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Der Fähigkeiten-Ansatz Amartya Sens und das Problem der Arbeitslosigkeit

Wie gerecht ist die Reform des deutschen Arbeitsmarkts? Eine Analyse von Hartz 4 und ALG 2 nach dem Gerechtigkeitsgrundsatz Amartya Sens unter Berücksichtigung der Folgen und Auswirkungen der Globalisierung

Hausarbeit (Hauptseminar) 2006 32 Seiten

Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte

Leseprobe

Inhalt

1. Vorwort

2. Amartya Sen: Ökonomie für den Menschen
2.1 Kritik an liberalen und utilitaristischen Gerechtigkeitsentwürfen
2.2 Tatsächliche Möglichkeiten und Fähigkeiten als breite Informationsbasis
2.3 Der Lebensstandard als Bewertungsmaßstab
2.4 Sen und das Problem der Arbeitslosigkeit

3. Der deutsche Sozialstaat unter den Bedingungen der Globalisierung

4. Die Neuausrichtung der deutschen Arbeitsmarktpolitik
4.1 Hartz 4 und das ALG 2
4.2 ALG 2: Grundsicherung für Arbeitssuchende
4.3 Der Grundsatz „Fördern und Fordern“ im Detail

5. Ist die „neue Arbeitsmarktpolitik“ nach Sen gerecht?
5.1 Berücksichtigung individueller Fähigkeiten und Möglichkeiten
5.2 Zumutbarkeit und Gerechtigkeit
5.3 Freiheit als Grundlage der Eigeninitiative
5.4 Der Lebensstandard mit ALG 2

6. Schlussfolgerungen

7. Zusammenfassung

8. Literatur

1. Vorwort

Menschen leben und arbeiten in einer Welt von Institutionen. Unsere Chancen und Aussichten hängen entscheidend davon ab, welche Institutionen existieren und wie sie vorgehen. Es ist nicht nur so, daß die Institutionen einen Beitrag zu unseren Freiheiten leisten, ihre Bedeutung läßt sich auch nur im Licht ihres Beitrags zu unserer Freiheit angemessen würdigen.[1]

Der Moralphilosoph, Wirtschaftsökonom und Nobelpreisträger Amartya Sen stellt bei all seinen Beurteilungen gesellschaftlicher Probleme einen Faktor als grundlegend heraus, den es zu berücksichtigen gilt: Den Wert des menschlichen Lebens an sich. Er bewertet die Freiheiten und Fähigkeiten der Menschen, die es ermöglichen, ein Leben zu führen, welches wertgeschätzt werden kann.[2] Sen entwirft damit eine Gerechtigkeitsvorstellung, die sich an den tatsächlichen Lebensbedingungen, an den Möglichkeiten und Fähigkeiten der Menschen orientiert. In diesem Zusammenhang bewertet er auch die Leistungen von Institutionen, die das Leben der Menschen prägen und begleiten.

