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Parabolisch-kritische Verarbeitung des Nationalsozialismus in Bertolt Brechts "Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui" und "Die Rundköpfe und die Spitzköpfe"

Examensarbeit 2007 89 Seiten

Deutsch - Literatur, Werke

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Das Faschismusbild Bertolt Brechts
2.1 Zeitgenössische Faschismustheorien vor der „Machtergreifung“
2.1.1 Die konservativ-liberale Position zum Faschismus
2.1.2 Die sozialdemokratische Position zum Faschismus
2.1.3 Die kommunistische Position zum Faschismus
2.2 Brechts Position zum Faschismus
2.2.1 Faschismus und Kapitalismus
2.2.2 Brechts Sicht auf Hitler
2.2.3 Literarische Verarbeitung des Faschismus

3. Die Rundköpfe und die Spitzköpfe
3.1 Entstehungsgeschichte
3.2 Die Handlung vor dem Hintergrund der geschichtlichen Ereignisse
3.3 Aspekte der Interpretation
3.3.1 Callas und Nanna: Profiteure der neuen Diskriminierung?
3.3.2 Iberin und seine Rassenideologie
3.3.3 „Bauer, steh auf“ – Die Sichel-Bewegung
3.3.4 Verräterische Sprache
3.4 Wirkung

4. Der Aufstieg des Arturo Ui
4.1 Entstehungsgeschichte
4.2 Die Handlung vor dem Hintergrund der geschichtlichen Ereignisse
4.2.1 Das „Gangstermilieu“
4.2.2 Deutsche Geschichte
4.3 Aspekte der Interpretation
4.3.1 Der Ui als „Historientheater“
4.3.2 Ui alias Hitler
4.3.3 Dogsborough alias Hindenburg
4.3.4 Theatralik und Sprache des Faschismus im Ui
4.4 Wirkung

5. Die Rundköpfe und die Spitzköpfe und Der Aufstieg des Arturo Ui als Parabelstücke zum Faschismus

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis
7.1 Primärtexte
7.2 Sekundärwerke

8. Schlusserklärung

1. Einleitung

„In den finsteren Zeiten

Wird da auch gesungen werden?

Da wird auch gesungen werden.

Von den finsteren Zeiten.“[1]

Der Augsburger Schriftsteller Bertolt Brecht (1898-1956) ist vor allem als politischer Autor bekannt. Die finsteren Zeiten, in denen er lebte, spiegeln sich in seinem Werk. Zwei Weltkriege und fünf Staatsformen – das Kaiserreich, die Weimarer Republik, die nationalsozialistische Diktatur und die zwei Staaten des geteilten Deutschland ab 1949 – kamen und gingen zu Brechts Lebzeiten.

Vor dem Faschismus und dem aufstrebenden Adolf Hitler warnte Brecht schon Jahre vor der ‚Machtergreifung’ 1933. Einen Tag nach dem Reichstagsbrand, der Brecht als Vorausdeutung auf die Methoden der neuen Herrschaft galt, verließ er seine Heimat und lebte im Exil. Dort schrieb er weiterhin Texte, die sich gegen das verbrecherische Regime der deutschen Faschisten, aber auch gegen Gewalt und Krieg im Allgemeinen wandten. Über ein Jahrzehnt seines Lebens verbrachte er auf der Flucht und erfuhr, welche Konsequenzen es für einen Schriftsteller hat, wenn man in Ländern seinen Lebensunterhalt verdienen muss, deren Sprache man nicht beherrscht. Seine Arbeit galt in dieser Zeit und auch danach dem antifaschistischen Kampf.[2]

Weil er 1948 den deutschen Staat im Osten dem im Westen vorzog, wurde er in der Bundesrepublik als Kommunist abgetan, was die Rezeption seines Werkes lange Zeit behinderte. Seine politischen Gegner in Westdeutschland versuchten mit zahlreichen Kampagnen seine Stücke aus den westdeutschen Theatern zu verbannen. Später fand man einen anderen Weg, mit Brecht zu verfahren: Man spaltete die Rezeption auf in den Dichter, den man schätzte und dessen Werke Schulstoff wurden, und in den Kommunisten, den man herabsetzte – was zur Folge hatte, dass Brecht als politischer Autor im Westen nicht ernst genommen wurde und die politische Dimension seines Werks ungewürdigt blieb.

Doch auch in der DDR wurde Brecht widersprüchlich wahrgenommen. Hier nahm man irritiert zur Kenntnis, dass er nicht der SED (sowie zeitlebens keiner Partei) beigetreten und außerdem seit 1950 österreichischer Staatsbürger war. Im Gegensatz zur Bundesrepublik wurde hier aber der politische Brecht gewürdigt. Es war der poetische Brecht, der den DDR-Kulturfunktionären missfiel. Zwar bemühte man sich, Brecht als Vertreter des sozialistischen Realismus und als Nationaldichter zu vereinnahmen, seinem ‚epischen Theater’ konnte man hier aber kaum etwas abgewinnen, weil es mit den in der DDR propagierten Kunstformen nicht in Einklang zu bringen war. Weder die Orientierung an der Wirklichkeit, noch das Experimentieren mit darstellerischen Mitteln sagte in der DDR zu, wo man nach den Maßstäben des sozialistischen Realismus in den 1950er Jahren verstärkt die Gestaltung eines positiven Helden mit sozialistischer Lebens- und Arbeitsmoral forderte und Formexperimente als Ausdrucksweise einer bürgerlichen ‚Dekadenzliteratur‘ verstand.

