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Der Kostenkanal der Geldpolitik: Eine Untersuchung für die Euro-Zone

Diplomarbeit 2006 89 Seiten

VWL - Geldtheorie, Geldpolitik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Kostenkanal und sein Effekt
2.1 Das Neu-Keynesianische Model
2.1.1 Haushalte
2.1.2 Firmen
2.2 Der Kostenkanal
2.3 Kritik

3 Methodik
3.1 IV-Schätzer und GMM
3.1.1 IV-Schätzer
3.1.2 GMM
3.2 Test auf Momente-Bedingungen: Der J-Test
3.3 Kritik

4 Empirie
4.1 Empirische Evidenz
4.2 Daten
4.3 Ergebnisse
4.4 Kritik

5 Stabilität des Kostenkanals in der Euro-Zone
5.1 Hypothese
5.2 Test auf Strukturbruch
5.2.1 Der Wald-Test
5.2.2 Ergebnisse
5.3 Der Kostenkanal im Zeitablauf
5.4 Der eingeschraänkte Kostenkanal

6 Inflationsverhalten
6.1 Das Modell
6.2 Ergebnisse

7 Bedeutung fär die Geldpolitik

8 Schlussfolgerung

Literaturverzeichnis

A Daten und Schatzungen
A.1 Makroökonomische Daten
A.1.1 Belgien
A.1.2 Frankreich
A.1.3 Italien
A.1.4 Spanien
A. 2 Schatzungen
A.2.1 Belgien
A.2.2 Frankreich
A.2.3 Italien
A.2.4 Spanien