Zum 1. Januar 2005 wurde in Deutschland mit dem „Vierten Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt“ („Hartz 4“) die grundlegende Reformierung und Neuausrichtung des Arbeitsmarktes Wirklichkeit. Mit der Einführung der „Grundsicherung für Arbeitssuchende“ (ALG 2) hat sich die Situation für Erwerbslose grundlegend geändert, der Wechsel von einem fürsorgenden hin zu einem aktivierenden Sozialstaat ist vollzogen.[3] Seither hat es zahlreiche Änderungen und Anpassungen der Grundsicherung gegeben, die Grundzüge des ALG 2 blieben davon jedoch unberührt.[4] Viele Menschen in Deutschland sind mit der neuen Arbeitsmarktpolitik nicht zufrieden. Die meisten Betroffenen fühlen sich zu stark in die Pflicht genommen, andere Kritiker bemängeln, die Einschnitte und die Forderungen nach mehr Eigeninitiative der Erwebssuchenden ginge nicht weit genug. Viele fühlen sich ungerecht behandelt.[5] Es stellt sich somit die Frage, wie gerecht die neue Grundsicherung für Arbeitslose ist? Wie gerecht ist das ALG 2 und Hartz IV? Auf diese Fragen soll mit Hilfe von Amartya Sens Konzeption der Gerechtigkeit eine Antwort gegeben werden. Als Maßstab hierzu wird Sens Ansatz der Verwirklichungschancen zu Grunde gelegt und die Neuausrichtung der Arbeitsmarktpolitik daraufhin untersucht, ob sie den individuellen Möglichkeiten und Fähigkeiten der Menschen genügend Freiraum lässt oder nicht. Dazu wird zunächst Sens Ansatz vorgestellt und begründet, warum dieser im Vergleich zu den Sichtweisen des Utilitarismus und des (radikalen) Liberalismus die breiteste Informationsbasis bietet. Es folgt eine Beschreibung und Einordnung der tatsächlichen Möglich- und Fähigkeiten in den Begriff des „Lebensstandards“, den Sen als übergeordneten Bewertungsmaßstab definiert, und eine Zusammenfassung der Äußerungen, die Sen explizit zum Problem der Arbeitslosigkeit in Industrienationen gemacht hat.

Nach einem kurzen Blick auf das Phänomen der Globalisierung und deren Auswirkungen auf das deutsche Sozialsystem sowie auf die Gesellschaft werden die Grundzüge der Reform der deutschen Arbeitsmarktpolitik vorgestellt. Die einzelnen Elemente der Grundsicherung für Arbeitssuchende werden im Kontext des Grundsatzes „Fördern und Fordern“ vorgestellt und so das Zusammenspiel von staatlicher Fürsorge und Eigeninitiative verdeutlicht.

Auf der Grundlage dieser Ausgangsbasis folgt die Analyse der Arbeitsmarktreform auf Übereinstimmung mit der Konzeption Sens. Die Arbeit schließt mit einer Schlussfolgerung der Analyse und einem Resümee, in dem ein Fazit gezogen werden soll, in wie weit sich Sens Ansatz der Befähigungen dazu eignet, als Leitbild für künftige Reformen des Sozialstaats zu fungieren.

2. Amartya Sen: Ökonomie für den Menschen

In seinem Werk „Ökonomie für den Menschen“, welches den Untertitel „Wege zu Gerechtigkeit und Solidarität in der Marktwirtschaft“ trägt, beschäftigt sich Amartya Sen eingehend mit dem Menschen und seinen individuellen Fähigkeiten und Bedürfnissen in der Marktwirtschaft. Im Mittelpunkt seiner Betrachtungen steht die Freiheit eines jeden Individuums. Er betont, dass nicht nur verschiedene Formen von Freiheiten anerkannt werden müssen, er sieht die individuelle Freiheit darüber hinaus als „soziales Gebot“ an, welches es bei jeder Entscheidung und Forderung zu beachten und zu schützen gilt.[6] Eine „ungehinderte und nachhaltige Handlungsfreiheit“ ist für ihn der „Hauptmotor“ für Entwicklung; in diesem Zusammenhang spricht er sich auch für die Demokratie und gegen eine autoritäre Staatsführung aus.[7]

2.1 Kritik an liberalen und utilitaristischen Gerechtigkeitsentwürfen

Sen baut seine Vorstellung von Gerechtigkeit auf einer Abgrenzung zu liberalen und utilitaristischen Gerechtigkeitsmodellen auf. Diese normativen Theorien schließen für ihn wesentliche Informationen aus, die so beim letztendlichen Urteil, ob eine Situation gerecht ist oder nicht, nicht berücksichtigt werden.[8] So lässt sich die für Sen essentielle Frage „Welche Qualität hat das Leben, das ich führe?“[9] unter liberalen bzw. utilitaristischen Gesichtspunkten nur einseitig und nicht ausschöpfend genug beantworten, um ein ausbalanciertes Urteil fällen zu können.