Sowohl für Brechts Gegner im Osten als auch für die im Westen war eine Handlungsweise typisch: Ihre Anfechtungen richteten sich gegen die Person Brecht, seine Haltung zur DDR oder seine Einstellung zur Kunst. Die Werke Brechts gerieten dabei an den Rand der Aufmerksamkeit und wurden höchstens als Gelegenheit verstanden, die eigenen Vorurteile zu bestätigen. Erst seit der Wiedervereinigung scheint ein freierer Umgang mit dem Augsburger Autor möglich. Dies kommt vor allem seinem Werk zugute, dem man sich nun unbefangener nähern kann denn je zuvor.[3]

So kann man nun auch Brechts politische Stücke von einer neutraleren Warte aus untersuchen. Die vorliegende Arbeit hat sich zum Ziel gesetzt, zwei der antifaschistischen Dramen Brechts – Die Rundköpfe und die Spitzköpfe sowie Der Aufstieg des Arturo Ui – zu analysieren. Freilich war Brechts Sichtweise zum Faschismus stark geprägt von den Konzepten der Kommunisten, wie in Kapitel 2 näher ausgeführt wird. Im Gegensatz zu den Interpretationen früherer Jahrzehnte kann man diese Tatsache heute gelassen als gegeben hinnehmen, ohne daraus eine prinzipielle Verurteilung der Person Brecht oder seiner politischen Stücke abzuleiten.

Die Frage, inwiefern man Brecht überhaupt als Kommunisten bezeichnen darf, wird in der neueren Forschungsliteratur sehr differenziert beantwortet, so etwa bei Roland Jost in seinem entsprechenden Artikel im Brecht-Lexikon, das 2006 erschien.[4] Jost hebt hervor, dass sich Brecht keineswegs auf eine eindeutige politische Linie, auf eine ‚Weltanschauung’ festlegen lasse. Zwar habe Brecht sich zweifellos mit den sozialistischen Gesellschaftsexperimenten in der Sowjetunion bzw. in der DDR mit großem Interesse beschäftigt, ebenso zahlreich und bedeutend seien aber auch die kritischen Auseinandersetzungen mit den verschiedenen offiziellen Parteilinien von KPD und SED und den unterschiedlichen Strömungen marxistischer Theorie und Praxis.

„Zu spielerisch-sinnlich orientiert, zu unsystematisch und keiner historisch-gesellschaftlichen Teleologie verpflichtet war B[recht]s Denken, das zudem entschieden von der Kunst, vor allem der praktischen Theaterarbeit ausging, als dass es sich auf einen Begriff bzw. ein System fixieren ließe“,

erläutert Jost. „In diesem Sinne könnte man auch sagen: B[recht] war Marxist oder Kommunist, indem er es zugleich nicht war.“

Kapitel 3 und 4 widmen sich den einzelnen Stücken selbst, die unterschiedliche Gesichtspunkte der faschistischen Herrschaft in Deutschland beleuchten. Während Die Rundköpfe und die Spitzköpfe Hitlers Rassenideologie und die Judenverfolgung thematisiert, versucht Der Aufstieg des Arturo Ui zu hinterfragen, wie es Adolf Hitler und seiner Gefolgschaft gelingen konnte, sich in Deutschland die Macht zu sichern. Abschließend wird in Kapitel 5 ausgeführt, inwiefern es sich bei den beiden Stücken um „Parabelstücke“ handelt. In der Sekundärliteratur wird diese Frage kontrovers diskutiert.

2. Das Faschismusbild Bertolt Brechts

Der Begriff Faschismus bezeichnet allgemein extrem nationalistische, nach dem Führerprinzip organisierte antiliberale und antimarxistische Bewegungen und Herrschaftssysteme. Ausgehend von Italien, das mit der Machtübernahme Mussolinis 1922 zum faschistischen Staat wurde, gab es in fast allen europäischen Ländern in den 1920er und 1930er Jahren faschistische Bewegungen, von denen die deutsche in Form der Nationalsozialisten eine besondere Rolle in der Weltpolitik spielen sollte.[5]

Als Beginn der nationalsozialistischen „Machtergreifung“ wird der 30. Januar 1933 angesehen, als Reichspräsident Paul von Hindenburg Adolf Hitler zum Chef des Präsidialkabinetts ernannte.[6] Während der folgenden Monate gelang es Hitler und seinem Gefolge sowohl durch scheinbar legale als auch durch offen aggressive gewalttätige Aktionen, ihre politischen Gegner systematisch auszuschalten und die politische Verfassung des Deutschen Reiches umzustürzen. Seit dem 14. Juli 1933 war Deutschland ein Ein-Partei-Staat, zudem vereinigte Hitler nach dem Tode Hindenburgs am 2. August 1934 in seiner Person auch die Machtbefugnisse des Reichspräsidenten. Aus einer pluralistischen, parlamentarisch regierten Demokratie war damit innerhalb kurzer Zeit ein totalitärer „Führerstaat“ geworden.

