Demokratie (www.elektronische-demokratie.de). Durch das Projekt soll das Gesetzgebungsverfahren für die Bürger durchsichtig und nachvollziehbar werden. Dabei sollen aber auch neue Beteiligungsmöglichkeiten der Bürger getestet werden.[17] Die elektronische Demokratie beinhaltet nach einer Definition von Alexander Siedschlag „die technische Erneuerung der politischen Systems“, durch eine „bürgernahe Politik“ und Herstellung der „Netzöffentlichkeit“[18].

Eine „technische Verbesserung des politischen Systems“ ist dabei allerdings besser angebracht, denn durch eine technische Verbesserung und Beschleunigung von einigen politischen Prozessen wird das System nicht komplett erneuert.

Es gibt in Deutschland zahlreiche Beispiele für Schnittstellen zwischen Politik und Internet. Die Politiker sowie die Bürger haben gleichermaßen die Bedeutung und die Macht des neuen Mediums erkannt. Verschiedene digitale Projekte sowie die rege Nutzung dieser durch die Bürger zeigen, dass eine neue Art der Kommunikation und Information in der Politik begonnen hat.

Rolle des Internet bei der Ausbildung

Wie in der Politik, spielt das Internet im deutschen Bildungswesen auch eine große Rolle. Fast alle Schüler, Studenten, Auszubildende in Deutschland haben bereits Erfahrung mit Internet. Statistisch gesehen, waren seit dem Beginn der digitalen Zeit die meisten Internetnutzer in Deutschland unter den jungen Menschen in Ausbildung zu finden. Im Jahr 2005 waren 97,4 Prozent der Personen in Ausbildung auch Internetnutzer. Unter den Berufstätigen wurden 77,1 Prozent Internetnutzer festgestellt. Lediglich bei den Rentnern und nicht berufstätigen Menschen geht etwas mehr als jeder vierte ins Internet (26,3 Prozent).[19]

Das Internet hat inzwischen auch an allen Schulen, Hochschulen und sonstigen Ausbildungseinrichtungen in Deutschland Einzug gehalten. Die Benutzung des Computers und der Umgang mit dem Internet gehören zum Schulalltag. Nach den Hochrechnungen des Statistischen Bundesamtes sind in Deutschland insgesamt 68,6 Prozent der Haushalte mit Personalcomputer ausgestattet[20], damit verfügen die meisten Jugendlichen über einen eigenen Rechner zu Hause.

Es gibt trotzdem Unterschiede in der Internetnutzung, abhängig von der jeweiligen Schulbildung. Während fast jeder Abiturient durch das Internet surft (84,8 Prozent), nutzen lediglich 38,5 Prozent der Absolventen einer Volksschule das globale Netz. In weiterführenden Schulen besuchen fast doppelt so viele Kinder und Jugendliche das Internet wie in einer Volksschule.[21]

Diese Diskrepanzen in der Internetbildung verursachen eine digitale Spaltung innerhalb der deutschen Gesellschaft wie sie zwischen ärmeren und reicheren Ländern der Welt auch vorhanden ist. Trotzdem ist das Internet inzwischen auch an Ausbildungseinrichtungen unverzichtbar geworden.

Mediennutzung der Onliner

Die klassischen Medien Fernsehen, Radio und Print stellen einen wichtigen Zweig des gesellschaftlichen Lebens dar, den der Information. Mit der Verbreitung des Internets wurde befürchtet, dass das neue Medium die klassischen Medien verdrängen wird. Aber die Ergebnisse der Studie „MediaPerspektiven“ widerlegen diese Vermutung. Die Nutzung der klassischen Medien ist seit Jahren konstant. Danach hören 77 Prozent der Internetnutzer Radio, schauen 80 Prozent fern und 56 Prozent lesen eine Tageszeitung.[22] Jeder Erwachsene in Deutschland verbringt täglich 231 Minuten vor dem Fernseher und 193 Minuten vorm Radio[23]. Damit hängt die tägliche Internetnutzung von unter einer Stunde deutlich hinterher.

Die klassischen Medien werden durch das weltweite Netz nicht ersetzt, sondern eher erweitert. Der Onliner kann Fernseh- und Radiosender aus aller Welt empfangen oder Video- und Audio-Dateien herunterladen. Auch die Printmedien haben vom Internet profitiert. Die Online-Ausgaben der Zeitungen und Zeitschriften erweitern das klassische Medium und bieten dem Leser einen Mehrwert. Durch die Online-Medien ist eine bessere Interaktivität mit dem Nutzer möglich und der Leser profitiert seinerseits von der Aktualität der Internet-Medien.

Das Internet hat sich in Deutschland in den wichtigsten Bereichen des gesellschaftlichen Lebens durchgesetzt. Für ein besseres Bild über die Internetnutzung in Deutschland im Einzelnen sollen nun folgende Fragen beantwortet werden: Wer nutzt für welche Zwecke das Internet? Wie hoch sind in Deutschland die durchschnittlichen Kosten für einen Internetzugang? Welche Rolle spielt das Internet im Berufsleben?

