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Interkulturelles Lernen im Tandem. Begegnung und Austausch

Magisterarbeit 2007 98 Seiten

Medien / Kommunikation - Interkulturelle Kommunikation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Forschungsinteresse und Forschungsstand

3. Aufbau und Ziel der Arbeit

4. Interkulturelle Kommunikationsforschung
4.1. Kurze Fachgeschichte
4.2. Zentrale Begrifflichkeiten und Konzepte
4.2.1. Kultur – von der Schwierigkeit mit einem Schlüsselbegriff
4.2.1.1. Kultur als mentale Programmierung und nationale Essenz
4.2.1.2. Der postmodern-semiotische Kulturbegriff
4.2.1.3. Moosmüller - Unterscheidung in Handlungskontexte
4.2.2. Interkulturelle Kommunikation und Kommunikationsstile
4.2.3. Interkulturelles Lernen
4.2.4. Vorurteile und Stereotype

5. Sprachenlernen in Begegnungssituationen – TANDEM
5.1. Geschichte der Tandem – Idee
5.2. Tandem – das Konzept
5.3. Interkulturelles Lernen im Tandem

6. Untersuchung autonomer Einzeltandems – Fallbeispiele
6.1. Konkrete Forschungsfragen
6.2. Methodisches Herangehen
6.2.1. Teilnehmende Beobachtung
6.2.2. Qualitative Interviews
6.3. Fallbeispiele
6.3.1. Fallbeispiel 1 – „Typisch Ami eben, war ja klar!“
6.3.1.1. Rahmenbedingungen / Kontext
6.3.1.2. Vermittlung und Kontaktaufnahme
6.3.1.3. Begegnung - Das erste Treffen
6.3.1.4. Die Interviews mit Daniela – „Ich mag die einfach nicht!“
6.3.1.4.1. Rekapitulation erster Eindrücke
6.3.1.4.2. Ein paar Wochen und ein Tandem später
6.3.1.5. Das Interview mit Andrea – „It’s so exciting for me...“
6.3.1.6. Kommunikationsstile und der Umgang mit Differenz
6.3.1.7. Interkulturelle Kompetenz und Interkulturelles Lernen
6.3.1.8. Das Scheitern eines Tandems –Erklärungsversuche
6.3.2. Fallbeispiel 2 - „ Ein bisschen deutsche Pünktlichkeit könntest Du
Dir ruhig abgucken!“
6.3.2.1. Rahmenbedingungen / Kontext
6.3.2.2. Kontaktaufnahme und Treffen
6.3.2.3. Das Interview mit Bianca – „Man muss sich auch mal anpassen können.“
6.3.2.4. Das Interview mit Eric – „You Germans really like your rules“
6.3.2.5. Kultur und der Umgang mit Differenz
6.3.2.6. Wissensrepertoires und Kulturvermittlung
6.3.2.7. Interkulturelles Lernen
6.3.3. Fallbeispiel 3 – „Ich langweile mich hier zu Tode!“
6.3.3.1. Rahmenbedingungen / Kontext
6.3.3.2. Kontaktaufnahme und Treffen
6.3.3.3. Das Interview mit Elena – „Tandem ist meine Rettung!“
6.3.3.4. Das Interview mit Anja – „Beim ersten Besuch hatte ich schon Angst.“
6.3.3.5. Kultur und der Umgang mit Differenz
6.3.3.6. Wissensrepertoires und Kulturvergleich
6.3.3.7. Interkulturelles Lernen

7. Zusammenfassung der Ergebnisse

8. Schlussfolgerung und Ausblick88

Bibliographie

Eidesstattliche Erklärung

1.Einleitung

„Interkulturelle Verständigung ist etwas sehr Unwahrscheinliches. Es gibt mehr Gründe, interkulturelle Kontakte zu vermeiden, als sie zu suchen. Interkulturelle Kontakte verunsichern, sie behindern die Selbstverständlichkeiten alltäglich eingeübter Kommunikation, sie irritieren und erzeugen Peinlichkeiten. All dies lässt uns erwarten, dass Menschen normalerweise interkulturelle Situationen meiden.“

(Eder 2001: 254)

Interkulturelle Begegnungen und interkulturelle Kommunikation gehören mittlerweile jedoch zu ganz alltäglichen, oftmals unvermeidbaren Erfahrungen in unserer globalisierten Gegenwart. Die seit Jahren anhaltende Migration in die westlichen Industrienationen trägt ihren Teil dazu bei, dass Fremdheitserfahrungen in multikulturellen Gesellschaften für viele zunehmend zum Alltag gehören. Zusätzlich nimmt dank der weltweit gestiegenen Mobilität auch die Zahl der Auslandsaufenthalte, ob nun beruflich oder privat, stetig zu. All diese Entwicklungen führen dazu, dass besonders auf dem Arbeitsmarkt zunehmend die Forderung nach transkultureller Kommunikationsfähigkeit, nach interkultureller Kompetenz als einer der Schlüsselqualifikationen laut wird.

Klaus Eder hat bereits 2001 vorausgesagt, dass Fähigkeiten, kulturelle Grenzen ebenso zu überschreiten wie angemessen zu respektieren, in Zukunft von gleichrangiger Bedeutung sein werden, wie die elementaren Kulturtechniken Lesen, Schreiben, Sprachkompetenz und die Beherrschung der Informationsmedien (vgl. Eder 2001). Reine Fremdsprachenkompetenz stellt dabei nur einen Teil der erwarteten Fähigkeiten dar. Kulturspezifisches Wissen wird ebenso vorausgesetzt wie die scheinbar grundlegenden charakterlichen Eigenschaften Toleranz und Empathiefähigkeit, die nur schwer technisch vermittelbar sind.

Es ist also nicht verwunderlich, dass „Interkulturelle Kommunikation“, „Interkulturelles Lernen“ und „Interkulturelle Kompetenz“ zunehmend zu Schlagworten der öffentlichen Diskussion geworden sind, wie erst kürzlich wieder in der Debatte um die zunehmenden Probleme an Berliner Schulen mit hohem Migrantenanteil deutlich geworden ist. Auch hier wird nun verstärkt nach Programmen gefragt, die sowohl Lehrern als auch Schülern mit Hilfe interkulturellen Lernens zu interkultureller Handlungskompetenz verhelfen sollen.

Im Zuge der weltweit voranschreitenden Internationalisierung und Globalisierung von Kulturen, Gesellschaften und Ökonomien hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten ein auf die neuen Anforderungen ausgerichteter Wirtschafts- und auch Wissenschaftsbereich herausgebildet. „Interkulturell“ ist dabei das Hauptschlagwort, das derzeit in verschiedensten Kombinationen einen regelrechten Boom erfährt. Neben interkulturellen Studiengängen unterschiedlichster Ausrichtung haben interkulturelle Trainings oder Coachings Hochkonjunktur, und auch der Markt interkultureller Ratgeber erlebt eine große Nachfrage. Dieser aktuelle Trend ist vor allem auch am fast schon inflationären Gebrauch des zur Mode gewordenen Adjektivs zu erkennen. So werden Sprachkurse heute oftmals als „interkultureller Fremdsprachenunterricht“ beworben und auch in schulischen Rahmenplänen ist beim Punkt Fremdsprachenunterricht immer häufiger von der Vermittlung „interkultureller Landeskunde“ statt nur von Landeskunde die Rede, großteils jedoch ohne dass eine methodische oder inhaltliche Neuorientierung stattgefunden hätte (vgl. Lüsebrink 2005).

