Lade Inhalt...

Hochbegabung - Ein Überblick

von Julia Broll (Autor) Silke Buchner (Autor)

Referat (Ausarbeitung) 2006 17 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Hochbegabung

1. Einleitung

Menschen haben unterschiedliche Fähigkeiten und Talente, jeder von uns hat Stärken und Schwächen.

Die Stärken zu entdecken und das Beste daraus zu machen, ist ein schwieriger Prozess, der Anerkennung und Förderung verdient.

Wir widmen unser Referat heute der Hochbegabung. Wir haben versucht herauszufinden, was Hochbegabung eigentlich ist, wie man sie erkennen und fördern kann.

Doch bevor wir jetzt gleich näher auf die Hochbegabung an sich eingehen, müssen wir natürlich erst einmal die allgemeine Intelligenz erläutern:

- Die allgemeine Intelligenz umfasst:
- Schnelle Auffassungsgabe
- Gute Lernfähigkeit
- Logisches Denken
- Gute Gedächtnisleistung
- Fähigkeit zu guten geistigen Leistungen in vielen Bereichen wie beispielsweise in den Naturwissenschaften, Sprachen oder Mathematik
- Umgang mit unterschiedlichen Inhalten (Zahlen, Worten oder bildlichen Darstellungen)
- Zweckvolles Handeln
- Fähigkeit, sich mit Umwelt wirkungsvoll auseinandersetzen zu können

- Die allgemeine Intelligenz ist die Fähigkeit, auf ganz verschiedenen Gebieten neuartige Anforderungen zu bewältigen bzw. sich in neuen Situationen zurechtzufinden. Dies gilt für das Erfassen von Lernstoff und die Aneignung von Wissen ebenso wie für das Lösen von komplexen Problemen oder die Orientierung in fremden Städten.

Intelligenz ist kein physikalisches Merkmal wie Größe oder Gewicht. Mann kann sie nicht direkt erfassen.

Intelligenz ist ein von Wissenschaftler/innen geprägter Bergriff, zur Beschreibung kognitiver Fähigkeiten.

Stellt man die relative Häufigkeit der Intelligenztestwerte in einer Bevölkerung grafisch dar, erhält man eine glockenförmige Kurve, wie sie in der nächsten Abbildung dargestellt ist.

Die horizontale Achse zeigt die Ausprägung der Intelligenz in IQ-Punkten.

Die durch die vertikalen Achsen abgeteilten Flächen unter der Kurve geben die prozentuale Häufigkeit an, mit der die jeweiligen IQ-Werte in der Bevölkerung vorkommen.[1]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1 : Normalverteilung der Intelligenzquotienten

Neben der allgemeinen Intelligenz, die jeder Verhaltensweise mehr oder weniger stark zugrunde liegt, kennt man aus der Intelligenzforschung noch weitere spezifischere Intelligenzkomponenten oder Begabungen.

Moderne Modellvorstellungen gehen davon aus, dass Intelligenz durch mehrere Schichten beschreibbar ist. Die Ebenen unterscheiden sich darin, wie allgemein oder spezifisch sie sind und auch darin, welche und wie viele Intelligenzkomponenten auf ihnen jeweils zu finden sind.[2]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.2 : Berliner Intelligenzstrukturenmodell (BIS)

Dieses Modell nimmt an, dass sich die allgemeine Intelligenz (Ebene 1) aus den sieben Fähigkeiten der Ebene 2 (F bis B) zusammensetzt. Sie wird als eine sehr allgemeine Fähigkeit verstanden, die alle intelligenten Leistungen beeinflusst.[3]

Die sieben spezielleren Fähigkeiten hingegen beeinflussen eher jeweils bestimmte intellektuelle Leistungen.

Die inhaltlichen Fähigkeiten beschreiben den Grad der Aneignung und der Verfügbarkeit der Beziehungssysteme Sprache und zahlen sowie den Umgang mit figural-bildhaftem Material.

Die operativen Fähigkeiten beschreiben verschiedene Denkoperationen.[4]

Wie in Abbildung 1 zu erkennen ist sind extrem hohe Intelligenzleistungen selten. Rund zwei Prozent der Bevölkerung haben einen IQ über 130.