Damit war der Scheitelpunkt der Krise, welche die Weimarer Republik von Beginn an begleitet und die mit der Weltwirtschaftskrise 1929/30 ihren bitteren Höhepunkt erreicht hatte, überschritten. In den letzten Jahren ihres Bestehens waren die demokratischen und bürgerlich-liberalen Parteien zunehmend in die Minderheit geraten. Die enttäuschten Wähler bescherten den Kommunisten, aber vor allem den Nationalsozialisten einen regen Zulauf. Letztere konnten ihren prozentualen Stimmenanteil bei den Reichstagswahlen der frühen 1930er Jahre von 2,6 Prozent (1928) über 18,3 Prozent (1930) auf 37,3 Prozent (1932) steigern. Die Kommunisten nahmen im gleichen Zeitraum von 10,6 Prozent auf 14,3 Prozent der Wählerstimmen zu.

Beide Parteien wurden von den jeweiligen „Anhängern“ aus Protest gewählt. Sie bündelten die existenziellen Ängste der Menschen. Während die KPD ihre Anhängerschaft vornehmlich in den proletarischen Schichten fand, sicherte sich die NSDAP den Zuspruch vieler sozialer Schichten mit einem unverkennbaren Schwerpunkt im mittelständisch-kleinbürgerlichen und protestantisch geprägten Wählerbereich.

Die alten politischen Eliten trugen nicht unerheblich dazu bei, dass sich die Weimarer Republik destabilisierte. Regierungen wie die von Papens oder dessen Amtsnachfolger von Schleicher diskreditierten die ohnehin von den Menschen eher skeptisch gesehene junge Demokratie und machten es der Nazi-Bewegung einfach, sich mit Versprechungen das Vertrauen der Bevölkerung zu sichern.

Die NSDAP, die sich den Deutschen als Retter aus der Not anbot, war 1919/20 im völkisch-nationalistischen Milieu Münchens entstanden und hatte erst in den Krisenjahren der Republik ihre großen Stimmenzuwächse erzielt. Ihr Erscheinungsbild war zunächst uneinheitlich und widersprüchlich. Die 25 Punkte des Parteiprogramms von 1920 waren ein krauses Gemisch aus nationalistischen, rassistisch-antisemitischen, antiliberalen, auch sozialistischen, ja sozialrevolutionären Versatzstücken. Den Kern von Hitlers Weltanschauung bildete ein primitiver, den Mythos von Rasse, Blut und Boden beschwörender Biologismus. Hitler erhob in seiner Vorstellungswelt die „Arier“ zur vermeintlich überlegenen Rasse, der es bestimmt sei, über die „minderwertigen“ Rassen zu herrschen und sich neuen Siedlungsraum im Osten zu erobern.

Hitlers strategischer Hass kulminierte in „dem Juden“, den er als Feindbild aller Deutschen und „Arier“ stilisierte. Seine auf Beeinflussung der Massen zielenden plakativen Vereinfachungen fanden vor allem deshalb ein breites Echo, weil sie an in der Bevölkerung vorhandene Ressentiments anknüpfen konnten und ein weit verbreitetes Krisenbewusstsein ansprachen, dabei aber so vage blieben, dass sie den verschiedensten Personenkreisen als Retter aus Not und Hoffnungslosigkeit erschienen.

In ihren Anfängen war die NSDAP eine kleine Kaderpartei. Erst nach 1930 setzte die Entwicklung zur Massenpartei – bei Kriegsende waren sechs Millionen Mitglieder registriert – ein. Besonders spannungsreich gestaltete sich nach 1933 das Verhältnis zu der von Ernst Röhm befehligten „Sturmabteilung“ (SA), dem 1933 fast eine halbe Million Männer starken Wehrverband der Partei. Diesem war bis 1934 auch die Elitetruppe der „Schutzstaffeln“ (SS) unter dem „Reichsführer“ Heinrich Himmler unterstellt, die bei der „Machtergreifung“ ca. 50.000 Mitglieder umfasste und bis 1939 auf 240.000 anwuchs.

Parallel zu den faschistischen Entwicklungen in Deutschland und Italien wurde das Phänomen Faschismus theoretisch zu erfassen versucht. Zunächst werden an dieser Stelle kurz die zeitgenössischen Theorien zum Faschismus beleuchtet (Kapitel 2.1.), sodass im Anschluss die Positionierung von Brechts Faschismustheorie in diesem Spektrum vorgenommen werden kann (Kapitel 2.2).

2.1 Zeitgenössische Faschismustheorien vor der „Machtergreifung“

Nach dem Ersten Weltkrieg erschien der Faschismus vielen Zeitgenossen, die die in die Krise geratene bürgerliche Gesellschaft ebenso ablehnten wie den Bolschewismus der russischen Kommunisten, als ein „dritter Weg“. Die Faschisten erweckten den Anschein – wenn auch unter Zuhilfenahme von Gewalt – für Ruhe und Ordnung sorgen zu können. Sie versprachen zudem, die drängenden sozialen Probleme zu lösen. Zu ihren weiteren Verheißungen zählte die Tilgung der „Versailler Schmach“, die auf vielen Deutschen lastete und ihnen unerträglich schien. Nur wenige erkannten die Gefahren, welche von der faschistischen Bewegung ausgingen. Diese Fehleinschätzung insbesondere des deutschen Nationalsozialismus durch Konservative, Sozialdemokraten und Kommunisten sollte sich innerhalb weniger Jahre als verhängnisvoller Irrtum erweisen, der viele Millionen Menschen das Leben kostete.