Ganz entgegen der zu Beginn zitierten Aussage von Klaus Eder (Eder 2001:254) sehen sich, aufgrund der gestiegenen Nachfrage nach interkultureller Kompetenz, scheinbar immer mehr Menschen gezwungen, ganz gezielt interkulturelle Kontakte zu suchen, um sich diesbezüglich fortzubilden, vor allem mit dem Ziel, die eigenen Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Eine Möglichkeit dafür stellt das Sprachlernprogramm Tandem dar, welches auch aufgrund der geschilderten neuen Anforderungen, die natürlich untrennbar mit Fremdsprachenkenntnissen verbunden sind, in den letzten Jahren wachsenden Zulauf erfährt. Beim Erwerb interkultureller Fähigkeiten spielt das Sprachenlernen nach wie vor eine wichtige, wenn nicht die bedeutendste, Rolle. Tandem bietet in diesem Zusammenhang einen ganz besonderen Kontext, da es sich dabei um das Lernen in Begegnungssituationen zwischen unterschiedlichsprachigen Personen handelt, also um direkte interkulturelle Kommunikation. Aufgrund dieser Tatsache empfiehlt sich das Sprachlernprogramm scheinbar vielen, die den neuen Anforderungen im Alltag und am Arbeitsmarkt gerecht werden wollen, als ein ideales Übungsfeld interkultureller Kompetenz.

Beim Tandemlernen geht es neben der sprachlichen ganz offensichtlich auch um eine interkulturelle Dimension. Diese ist der Hauptgegenstand der im Folgenden vorliegenden Untersuchung, wobei speziell die ethnologische Perspektive einen neuen Beitrag zur interkulturellen Kommunikationsforschung liefern soll. Mit Hilfe einer auf teilnehmender Beobachtung und einigen Einzelinterviews basierenden ethnographischen Feldforschung soll der Blick auf die Alltagserfahrungen und Handlungsstrategien der Tandempartner, insbesondere in Bezug auf den Umgang mit kultureller Differenz, gerichtet werden. Dabei zielt das Interesse vor allem auch darauf, wie interkulturelle Kommunikation und interkulturelles Lernen im Tandem im Einzelfall aussehen können – wie sich die Interaktion gestalten kann, aber auch welche Schwierigkeiten und Probleme damit verbunden sein können.

2. Forschungsinteresse und Forschungsstand

Bei der Suche nach einem Thema für die Magisterarbeit bietet es sich an, persönliche Interessen und bereits gesammelte Erfahrungen miteinander zu verbinden. Da ich neben der Europäischen Ethnologie die Fächerkombination Anglistik / Amerikanistik als Hauptfach studiert habe, war mir relativ früh klar, dass sich die Themensuche auf die Bereiche Fremdsprachenerwerb und Interkulturelle Kommunikation konzentrieren würde.

Im Rahmen eines zweimonatigen Praktikums im Tandem Büro des Goethe Instituts Berlin (Januar / Februar 2003)[1] konnte ich erste Eindrücke und Erfahrungen mit der Sprachlernmethode Tandem sammeln. In diesem Praktikum war ich unter anderem auch an einer sozialwissenschaftlich orientierten Befragung, die der Evaluation der Arbeit des Tandem Büros dienen sollte, beteiligt. Meine persönliche Unzufriedenheit mit dieser, auf rein quantitativen Methoden basierenden, Untersuchung war maßgebliche Ursache für meine Motivation das Phänomen Tandem aus einer ethnologischen, auf qualitativen Forschungsmethoden gründenden, Perspektive zu beleuchten.

Die Betrachtung der zu diesem Thema bereits existierenden Literatur offenbarte dann aus meiner Sicht auch eine Forschungslücke, die es zu schließen gilt. Zum Thema „interkulturelles Lernen“ und auch zur Thematik des Sprachenlernens im Tandem gibt es zwar bereits zahlreiche Untersuchungen, jedoch stammen diese vor allem aus den Bereichen der Fremdsprachendidaktik, der Linguistik oder der psychologisch orientierten Austauschforschung. Zu erwähnen sind in diesem Zusammenhang vor allem die zahlreichen Arbeiten des Regensburger Psychologen Alexander Thomas (Thomas 1983, 1985, 1988, 1991a, 1991b, 1993, 1996), sowie aktuell Mark Bechtels Dissertation zu interkulturellen Lernprozessen, basierend auf diskursanalytischen Untersuchungen von ihm selbst didaktisch gesteuerter Tandemkurse (Bechtel 2003). Darüber hinaus liegen bisher zwei umfangreiche interaktionistische Studien zu Tandempartnerschaften vor (Apfelbaum 1993, Rost-Roth 1995), die sich jedoch nicht mit der Frage des interkulturellen Lernens, sondern ausschließlich mit Fragen des Fremdsprachenerwerbs beschäftigen.

Empirische Studien, die autonome Einzeltandems in ihrer alltäglichen Praxis und abseits fremdsprachendidaktischer Fragestellungen untersuchen, existieren bislang nicht. Einen Teil dieser Forschungslücke möchte die hier vorliegende Magisterarbeit versuchen zu schließen.

3. Aufbau und Ziel der Arbeit

Die vorliegende Untersuchung gliedert sich zunächst grob in zwei Teile – einen theoretischen und einen, auf empirischen Daten beruhenden, praktischen Teil.

Das allgemein formulierte Ziel dieser ethnologischen Untersuchung besteht zunächst darin, die alltägliche Handlungs- und Kommunikationspraxis autonomer Einzeltandems, also ungesteuert arbeitender Sprachlernpartnerschaften, zu erforschen. Neben dem Einblick in den Tandemalltag und die diesem zugrunde liegenden Praxen und Strategien, stellt vor allem die Rolle von und der tatsächliche Umgang mit kultureller Differenz in diesen Partnerschaften den Fokus des Forschungsinteresses dar.

Da die Arbeit als Beitrag zur interkulturellen Kommunikationsforschung verortet ist, nähere ich mich im Kapitel „Interkulturelle Kommunikation“ zunächst diesem Wissenschafts- und Forschungsgebiet an, indem ich kurz auf die Fachgeschichte (Kap. 4.1.) und danach ausführlicher auf die in diesem Zusammenhang zentralen Begrifflichkeiten und theoretischen Konzepte eingehe (Kap. 4.2.). Dabei geht es vor allem um den im Rahmen der interkulturellen Kommunikationsforschung verwendeten essentialistischen Kulturbegriff und die diesem gegenüberstehende postmoderne Sichtweise. Diese Differenz der Konzepte erfordert eine ausführliche Erörterung, da die vorliegende Arbeit sich als ethnologischer Beitrag zur interkulturellen Kommunikationsforschung genau in diesem Spannungsfeld der differierenden Perspektiven bewegt.