B Anhang
B.1 Die Neu-Keynesianische Phillips-Kurve
B.2 Das Inflationsverhalten

Tabellenverzeichnis

1 Schätzergebnisse NKPK-K

2 Ergebnisse Wald-Test

3 Schatzergebnisse eingeschränkte NKPK-K (linksseitig)

4 Schätzergebnisse eingeschränkte NKPK-K (rechtsseitig)

5 Koeffizienten Belgien Standardschätzung

6 Koeffizienten Belgien signifikante Schätzung

7 GMM-Schatzung Belgien 1980 - 2006

8 GMM-Schätzung Belgien 1980 - 2006 ohne Kostenkanal

9 GMM-Schatzung Belgien 1980 - 1997

10 GMM-Schatzung Belgien 1980 - 1997 ohne Kostenkanal

11 GMM-Schatzung Belgien 1998 - 2006

12 GMM-Schatzung Belgien 1998 - 2006 ohne Kostenkanal

13 Koeffizienten Frankreich Standardschätzung

14 Koeffizienten Frankreich signifikante Schatzung

15 GMM-Schatzung Frankreich 1980 - 2006

16 GMM-Schatzung Frankreich 1980 - 2006 ohne Kostenkanal

17 GMM-Schatzung Frankreich 1980 - 1996

18 GMM-Schatzung Frankreich 1980 - 1996 ohne Kostenkanal

19 GMM-Schatzung Frankreich 1997 - 2006

20 GMM-Schatzung Frankreich 1997 - 2006 ohne Kostenkanal

21 Koeffizienten Italien Standardschatzung

22 Koeffizienten Italien signifikante Schätzung

23 GMM-Schatzung Italien 1980 - 2006

24 GMM-Schatzung Italien 1980 - 2006 ohne Kostenkanal

25 GMM-Schatzung Italien 1980 - 1997

26 GMM-Schatzung Italien 1980 - 1997 ohne Kostenkanal

27 GMM-Schatzung Italien 1998 - 2006

28 GMM-Schatzung Italien 1998 - 2006 ohne Kostenkanal

29 Koeffizienten Spanien Standardschatzung

30 Koeffizienten Spanien signifikante Schätzung

31 GMM-Schatzung Spanien 1980 - 2006

32 GMM-Schätzung Spanien 1980 - 2006 ohne Kostenkanal

33 GMM-Schatzung Spanien 1980 - 1997

34 GMM-Schätzung Spanien 1980 - 1997 ohne Kostenkanal

35 GMM-Schätzung Spanien 1998 - 2006

36 GMM-Schatzung Spanien 1998 - 2006 ohne Kostenkanal

Abbildungsverzeichnis

1 Zeitliche Entwicklung des Kostenkanals Belgien

2 Zeitliche Entwicklung des Kostenkanals Frankreich

3 Zeitliche Entwicklung des Kostenkanals Italien

4 Zeitliche Entwicklung des Kostenkanals Spanien

5 Inflationsverhalten (in %) Belgien

6 Inflationsverhalten (in %) Frankreich

7 Inflationsverhalten (in %) Italien

8 Inflationsverhalten (in %) Spanien

9 Makroäkonomische Daten Belgien

10 Makroökonomische Daten Frankreich

11 Makrookonomische Daten Italien

12 Makrookonomische Daten Spanien

13 GMM-Schätzung Belgien 1980 - 2006

14 GMM-Schatzung Belgien 1980 - 2006 ohne Kostenkanal

15 GMM-Schätzung Belgien 1980 - 1997

16 GMM-Schatzung Belgien 1980 - 1997 ohne Kostenkanal

17 GMM-Schätzung Belgien 1998 - 2006

18 GMM-Schatzung Belgien 1980 - 1997 ohne Kostenkanal

19 GMM-Schatzung Frankreich 1980 - 2006

20 GMM-Schatzung Frankreich 1980 - 2006 ohne Kostenkanal

21 GMM-Schatzung Frankreich 1980 - 1996

22 GMM-Schatzung Frankreich 1980 - 1996 ohne Kostenkanal

23 GMM-Schatzung Frankreich 1997 - 2006

24 GMM-Schatzung Frankreich 1997 - 2006 ohne Kostenkanal

25 GMM-Italien 1980 - 2006

26 GMM-Italien 1980 - 2006 ohne Kostenkanal

27 GMM-Schätzung Italien 1980 - 1997

28 GMM-Schätzung Italien 1980 - 1997 ohne Kostenkanal

29 GMM-Schätzung Italien 1998 - 2006

30 GMM-Schätzung Italien 1998 - 2006 ohne Kostenkanal

31 GMM-Schatzung Spanien 1980 - 2006

32 GMM-Schatzung Spanien 1980 - 2006 ohne Kostenkanal

33 GMM-Schatzung Spanien 1980 - 1997

34 GMM-Schatzung Spanien 1980 - 1997 ohne Kostenkanal

35 GMM-Schatzung Spanien 1998 - 2006

36 GMM-Schatzung Spanien 1998 - 2006 ohne Kostenkanal

1 Einleitung

Die Frage, wie Preise auf Änderungen der Geldpolitik reagieren, beschäftigt Ökonomen schon seit geraumer Zeit. Während man sich in früheren Untersuchungen stark mit der Nachfrageseite beschäftigte, fokussiert man sich in jungerer Zeit verstarkt auf die Ange- botsseite.[1] Ziel ist stets die Beantwortung der Frage, wie die Geldpolitik durch die Black Box[2] des Transmissionsmechanismus auf die Preise wirkt.[3] Das Interesse dieser Arbeit gilt ebenfalls der Ängebotsseite. Das verwendete Modell beruht auf der Grundidee, dass eine Zinssteigerung die Produktionskosten (z.B. äber verteuerte Kredite) erhöht und diese Kostensteigerung in Form von Preiserhähungen an den Verbraucher weitergegeben wird. Die Leitfragen lauten demnach: Wie groß ist dieser Effekt? Wie stark beeinflusst er die Inflation? Welche Implikationen bringt er fur die Geldpolitik mit sich?