2.1.1 Die konservativ-liberale Position zum Faschismus

Eine klare konservativ-liberale Linie bei der zeitgenössischen Beurteilung des Faschismus ist nicht deutlich auszumachen. Meist handelte es sich um einzelne Stimmen, die sich gegen den Faschismus positionierten, denn sowohl in Italien als auch in Deutschland gelangte der Faschismus nicht zuletzt mit partieller Unterstützung durch Konservative an die Macht.[7] In Deutschland lehnten einige Konservative die Nationalsozialisten scharf ab, wenn auch nicht unbedingt aus demokratischen Gesichtspunkten heraus. Viele verstanden den Faschismus als einen „Import“ aus einem romanisch-katholischen Land, der dem preußisch-protestantischen „Wesen“ fremd war. Auch lehnten sie ab, dass die Nationalsozialisten die Ideale des deutschen Nationalgedankens für sich beanspruchten, vielmehr gehöre Hitler „gar nicht zu unserer Rasse“, weil „etwas Fremdes an ihm sei“, meinte etwa der zeitgenössische Historiker, Otto Hintze.[8] Auffällig an der konservativ-liberalen Faschismusdiskussion ist die Betonung der Gleichartigkeit von Kommunismus und Faschismus. Die deutschen Konservativen hofften dennoch, als entschiedene Gegner des Kommunismus, sich mit Hilfe von Hitler und seiner Anhänger der „Roten“ entledigen zu können, um so die eigene Machtposition zu stärken.

2.1.2 Die sozialdemokratische Position zum Faschismus

Bei den Sozialdemokraten ist in den 1920er Jahren ein geradezu inflationärer Gebrauch des Begriffes Faschismus zu konstatieren, der für sehr unterschiedliche politische Gegner der Rechten verwendet wurde. Dennoch verlief die sozialdemokratische Diskussion wesentlich differenzierter als die der Kommunisten (vgl. Kapitel 2.1.3), so etwa bei dem linken Faschismustheoretiker Georg Decker, der 1930 festhielt:

Vielleicht wäre es korrekt, von Faschismus nur dann zu sprechen, wenn sich die infrage kommende Bewegung in allen wesentlichen Zügen mit dem italienischen Faschismus deckt. Es hat sich aber bei uns schon ein viel freierer Gebrauch des Wortes eingebürgert.[9]

Der österreichische Sozialist Julius Braunthal versuchte bereits 1922, das Spannungsverhältnis zwischen der pro-kapitalistischen Funktion des Faschismus und der kleinbürgerlichen sozialen Basis zu erklären. Braunthal nahm an, dass es nach dem Ersten Weltkrieg in verschiedenen demokratischen Ländern mit einer starken Arbeiterbewegung zu einem „Gleichgewichtszustand der Klassenkräfte“ gekommen sei, der die bedrängte Bourgeoisie zum „illegalen Gewaltinstrument“, dem Faschismus, habe greifen lassen.[10] Deshalb müsse die Arbeiterbewegung verteidigungsbereit sein.

Die Sozialdemokraten vertraten die Auffassung, der Faschismus würde bei einem Gleichgewicht der Klassen an die Macht kommen und sich dann zu einer Massenpartei verselbständigen. Das unterschied sich grundlegend von den Positionen der Kommunisten, die das Klima zwischen sich und den Sozialdemokraten mit der Gleichsetzung der letzteren mit den faschistischen Bewegungen belasteten. Eine gegenseitige Verständigung über den eigentlichen gemeinsamen Gegner, die Nationalsozialisten, fand deshalb nicht statt.

Dennoch unterschätzte auch die SPD die faschistische Gefahr. Einflussreiche Bücher wie das von Arkaij Gurland (Das Heute der proletarischen Aktion) behaupteten, dass der italienische Faschismus aufgrund des geringen Industrialisierungsgrades des Landes erfolgreich gewesen und deshalb nicht auf Deutschland übertragbar sei.[11] Spätere Beiträge zur sozialdemokratischen Faschismusdiskussion betonten die Symbiose zwischen Kapitalismus und Nationalsozialismus in Deutschland, so etwa der Gewerkschafter Ernst Fraenkel in seinem 1942 im amerikanischen Exil erschienenen Buch Der Doppelstaat. Die politische Macht läge in den Händen der Nationalsozialisten, was die führenden Industriellen gebilligt hätten, so Fraenkel, da sie hofften, die Wirtschaftskrise mit Hilfe eines starken Staates und einer entmachteten Arbeiterbewegung überwinden zu können. Fraenkel betonte aber, dass die kommunistische Gleichsetzung von Kapitalismus und Faschismus (vgl. Kapitel 2.1.3) viel zu kurz greife.[12] Die Erkenntnis, dass sich der deutsche wie auch der italienische Faschismus nicht auf seine pro-kapitalistische Funktion reduzieren lasse, kam für die deutsche Arbeiterbewegung zu diesem Zeitpunkt freilich zu spät.

2.1.3 Die kommunistische Position zum Faschismus

Auf dem V. Weltkongress der Kommunistischen Internationale (Komintern) im November und Dezember 1922 sprach Lenin erstmals ausführlich über die italienischen Faschisten.[13] Lenin erläuterte den italienischen Kommunisten, dass die italienischen „Fascisten“ den Kommunisten „gute Dienste leisten“, denn die italienischen Genossen würden anhand dieser lernen, dass sie sich stärker als bisher am russischen Beispiel orientieren müssten.[14] Lenin war offenbar der Ansicht, dass die bürgerkriegsähnliche Situation in Italien um 1920 der kommunistischen Sache und der Durchführung der Revolution in Italien dienlich sein würde. Mit einem Erfolg der Revolution würde sich das Problem der Faschisten von selbst lösen, so Lenins Argumentation, zumal er die Faschismusbewegung als ein rein italienisches Phänomen begriff. Ganz anders beurteilte der damalige Vorsitzende der Komintern, Grigori Sinowjew, die Situation. Er sah im Sieg der italienischen „Fascisten“ keine lokale Erscheinung, vielmehr erwartete er, dass auch in anderen Ländern faschistische Bewegungen aufkommen würden. Sinojew rechnete sogar mit einer „Periode mehr oder weniger fascistischer Umwälzungen in ganz Zentral- und Mitteleuropa“.[15]