In diesem Zusammenhang wird auf zwei verschiedene Konzeptionen von Kultur genauer eingegangen. Zunächst wird die, unter anderem bei Geert Hofstede und Alexander Thomas vorzufindende, essentialistische Verwendungsweise des Kulturbegriffs betrachtet (Kap. 4.2.1.1.). Danach widme ich mich dem postmodern-semiotischen Verständnis von Kultur (Kap. 4.2.1.2.), bevor ich im Anschluss auf Alois Moosmüllers Unterscheidung in die unterschiedlichen Handlungskontexte „internationale Organisation“ und „multikulturelle Gesellschaft“ (Moosmüller 2001) eingehe (Kap. 4.2.1.3.). Diese will einen Lösungsansatz in der Frage der Konzeption des Kulturbegriffes im Rahmen interkultureller Kommunikation bieten, dem es empirisch nachzugehen gilt.

Letztendlich widme ich mich auch noch den Konzepten interkulturelle Kommunikation (Kap. 4.2.2.), interkulturelles Lernen (Kap. 4.2.3.) und Stereotypen und Vorurteile (Kap. 4.2.4.).

Im Kapitel „Sprachenlernen in Begegnungssituationen – TANDEM“ werden kurz die Geschichte der Tandem – Idee (Kap. 5.1.), die dieser Sprachlernmethode zugrunde liegende Konzeption (Kap. 5.2.) und die theoretischen Möglichkeiten interkulturellen Lernens im Tandem (Kap. 5.3.) vorgestellt. Dieses Kapitel markiert das Ende des theoretischen Teils der vorliegenden Arbeit.

Im praktischen, auf den Ergebnissen meiner neunmonatigen empirischen Forschung[2] basierenden, Hauptteil der Arbeit, der sich mit der Untersuchung autonomer Einzeltandems befasst, wird zunächst noch mal detailliert auf die der Forschung zugrunde liegenden konkreten Fragestellungen eingegangen (Kap. 6.1.), bevor ich dann mein methodisches Herangehen genauer vorstelle (Kap. 6.2.).

Den Hauptteil der vorliegenden Arbeit bildet die detaillierte Darstellung und Analyse von drei Fallbeispielen (Kap. 6.3.), wobei nach der genaueren Betrachtung der Tandemtreffen und der Einzelinterviews in der Analyse insbesondere auf die Komplexe Kultur und Umgang mit Differenz, Wissensaustausch und interkulturelles Lernen eingegangen wird, da sie im Zentrum des Forschungsinteresses stehen.

In den abschließenden Kapiteln werden dann die Untersuchungsergebnisse zusammengefasst (Kap. 7) und es wird ein kurzer Ausblick auf mögliche weiterführende Forschungen gegeben (Kap. 8).

4. Interkulturelle Kommunikationsforschung

„In der Wechselbeziehung zwischen Verschiedenen wird das Anderssein belassen, der andere wird nicht unter die Wünsche und Bilder des einen subsumiert, es werden nicht die gleichen Handlungserwartungen unterstellt. Beide Seiten treten in einen offenen Prozess ein, dessen Ausgang ungewiss ist, dessen Ziele unbestimmbar sind. In diesem prozesshaften Wechselbezug aber ändert sich Jedes in der Kommunikation mit dem Anderen.“ (Prengel 1993:56)

Bei diesem Zitat von Prengel (1993) handelt es sich um eine Idealvorstellung interkultureller Kommunikation, wie sie unter realen Bedingungen kaum vorkommt. In der Realität geht es bei der genaueren Betrachtung interkultureller Kommunikation vor allem auch immer um die mit ihr verbundenen Hürden, Schwierigkeiten und die daraus entstehenden Missverständnisse.

4.1. Kurze Fachgeschichte

Die hier vorliegende Arbeit verortet sich als ethnologischer Beitrag zur interkulturellen Kommunikationsforschung, weshalb zunächst ein kurzer Überblick über die Geschichte dieser noch relativ jungen, interdisziplinären Wissenschaftsrichtung Interkulturelle Kommunikation gegeben werden soll.

Die Bezeichnung „interkulturelle Kommunikation“ bezieht sich zunächst allgemein auf den Austausch von Botschaften zwischen Akteuren mit unterschiedlichen kulturellen Orientierungen. Seit den 1950er Jahren ist „Interkulturelle Kommunikation“[3] auch die Bezeichnung eines relativ neuen interdisziplinären Wissenschafts- und Anwendungsfeldes, in dem Fachleute aus den unterschiedlichsten Bereichen (unter ihnen zum Beispiel Ökonomen, Pädagogen, Linguisten, Psychologen, Soziologen und Entwicklungshelfer) tätig sind. Verbreitung fand die wissenschaftliche Fachdisziplin zunächst vor allem in den USA und Kanada. Inzwischen gibt es auch an zahlreichen deutschen Universitäten interkulturelle Studiengänge unterschiedlichster Ausrichtung, wobei im Zusammenhang mit dem hier bearbeiteten Thema insbesondere die Universität München zu nennen ist, da die dortige Studienrichtung einen kulturtheoretischen Schwerpunkt hat.[4] Ansonsten spielen kulturwissenschaftliche Forschungsrichtungen in der Interkulturellen Kommunikation eine eher untergeordnete Rolle.

Im Laufe der letzten zwei Jahrzehnte ist ein recht beachtlicher Umfang an Literatur zum Themenbereich „Kommunikation in interkulturellen Kontexten“ entstanden. Das heutige Mainstream - Wissen der Interkulturellen Kommunikation ist jedoch ganz besonders durch die Beiträge von Edward T. Hall (1959) und Geert Hofstede (1980, 1993) geprägt.

Der US-amerikanische Kulturanthropologe Edward T. Hall wird in der allgemeinen Fachliteratur häufig als der Gründungsvater des Fachgebiets Interkulturelle Kommunikation bezeichnet. Hall bereitete zwischen 1950 und 1955 für das US-amerikanische Außenministerium Diplomaten, Regierungsbeamte und Entwicklungshelfer auf bevorstehende Auslandsdienste vor. Im Jahr 1959 veröffentlichte er das weithin als „Gründungsdokument“ der Interkulturellen Kommunikation bezeichnete Buch The Silent Language (Hall 1959). In diesem erläutert Hall seine kulturelle Perspektive, indem er den für ihn weit reichenden und weitgehend unbewussten Einfluss von Kultur auf die menschlichen Verhaltensweisen und die große Bedeutung von nonverbalem Verhalten als Mittel der Kommunikation erläutert.

Gemeinsam mit dem Linguisten George L. Trager, einem Schüler von Edward Sapir und Benjamin Lee Whorf[5], entwickelte Hall ein interkulturelles Trainingsprogramm, in welchem sie aufgrund des überwiegenden Interesses an konkreter Interaktion kulturelle Differenzen auf der Mikroebene fokussierten und sich auf die unterschiedlichen Kommunikationsstile von US-Amerikanern und ihren Mitarbeitern in Übersee konzentrierten. Halls theoretisches Konzept ist in erster Linie vom Kulturrelativismus nach Franz Boas, seinem intellektuellen Vorbild Ruth Benedict und der Freudschen Theorie vom Unbewussten geprägt. Für ihn sind kulturelle Differenzen ursprünglich gegeben und determinieren alle Lebensäußerungen, beziehungsweise jeden Kommunikationsakt. Diese Differenzen müsse man lernen zu respektieren und erfolgreich damit umzugehen.