Der Internetmarkt und seine Struktur

In Deutschland lag der Zeitpunkt der ersten Internetnutzung im Jahr 2005 im Durchschnitt mehr als fünf Jahre zurück. Dabei nutzen die Akademiker bereits seit sieben Jahren das Internet. In dieser Zeit konnte sich das Internet einen gewissen Status erarbeiten. Insgesamt sehen 60 Prozent der Internetnutzer das neue Medium als täglichen Begleiter für alle Themen.[24] Damit ist das Internet für mehr als die Hälfte der Nutzer eine selbstverständliche Quelle für Informationen. Aber vor der Nutzung des weltweiten Netzes kommt die Auswahl des passenden Anbieters und des Tarifes. In Deutschland wie in Kasachstan kann die Auswahl je nach Wohnort eingeschränkt sein.

Verbreitung des neuen Mediums

Das Internet ist in Deutschland praktisch überall verfügbar. Da 99,3 Prozent der deutschen Haushalte mit einem Telefonanschluss ausgestattet sind,[25] ist somit auch das analoge Internet theoretisch verfügbar. Andererseits sind nicht alle Haushalte mit einem Computer ausgestattet. In etwa einem Drittel der Haushalte sind keine Rechner vorhanden.

Von der Seite der Anbieter betrachtet ist auch der breitbandige Internetanschluss in Deutschland relativ breitflächig verfügbar. In den Gebieten, wo kein DSL-Anschluss möglich ist, gibt es andere Anschlussmöglichkeiten wie Satellit oder Funk.

Zu den neuesten Entwicklungen bei den Breitbandanschlüssen zählt das Powerline-Projekt, das Internet über eine Stromleitung ermöglicht. Dieses Projekt wurde von der Europäischen Kommission im Jahr 2001 gestartet, um strukturschwache und ländliche Gebiete in Europa mit breitbandigem Internetzugang versorgen zu können. Bei diesem Zugang gelangen die Daten aus dem Internet an eine Wandler-Station, die die Daten per Router für das Stromnetz übersetzt. Der Benutzer muss für den Anschluss lediglich seinen Computer über einen speziellen Strom-Modem mit der Steckdose verbinden.

Mit dem Internet über das Stromnetz sollten daher selbst entlegene Gebiete in Deutschland versorgt werden können.

[...]


[1] “The Internet is at once a world-wide broadcasting capability, a mechanism for information dissemination, and a medium for collaboration and interaction between individuals and their computers without regard for geographic location.” Leiner, B., History, Download 28.03.2006

[2] Vgl. Eimeren, B., Boom, 2005, S. 377

[3] Vgl. Kimmig, M., Internet, 1995, S.122

[4] Vgl. Döring, N., Sozialpsychologie, 2003, S. 5f

[5] Vgl. ITU, Divide, 2006, Download 17.04.2006

[6] Vgl. ITU, Information, 2006, Download 28.03.2006

[7] Vgl. ITU, Information, 2006, Download 28.03.2006

[8] Vgl. ITU, Information, 2006, Download 28.03.2006

[9] Vgl.: Kubicek, Future, 2001, S.370

[10] “Digital Divide refers to the gap between those able to benefit from digital technology and those who are not.” DigitalDivide, Digital, Download 17.04.2006

[11] Vgl. ITU, Information, 2006, Download 28.03.2006

[12] Vgl. Eimeren, B., Boom, 2005, S.365

[13] Vgl. Eimeren, B., Boom, 2005, S.365

[14] Vgl. Eimeren, B., Boom, 2005, S. 363

[15] Siedschlag, A., Demokratie, 2002, S. 36

[16] Vgl. Siedschlag, A., Demokratie, 2002, S. 40

[17] Siedschlag, A., Demokratie, 2002, S. 32

[18] Siedschlag, S., Demokratie, 2002, S. 10

[19] Siehe Tabelle 1, S. 25 (berichtigen!)

[20] Statistisches Bundesamt, Ausstattung, 2006, Download 30.06.2006

[21] Eimeren, B., Boom, 2005, S. 365

[22] Eimeren, B., Boom, 2005, S.376

[23] Eimeren, B., Boom, 2005, S.378

[24] Eimeren, B., Boom, 2005, S.367

[25] Statistisches Bundesamt, Ausstattung, 2006, Download 30.03.2006

Details

Seiten
102
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638627665
ISBN (Buch)
9783638794152
Dateigröße
947 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v72572
Institution / Hochschule
Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg
Note
2.0
Schlagworte
Entwicklung Perspektiven Internet Kasachstan Beispiel Stadt Almaty

Autor

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Titel: Entwicklung und Perspektiven des Internet in Kasachstan am Beispiel der Stadt Almaty