In Deutschland setzte sich unter den Kommunisten die Ansicht durch, dass die Besitzenden zunehmend dazu übergehen würden, „faschistische Methoden im politischen Kampf“[16] anzuwenden. Betont wurde, dass der Faschismus der Bourgeoisie nütze und ihr „Werkzeug“ sei. Diese pro-kapitalistische Funktion präge das Wesen des Faschismus.[17] Zudem wurde auch unter den deutschen Kommunisten die These vertreten, dass Faschismus und Sozialdemokratie sich gegen den Kommunismus vereinigten und deshalb weitgehend gleichzusetzen seien.[18]

Differenzierter waren die Ausführungen Clara Zetkins zu dieser Thematik. In einer Rede auf der Tagung der Erweiterten Exekutive der Komintern 1923 führte sie aus, dass der Faschismus einerseits von der Bourgeoisie „mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln des Geldschranks und der politischen Macht“ gefördert werde. Andererseits betonte sie, dass die „Träger des Faschismus“ keine kleine Kaste seien, sondern „breite soziale Schichten, große Massen, die selbst bis in das Proletariat hinreichen“ würden.[19] Zetkin plädierte entschieden dafür, den Kampf um „die Seelen der Klein- und Mittelbürger“ sowie derjenigen Proletarier, die dem Faschismus verfallen seien, aufzunehmen. Dies könne gelingen, indem man der faschistischen Gewalt die des „revolutionären, organisierten, proletarischen Klassenkampfes“ gegenüberstelle.[20]

Bald setzte sich unter den Kommunisten eine instrumentalistische Faschismusdefinition durch, die den Faschismus als bloßes „Kampfinstrument der Großbourgeoisie gegen das Proletariat“ betrachtete.[21] Auch die Identifikation von Faschismus und Sozialdemokratie wurde bekräftigt. In einer Komintern-Resolution hieß es ausdrücklich, dass „bei fortschreitendem Verfall der bürgerlichen Gesellschaft“ alle bürgerlichen Parteien, insbesondere die Sozialdemokratie, einen mehr oder weniger „faschistischen Charakter“ annehmen würden.[22] Im September 1924 bekräftigte Josef Stalin die Sozialfaschismusthese, indem er behauptete, dass die Sozialdemokratie der gemäßigte Flügel des Faschismus sei. Danach wagte es kaum ein Kommunist mehr, Kritik an der offiziellen Position der Komintern zu üben.[23] Selbst das Erstarken der NSDAP Adolf Hitlers 1930 änderte nichts an diesen Überzeugungen der deutschen Kommunisten und der Komintern. Auch nach 1933 hielt man ausdrücklich an der rein instrumentalistischen Definition des Faschismus fest.

Erst auf dem VII. Weltkongress der Komintern im Sommer 1935 kam es zu einer Revidierung dieses Kurses. Die Sozialfaschismusthese wurde aufgegeben, man hielt aber an der instrumentalistischen Definition des Faschismus fest, die für die Kommunisten kanonisch wurde. David Pike sieht in der ideologisch begründeten Fehleinschätzung des Nationalsozialismus den „Zusammenbruch des deutschen Kommunismus“[24] begründet. Er erläutert zudem, dass die sowjetische Führung unter Stalin mit der von der Komintern gesteuerten Debatte über den Faschismus eigene innen- und außenpolitische Interessen verfolgt habe.[25] Denn ein sozialdemokratischer deutscher Staat mit tendenzieller Westorientierung hätte die Position der Sowjetunion geschwächt. Deshalb hetzte Stalin, so Pike, die KPD besonders gegen die SPD auf und lenkte so die Aufmerksamkeit der Kommunisten von der faschistischen Gefahr ab.

2.2 Brechts Position zum Faschismus

Immer wieder hat Bertolt Brecht die Zeit des Nazi-Faschismus in Deutschland als eine „finstere Zeit“ beschrieben, der er sich theoretisch wie literarisch in zahlreichen Texten gestellt hat. Seine Interpretation des Faschismus war von der politischen Linken, genauer von der Positionierung der Kommunisten, ebenso geprägt wie seine Deutung Adolf Hitlers von den Ausführungen Hegels beeinflusst war. Beide Ansätze mündeten in literarische Auseinandersetzungen Brechts mit dem deutschen Faschismus und seinem „Führer“.

Allerdings ist es problematisch, das hier dargelegte Faschismusbild Brechts einfach auf seine Texte zu übertragen, die Interpretation der einzelnen Werke wie selbstverständlich vor dem Hintergrund seiner theoretischen Äußerungen zum Faschismus aufzubauen, denn, wie etwa Alexander von Bormann konstatiert, „entsprechend muß die Rekonstruktion der Brechtschen Faschismustheorie oftmals die Deutung der Werke abkürzen helfen, die dann zum Belegmaterial herabgesetzt werden“[26]. Von einer derartigen Vorgehensweise distanziert sich die vorliegende Arbeit. Die in diesem Kapitel zusammengetragenen Aussagen Brechts zum Faschismus und zu Hitler sollen lediglich der Orientierung dienen und Brechts Sichtweise auf den Faschismus verdeutlichen. Die literarischen Texte werden in den danach folgenden Kapiteln hiervon unabhängig untersucht und allenfalls in einem zweiten Schritt zu den theoretischen Texten Brechts zum Faschismus in Beziehung gesetzt.