Ausgangspunkt ist die in der Literatur nunmehr zur Erklärung der Geldpolitik gangige Neu-Keynesianische Phillips-Kurve (NKPK)[4], die die Inflation mit Hilfe der Inflations­erwartung und den Grenzkosten erklärt. In Anlehnung an Gali und Gertler (1999) sowie Gali, Gertler und Lopez-Salido (GGL, 2001) wird neben der Inflationserwartung auch die vergangene Inflation als eine weitere Erklaärungsvariable aufgenommen. Innerhalb dieses Modells wird der Zins als ein zusätzlicher Kostenfaktor eingeführt, so z.B. bei Chris- tiano, Eichenbaum und Evans (CEE, 1997), um die um den Kostenkanal erweiterte NK­PK (NKPK-K) zu erhalten. Barth und Ramey (2001) zählen zu den Ersten, die diesen Effekt empirisch untersuchen. Die aktuellsten Forschungsergebnisse bieten Chowdhury, Hoffmann und Schabert (CHS, 2006) sowie Ravenna und Walsh (2006).[5] Da es sich hierbei um ein junges Forschungsfeld handelt, ist die Literatur relativ äbersicht- lich. Dies hat den Vorteil, dass sich die gesamte Thematik gut abgrenzen und inhaltlich erschließen lasst. Zudem ist sie offen genug, um sich noch unerforschten Problemstellun­gen zu widmen. Besonders die Fragestellung, inwieweit sich der Effekt des Kostenkanals im Zeitablauf verändert hat, wurde in der bisherigen Literatur kaum behandelt.

So koännen sich Firmen und Banken durch die fortschreitende Finanzmarktliberalisierung und den Abbau von Informationsasymmetrien nun leichter international Liquidität äber Kredite verschaffen. Anderungen des Zinses in einem Land sollten daher den Kosten­kanalkoeffizienten weniger tangieren und dieser sollte sich dadurch im Zeitablauf ten­denziell abgeschwächt haben. Außerdem könnte auch die zunehmende Deregulierung der Finanzmärkte zu gesunkenen Kapitalkosten geführt haben. Zudem könnte darüber hinaus eine verstärkte Konkurrenz die Möglichkeit der Preiserhöhung in Folge von Zinssteigerun­gen erschwert haben, was den Kostenkanal ebenfalls abgeschwächt haben konnte.

Im Gegensatz dazu kann sich jedoch auch gerade durch die effizienter gewordenen Fi­nanzmarkte die Zinsweiterleitung[6] an die Kreditnehmer derart erhoht haben, dass die Kreditkosten viel stärker auf eine Änderung des Zinses reagieren und sich der Kostenka­nalkoeffizient im Zeitablauf eher verstäarkt haben sollte. Zudem kann auch eine verstaärkte Konzentrierung auf die Kapitalmärkte an Stelle des Bankenmarktes stattgefunden haben. CHS (2006) nehmen an, dass bankenorientierte Markte einen schwächeren Kostenkanal aufweisen als kapitalmarktorientierte.

Wir nähern uns dieser Fragestellung, indem wir zunächst fur Belgien, Frankreich, Italien und Spanien die NKPK-K fur den Zeitraum von 1980 bis 2006 (unseren Referenzwert) mit Hilfe der GMM-Methode schätzen. Anschließend fuhren wir Schatzungen fur den Zeitraum von 1980 bis 1990, 1980 bis 1991 usw. bis 1980 bis 2006 durch und vergleichen inwieweit der Kostenkanalkoeffizient vom Referenzwert abweicht. Dies geschieht sowohl mit Hilfe des Wald-Tests als auch durch eine graphische Analyse. Nachdem wir, ausgehend von diesen Analysen, einen Strukturbruch um etwa 1997 feststellen, betrachten wir anschließend das Inflationsverhalten nach einem geldpolitischen Schock fur den gesamten Zeitraum 1980 bis 2006 sowie den Zeitraum vor und nach dem Strukturbruch. Dies geschieht fur das Inflationsverhalten mit und ohne Kostenkanal.[7] Daruber hinaus gehen wir noch kurz auf die geldpolitischen Implikationen ein.

Die Ergebnisse sind nicht ganz eindeutig. Die Kostenkanalkoeffizienten sind sowohl ge­stiegen als auch gesunken. Fur das Inflationsverhalten hat dies unterschiedliche Auswir­kungen. Ein gestiegener Kostenkanalkoeffizient geht nicht unbedingt einher mit einem gestiegenen Einfluss auf die Inflation. So ist der Kostenkanalkoeffizient zwar in Belgi­en und Frankreich gestiegen, aber nur in Frankreich hat sein Einfluss auf die Inflation zugenommen, wäahrend er in Belgien gesunken ist. In Italien ist der Kostenkanalkoeffi­zient zwar gesunken, sein Einfluss hingegen gestiegen. In Spanien hat bei einem nahezu konstant gebliebenen Kostenkanalkoeffizient der Einfluss auf die Inflation abgenommen.

