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Konzepte der Suchtprävention - Funktionale Äquivalente

von Dominik Schreiner (Autor) Sylvia Müller (Autor)

Referat (Ausarbeitung) 2004 12 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Suchtproblematik

3. Jugend und Problemverhalten

4. Entwicklungsfunktionen von Drogengebrauch

5. Suchtprävention – das Konzept der funktionalen Äquivalente

6. Erlebnispädagogik

7. Zusammenfassung

8. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Suchtproblematik rückt in unserer derzeitigen Gesellschaftsform zunehmend ins Licht der Öffentlichkeit. Präventive Massnahmen werden breiter diskutiert, kritisch bewertet und betrachtet.

Es lassen sich in der Fachliteratur fünf Hauptkonzepte der präventiven Suchtarbeit feststellen. Diese sind das Konzept der abschreckenden Information, das Konzept der funktionalen Äquivalente, das Konzept der Lebenskompetenzförderung, die Sekundärprävention zur Schadensminimierung sowie Suchtprävention als Bildungsaufgabe.

Unser Vortrag beschäftigte sich mit dem Konzept der funktionalen Äquivalente und dieses soll in der vorliegenden Arbeit kurz beschrieben werden. Da die funktionale Äquivalente sich aus dem entwicklungspsychologischen Ansatz heraus entwickelt hat, wird zunächst die Suchtproblematik und das Problemverhalten Jugendlicher aus entwicklungspsychologischer Sicht betrachtet. Weiterführend werden dann auf die Entwicklungsfunktionen des Drogengebrauchs im Besonderen eingegangen, bevor das Konzept der funktionalen Äquivalente vorgestellt wird. Abschliessend wird die Verbindung des Konzepts mit der Erlebnispädagogik verbunden und praktische Umsetzungen vorgestellt.

2. Die Suchtproblematik

Um von Sucht sprechen zu können ist es zunächst notwendig, einige Begriffe zu klären. Was ist die Definition für Drogenmissbrauch? Wann spricht man von Sucht? Im folgenden soll versucht werden, diese Punkte kurz anzusprechen. Wenn im folgenden also von Missbrauch und Sucht gesprochen wird, dann bezieht sich dies auf Drogen und suchtbewirkende, einnehmbare Substanzen, obwohl natürlich alle „menschlichen Strebungen „süchtig entarten“ können“ (Schulz, 2000)

„Missbrauch unterscheidet sich von Gebrauch hinsichtlich des Ausmasses abträglicher physiologischer und psychologischer Effekte der Substanz, des ungenügenden Entwicklungsstands der Person und ihrer Lebensumstände, der möglichen physischen Abhängigkeit, sowie der schädigenden Folgen für Personen und Sachen.“ (Newcomb/Bentler, 1989). Um etwas als Missbrauch zu verstehen, sind also verschiedene Faktoren im Spiel. Wie so oft kann man jedoch keine klaren Grenzen ziehen zwischen Gebrauch und Missbrauch, die Übergänge sind fliessend. Die Legalität oder Illegalität ist entwicklungspsychologisch gesehen, nicht entscheidend für Gebrauch oder Missbrauch (vgl. Silbereisen 1998). Das offensichtlichste Beispiel dafür ist Alkohol. Obwohl legal, kann Alkohol eklatant missbraucht werden und zu Abhängigkeit und schweren gesundheitlichen Schäden führen.

Wenn man von Sucht spricht, geht man wohl noch einen Schritt weiter. Missbrauch ist noch keine Sucht, da der Begriff weiter gefasst werden kann. Missbrauch kann in erster Linie Zweckentfremdung bedeuten und somit auch Missbrauch an anderen Personen einschliessen, wie beispielsweise das Spritzen von Drogen bei anderen Personen, wenn diese es nicht wollen (eine Methode die benutzt werden kann, um jemanden abhängig zu machen). Missbrauch bzw. Gebrauch bedeutet weiterhin auch den Akt des Einnehmens. Sucht hingegen ist eher ein Zustand, ein „unabweisbares, starkes Verlangen nach einem bestimmten ErlebniszustandDas süchtige Verhalten entzieht sich zunehmend der willentlichen Kontrolle und damit der Verantwortung des Betroffenen“ (Schulz, 2000)

In unserem Kulturkreis ist Drogensucht ein Problem, das vorwiegend Jugendliche und in einem kleineren Umfang auch junge Erwachsene betrifft[1]. Beispielsweise machen bis zum 18. Lebensjahr über 80% derjenigen die vorher noch nicht getrunken hat, Erfahrungen mit Alkohol. Wer bis dahin noch keine Erfahrungen gesammelt hat, für den ist ein weiterer Gebrauch unwahrscheinlich. Bis 18 ist auch ein starker Anstieg des Risikoverhaltens zu verzeichnen, da schon im Alter von 14 über 20% der Jugendlichen mit Alkohol etwa in Berührung kommen. Für illegale Drogen ist das Einstiegsalter ähnlich nur leicht verschoben (vgl. Silbereisen/Kastner 1987).

3. Jugend und Problemverhalten

Es gibt viele Erklärungen, warum dies so ist. Eine wesentliche beschreibt die Jugend als einen Übergang zwischen Kindheit und Erwachsenenalter. Dieser ist von Konflikten und Auseinandersetzungen gezeichnet, die in keinem anderen Lebensabschnitt in dieser Form und Intensität zu finden sind. Der Jugendliche muss sich mit einer Vielzahl von neuen Anforderungen auseinandersetzen. Jugendliche sehen sich „früh mit sozialen Bewältigungsproblemen konfrontiert“ (Böhnisch, 2001) denn die Zeit der Jugend scheint mehr und mehr eine „biografisch vielfältig variierte Bewältigungskonstellation“ (ebd.) geworden zu sein. Eine erfolgreiche Auseinandersetzung mit diesen Anforderungen und Bewältigungsproblemen hängt davon ab, wie die Komplexität dieser Anforderungen mit den gegebenen Möglichkeiten in Einklang zu bringen ist. Dies läuft nicht ohne Schwierigkeiten ab, denen jeder Jugendlicher ausgesetzt ist. Zusammenfassend ist also zu sagen, dass die Jugend ein Lebensabschnitt mit besonderer Belastung ist (vgl Silbereisen/Kastner 1987).

[...]


[1] Jugend habe ich hier bis zum 18. Lebensjahr definiert. Diese Definition ist natürlich nicht bindend, sondern wurde der Einfachheit halber von Silbereisen/Kastner übernommen. Dort wird dies nicht explizit angeführt, jedoch beziehen sie sich in ihren Untersuchungen bei Jugendliche immer wieder auf das 18. Lebensjahr (vgl. hierzu Silbereisen/Kastner 1987 im Literaturverzeichnis)

Details

Seiten
12
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638719278
Dateigröße
389 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v74452
Institution / Hochschule
Technische Universität Dresden – Institut für Sozialpädagogik, Sozialarbeit und Wohlfahrtswissenschaften
Note
2,0
Schlagworte
Konzepte Suchtprävention Funktionale Suchtprävention

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Titel: Konzepte der Suchtprävention  - Funktionale Äquivalente