2.2.1 Faschismus und Kapitalismus

Brechts theoretische Gedanken zum Faschismus sind nicht systematisch in einem zusammenhängenden Text festgehalten, sondern finden sich mosaikartig in verschiedenen politischen Schriften, Notizen oder Bemerkungen im Journal. Dennoch, so betont etwa Raimund Gerz, liegt in Brechts Werk eine umfassende Theorie des Faschismus vor, „die hinsichtlich ihrer immanenten Konsistenz, vor allem aber ihrer Originalität und Differenziertheit, ihren Rang neben den zeitgeschichtlichen marxistischen Faschismustheorien behaupten kann“[27]. Franz Norbert Mennemeier teilt die Ansicht, dass in

Brechts Werk […] eine komplette Theorie des Faschismus enthalten [ist]. Sie setzte ihn instand, den Amoklauf Hitlers und der von diesem und seinesgleichen verführten Massen in größere Zusammenhänge einzuordnen, die einzelnen Phasen damaliger internationaler Geschichte komplex und zunehmend realistisch zu erfassen und noch die deutsche Nachkriegsentwicklung als Teil eines größeren gesellschaftlichen Prozesses zu begreifen.[28]

Grundlegend zu Brechts Bild des Faschismus ist außerdem nach wie vor Wolfgang Emmerichs Aufsatz über den Massenfaschismus und die Rolle des Ästhetischen, der 1977 erschienen ist.[29] Emmerichs Artikel widmet sich Brecht, Bloch und Benjamin und untersucht den Beitrag der drei Exilschriftsteller zur Analyse des Faschismus. Emmerich betont, dass die Literaten vor und kurz nach 1933 den Nationalsozialismus nicht richtig einschätzten – und auch nicht richtig einschätzen konnten, da die deutsche Arbeiterbewegung bzw. die Kommunisten in ihrer Faschismusanalyse sehr beschränkt blieben.[30] Erst relativ spät, ab Ende der 1930er Jahre, gelang eine teilweise Emanzipation von diesen Denkmustern, die vor 1933 eine realistische Bewertung des Nationalsozialismus erschwert haben. Emmerichs Aufsatz legt nahe, dass Brecht, Bloch und Benjamin bei diesem Prozess eine wichtige Rolle spielten. Nach Emmerich war Brecht bereits im frühen Exil klar,

daß der Faschismus als forcierte, terroristische Realisierung der anarchischen kapitalistischen Produktionsweise nicht im eigenen Lande stehen bleiben könne, sondern als aggressiver Imperialismus aus Deutschland herausgehen und den Raubkrieg suchen müsse.[31]

Bertolt Brechts Faschismustheorie geht klar von den kommunistischen Grundpositionen aus. Die zentrale Behauptung des historischen Materialismus nach Karl Marx und Friedrich Engels, der Kapitalismus werde in sich zusammenbrechen, schien sich nach dem Ersten Weltkrieg und zunehmend nach der großen Weltwirtschaftskrise 1929 zu bewahrheiten. Den Faschismus begriff Brecht von daher als radikale Zuspitzung des Kapitalismus, gewissermaßen als konsequenten Spätkapitalismus. Der Faschismus war für ihn kein Bruch in der Kontinuität bürgerlicher Klassenherrschaft, sondern lediglich eine Form ihres Verlaufs:

Der Faschismus ist eine historische Phase, in die der Kapitalismus eingetreten ist, insofern etwas Neues und zugleich Altes. Der Kapitalismus existiert in den faschistischen Ländern nur noch als Faschismus und der Faschismus kann nur bekämpft werden als Kapitalismus, als nacktester, frechster, erdrückendster und betrügerischster Kapitalismus (GBA 22, S. 77f.),

schrieb Brecht 1934/35 in Fünf Schwierigkeiten beim Schreiben der Wahrheit. Er skizzierte damit eine Vorstellung, die mit der Beurteilung der Komintern (vgl. Kapitel 2.1.3) übereinstimmte.[32] Ein Jahr später betonte er in seiner Rede auf dem Ersten Internationalen Schriftstellerkongress zur Verteidigung der Kultur in Paris: „Die Roheit kommt nicht von der Roheit, sondern von den Geschäften, die ohne sie nicht mehr gemacht werden können.“ (GBA 22, S. 144).

Der Faschismus stellte für Brecht ökonomisch betrachtet den Versuch dar, den Kampf um Märkte und Rohstoffe wieder aufzunehmen. Um die Konflikte im Inneren Deutschlands auszuhebeln, etablierten die Nationalsozialisten einen starken Staat, für die Eroberung der neuen Ressourcen wurde eine Armee als Instrument der Außenpolitik aufgestellt. Die Instabilität der deutschen Wirtschaft rührte nach Brecht vor allem daher, dass die industrielle Revolution in Deutschland und der sich in diesem Zusammenhang vergrößernde Bedarf an Rohstoffen erst zu einem Zeitpunkt einsetzte, als die Rohstoffländer der Welt bereits weitgehend unter den Kolonialmächten aufgeteilt waren.[33] Die Attraktivität, die der Nationalsozialismus auf das Großkapital ausübte, beruhte Brecht zufolge in erster Linie auf der imperialistischen Zielsetzung für die Außenpolitik.

