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Die Auswirkungen von Mindestlöhnen auf Arbeitsangebot und Arbeitsnachfrage

Ergebnisse theoretischer und empirischer Studien

Hausarbeit (Hauptseminar) 2007 24 Seiten

BWL - Wirtschaftspolitik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Mindestlohn und Niedriglohnbeschäftigung
2.1 Mindestlohn und die Situation in Deutschland
2.2 Der Niedriglohnsektor in Deutschland

3 Theoretische Betrachtungen
3.1 Grundsätzliche theoretische Überlegungen
3.2 Die Auswirkungen der Mindestlohneinführung

4 Empirische Studien
4.1 Beispiel einer Kontra-Mindestlohn Studie: Die Einführung des Min­imum Wage Laws in Großbritannien
4.1.1 Rahmenbedingungen und Vorgehensweise
4.1.2 Ergebnisse
4.2 Beispiel einer Pro-Mindestlohn Studie: Die Mindest­lohn­er­höhung in der US Fastfood Industrie
4.2.1 Rahmenbedingungen und Vorgehensweise
4.2.2 Ergebnisse
4.2.3 Die Erweiterung der Datenbasis im Reply

5 Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abkürzungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Mindestlöhne in Deutschland, 2. Halbjahr 2006

Tabelle 2: Verteilung der Löhne in Pflegeheimen

Tabelle 3: Korrelationen zu Beschäftigung und Arbeitszeit

Tabelle 4: Ausgewählte Daten der Studie

Tabelle 5: Veränderung der Beschäftigtenanzahl

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Gleichgewichtsmodell des Arbeitsmarktes

Abbildung 2: Gleichgewichtsmodell des Arbeitsmarktes mit Mindestlohn

Abbildung 3: Arbeitsplätze pro Restaurant vor und nach der Erhöhung

1 Einleitung

In der großen Koalition wird aktuell darüber debattiert, ob die Einführung eines Mindestlohnes in Deutschland notwendig sei. Die Mei­nun­gen driften in diesem Punkt weit auseinander, vor allem was die Auswirkun­gen des Mindestlohnes auf die bundesdeutsche Wirtschaft betrifft. Es werden dem Min­destlohn eine Vielzahl von Effekten zugeschrieben als auch abgesprochen. Se­hen die Einen in ihm das Heilmittel für die Sicherung eines bestimmten Lohn­niveaus, so warnen Andere vor einem solchen Eingriff in das Wirt­schafts­sys­tem mit dem Hinweis darauf, dass durch einen Mindestlohn Ar­beits­plätze ver­nichtet werden.

Wie P. A. Samuelson schon dazu bemerkte: „[As, Anm. d. Verf.] Adam Smith well knew when he protested against the devices of the mercantilist advisers to the earlier kings, most economic systems are plagued by inefficiencies stemming from well-intentioned inexpert interferences with the mechanisms of supply and demand. A few such interferences: 1. Minimum wage rates. These often hurt those they are designed to help. What good does it do unskilled black youths to know that an employer must pay him $4.00 per hour if that fact is what keeps him from getting jobs.“[1]

Diese Arbeit soll an obige Problematik anknüpfen und beleuchten, welche Aus­wir­kungen der Mindestlohn auf Arbeitsangebot und -nachfrage hervorruft. Es sol­len einerseits die theoretisch prognos­tizierten Veränderungen auf dem Ar­beits­markt aufgezeigt, andererseits anhand existierender empiri­scher Stu­dien aus Großbritannien und den USA untersucht werden, ob die theo­retischen Pro­g­no­sen empirisch nicht widerlegt werden werden können.

Nach Darstellung der allgemeinen Situation in Deutschland in Kapitel 2 fol­gen in Kapitel 3 die theoretischen Ausführungen zum Mindestlohn, in Kapi­tel 4 die Er­läuterung je einer belegenden und einer belastenden Studie. Ka­pitel 5 schließ­t mit dem Vergleich von Theorie und Empirie der Min­dest­lohn­pro­ble­ma­tik.

2 Mindestlohn und Niedriglohnbeschäftigung

2.1 Mindestlohn und die Situation in Deutschland

Die Tatsache dass Mindestlöhne zu Arbeitslosigkeit führen, ist unter Ökonomen lan­ge Zeit kaum umstritten gewesen: „At the heart of economists' interest in the min­imum wage is the prediction that an increase in the minimum wage will des­troy jobs. Indeed, this hypothesis is one of the clearest and most widely ap­pre­ci­a­ted in the field of economics.“[2]Der Begriff Mindestlohn definiert sich wie folgt: „Mindestlohn, im engeren Sinn ei­ne gesetzlich, im weiteren Sinn auch eine durch Tarifvertrag festgelegte Un­ter­gren­ze für den von privaten Unternehmen, öf­fentlichen und sonstigen Ar­beit­ge­bern zu zahlenden Lohn.“[3] (nominal)

In der Bundesrepublik Deutschland existiert bis dato noch kein allgemein ver­bind­lich festgelegter Mindestlohnsatz, der einem Arbeitnehmer[4] in einem ver­trag­lichen Arbeitsverhältnis garantiert werden muss. Lediglich für einzelne Bran­chen gibt es Sonderreglungen.

