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Strukturmerkmale des deutschen Bruttoinlandsprodukts

Entwicklung seit 1991

Seminararbeit 2006 20 Seiten

BWL - Allgemeines

Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Berechnungsgrundlagen
2.1 Der Wirtschaftskreislauf
2.2 Entstehung, Verwendung und Verteilung des Inlandproduktes
2.2.1 Entstehungsrechnung
2.2.2 Verwendungsrechnung
2.2.3 Verteilungsrechnung

3 Struktur des deutschen Bruttoinlandsprodukts seit 1991
3.1 Nominale und reale Preise
3.2 Wachstumsverlauf des Bruttoinlandsproduktes
3.3 Strukturmerkmale auf der Entstehungsseite
3.4 Strukturmerkmale auf der Verwendungsseite
3.5 Strukturmerkmale auf der Verteilungsseite

4 Fazit

5 Literatur- und Quellenverzeichnis
5.1 Literatur
5.2 Abbildungen

1 Einleitung

„Wir steigern das Bruttosozialprodukt“ - So tönte etwas ironisch in den achtziger Jahren des letzen Jahrhunderts der Nummer-Eins-Hit einer Band der Neuen Deutschen Welle. Ein Ohrwurm, der einer der zentralsten Messgrößen in der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung landauf, landab ungeahnte Bekanntheit verlieh. Auch heute ist ihr Nachfolger - das Bruttoinlandsprodukt - wohl eine wirtschaftliche Größe, die fast jedem geläufig ist, und es vergeht kaum ein Tag, ohne das darüber in den Wirtschaftsteilen der Tageszeitungen geschrieben wird.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) beschreibt als zentrale Größe das Wirtschaftsgeschehen eines Landes und liefert die statistische Grundlage für eine Reihe von Institutionen. Regierungsstellen, Wirtschaftsinstitute und Universitäten benötigen das Datenmaterial um Einschätzungen über die gesamtwirtschaftliche Lage treffen zu können.

Aber auch überstaatliche Organisationen wie beispielsweise die Vereinten Nationen, der Internationale Währungsfonds und insbesondere die Europäische Union greifen auf die nationalen Inlandsproduktberechnungen zurück. Letztere in erster Linie um die Einhaltung des Stabilitäts- und Wachstumspaktes zu überwachen.

Im folgenden Kapitel wird dargelegt auf welchen theoretischen Grundlagen die Berechnung des Bruttoinlandes erfolgt, und wie sie durchgeführt wird. Dabei wird zunächst das Kreislaufkonzept in der Volkswirtschaftslehre beschrieben und anschließend näher auf die drei Berechnungsmöglichkeiten des Bruttoinlandsprodukts eingegangen: Die Entstehungs- , Verwendungs- und Verteilungsrechnung. Im dritten Kapitel wir dann ausgehend von Datenmaterial des Statistischen Bundesamtes die strukturelle Entwicklung des deutschen Bruttoinlandsprodukts der letzten fünfzehn Jahre untersucht. Einführend wird zu Beginn des Kapitels auf die methodischen Probleme bei einem intertemporalen Vergleich hingewiesen.

2 Berechnungsgrundlagen

2.1 Der Wirtschaftskreislauf

Der Berechnung des Bruttoinlandsproduktes und anderer Größen der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung liegt die Vorstellung oder Annahme zugrunde, dass die wirtschaftlichen Vorgänge einen Kreislauf bilden.[1] Unter einem Kreislauf versteht man dabei ganz allgemein ein System aus mehreren Polen zwischen denen Ströme fließen.[2] Bedingung ist dabei, dass alle Pole direkt oder indirekt miteinander verbunden sind und von ihnen mindestens ein zu- und abfließender Strom ausgeht. Der Wirtschaftskreislauf im speziellen wird dabei als geschlossener Kreislauf definiert, d. h. es gilt als weitere Bedingung, dass an jedem Pol die Zu- und Abflüsse gleich groß sind.