Aus Brechts Sicht stellte somit der Faschismus, insbesondere der Nazi-Faschismus, kein singuläres, nur aus sich selbst zu erklärendes Phänomen dar, vielmehr verstand ihn Brecht als eine Erscheinungsform des Selbstzerstörungsprozesses innerhalb der bürgerlichen Gesellschaft:

Der von den Nazis angezettelte Zweite Weltkrieg ist in dieser Optik eine Art Wiederholung des Ersten Weltkrieges; beide Kriege wiederum werden als Folgen der anarchischen kapitalistischen Produktionsweise und des im internationalen Maßstab ruinös sich verwirklichenden Prinzips wirtschaftlicher Konkurrenz angesehen.[34]

Die Bedeutung von Brechts Faschismustheorie liegt vor allem darin, dass er sich von den groben Vereinfachungen der dogmatischen Kommunisten entfernte. „Ausnutzend den nackten Hunger der besitzlosen Klasse und ausnutzend die Gier der besitzenden Klasse nach Profit, erhebt sich der große Parasit anscheinend über beide Klassen, allerdings dabei ganz und gar dem Geschäft der besitzenden Klasse dienend“, schrieb Brecht um 1935 in Die Horst-Wessel-Legende (GBA 19, S. 386). Dieser Satz ist im Vergleich zu den kommunistischen Positionen zum Faschismus sehr differenziert, denn er kennzeichnet den Faschismus als eigenständigen „Parasiten“, der auf Kosten beider Klassen lebt. Der Nachsatz ist zwar deutlich der kommunistischen Faschismusdeutung zuzuordnen, doch Brecht gestand dem deutschen Faschismus einen eigenständigen, vom Kapitalismus unabhängigen Charakter zu.

Zudem beschäftigte sich Brecht mit den Gründen, die dazu führten, dass der Faschismus zu einem Massenphänomen wurde. Die konsequente Theatralisierung und Ästhetisierung der Politik durch den Faschismus sowie das Versprechen der Überwindung der alten Klassengesellschaft waren aus seiner Sicht die Hauptursachen.[35] Tatsächlich trug die Theatralik des Faschismus, die sich in Parteitagen und Festen besonders offenbarte, sehr viel zu seiner Stabilisierung bei. Es gelang dem faschistischen Regime in Deutschland durch seine besondere Ästhetik, Konsens zu schaffen. Diese Betonung der eigenständigen massenwirksamen Ästhetik des Faschismus unterscheidet Brecht von den Faschismusinterpretationen der übrigen Kommunisten deutlich.

Im Gegensatz zu seinen Schriftstellerkollegen, wie etwa Thomas Mann, machte Brecht außerdem immer wieder deutlich, dass man „die Deutschen“ nicht pauschal für die Verbrechen der Nazis verantwortlich machen dürfe. In einem Gespräch mit dem Dokumentarfilmer, Herbert Kline, definierte Brecht, wie er in seinem Journal am 28. Juni 1942 festhielt, den Faschismus wie folgt: „Ich biete ihm diese Formel an: Faschismus ist eine Regierungsform, durch welche ein Volk so unterjocht werden kann, daß es dazu zu mißbrauchen ist, andere Völker zu unterjochen.“ (GBA 27, S. 109) Entgegen der nach 1945 weit verbreiteten Kollektivschuldthese plädierte Brecht oft und eindringlich dafür, die Deutschen nicht mit dem Nazi-Regime gleichzusetzen, vielmehr sah er „das deutsche Volk“ an als „das erste der von ihm [dem Nazi-Regime] unterworfenen Völker“ (GBA 23, S. 30).

2.2.2 Brechts Sicht auf Hitler

Mit der Person Adolf Hitler setzte sich Brecht ausführlich auseinander. Der Kern der Brechtschen Betrachtungsweise besteht darin, das Phänomen Hitler nicht zu isolieren, sondern es aus dem politisch-ökonomischen Zusammenhang zu verstehen. Hitler ist für Brecht ein Vertreter des Kleinbürgertums, sein Krieg eine schlüssige Maßnahme, da Brecht den Nazi-Faschismus als Folge der kapitalistischen Wirtschaftsform begriff (siehe Kapitel 2.1): „Und Hitler ist nun konsequent: die Grenzen, welche von den Waren nicht überschritten werden können, werden von den Tanks überschritten. Welches auch Waren sind (sowie die sie bedienenden Arbeitskräfte)“ (GBA 26, S. 330), schrieb Brecht am 19. Februar 1939 in sein Journal.

[...]


[1] Brecht, Bertolt: Svendborger Gedichte. In: Ders.: Werke. Große kommentierte Berli­ner und Frankfur­ter Ausgabe. Hg. von Werner Hecht, Jan Knopf, Werner Mittenzwei, Klaus-Detlef Müller. Ber­lin, Weimar, Frankfurt a.M. 1988-2000. Bd. 12, S. 16. Im Fol­genden wird diese Ausgabe innerhalb des Textes zitiert als GBA mit Bandnummer und Seitenzahlen.

[2] Walter, Jens: Kindlers Neues Literatur Lexikon. Band 3 (BP – CK), München 1989. Hier S. 69ff..