Der Liberalismus, in seiner radikalen Ausformung unter Nozick, aber auch unter gemäßigterem Verständnis eines egalitären Liberalismus wie ihn Rawls vertritt, legt sein Augenmerk auf die Sicherung der persönlichen Freiheiten und Rechte der Menschen. Sen beklagt diesen absoluten Vorrang der Freiheitsrechte, er bezweifelt, dass die Menschen dadurch, dass sie einen Schutz und eine Garantie ihrer Freiheiten genießen, generell im Vorteil sind. „Die kritische Frage richtet sich […] darauf, inwiefern mehr oder weniger Freiheit oder Rechte zu haben den persönlichen Vorteil einer Person vergrößert.“ Sen beklagt eine „Asymmetrie zu anderen Quellen des individuellen Vorteils.“[10] Bezüglich der „kompromissloseren Variante“ Nozicks wie auch Hayeks macht Sen außerdem auf „ziemlich entsetzliche Resultate“ aufmerksam, die bei einem absoluten Vorrang der Freiheit entstehen können. Er geht hier auch explizit auf die Situation von Arbeitslosen ein, deren libertäre Rechte zwar voll gewahrt sein können, die Betroffenen aber dennoch an Hunger leiden, da ihre „Zugangsrechte - so legitim sie auch sein mögen - ihnen nicht genug zu essen verschaffen.“[11]

Auch die gemäßigte Variante eines egalitären Liberalismus nach Rawls hat für Sen den Nachteil, dass sie die Folgen eines absoluten Vorrangs von Freiheit nicht berücksichtigt. Zwar versucht Rawls durch das so genannte Differenzprinzip, welches sich an den Grundsatz der Pareto-Optimalität anlehnt, die Situation eines Jeden auf einem akzeptablen Milieu zu halten.[12] Doch auch bei diesem Ansatz kann Sen nicht verstehen, warum „bitterste ökonomische Not, die eine Frage von Leben und Tod sein kann, von geringerem Rang sein [soll] als persönliche Freiheiten.“ Denn auch Rawls proklamiert einen Vorrang des Rechten vor dem Guten, was soviel bedeutet wie ein „Vorrang des Selbst vor meinen Zielen.“[13] Diese Vormachtsstellung ist für Sen ungerechtfertigt, der Wert der Freiheit müsste „sehr viel genauer qualifiziert werden“, damit seine Vormachtsstellung einsichtig wird.[14] Und obwohl Rawls den Menschen des Weiteren ein Recht auf bestimmte gesellschaftliche Grundgüter („primary social goods“, z. B. Vermögen und Einkommen) zusichert, wird dies von Sen ebenfalls kritisiert.[15] Er beanstandet, dass die Probleme und Chancen, in welcher Weise die Güter überhaupt genutzt werden können, nicht berücksichtigt werden.[16]

Der Utilitarismus im Gegenzug hat zwar die Folgen seiner Forderung (das „größte Glück für die größte Zahl“) im Blick, vernachlässigt dabei aber die Freiheitsrechte, die der Liberalismus zu streng einfordert.[17] Sen bemängelt zudem die Indifferenz gegenüber möglichen Ungleichheiten bei der Verteilung des Gesamtnutzens.