Von intellektueller Hochbegabung spricht man häufig dann, wenn eine extrem hohe Intelligenz vorliegt, die sich in einem IQ von 130 (Achtung: Dies ist nur ein Richtwert! Von Menschen mit einem IQ von 128 erwartet man sicher gleiche Leistung wie bei einem Menschen mit einem 130er-IQ oder höher ausdrückt.

In diesem Referat soll es also um diese 2% der Bevölkerung gehen.

2. Definitionen zur Hochbegabung

Allgemein formuliert spricht man dann von Hochbegabung, wenn ein Kind in bestimmten Bereichen seiner geistigen, künstlerischen, motorischen und / oder sozialen Entwicklung den Gleichaltrigen deutlich überlegen ist. Die Begabung eines Kindes – seine angeborene Befähigung für besondere Leistung – kann sich in verschiedenen Formen äußern.

„Hochbegabung ist die Disposition für herausragende Leistungen, nicht die Hochleistung selber. Hochbegabung setzt sich zusammen aus sehr guter Motivation, sehr guter Kreativität und aus überdurchschnittlichen Fähigkeiten auf einem oder mehreren Gebieten.“[5]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.3: Drei - Ringe – Modell nach Joe Renzulli

Hochbegabung bezeichnet in der Psychologie ein deutlich über dem Durchschnitt liegendes Maß an intellektueller Begabung.

Als hochbegabt gelten (im wissenschaftlichen Sinne) alle Menschen, die in einem Intelligenztest einen IQ erreichen, der nur von 1-2% der Gesamtbevölkerung erreicht wird. Intelligenztests sind meist so geeicht, dass dies typischerweise einem Wert von 130 entspricht.[6]

Hochbegabung ist eine sehr hohe Ausprägung der allgemeinen Intelligenz wobei die jeweils spezifischen Intelligenzfaktoren (z.B. räumlich-abstrakte, verbale, mathematische...) in unterschiedlichem Ausmaß vorhanden sein können. Die individuelle Disposition gestattet es einem derart Begabten, geistige Hochleistungen zu erbringen.[7]

Hochbegabung umfasst nach Prof. Dr. Franz Mönks mindestens folgende drei Persönlichkeitsmerkmale: Hohe intellektuelle Fähigkeiten, Kreativität und Motivation. Außerdem ist für eine gesunde Entwicklung ein guter sozialer Austausch mit der Familie, der Schule und dem Freundeskreis unentbehrlich. Erst bei einem guten Zusammenspiel dieser sechs Faktoren kann sich Hochbegabung entwickeln und in besonderen Leistungen zum Ausdruck kommen . [8]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.4: Triadisches Interdependenzmodell nach F.J. Mönks

In einem relativ weiten Begriffsverständnis lässt sich Begabung also als das Gesamte personaler (kognitiver, motivationaler) und soziokultureller Lern- und Leistungsvoraussetzungen definieren, wobei die Begabungsentwicklung als Interaktion der (person-)internen Anlagefaktoren und den externen Sozialisationsfaktoren zu verstehen ist.

[...]


[1] Vgl. BMBF Publik, Begabte Kinder finden und fördern, Okt. 2003, S.15

[2] Vgl. BMBF Publik, Begabte Kinder finden und fördern, Okt. 2003, S.16

[3] BMBF Publik, Begabte Kinder finden und fördern, Okt. 2003, S.16

[4] BMBF Publik, Begabte Kinder finden und fördern, Okt. 2003, S.16

[5] http://www.logios.de/hochbegabung.htm Stand 14.04.06 (Mehr-Faktoren-Modell der Hochbegabung. Renzulli 1978, Mönks 1998, Heller 1998)

[6] Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Hochbegabung Stand 15.04.2006

[7] Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Hochbegabung Stand 15.04.2006.Definition der intellektuellen Hochbe- gabung in der Psychologie

[8] Vgl. http://www.br-online.de/wissen-bildung/thema/hochbegabung/definition.xml Stand 14.04.2006

Details

Seiten
17
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638881920
Dateigröße
609 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v74476
Institution / Hochschule
Evangelische Hochschule Berlin
Note
1,0
Schlagworte
Hochbegabung

Autoren

Teilen

Zurück

Titel: Hochbegabung - Ein Überblick