Um demzufolge eine Aussage über die Entwicklung des Einflusses des Kostenkanalkoeffi­zienten machen zu können, mussen stets die übrigen Koeffizienten mitbetrachtet werden. Wir künnen daher keine der zwei Hypothesen letztendlich bestütigen oder ablehnen.

Eine Geldpolitik, die allein die Inflation bekampft, kann aufgrund des Kostenkanals eine gleichzeitige Null-Inflation und Schließung der Produktionslücke nicht mehr erreichen. Eine Null-Inflation geht zu Lasten einer variierenden Produktionslucke. Je nach Stürke des Kostenkanals kann ein Produktivitatsschock zu einer Zinserhühung aber auch zu einer Zinssenkung fuhren.

Diese Arbeit stellt im zweiten Abschnitt die NKPK vor und erweitert sie zugleich um den Kostenkanal. Im dritten Abschnitt wird auf die verwendete GMM-Methodik eingegan­gen, wahrend im vierten Abschnitt, nach einer Übersicht über die empirische Literatur, die Ergebnisse dargelegt werden. Der funfte Abschnitt befasst sich mit der Stabilitüt des Kostenkanals und umfasst sowohl Hypothese, Methodik als auch Ergebnisse. In Teil 6 wird auf das Inflationsverhalten und in Abschnitt 7 auf die geldpolitischen Implikatio­nen eingegangen. Abschnitt 8 fasst die wichtigsten Ergebnisse zusammen, nimmt zu den Kritikpunkten Stellung und bietet einen Forschungsausblick.

2 Der Kostenkanal und sein Effekt

Dieser Abschnitt stellt ein Modell vor, welches den Zinssatz als ein inflationsbestimmendes Element beinhaltet. Wir beginnen in enger Anlehnung an Walsh (2003) mit der Herleitung der Neu-Keynesianischen Phillips-Kurve (NKPK).[8] Diese erweitern wir dann in einem zweiten Schritt um den Kostenkanal.

2.1 Das Neu-Keynesianische Model

Mittelpunkt des Neu-Keynesianischen Modells bildet, neben Lohn-, Zins- und Guterpreis- starrheiten[9], auch die mikroükonomische Fundierung des sich stets optimal verhaltenden Individuums (homo oeconomicus) in einem dynamischen Gleichgewichtsmodell. Im Sinne von Sidrauski (1967) wird zudem die Geldhaltung direkt in die Nutzenfunktion miteinbe- zogen.[10]

Das Modell beruht auf folgenden drei wesentlichen Annahmen:

1. Eine endogene Veränderung des Kapitalstocks wird ignoriert[11] und bei der Produk­tionsfunktion ganz weggelassen.
2. Der Markt ist durch im Wettbewerb stehende monopolistische Firmen gegeben, die sich zudem einer Calvo-Preisstarrheit (Calvo 1983) gegenübersehen. Dies bedeutet, dass die Firmen nicht in jeder Periode ihren Preis anpassen können und somit der in einer Periode gesetzte Preis uber mehrere Perioden hinweg Bestand hat.[12]
3. Die Geldpolitik wird lediglich auf die Bestimmung des Nominalzinses reduziert.

Die zwei Hauptakteure, Haushalte und Firmen, optimieren ihre Nutzen- bzw. Gewinn­funktion. Es folgt zunächst eine Betrachtung der Haushalte und dann eine der Firmen.

2.1.1 Haushalte

Als erstes betrachten wir die Nutzenfunktion Ut und das zusammengesetzte Konsum­gut Ct. Anschließend minimieren wir die Kosten des Haushaltes fur den Konsum und erhalten so dessen Preis. Diese Information setzen wir in die Budgetrestriktion ein. Eine Maximierung der Nutzenfunktion unter der Nebenbedingung der Budgetrestriktion ergibt schließlich die optimalen intertemporalen Allokationen.