Das vom ökonomischen Positivismus definierte Menschenbild eines „homo oeconomicus“, eines rationalen, egoistischen Nutzenmaximierers, welchem auch der Utilitarismus und der Liberalismus nahe stehen, karikiert Sen, in dem er einen ebensolchen Menschen als „rational fool“ bezeichnet und sich damit von einer reinen Nutzenmaximierung als Lebensziel und von Sozialdarwinismus distanziert.[18] In diesem Zusammenhang macht er auf die Gefahr einer „psychischen Konditionierung“, der Anpassung an eine Situation des Mangels, aufmerksam. Er beklagt, der Nutzen-Maßstab, den der Utilitarismus für sein Gerechtigkeitsurteil zu Grunde legt, sei „allzu formbar, als daß er eine zuverlässige Richtlinie für Mangel und Benachteiligung abgeben könnte.“[19]

Sen übernimmt für seinen Ansatz der Gerechtigkeit sowohl die Vorzüge des Liberalismus als auch die des Utilitarismus und verbindet diese um zusätzliche Elemente - die der tatsächlichen Lebenschancen eines jeden Menschen. Er berücksichtigt dabei die unterschiedlichsten menschlichen Lebensformen anhand ihrer Eigenheiten und Einflüsse.[20] Sein Ansatz ist somit im Vergleich mit den beiden anderen Modellen der Gerechtigkeit der „Grundsätzlichere“; der, der mehr Facetten des Lebens berücksichtigt.[21]

2.2 Tatsächliche Möglichkeiten und Fähigkeiten als breite Informationsbasis

Die Berücksichtigung der individuellen Verwirklichungschancen eines Menschen stellt die erweiterte Informationsbasis des Ansatzes von Sen dar. Sen definiert den Begriff der Verwirklichungschancen anhand von „Funktionen“. Dieser auf Aristoteles zurückgehende Begriff umschreibt die Dinge, die ein Mensch gerne tut, oder die er gerne sein mag.[22] Verwirklichungschancen sind die Menge der Funktionen, die ein einzelner Mensch bewerkstelligen kann.[23] Sen fächert den Begriff der Verwirklichungschancen noch genauer auf, indem er zwischen den tatsächlichen Möglichkeiten und den tatsächlichen Fähigkeiten (capabilities) eines Menschen unterscheidet, die sie zwischen verschiedenen Funktionen (functionings) wählen lassen. Mit dieser Konkretisierung geht er genauer auf die unterschiedlichen Lebensbedingungen der Menschen ein:

Eine tatsächliche Möglichkeit ist etwas, das wirklich erreicht wurde, wohingehend eine Fähigkeit das Vermögen ist, etwas zu erreichen. Tatsächliche Möglichkeiten sind näher mit den Lebensbedingungen verbunden, denn sie stellen verschiedene Aspekte der Lebensbedingungen dar. Fähigkeiten sind dagegen im positiven Sinne mit Freiheit verbunden: Welche realen Chancen hat ein Mensch, das Leben zu führen, das er führen möchte.[24]

Diese Erklärung Sens macht deutlich, dass der Begriff der Fähigkeiten zum Teil in den tatsächlichen Möglichkeiten enthalten ist.[25] „Bedeutsam“ für ihn ist die Tatsache, dass diese Bewertungsmethode einen Maßstab enthält, der „bestimmte Freiheiten als Teil der Lebensbedingungen [an]sieht:“

Der weit gefasste Fähigkeiten-Ansatz befasst sich folglich nicht nur mit der Frage, aus welchem Komplex tatsächlicher Möglichkeiten jemand wählen kann, sondern auch damit, dass die tatsächlichen Möglichkeiten selbst in umfassender Weise die relevanten Aspekte von Freiheit widerspiegeln.[26]

Dadurch legt Sen seiner Konzeption einen positiven Freiheitsbegriff zu Grunde. Seine Theorie setzt an der Pluralität des menschlichen Lebens an und ermöglicht so die unter 2.1 aufgeworfene Frage „Welche Qualität hat das Leben, das ich führe?“ grundlegend zu beantworten. In Form des individuellen Lebensstandards als Bewertungsmaßstab werden die jeweiligen Verwirklichungschancen der Menschen berücksichtigt.