Bis heute ist Edward T. Hall einer der meist zitierten Autoren in der Literatur über interkulturelle Kommunikation. Halls Idee einer unbewussten Kultur und das Konzept der kulturellen Relativität prägen nach wie vor die fachinternen Theorien und Debatten. Interkulturelle Trainingsprogramme zielen, getreu Halls Vorstellungen, in erster Linie auf die Bewusstmachung der eigenen kulturellen Prägung und die Wertschätzung anderer Kulturen.

Der neben Edward T. Hall wohl bedeutendste Einfluss auf das Fach ging von dem niederländischen Psychologen, Organisationsethnologen und Unternehmensberater Geert Hofstede aus. Dieser hat in den 1970er Jahren auf Grundlage einer groß angelegten Mitarbeiterbefragung in IBM-Niederlassungen in fast 50 Ländern vier „Kulturdimensionen“ herausgearbeitet und entsprechende Tabellen mit den jeweiligen Länderwerten erstellt (Hofstede 1980). Organisatorisches Handeln wird darin je nach nationaler Kultur von unterschiedlichen Werteorientierungen gesteuert. Besonders interessiert ihn dabei die Erforschung und Charakterisierung der jeweiligen „Nationalkulturen“. Eine der vier Dimensionen, mit deren Hilfe Hofstede die einzelnen Nationalkulturen unterscheidet, ist „Machtdistanz“, definiert als Maß der gesellschaftlichen Akzeptanz für soziale Ungleichheit. Darüber hinaus unterscheidet er noch „individualistische“ von „kollektivistischen Kulturen“, „feminine“ von „maskulinen Ländern“ und untersucht den Grad der „Unsicherheitsvermeidung“, der Auskunft über die kulturellen Unterschiede im Bedürfnis nach Struktur und Regeln gibt.

Wie Hall genießt auch Geert Hofstede außergewöhnliche Beachtung im Fachbereich Interkulturelle Kommunikation. Trotz aller Kritik an ihren kulturessentialistischen Theorien, auf die im Folgenden noch genauer eingegangen werden wird, erfreuen sie sich größter Popularität. Hofstedes Dimensionenmodell gehört ebenso wie Halls Theorien zum Standardprogramm der meisten Beratungsfirmen und Institute für Interkulturelle Kommunikation.

Wenn man die Arbeiten im gesamten Forschungs- und Arbeitsfeld Interkulturelle Kommunikation betrachtet, kann man behaupten, dass Hall und Hofstede mit ihren Theorien umso prägender einfließen, umso anwendungsorientierter verfahren wird, also insbesondere im Rahmen interkultureller Trainings.

4.2. Zentrale Begrifflichkeiten und Konzepte

In den folgenden Unterkapiteln sollen einige im Kontext interkultureller Kommunikationsforschung und vor allem auch im Rahmen der hier vorliegenden Untersuchung wichtige und zentrale Begriffe und Konzepte erklärt, definiert oder eingegrenzt werden. Dabei wird zunächst ganz besonders ausführlich auf den in der interkulturellen Kommunikations-forschung verwendeten Kulturbegriff und den ethnologischen Standpunkt dazu eingegangen.

4.2.1. Kultur – von der Schwierigkeit mit einem Schlüsselbegriff

Es gibt in der deutschen Sprache nur wenige Begriffe, die derartig viele Konnotationen aufweisen wie der Begriff Kultur.

„Kultur lässt sich auf der theoretischen Ebene nicht allgemeingültig und ‚erschöpfend’ vordefinieren, sondern nur ‚hinreichend’ erläutern im Sinne einer speziellen Blickrichtung, deren definitorische Qualitäten und Erkenntnismöglichkeiten sich letztlich erst in ihrer Anwendung am jeweiligen Untersuchungsgegenstand erweisen.“ (Kaschuba 1999:123)

Im Grunde stehen sich gerade im Kontext des hier bearbeiteten Themas drei Sichtweisen von Kultur gegenüber: erstens, die im Rahmen der interkulturellen Kommunikationsforschung weithin angewendete essentialistische Sicht von Kultur als mentaler Programmierung; zweitens, die von den Kultur- und Sozialwissenschaften favorisierte postmodern-semiotische Betrachtungsweise von Kultur als offenem, dynamischem und heterogenem System symbolischer Formen und Kommunikationsweisen und drittens, die Position der Kulturalismuskritiker, die sich aufgrund der Überbetonung und Instrumentalisierung von Kultur ganz von diesem Konzept trennen wollen.

4.2.1.1. Kultur als mentale Programmierung und nationale Essenz

Der im Fachgebiet Interkulturelle Kommunikation zumeist verwendete Kulturbegriff ist, gerade aus ethnologischer Sicht, ein altmodischer. In der interkulturellen Forschung und vor allem innerhalb interkultureller Trainingsprogramme ist es auffällig, dass zumeist essentialistische Vorstellungen von klar abgrenzbaren Nationalkulturen mit eindeutigen Merkmalen und Eigenschaften vertreten werden. Hervorzuheben ist an dieser Stelle nochmals der große Einfluss von Geert Hofstede, der Nationalstaaten als kulturelle Einheiten mit je eigenen Wertsystemen definierte (Hofstede 1980). Nicht zuletzt aus diesem Grund wird Hofstede unter anderem als der „Nestor der kulturessentialistischen interkulturellen Führungstheorien“ bezeichnet (Hüsken 2003:8). Für ihn ist Kultur eine mentale Prägung oder Programmierung, die mit der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe verbunden ist. Sie ist die kollektive Programmierung des Geistes, welche die Mitglieder einer Gruppe oder Kategorie von Menschen von einer anderen unterscheidet, wobei Gruppe in diesem Zusammenhang meist mit Nationalkultur gleichgesetzt wird (Hofstede 1993).

Neben Hofstede haben auch die Theorien des Regensburger Psychologen und Austauschforschers Alexander Thomas großen Einfluss auf den in der Interkulturellen Kommunikation angewandten Kulturbegriff genommen. Er definiert Kultur in ähnlicher Perspektive wie Hofstede und bezeichnet sie als „kollektives Orientierungssystem“. Dabei nimmt Thomas direkten Bezug auf die vom Herderschen Kulturrelativismus abgeleitete, vor allem in Deutschland im 19. Jahrhundert entwickelte, Völkerpsychologie[6]. In seiner Psychologie interkulturellen Handelns (Thomas 1996) wird die essentialistische Perspektive besonders dann deutlich, wenn er vom „Walten des Volksgeistes als schöpferische und vereinigende Quelle der historischen Entwicklung der Völker“ (Thomas 1996:107) spricht.