[3] Zur Rezeptionsgeschichte nach 1989 vgl. auch Hermand, Jost: Aufs Körperliche reduziert. Der „arme b.b.“ nach 1989. In: Ders.: „Das Ewig-Bürgerliche widert mich an“. Brecht-Aufsätze. O.O.u.J. (Theater der Zeit, Recherchen 8), S. 312-330.

[4] Jost, Roland: Kommunist B. In: Brecht Lexikon. Hg. v. Ana Kugli und Michael Opitz. Stuttgart 2006, S. 163. Alle folgenden Zitate von Jost sind hier entnommen.

[5] Hans-Ulrich Thamer: Der Nationalsozialismus. Stuttgart 2002, S. 27.

[6] Zu den folgenden Ausführungen vgl. von Hehl, Ulrich: Nationalsozialistische Herrschaft. München 1996 (Enzyklopädie deutscher Geschichte, Bd. 39), S. 1-5 und Schmuhl, Hans-Walter: Rassismus unter den Bedingungen charismatischer Herrschaft. Zum Übergang von der Verfolgung zur Vernichtung gesellschaftlicher Minderheiten im Dritten Reich. In: Deutschland 1933-1945. Neue Studien zur nationalsozialistischen Herrschaft. Hg. v. Karl Dietrich Bracher, Manfred Funke und Hans-Adolf Jacobsen. Bonn 1993, S. 182-197.

[7] Eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Konservatismus und der extremen Rechten in Italien und Deutschland bietet von Beyme, Klaus: Politische Theorien im Zeitalter der Ideologien. 1789-1945. Wiesbaden 2002, S. 393-540.

[8] Wippermann, Wolfgang: Faschismustheorien. Die Entwicklung von den Anfängen bis heute. 7. überarb. Auflage. Darmstadt 1997, S. 53.

[9] Wippermann, Wolfgang: Faschismustheorien, S. 29.

[10] Ebd., S. 31.

[11] Vgl. Wippermann, Wolfgang: Faschismustheorien, S. 33.

[12] Ebd., 40f. Vgl. dazu auch Czichon, Eberhard: Wer verhalf Hitler an die Macht? Zum Anteil der deutschen Industrie an der Zerstörung der Weimarer Republik. Köln 1971.

[13] Wippermann: Faschismustheorien, S. 11.

[14] Ebd.

[15] Ebd., S. 12.

[16] Ebd.

[17] Ebd., S. 13.

[18] Wippermann, Wolfgang: Faschismustheorien, S. 11.

[19] Ebd., S. 14.

[20] Ebd.

[21] Ebd., S. 17.

[22] Ebd.

[23] Vgl. Pike, David: Deutsche Schriftsteller im sowjetischen Exil 1933-1945. Frankfurt a.M. 1981, S. 19.

[24] Vgl. ebd., S. 20.

[25] Vgl. hierzu näher ebd., S. 35f.

[26] Von Bormann, Alexander: Gegen die Beschädigung des menschlichen Denkvermögens: Brechts antifaschistische Dramen. In: Brechts Dramen. Neue Interpretationen. Hg. v. Walter Hinderer. Stuttgart 1984, S. 321.

[27] Gerz, Raimund: Bertolt Brecht und der Faschismus. In den Parabelstücken „Die Rundköpfe und die Spitzköpfe“, „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“ und „Turandot oder der Kongreß der Weißwäscher“. Rekonstruktion einer Versuchsreihe. Bonn 1983 (Abhandlungen zur Kunst-, Musik- und Literaturwissenschaft, Bd. 343), S. 53.

[28] Mennemeier, Franz Norbert: Moderndes deutsches Drama. Kritik und Interpretation. Bd. 2: 1933 bis 1970er Jahre. 3. verbess. u. erweit. Aufl. Berlin 2006, S. 40.

[29] Emmerich, Wolfgang: ‚Massenfaschismus’ und die Rolle des Ästhetischen. Faschismustheorie bei Ernst Bloch, Walter Benjamin und Bertolt Brecht. In: Antifaschistische Literatur I. Hg. v. Lutz Winckler. Kronberg/Ts. 1977, S. 223-290.

[30] Ebd., S. 224f.

[31] Emmerich, Wolfgang: Massenfaschismus, S. 261.

[32] Vgl. dazu genauer Kühnl, Reinhard: Faschismustheorien. Ein Leitfaden. Heilbronn 1990, S. 233-263. Das war im Grunde auch der Hauptirrtum der Kommunisten, die die ideologische Eigendynamik des Nationalsozialismus unterschätzt hatten.

[33] Kühnl, Reinhard: Faschismustheorien, S. 77-97.

[34] Mennemeier: Modernes deutsches Drama, S. 41.

[35] Vgl. exemplarisch GBA 26, S. 443f. und dazu auch die Positionen von Benjamin, Walter: Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit. In: Ders.: Gesammelte Schriften. Hg. v. Rolf Tiedemann und Hermann Schweppenhäuser, Bd. I,2. Frankfurt a.M. 1980, S. 471-508.

Details

Seiten
89
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783638696401
ISBN (Buch)
9783638712361
Dateigröße
661 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v75493
Institution / Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Note
1,3
Schlagworte
Parabolisch-kritische Verarbeitung Nationalsozialismus Bertolt Brechts Aufstieg Arturo Rundköpfe Spitzköpfe

Autor

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Titel: Parabolisch-kritische Verarbeitung des Nationalsozialismus in Bertolt Brechts "Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui" und "Die Rundköpfe und die Spitzköpfe"