2.3 Der Lebensstandard als Bewertungsmaßstab

Amartya Sen wird zu den Neoaristotelisten gezählt. Diese stellen, wie Aristoteles, bei ihren Gerechtigkeitskonzeptionen die „Befähigung zu einem guten menschlichen Leben“ ins Zentrum.[27] Sens universalistische Gerechtigkeitstheorie tut dies unter dem Begriff des Lebensstandards, welcher sich als Zusammenschluss der tatsächlichen Möglichkeiten und Fähigkeiten definiert.[28] Er spricht sich somit gegen eine reine Definition des Lebensstandards als Wohlstand aus, obwohl er betont, dass „die Konzentration auf den Besitz lebenswichtiger Güter „in die richtige Richtung zeigt“ und „zweifellos für die Bewertung des Lebensstandards wichtig“ ist.[29] In diesem Zusammenhang negiert er ebenfalls einen Ansatz, der bestimmte Grundbedürfnisse in den Mittelpunkt stellt. Der Lebensstandard liegt für ihn „ in einer bestimmten Art zu leben.“ Grundbedürfnisse und Güterbedarf stellen für ihn nur „Zwischenstadien“ der Analyse dar.[30]

Grundlegende Angaben für eine Analyse des Lebensstandards sind die Funktionen (functionings). Sen ist sich durchaus bewusst, dass dies „natürlich eine riesige - möglicherweise endlose - Liste“ ergibt und die Bewertung der Funktionen „viele komplizierte Fragen“ aufwerfen wird.[31] Er gibt zwei Arten der Bewertung von Lebensstandards vor, die Standard- und die Selbstbewertung. Während die Selbstbewertung Auskunft darüber gibt, „wie ein Mensch seinen Lebensstandard im Vergleich zu anderen (gemäß seinem eigenen Wertesystem) beurteilt“, ordnet die Standardbewertung „die Lebensbedingungen dieses Menschen in eine allgemeine Rangordnung sozialer Standards“ ein. Für die Analyse der Neuausrichtung der Arbeitsmarktpolitik in Deutschland empfiehlt sich die Standardbewertung, die sich „auf eine gewisse (falls vorhandene) Einheitlichkeit der Urteile über die jeweilige Bedeutung verschiedener für wertvoll erachteter Dinge stützt.“[32] Dabei ist es für ihn kein Manko, wenn nicht alle Lebensstile für einen Vergleich herangezogen werden können.[33] Er besteht jedoch darauf, eine Gesamtklassifizierung der einzelnen Funktionen erst an „zweiter Stelle“ vorzunehmen, die Bewertung des Lebensstandards sollte „hauptsächlich unter dem Aspekt der tatsächlichen Möglichkeiten und Fähigkeiten gesehen werden.“ Und hierbei ist der Schwerpunkt auf die tatsächlichen Möglichkeiten zu legen, denn der Wert des Lebensstandards besteht für Sen aus dem Vorhandensein von verschiedenen Optionen.[34] Sen sagt selbst, dass sein Fähigkeiten-Ansatz nicht zu einer „bestimmten Bewertungstheorie führt.“[35] Die Begriffe des Lebensstandards und der der Befähigung kann man eher als Leerstellen ansehen, die mittels einer Analyse mit Inhalt gefüllt werden. Es wird ein im Vergleich zu liberalen, utilitaristischen und auch kommunitaristischen Gerechtigkeitstheorien weitaus komplexerer Untersuchungsrahmen vorgegeben, der eine flexible Handhabung aufzeigt und der konstitutiven Pluralität der Lebensdimensionen gerecht wird.[36] Gerechtigkeit im Verständnis Sens ist somit die Berücksichtigung möglichst aller verschiedener Lebensstandards (und damit verbunden aller Verwirklichungschancen) der Individuen einer Gesellschaft. Sens Ansatz wird deswegen auch als „Theorie der demokratischen Gleichheit“ bezeichnet.[37]

[...]


[1] Sen, Amartya: Ökonomie für den Menschen. Wege zu Gerechtigkeit und Solidarität in der Marktwirtschaft. Aus dem Englischen von Christiana Goldmann. München 2000. S. 175.