Die Pole im Wirtschaftskreislauf sind die Wirtschaftssektoren d.h. private Haushalte und Unternehmen in der einfachsten Darstellungsform. Die zu- und abfließenden Ströme sind die jeweiligen Geld- bzw. Güterströme. (Abbildung 1)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1

Um zu berücksichtigen, dass Haushalte auch sparen und Unternehmen auch investieren bzw. Gewinne einbehalten wird ein fiktiver Vermögensänderungspol (auch Kapitalsammelstelle genannt) eingeführt. Um den vollständigen Kreislauf einer Volkswirtschaft abzubilden, bedarf es darüber hinaus der Einfügung des Sektors des Staates und des Auslandes und deren jeweiliger zu- und abfließender Ströme.

Der Übersichtlichkeit halber werden meist nur noch die monetären Ströme dargestellt. Abfließenden Ströme des Staatspols sind Güterkäufe, Transferleistungen, Subventionen und Faktoreinkommen an private Haushalte. Zuflüsse ergeben sich durch Steuern der Haushalte und Unternehmen sowie durch Kredite.[3]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2

Zusätzlich zu den bereits genannten Bedingungen liegen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung noch weitere Vorraussetzungen zu Grunde; man spricht auch von den „sieben Grundvoraussetzungen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung“.[4] Zusammenfassend lässt sich sagen, dass allen aufgezeichneten ökonomischen Aktivitäten (Produktion, Konsum, Vermögens- und Kreditbildung) tatsächliche Transaktionen zugrunde liegen müssen, die sich zeitlich, örtlich und wertmäßig bestimmen lassen. Die örtliche Bestimmung ist hierbei konzeptionell wesentlich für die Ermittlung des Bruttoinlandsproduktes, da hier nur Transaktionen im Inland erfasst werden, im Gegensatz zum eingangs erwähnten Bruttosozialprodukt (heute: Bruttonationaleinkommen), das die Wertschöpfung aller Inländer erfasst. (Inlandskonzept bzw. Inländerkonzept)[5]

Diese Aufzeichnungen werden der Komplexität halber zumeist in Kontoform geführt, wobei für jedes Wirtschaftssubjekt z. B. für ein Unternehmen vier Konten geführt werden, ausgehend von den vier ökonomischen Aktivitäten. So gibt es ein Produktionskonto, ein Einkommenskonto, ein Vermögensänderungs­konto und ein Finanzierungskonto. Da man jedoch in der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung nicht einzelne Wirtschaftssubjekte betrachten möchte, sondern versucht, einen Überblick über die wirtschaftlichen Prozesse in ihrer Gesamtheit zu erlangen, werden die einzelnen Konten aggregiert d.h. zusammengefasst. Durch Aggregierung der Produktionskonten aller inländischer Unternehmen gelangt man so beispielsweise zum Produktions­konto des Unternehmenssektors. Werden die Konten der Sektoren abschließend noch zusammengefasst, gelangt man zum Gesamtwirt­schaftlichen Produktionskonto, Einkommenskonto usw.

Zur Verdeutlichung hier die Zusammenfassung der Produktionskonten der Unternehmen und des Staates zum Gesamtwirtschaftlichen Produktionskonto.

[...]


[1] Vgl. Haslinger, Franz: Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung. 7. Auflage. München, Wien 1995. S. 6

[2] Hier wurde die Analogie eines Stromkreislaufes aufgegriffen. Die wohl berühmteste Analogie um den Wirtschaftskreislauf zu beschreiben ist der Blutkreislauf, die auf den Arzt und Gelehrten, Francois Quesnay (1694-1774) zurückgeht.

[3] Vgl. Frenkel, M/John, K. D.: Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung. 5. Auflage. München 2002. S. 29

[4] Vgl. Haslinger, Franz: Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung. 7. Auflage. München, Wien 1995. S. 10

[5] Vgl. Haslinger, Franz: Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung. 7. Auflage. München, Wien 1995. S. 59

Details

Seiten
20
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638808026
ISBN (Buch)
9783638903653
DOI
10.3239/9783638808026
Dateigröße
554 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v75880
Institution / Hochschule
Fachhochschule für Wirtschaft Berlin
Note
2,0
Schlagworte
Strukturmerkmale Bruttoinlandsprodukts Konjunktur Beschäftigung

Autor

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