Das am 01. März 1996 in Kraft getretene Arbeitnehmer-Entsendegesetz[5] der Bun­des­re­pu­blik Deutschland ist eine solche Sonderregelung. Es ermöglicht dem Bund, vereinbarte Tariflöhne per Rechtsverordnung für allgemein ver­bind­lich zu erklären. Diese zunächst für das Bauhaupt- und Baunebengewerbe[6] be­stimm­te Regelung[7] wurde im März 2007 für die Ar­beit­neh­merinnen und Ar­beit­neh­mer der Gebäudereinigerbran­che ausgeweitet.[8] Hier gilt ab dem 01.07.2007 ein Mindestlohnsatz von 7,87 Euro pro Stunde in Westdeutschland so­wie von 6,36 Euro pro Stunde in Ost­deutschland.

Tabelle 1 stellt die bis dato per Gesetz festgelegten Mindestlöhne in Deutsch­land dar. Bis auf die Vergütung im Dachdeckerhandwerk werden in allen Bran­chen im früheren Bundesgebiet und Berlin höhere Stundensätze gezahlt als in den neuen Ländern. So variieren die Mindestlöhne zwischen 7,15 Euro für einen un­gelernten Arbeiter im Malerhandwerk im neuen Bundesgebiet und 12,40 Eu­ro für einen Fachwerker im Baugewerbe im alten Bundesgebiet.

Tabelle 1: Mindestlöhne in Deutschland, 2. Halbjahr 2006

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Alle Angaben sind als Stundenlöhne in Euro angegeben.

Quelle: Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 02. März 2007

Gibt es in Deutschland zwar kein Gesetz, dass einen bestimmten Min­dest­lohn­satz pro Stunde garantiert, so existieren dennoch Urteile des Bundesgerichtsho­fes und des Bundesarbeitsgerichtes, die den sogenannten „Lohnwucher“ verur­tei­len. In einem Urteil des Bundesarbeitsgerichtes vom März 2004 heißt es: „Eine arbeitsvertragliche Entgeltvereinbar­ung verstößt gegen den strafrechtli­chen Wuchertatbestand des § 291 Abs 1 Satz 1 Nr 3 StGB und die guten Sitten iSv § 138 BGB, wenn ein auffälliges Missverhältnis zwi­schen Lei­stung und Ge­gen­leistung vorliegt.“[9]

Das Urteil führt weiter an, dass für die Bestimmung des Wuchertatbestandes die „Tariflöhne des jeweiligen Wirtschaftszweigs“ als Ausgangspunkt zur Be­ur­tei­lung herangezogen werden müssen. Somit wird zwar kein verbindlich fest­ge­leg­ter Mindeststundensatz de­finiert, aber zumindest ein faktischer Mindest­lohn, orientiert am Lohnniveau des entsprech­enden Wirtschaftszweiges.

[...]


[1]Samuelson, 1980, S. 369, zitiert nach LaL, 1995, S.8

[2]Card/Krueger, 1995, S. 4.

[3]Meyers Lexikon, 2007, http://lexikon.meyers.de/meyers/Mindestlohn

[4]Der Begriff Arbeitnehmer steht hier wie auch im weiteren Textverlauf stellvertretend für Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen.

[5]Vgl. §9 Arbeitnehmer Entsendegesetz, 1996.

[6]Dies Branchen umfassen das Baugewerbe, das Dachdeckerhandwerk, das Abwrack- und Ab­bruchgewerbe sowie das Maler- und Lackiererhandwerk.

[7]Vgl. §1 Abs. 1 Arbeitnehmer Entsendegesetz, 1996.

[8]Vgl. BMAS, 2007.

[9]BAG 2004

Details

Seiten
24
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783638741637
Dateigröße
518 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v74431
Institution / Hochschule
Technische Universität Ilmenau
Note
Schlagworte
Auswirkungen Mindestlöhnen Arbeitsangebot Arbeitsnachfrage

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Titel: Die Auswirkungen von Mindestlöhnen auf Arbeitsangebot und Arbeitsnachfrage