[2] Sen, Amartya: Soziale Gerechtigkeit und ökonomische Effizienz. In: Julian Nida-Rümelin/Wolfgang Thierse (Hrsg.): Philosophie und Politik II. Soziale Gerechtigkeit und ökonomische Effizienz. Kultur in der Diskussion Band 4. Essen 1998. S. 16.

[3] Irene Dingeldey: Aktivierender Wohlfahrtsstaat und sozialpolitische Steuerung. In: Bundeszentrale für politische Bildung (Hg.): Aus Politik und Zeitgeschichte 8-9/2006. S. 4.

[4] Hierzu siehe Kapitel 4.

[5] Zimmermann, Klaus F.: Eine Zeitwende am Arbeitsmarkt. Essay. In: Bundeszentrale für politische Bildung (Hg.): Aus Politik und Zeitgeschichte 16/20005. Bonn 2005. S. 3

[6] Sen, Amartya: Ökonomie für den Menschen. S. 9f.

[7] Ebd. S. 13f.

[8] Ebd. S. 73.

[9] Sen: Der Lebensstandard: Vorlesung II: Lebensgestaltung und Fähigkeiten. In: Otto Kallscheuer (Hg.): Amartya Sen. Der Lebensstandard. Aus dem Englischen Von Ilse Utz. Mit einem Nachwort von Otto Kallscheuer. Rotbuch Rationen. Hamburg 2000. S. 49.

[10] Sen: Ökonomie für den Menschen. S. 84: Als andere Quellen des Vorteils nennt Sen u. a. den Nutzen und das Einkommen.

[11] Ebd. S. 84f: Sen spricht in diesem Zusammenhang auch andere „Mangelerscheinungen“, wie medizinische Unterversorgung, an.

[12] Das Differenzprinzip besagt, dass ungleiche Behandlung nur dann zulässig ist, wenn sie auch dem am schlechtesten Gestellten zum Vorteil dient. Ein Vorteil des Einen darf also niemals zu einem Nachteil für einen Anderen werden.

[13] Sturma, Dieter: Universalismus und Neoaristotelismus. Amartya Sen und Martha C. Nussbaum über Ethik und soziale Gerechtigkeit. In: Wolfgang Kersting (Hg.): Politische Philosophie des Sozialstaats. Weilerswist 2000. S. 269.

[14] Sen: Ökonomie für den Menschen. S. 82f.

[15] Sturma: Universalismus und Neoaristotelismus. S. 271.

[16] Ebd. S. 271f: „Die Individualität von Personen konstituiert sich nicht allein in einem breiten Optionsfeld von Lebenschancen, sondern ist entscheidend davon abhängig, welche Lebenschancen ein Individuum überhaupt nutzen kann.“

[17] Sen: Ökonomie für den Menschen. S. 80: „Wir wollen nicht unbedingt glückliche Sklaven oder berauschte Vasallen sein.“

[18] Sturma: Universalismus und Neoaristotelismus. S. 260-266: Die „Sozial- und Moralitätsfremdheit“ des homo oeconomicus „liefert kein realitätstüchtiges Erklärungspotential. Der verengte Blick […] ist völlig außerstande, konkrete Fragen sozialer Ungleichheit einer angemessenen ökonomischen Bewertung zuzuführen.“

[19] Sen: Ökonomie für den Menschen. S. 80f: „Schon aus purem Selbsterhaltungstrieb neigen Benachteiligte dazu, sich mit ihrer Misere zu arrangieren.“ Als Beispiel führt Sen „stets unterdrückte Minderheiten in intoleranten Gesellschaften“ an, wie „hoffnungslos unterdrückte Ehefrauen in stark sexistischen Kulturen.“

[20] Ebd. S. 89-91: Sen unterscheidet 5 „Quellen“, die unterschiedliche Lebensformen bedingen: 1. Persönliche Eigenheiten wie Geschlecht und Alter. 2. Unterschiedliche Umweltbedingungen wie Klima und Infektionskrankheiten. 3. Unterschiede im sozialen Klima wie Verbrechensquote, soziale Beziehungen im Gemeinwesen und Bildungseinrichtungen. 4. Unterschiede in den relativen Aussichten wie Konventionen und Sitten und 5. Innerfamiliäre Verteilung des Einkommens nach Bedürfnis, Geschlecht und Alter.