Alexander Thomas erklärt „Kultur“ im Forschungsfeld des interkulturellen Austauschs wie folgt:

„Kultur ist ein generelles, universelles, für eine Gesellschaft, Organisation und Gruppe aber sehr typisches Orientierungssystem. Dieses Orientierungssystem wird aus spezifischen Symbolen gebildet und in der jeweiligen Gesellschaft usw. tradiert. Es beeinflusst das Wahrnehmen, Denken, Werten und Handeln aller Mitglieder und definiert somit deren Zugehörigkeit zur Gesellschaft. Kultur als Orientierungssystem strukturiert ein für die sich der Gesellschaft zugehörig fühlenden Individuen spezifisches Handlungsfeld und schafft damit Voraussetzungen zur Entwicklung eigenständiger Formen der Umweltbewältigung.“ (Thomas 1993:380)

Problematisch werden Thomas’ Definitionen, wenn er spezifische kulturelle Orientierungssysteme als „Monokulturen“ oder „monokulturelle Kontexte“ bezeichnet (Thomas 1996:16-17). Vergleichbar mit Hofstedes Nationalkultur ist hier ein abgegrenztes Handlungsfeld mit weitgehend homogener ethnischer und kultureller Identität gemeint, wie es in der heutigen, von Migration und weltweiter Vernetzung geprägten Realität nicht vorkommt. Kultur kann nicht als statisches Konstrukt angesehen werden, sondern beinhaltet auch immer sowohl innergesellschaftliche als auch von Außen beeinflusste Prozesse.

Alexander Thomas erläutert darüber hinaus, wie dieses „Orientierungssystem“ als gemeinsamer Verhaltenskodex eine weitestgehend reibungslose Kommunikation und Interaktion innerhalb der Gruppe erst möglich macht. Gemeinsame Kultur heißt also, dass dem Einzelnen die „Spielregeln“ seiner kulturellen Gruppe bekannt sind, dass er innerhalb dieses Reglements agieren und reagieren kann. Dem ist generell auch nicht zu widersprechen, so lange diese Gruppe nicht als ‚Nationalkultur’ oder ähnlich statisches, homogen erscheinendes Gebilde definiert wird.

Das jeweilige kulturelle Schema ist den Mitgliedern einer kulturellen Gruppe in der Regel nicht bewusst, sondern wird als „Normalität“ weder bewusst wahrgenommen noch hinterfragt. Es findet Ausdruck in den so genannten „kulturellen Standards“ der Gemeinschaft. Alexander Thomas sagt dazu: „... so legt ein Kulturstandard den Maßstab dafür fest, wie Mitglieder einer bestimmten Kultur sich zu verhalten haben, wie man Objekte, Personen und Ereignisabläufe zu sehen, zu bewerten, zu behandeln hat.“ (Thomas 1991a:5).

Statt von der Kategorie „Werte“ ist im Bereich der Interkulturellen Kommunikation also überwiegend von „Kulturstandards“ die Rede. Auf der Grundlage dieser Standards wird eigenes und fremdes Verhalten beurteilt und reguliert. Erst durch die kulturellen Standards werden im Kontakt und im Vergleich die Differenzen zwischen kulturellen Gruppen sichtbar. Normalitätserwartungen bilden hier den Anknüpfungspunkt, um eigene kulturelle Identität wahrzunehmen und fremde kulturelle Standards zu identifizieren. Interkulturelle Kontakte sind für Thomas konfliktreiche „Sonder- und Grenzsituationen“, in denen inkompatible Kulturstandards, deren absolute Gültigkeit von ihren Trägern unbewusst in ethnozentristischer Weise generalisiert wird, aufeinanderprallen (vgl. Thomas 1996:113). Interkulturelle Kommunikationsprozesse produzieren demzufolge gezwungenermaßen Missverständnisse. Der interkulturell Handelnde ist nach dieser Sicht Gefangener seiner eigenen Kultur und gegenseitiges Verstehen in der interkulturellen Kommunikation erscheint so fast unmöglich.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Kultur in der Interkulturellen Kommunikationsforschung hauptsächlich im Sinne von Zugehörigkeit und Identifikation mit einer Gemeinschaft benutzt wird. Gerade mit einer ethnologischen Perspektive, die von einer selbstreflexiven hermeneutischen Grundhaltung geprägt ist, ist eine derartig statische und essentialistische Sicht von Kultur nur sehr schwer zu vereinen. Gerade in den Kultur- und Sozialwissenschaften ist die Betrachtungsweise von Kultur als einer klar umrissenen Ganzheit schon längst von einer dynamischen Sicht abgelöst worden. Es ist jedoch der von Hofstede auch als „software of the mind“ bezeichnete essentialistische Kulturbegriff, der bis heute dem größten Teil der Arbeiten im Fachbereich Interkulturelle Kommunikation zugrunde liegt.

4.2.1.2. Der postmodern-semiotische Kulturbegriff

Aus der als postmodern-semiotisch bezeichneten Sicht auf Kulturen sind diese keinesfalls als statisch, sondern in ihrer Dynamik zu betrachten. Kultureller Kontakt, so wie auch das einzelne Individuum als handelnde und gestaltende Person, beeinflussen die Kultur ständig. Wir sind von unserer Kultur geformt, wir formen diese aber auch aktiv mit. Genauso wenig wie die eigene Kultur sind fremde Kulturen homogen, sondern gerade durch ihre innere Heterogenität, ihre Divergenzen, ihre Widersprüche und Konflikte gekennzeichnet. Ulf Hannerz meint dazu:

„In dem Ausmaß, in dem Menschen heute mit ihren kulturellen ‚Bedeutungen’ im Raum unterwegs sind und in dem diese Bedeutungen selbst da auf Wanderschaft gehen, wo die Menschen an ihren angestammten Orten bleiben, können geographische Räume Kultur nicht wirklich beinhalten oder gar begrenzen. Und selbst wenn man akzeptiert, dass Kultur sozial erworben und organisiert ist, wird die Prämisse einer homogenen Kultur innerhalb bestimmter Kollektive dann problematisch, wenn wir wahrnehmen, wie sehr sich die Erfahrungen und Biographien der Mitglieder einer Kultur voneinander unterscheiden.“ (Hannerz 1995:67f)

Die in der Interkulturellen Kommunikation immer noch häufig verwendete statische Sicht von Kultur als klar umrissener Ganzheit ist in den Kultur- und Sozialwissenschaften schon lange von einer dynamischen Sicht von Kultur als schemenhaftem, sich beständig wandelnden Gebilde abgelöst worden. Auch die vom politisch-sozialen Kontext isolierte Betrachtung ist kritikwürdig, da die in den meisten interkulturellen Interaktionen gegeben Machtungleichheiten keine Berücksichtigung finden.

Vor allem Autoren der Kultur- und Sozialwissenschaften[7] arbeiten im Unterschied zu den meisten Interkulturalisten mit einem postmodernen Kulturbegriff, der sich längst von der Vorstellung abgegrenzter und stabiler Kulturen verabschiedet hat. Anstelle dessen werden die stetige „Neuerfindung und Vermischung kultureller Traditionen“ ebenso beschrieben, wie die von Machtunterschieden geprägte „Erschaffung von kulturellen Identitäten und Grenzen in kommunikativen Prozessen“ (Laviziano 2005:13).