Die Nutzenfunktion des Haushaltes setzt sich aus dem Konsum eines Gutes[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]der Geldhaltung [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] und der Arbeitszeit [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] zusammen und hat folgende funktionale Form:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Hierbei haben Konsum [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] und Geldhaltung[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] einen positiven und Arbeit[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] einen negativen Einfluss (sogenanntes Arbeitsleid) auf den Gesamtnutzen Ut. σ stellt die Elas­tizität des Konsums, b die des Geldes und η die der Arbeit dar. Es wird angenommen, dass die Haushalte unendlich lang leben. Der Lebensnutzen ergibt sich aus der Summe des Nutzens fär jede einzelne Periode. Da gegenwärtiger Nutzen zukänftigem Nutzen vorgezogen wird, muss zukunftiger Nutzen mit dem Faktor ßi abdiskontiert werden, wobei der Diskontfaktor β mit zunehmender Lebensdauer i ansteigt.[13]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Gleichung (7) stellt die Nachfragekurve nach Gut Cjt dar. Die Nachfrage nach Gut Cjt hängt sowohl von dessen Preis pjt als auch vom aggregierten Preisindex Pt ab. Weitere Parameter sind die Preiselastizitat θ und das Gesamtniveau Ct. Die Nachfragekurve wird später in die Gewinnfunktion der Firmen eingesetzt und erlangt so einen Einfluss auf das Preissetzungsverhalten.

Nach der Kostenminimierung von Ct erfolgt nun die Nutzenmaximierung der Haushalte mit Hilfe der Budgetrestriktion. Der Haushalt erhalt zu Beginn jeder Periode [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] eine Ent­lohnung in Hähe von [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten], wobei [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]den Nominallohn und [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] die Arbeitszeit darstellt. Dieses Geld kann er fur Konsum [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten][14] oder fär eine Anlage Dt zum Zinssatz [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] verwen­den. Zusätzlich erhalt der Haushalt aus der verzinsten Anlage[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] aus der Vorperiode ein Einkommen in Hähe von [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Zudem kann der Haushalt die Geldmenge Mt halten. Die Mäglichkeit für Konsum ist also durch [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] beschrankt.[15] Daraus wird:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Da die Kosten zur Erreichung von Ct durch Pt gegeben sind, maximiert der Haushalt die Nutzenfunktion (1) unter der Nebenbedingung der Budgetrestriktion (8). Da es sich hierbei um ein dynamisches Modell handelt, muss eine optimale intertemporale Allokation des Konsums, der Geldhaltung und der Arbeit stattfinden. Diese Bedingungen sind auch bekannt als „Euler-Gleichungen“.

Die optimal intertemporale Allokation des Konsums lässt sich zutreffend wie folgt be­schreiben: „The marginal cost of reducing consumption in t by one unit is exactly to the expected, discounted, marginal benefit of investing the unit of consumption in bonds in t and consuming the proceeds in [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] [16] (Holman (1998))“:[17]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Diese Gleichung wird später bei der Bestimmung des Inflationsverhalten benötigt. Bezüglich der optimalen intertemporalen Allokation von Arbeit entspricht die Grenzrate der Substitution zwischen Freizeit und Konsum dem Reallohn. Ökonomisch lässt sich dies so deuten, dass das Grenzleid der Arbeit dem jeweiligen Lohn entsprechen muss:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die letzte Gleichgewichtsbedingung setzt voraus, dass die Grenzrate der Substitution zwi­schen der Geldhaltung und dem Konsum gleich den Öpportunitäatskosten der Geldhaltung, die direkt mit dem Zins verbunden ist, sein muss:[18]

Gleichungen (9), (10) und (11) sind folglich die Gleichungen, die sich aus der Optimierung der Nutzenfunktion unter der Nebenbedingung der Budgetrestriktion ergeben und zwar jeweils in Abhangigkeit von Ct, Nt und Mt.

2.1.2 Firmen

Ausgehend von einer Produktionsfunktion minimieren die Firmen ihre Kosten, um an­schließend einen Preis pjt fur ihre Produkte festzulegen. Dafär benutzen sie eine Erläs­Kosten-Funktion, die die minimierten Kosten enthält.

Die Firmen befinden sich darüber hinaus in einem monopolistischen Guterwettbewerbs- markt und koännen zur Produktion lediglich Arbeitskraäfte einstellen oder entlassen. Zudem handeln die Firmen unter folgenden drei Bedingungen:

1. Es wird eine Produktionsfunktion mit konstanten Skalenertraägen angenommen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


[1] So z.B. Bernanke und Gertler (1995).