[21] Sturma: Universalismus und Neoaristotelismus. S. 278.

[22] Sen: Lebensstandard: Vorlesung II. S. 54.

[23] Sen: Ökonomie für den Menschen. S. 95: „Oder, weniger formell ausgedrückt, [die] Freiheit [zu haben], unterschiedliche Lebensstile zu realisieren.“ Als Beispiel führt Sen einen Hungernden und einen Fastenden an. Der Hungernde hat keine Wahlmöglichkeiten, der Fastende hungert jedoch, obwohl er essen könnte. Somit hat der Fastende mehr Verwirklichungschancen als der Hungernde.

[24] Sen: Lebensstandard: Vorlesung II. S. 63f.

[25] Ebd. S. 65.

[26] Ebd.

[27] Sturma: Universalismus und Neoaristotelismus. S. 261.

[28] Sen, Amartya: Der Lebensstandard: Vorlesung I: Begriffe und Kritik. In: Otto Kallscheuer (Hg.): Amartya Sen. Der Lebensstandard. Aus dem Englischen Von Ilse Utz. Mit einem Nachwort von Otto Kallscheuer. Rotbuch Rationen. Hamburg 2000. S. 39.

[29] Ebd. S. 35.

[30] Sen: Lebensstandard: Vorlesung II. S. 49.

[31] Ebd. S. 54-57.

[32] Ebd. S. 56: Die Standards einer allgemeinen Rangordnung orientieren sich für Sen danach, „wie sie in den in der Gesellschaft weithin anerkannten Werten zum Ausdruck“ kommen. Die Selbstbewertung hingegen orientiert sich mehr an interpersonellen Vergleichen.

[33] Ebd. S. 59: „Es muss uns gar nicht beunruhigen, […] wenn man nicht zu allem und jedem was zu sagen hat.“

[34] Ebd. S. 64: „Man könnte also sagen, dass sich der Wert des Lebensstandards aus der Fähigkeit ergibt, unterschiedliche Arten von Leben zu führen.“ Für ihn ist es demnach wichtig, dass auch „ verfügbare Alternativen berücksichtigt werden.“

[35] Sen: Lebensstandard: Vorlesung I. S. 41.

[36] Kallscheuer, Otto: Amartya Sen - Politische Ökonomie als »moralische Wissenschaft«. Nachwort von Otto Kallscheuer. In: Ders. (Hg.): Amartya Sen. Der Lebensstandard. Aus dem Englischen Von Ilse Utz. Mit einem Nachwort von Otto Kallscheuer. Rotbuch Rationen. Hamburg 2000. S. 149.

[37] Wilsmann, Stefan: Lebenschancenkonzepte - Von Theodor Geiger über Otto Neurath bis zu Amartya Sen. In: Horst Pöttker/Thomas Meyer (Hrsg.): Kritische Empirie. Lebenschancen in den Sozialwissenschaften. Festschrift für Rainer Geißler. Wiesbaden 2004. S. 75.

Details

Seiten
32
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638803922
ISBN (Buch)
9783638807203
Dateigröße
548 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v75704
Institution / Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg – Seminar für Wissenschaftliche Politik
Note
1,0
Schlagworte
Fähigkeiten-Ansatz Amartya Sens Problem Arbeitslosigkeit Hauptseminar Politische Theorie/Hauptseminar WIrtschaftspolitik

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