Kultur wird in dieser Betrachtungsweise in Bezug auf Clifford Geertz semiotische Kulturtheorie definiert und widerspricht damit der essentialistischen Vorstellung einer das Denken und Handeln bestimmenden kulturellen Prägung. Die kulturelle Orientierung jedes Einzelnen[8] ist ganz im Gegenteil als dynamisch, offen und vielschichtig zu betrachten und nicht auf die Homogenität suggerierende nationalstaatliche Zugehörigkeit reduzierbar. Ein sehr anschauliches Beispiel für diese Sicht gibt die Ethnologin Christine Tuschinsky:

„Es ist unmittelbar nachvollziehbar, dass z.B. Frauen ‚dieselbe’ Kultur anders erleben als Männer, Alte anders als Junge. Der japanische Arzt hat mit seinem amerikanischen Kollegen wahrscheinlich eine größere kulturelle Ähnlichkeit als mit der japanischen Bäuerin. Berufsgruppen und Organisationen entwickeln ihre eigene Kultur, genauso wie Angehörige derselben sozialen Klasse, bestimmter Jugendkulturen oder Arbeitslosenorganisationen.“ (Tuschinsky 2002:25)

Der Mensch ist also nicht, wie von der essentialistischen Betrachtungsweise suggeriert, in seiner kulturellen Programmierung gefangen, auch wenn dies gleichzeitig nicht automatisch bedeutet, dass jeder über eine unbegrenzte Wahlfreiheit im Pool der Identitäten verfügt. Christine Tuschinsky erinnert nochmals daran, dass Kultur vor allem ein „Modell zur Erklärung von Differenz und keinesfalls dessen Ursache“ ist. Gleichzeitig weist sie auch auf die „Kontext- und Zweckabhängigkeit“ kultureller Zuschreibungen hin (Tuschinsky 2002:23,25).

Für den Kontext der vorliegenden Arbeit bedeutet diese Konzeption von Kultur zunächst vor allem, dass anknüpfend an das Tuschinsky Zitat (2002:25) interessant wäre zu untersuchen, wo in den beobachteten Tandempaaren Kultur und Differenz überhaupt auftauchen und welche Rolle sie spielen.

4.2.1.3. Moosmüller - Unterscheidung in Handlungskontexte

Auch Alois Moosmüller[9] hat festgestellt, dass das anwendungsbezogene Fach Interkulturelle Kommunikation mit Kulturtheorien arbeitet, die vor allem in den 1920er bis 1950er Jahren modern waren (vgl. Alsheimer 2000:9). Im Unterschied zu anderen Kritikern[10] plädiert er jedoch dafür, den Erklärungswert eines Kulturkonzepts am jeweiligen Praxisfeld zu messen und die Kontexte zu differenzieren. Laut Moosmüller nötige die starke Anwendungsorientierung des Faches Interkulturelle Kommunikation die Akteure geradezu dazu, einen altmodischen Kulturbegriff zu verwenden, da man ja schließlich ein Produkt, in Form von Coaching Materialien und interkulturellen Trainings, zu verkaufen habe (Moosmüller 2000).

Von den Interkulturalisten[11], also den Akteuren im Forschungs- und Anwendungsgebiet Interkulturelle Kommunikation, kann man behaupten, dass sie sich gerade aufgrund ihrer starken Anwendungsorientierung nicht für die Entstehung von Differenz, sondern lediglich für deren Auswirkung in der Interaktion interessieren. Abgesehen davon, wie weit sie kulturelle Phänomene essentialisieren, um sie für ihre Arbeit handhabbar zu machen, sprechen sie kulturelle Differenzen auch in aller Deutlichkeit an. Hartnäckige Kritiker wie Dahlén (1997) gehen sogar so weit zu sagen, dass Interkulturalisten die kulturellen Differenzen erst konstruieren und übertrieben darstellen, dass sie also das eigentliche Problem sind, als dessen Lösung sie sich verkaufen (vgl. Moosmüller 2000:24).

Alois Moosmüller (2000) versucht nun einen auch aus ethnologischer Sicht akzeptablen Weg für die Konzeptualisierung von Kultur im Rahmen interkultureller Kommunikationsforschung aufzuzeigen. Er lokalisiert das Kernproblem wie folgt:

„Kann der Interkulturalist davon ausgehen, dass es tatsächlich unterscheidbare nationale Kulturen gibt, dass also zum Beispiel Deutsche und Amerikaner durch ihre nationale Kultur geprägt sind und dass sie damit unterschiedlich denken, fühlen und handeln? Oder sollte er besser aufhören, von kulturellen Differenzen zu reden, die das Verhalten determinieren?“ (Moosmüller 2000:25)

Für Moosmüller ist die Problematik ganz klar kontextabhängig, und er greift dabei auf die schon von Vester (1996) benutzte Unterscheidung zwischen „Identität“ und „Mentalität“ zurück. Während es sich bei kollektiver Identität um eine „abhängige Variable“, um „konstruierte Gemeinsamkeiten zur Identifizierung als Reaktion auf die Umwelt“ handelt, ist unter Mentalität eine „unabhängige Variable“, eine „gegebene kulturelle Prägung des Denkens und Handelns“ zu verstehen (Moosmüller 2000:25). Damit ist der Mentalitätsbegriff zunächst jedoch kaum von Hofstedes mentaler Programmierung zu unterscheiden.

Moosmüller trennt nun aber zwei unabhängig voneinander zu betrachtende Handlungskontexte – den internationalen Kontext, der sich auf die Kommunikation einzelner Angehöriger verschiedener Nationen bezieht, und den multikulturellen Kontext, in dem die Handelnden nicht von ihrer kulturellen Gruppe isoliert sind. Im internationalen Kontext wird Kultur als personales System, als „abgelagertes“ Material im Sinne einer Prägung oder „Mentalität“ betrachtet. Im Unterschied dazu tritt Kultur im multikulturellen Kontext nicht im gefrorenen Zustand auf, sondern ist aktuell, lebendig und beständig im Wandel. Dennoch wird dort auf „traditionelle“ kulturelle Elemente zurückgegriffen oder diese werden konstruiert, um die Besonderheit der eigenen Gruppe zu markieren und sich eine eigene Identität zu schaffen (Moosmüller 2000:29).

Alois Moosmüller schlägt demzufolge vor, nicht von interkultureller Kommunikation per se zu sprechen, sondern von interkultureller Kommunikation innerhalb bestimmter Handlungsrahmen.