[2] Unter dem Begriff Black Box versteht man die Unkenntnis Uber den genauen Ablauf des Transmis­sionsmechanismus.

[3] Einen guten Uberblick bieten Goodfriend und King (1997).

[4] So z.B. bei Walsh (2003).

[5] Eine detaillierte Literaturübersicht folgt spater.

[6] Unter dem Begriff „Zinsweiterleitung“ wird der in der angelsächsischen Literatur verwendete Be­griff interest-rate-pass-through verstanden. Dies bedeutet, dass eine Zinsänderung durch die Zentralbank unmittelbar an den Kreditnehmer weitergegeben wird. Sollte die Zinsweiterleitung einen behabigen Cha­rakter aufweisen, so andert sich der Zins fär den Kreditnehmer weniger stark als die Zinsänderung durch die Zentralbank.

[7] Ohne Kostenkanal bedeutet, dass wir den Kostenkanalkoeffizienten der jeweiligen Schätzung gleich Null gesetzt haben. Darüber hinaus wurde auch das Inflationsverhalten untersucht, wo wir eine reine NKPK, also ohne KK, geschatzt haben.

[8] Eine detaillierte Darstellung der NKPK findet sich auch bei Woodford (2003).

[9] Siehe Felderer und Homburg (2003) für eine elementare Einführung in die Neu-Keynesianische Theo­rie.

[10] Ravenna und Walsh (2006) benutzen für ihre Analyse ein Modell, in dem die Geldhaltung nicht berücksichtigt wird. Diese Vereinfachung führt zu keinerlei Änderung, der für uns wichtigen Ergebnisse.

[11] In Anlehnung an McCallum und Nelson (1999) sowie Cogley und Nason (1995), die annehmen, dass das Kapital nur einen sehr geringfügigen Einfluss ausübt und daher vernachlässigt werden kann. CEE (2001) stehen dem eher kritisch gegenüber.

[12] Firmen müssen demnach ein dynamisches Optimierungsproblem losen (Neiss and Nelson (2002)).

[13] Die Vereinfachung von Ravenna und Walsh (2006) besteht darin, dass sie die Geldhaltung Mt/Pt

vernachlassigt haben. Die Nutzenfunktion wäre demnach: 0 в

[14] Man beachte, dass Pt durch Gleichung (6) definiert wurde und der Kostenminimierung entspricht.

[15] Wir haben die Budgetrestriktion insofern vereinfacht, dass wir (Pauschal-) Steuern und Gewinnaus­zahlungen aus Unternehmensbeteiligungen vernachlassigt haben. Dies kann getan werden, da diese bei den folgenden Ableitungen ohnehin entfallen würden.

[16] Unter Berücksichtigung des Optimalitütsprinzips und der rekursiven Beziehung kann das Problem für zwei Perioden [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] und [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] gelost werden und die Losung ist gültig für jede Periode [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] and [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] (Holman (1998)).

[17] Im Optimum gleicht eine Abnahme von Konsum und dadurch Nutzen in Periode t, dct einer dis­kontierten Nutzenzunahme (bedingt durch größeren zukünftigen Konsum) in Periode vJedes Gut Ct, welches nicht in Periode t konsumiert wird, kann der Haushalt in Hohe von Pt in Geldanlagen zum Zinssatz Rt anlegen. In der nächsten Periode [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] kann er dadurch Güter in Höhe von Rtpp [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] kaufen. Dies führt zur Gleichung [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] die problemlos zu Gleichung (9) umgestellt werden kann (Siehe Parker (2006)).

[18] Anstelle eine Einheit Mt zu halten, kann der Haushalt diese Einheit auch in Dt investieren und so einen Zins erwirtschaften.

Details

Seiten
89
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638712880
ISBN (Buch)
9783638714624
Dateigröße
1.5 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v75532
Institution / Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Note
1,0
Schlagworte
Kostenkanal Geldpolitik Eine Untersuchung Euro-Zone

Autor

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Titel: Der Kostenkanal der Geldpolitik: Eine Untersuchung für die Euro-Zone