Bereits 1997 hat er am Beispiel Deutscher und US-amerikanischer Firmenentsandter in Japan Kulturen in Interaktion untersucht (Moosmüller 1997). Dort hat er schon damals zwischen interkultureller Kommunikation in einer multikulturellen Gesellschaft und jener in einer rational organisierten Arbeitsgemeinschaft, wie einer internationalen Organisation oder einem Wirtschaftsunternehmen, unterschieden. Dabei werden die Besonderheiten eines Wirtschaftsunternehmens, im Unterschied zu einer multikulturellen Gesellschaft, von ihm wie folgt beschrieben:

„Ein Wirtschaftsunternehmen ist eine rational organisierte Zweckgemeinschaft und verfolgt klare Ziele unter Anwendung explizit ausgewiesener Mittel. Die Mitglieder sind aus eigener Entscheidung Mitglied in dieser Gemeinschaft. (...) Jedem Mitglied ist (im Prinzip) der Sinn seiner Zugehörigkeit zum Unternehmen klar.“ (Moosmüller 1997:36)

Einer multikulturellen Gesellschaft fehlen derartige rationale, gemeinschaftsstiftende Strukturelemente. Auch das Verfolgen klarer gemeinsamer Ziele und Aufgaben und eine eindeutig geregelte Kommunikation sind wichtige Merkmale, die ein international agierendes Wirtschaftsunternehmen von einer multikulturellen Gesellschaft unterscheiden. Darüber hinaus ist das Thema „kulturelle Verschiedenheit“ im Rahmen einer Organisation weit weniger problematisch, da die rational organisierte Arbeitsgemeinschaft den Rahmen und die Regeln für den Umgang mit ihr vorgibt. Kulturelle Verschiedenheit existiert hier laut Moosmüller durchaus und vor allem auf der Ebene von nationaler Kultur. (Moosmüller 1997:38) Wenn man Kultur als Produkt von Kommunikation betrachtet, dann entsprechen die kulturellen Grenzen den Grenzen der kommunikativen Vernetzung, wobei auch der Nationalstaat als Kommunikationsnetz gesehen werden kann[12].

Alois Moosmüllers Unterscheidung in Handlungskontexte ist für die hier vorliegende Arbeit insofern interessant, als die Hauptmerkmale, mit denen er die Besonderheit internationaler Unternehmen beschreibt, auch auf die Institution „Tandempartnerschaft“ übertragen werden können. Auch ein Tandempaar bildet eine mehr oder weniger rational organisierte Zweckgemeinschaft, in der klare Ziele unter Anwendung explizit ausgewiesener Mittel verfolgt werden. Die Mitglieder wählen die Tandempartnerschaft zielorientiert, aus eigener Entscheidung und der Sinn ihrer Zugehörigkeit ist ihnen klar. Es handelt sich um ganz klar interessengeleitete Beziehungen, die aus rationalem Interesse eingegangen werden und klar funktionalistische Ansätze haben. In vielen Fällen ist auch die Vermittlung institutionell organisiert. Zahlreiche Tandem – Leitfäden und Tandem – Handbücher versuchen darüber hinaus die im Tandem stattfindende Kommunikation inhaltlich zu konventionalisieren und auch in der Kommunikationsform zu reglementieren und zu standardisieren. Als Hintergrund dient dabei größtenteils ein traditionelles Modell von Kulturaustausch, ein romantisches Konzept von Kultur, das noch auf Herders Vorstellung der Einheit von Kultur und Territorium, und somit auch von Kultur und Sprache, zurückgeht. So wirbt zum Beispiel auch das Tandembüro des Goethe Instituts Berlin mit dem Slogan: „Deutsch lernen mit Deutschen. Gemeinsam mit Deutschen die deutsche Sprache und Kultur kennen- und verstehen lernen.“[13]

Ausgehend von Moosmüllers Theorien würde dies für die vorliegende Untersuchung bedeuten, dass im Rahmen der begleiteten Tandempartnerschaften kulturelle Differenz in erster Linie im Sinne von Mentalität, also in Form von unbewussten und ungewollten mentalen Prägungen des Verhaltens durch die Herkunftskultur, beobachtbar sein müsste. Inwiefern dies tatsächlich der Fall ist, soll im zweiten Teil der Arbeit mit Hilfe der empirischen Daten geklärt werden.

4.2.2. Interkulturelle Kommunikation und Kommunikationsstile

In diesem Abschnitt geht es nicht um den Fachbereich Interkulturelle Kommunikation, sondern um dessen Forschungsfeld, den kommunikativen Prozess als solchen. Bei der vorliegenden Untersuchung interkultureller Begegnungen im Rahmen des Tandem Sprachaustausch-Programms handelt es sich in erster Linie um die Beobachtung und Analyse interkultureller Kommunikation.

Der Begriff ‚interkulturelle Kommunikation’ hat sowohl eine enge, als auch eine weit gefasste Definition. Die vor allem von Linguisten vertretene enge Sichtweise grenzt den Begriff auf den Bereich der direkten interpersonalen Kommunikation zwischen Angehörigen verschiedener kultureller Orientierungssysteme ein. Eine weit gefasste Betrachtung hingegen schließt darüber hinaus die Ebene der mediatisierten Kommunikation mit ein (vgl. Lüsebrink 2005).

Da es sich bei der hier vorliegenden Arbeit um die Untersuchung direkter interpersonaler Begegnungssituationen handelt, wird lediglich der Bereich der verbalen, vokalen, nonverbalen, paraverbalen und ausdrucksmäßigen Kommunikation im Sinne der enger gefassten Definition betrachtet.

Gerhard Maletzke schlägt folgende Definition interkultureller Kommunikation vor:

„Von interkultureller Kommunikation sprechen wir, wenn die Begegnungspartner verschiedenen Kulturen angehören, und wenn sich die Partner der Tatsache bewusst sind, dass der jeweils andere ‚anders’ ist, wenn man sich also wechselseitig als ‚fremd’ erlebt.“ (Maletzke 1996:37)

Es handelt sich also um Kommunikation, in der die an ihr Beteiligten nicht nur auf ihre eigenen Kodes, Konventionen, Einstellungen und Verhaltensformen zurückgreifen, sondern in der sie auch bewusst mit anderen konfrontiert werden, die sie zunächst als fremd erleben und definieren.

Klaus Roth beschreibt den Kernpunkt einer interkulturellen Begegnung wie folgt: „Zwei (oder mehr) Normalitäten stoßen aufeinander – unhinterfragte Selbstverständlichkeiten, unreflektierte ‚ways of doing things’“ (Roth, K. 2004: 41). Bei der Untersuchung interkultureller Kommunikation geht es also in erster Linie um die Konfrontation unterschiedlicher Handlungs- und Denkweisen.

Interkulturelle Kommunikation wird ähnlich dem postmodernen Kulturbegriff nicht grundsätzlich mit Hilfe nationalstaatlicher Grenzen definiert, sondern kann generell auch innerhalb einer Nation stattfinden, zum Beispiel zwischen Vertretern verschiedener ethnischer Gruppen oder auch zwischen Mitgliedern unterschiedlicher soziokultureller Gruppen. Jürgen Bolten beschreibt dies wie folgt:

„Kultur wird auf der Mikroebene als „Lebenswelt“ definiert, deren Grenzen sich eher unscharf und vage durch den gemeinsamen Interpretations- und Wissensvorrat ihrer Mitglieder bestimmen lassen. Sie bietet die Grundlage für routinemäßiges Handeln, da sozialisationsbedingte Gemeinsamkeiten zwischen den Handelnden als Basis der Verständigung dienen. Lebenswelten, in denen ein solches routinemäßiges Handeln möglich ist, können zum Beispiel durchaus national, sprach-räumlich oder religiös bestimmt sein, sie können aber ebenso auch Mikroebenen („Bayern“, „Fußballfans“) markieren.“ (Bolten 2001:14)

Kommunikation besteht aus einem Austausch von Nachrichten mit Hilfe von Sprache, Zeichen, Gesten, Mimik und Körpersprache, welche Mittel der verbalen und nonverbalen Verständigung sind. Hohen Einfluss auf die Informationsvermittlung haben die Gewohnheiten und Normalitätserwartungen, kurz die soziokulturelle Prägung, der jeweiligen Kommunikationspartner. In der interkulturellen Kommunikation können Schwierigkeiten in Hinblick auf Sprachprobleme, aber auch aufgrund unterschiedlicher Belegung bestimmter Begriffe (zum Beispiel Familie, Arbeit, Freizeit, Heimat), Sprachrituale (wie Begrüßungsformeln), Argumentationsaufbau, Intonation, Raumverhalten (zum Beispiel Nähe und Distanz beim Gespräch), Zeiterleben (Beispiel Pünktlichkeit), Werteorientierung oder der Interpretation von Persönlichkeitsmerkmalen (Alter, Geschlecht) – um nur einige zu nennen, auftreten (vgl. Lösche 1995:41-61; Maletzke 1996:37f.). Diese Unterschiede werden als kommunikative Stile zusammengefasst. Dazu zählen beispielsweise im verbalen Bereich Routinen der Alltagskommunikation, wie Begrüßungsformeln oder Komplimentreaktionen. Im nonverbalen Bereich wäre neben Mimik und Gestik der Blickkontakt beim Zuhörverhalten ein typisches Beispiel, das in unterschiedlichen kommunikativen Stilen stark differiert (vgl. Bechtel 2003:83). Der Kommunikationsstil kann so betrachtet auch zum Bereich der unbewussten kulturellen Prägung gerechnet werden.

Differente Kommunikationsstile und entsprechende Normalitätserwartungen können ebenfalls Missverständnisse und Fehlinterpretationen hervorrufen. Die Verständigungsmöglichkeiten der Kommunikationspartner sind beeinflusst durch ihren kulturellen Hintergrund und die Qualität der Kommunikation hängt von den jeweiligen Kommunikationstechniken und –fertigkeiten der Interaktionspartner ab. Ein ähnlicher subkultureller Hintergrund erhöht die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Kommunikation. So ist zum Beispiel die Kommunikation zwischen Studenten unterschiedlicher Herkunft oft komplikationsloser als beispielsweise die zwischen Student und Bauarbeiter, auch wenn diese aus derselben Region stammen (vgl. auch Tuschinsky 2002:25).

Die enge Verbindung zwischen Kultur und Sprache begründet Jürgen Bolten folgendermaßen:

Gerade weil Konventionen, Regeln, Rituale und alles andere, was als Wissensvorrat unser Handeln bestimmt, über Jahrhunderte kommunikativ ausgehandelt und überliefert worden ist, bilden diese Kommunikationsprozesse die „Nabelschnur“ der Lebenswelt. Zu den Medien zählt ganz wesentlich die Sprache. (Bolten 2001a:20)

Bolten (2001) gibt unter anderem auch Beispiele für die Unterscheidung in einzelne Sprachräume und beschreibt deren typische Kommunikationsstile, die oftmals stark voneinander differieren. Er fasst dann auch zusammen: „In diesem Sinne sind kommunikative Stile in einem sehr weiten Sinn von Kommunikation gleichzeitig auch als kulturelle Stile identifizierbar.“ (Bolten 2001a:46). In einem seiner Beispiele vergleicht er recht detailliert den angelsächsischen mit dem deutschen Kommunikationsstil und zeigt dabei zahlreiche Unterschiede, auf die ich im Zusammenhang mit Fallbeispiel 1 meiner Untersuchung noch genauer eingehen werde (vgl. Kapitel 6.3.1.6.).

Beim Aufeinadertreffen unterschiedlicher Kommunikationsstile und –techniken muss man Bolten zufolge davon ausgehen, dass für eine möglichst reibungslose Interaktion ein gemeinsamer Nenner gefunden und eine gemeinsame Kommunikationsweise entwickelt werden müssen.

[...]


[1] Im Rahmen dieses Praktikums bestand meine Hauptaufgabe darin, Tandempartnerschaften zwischen interessierten Berlinern und den ausländischen Teilnehmern der am Institut angebotenen Deutschkurse zu vermitteln und zu betreuen.

[2] Die Forschungsphase erstreckte sich von November 2005 bis Juli 2006.

[3] Wenn im Folgenden von Interkultureller Kommunikation mit großem „I“ die Rede ist, dann wird auf die Fach- und Forschungsrichtung Bezug genommen.

[4] Einen Überblick über interkulturelle Studiengänge gibt der Kultur- und Sozialwissenschaftler Christian Wille auf seine Homepage: http://www.christian-wille.de/inhalte/links/links_ik.htm (Zugriff: 17.10.06)

[5] Die Linguisten Edward Sapir und Benjamin Lee Whorf sind vor allem bekannt durch ihre berühmte „Sapir-Whorf Hypothese“, nach der die Sprache das Denken und Handeln der Sprecher beeinflusst. Wer eine andere Sprache spricht hat einen anderen Zugang zur Realität, entsprechend ist seine Welt nicht mit meiner vergleichbar. (vgl. Barnard & Spencer 1996)

[6] Dabei geht es vor allem um Ansätze, die „Volksseele“ und „Volksgeist“ eine „eigene psychisch-spirituelle Kraft und Konstitution zuschreiben“. (Kaschuba 1999:50)

[7] zum Beispiel Hüsken (2003) oder Kotthoff (2002)

[8] Der ausschließliche Gebrauch der männlichen Form dient der sprachlichen Einfachheit und schließt auch im weiteren Verlauf der vorliegenden Arbeit die weibliche Form jeweils mit ein.

[9] Prof. Dr. Alois Moosmüller ist Sozialpädagoge und Ethnologe und zur Zeit tätig als Professor für Interkulturelle Kommunikation an der Ludwig-Maximilans Universität in München.

[10] Hier ist vor allem Tommy Dahlén mit seiner Kritik an dem von den „Interkulturalisten“ benutzten essentialistischen Kulturbegriff hervorzuheben. (Dahlén 1997)

[11] Die von Dahlén (1997) eingeführte Bezeichnung wird aufgrund ihrer Prägnanz im weiteren Verlauf der vorliegenden Arbeit übernommen.

[12] Moosmüller erklärt an dieser Stelle die Rolle von Staatsgrenzen als Kommunikationsgrenzen, begründet auf der Tatsache, dass der gesellschaftliche Austausch auf vielen Ebenen nur innerhalb dieser Grenzen stattfindet. Als Beispiele führt er unter anderem das Rechtssystem, die meisten Medien, die Politik, das Bildungssystem als strukturierende Elemente es kommunikativen Netzes, Institutionen zur Produktion nationaler Kultur an (vgl. Moosmüller 1997:38).

[13] Unter anderem mit diesem Slogan musste ich im Rahmen meines Praktikums einmal im Monat in allen Deutschkursen des Instituts für das Tandem Programm werben.

Details

Seiten
98
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783638686105
ISBN (Buch)
9783638687454
Dateigröße
1.2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v73974
Institution / Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin
Note
1,3
Schlagworte
Begegnung Austausch Interkulturelles Lernen Tandem Tandemlernen

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Titel: Interkulturelles Lernen im Tandem. Begegnung und Austausch