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Die Phasen der geistigen Entwicklung nach Jean Piaget

Hausarbeit 2002 14 Seiten

Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik

Leseprobe

Gliederung

1) Einführung

2) Grundbegriffe der Entwicklungstheorie Piagets

3) Stufen der geistigen Entwicklung
3.1 sensumotorische
3.2 präoperationale
3.2.1 symbolisches/ präkonzeptuelles Denken
3.2.2 anschauliches/ intuitives Denken
3.3.3 Weitere Kennzeichen der präoperationalen Phase
3.3 konkretoperationale
3.4 formaloperationale

5) Kritik

Einführung

Der 1896 in der Schweiz geborene Biologe, Entwicklungspsychologe und Konstruktivist Jean Piaget hat eine der bedeutendsten Theorie zur kognitiven Entwicklung der kindlichen Intelligenz begründet. Mithilfe seiner wissenschaftlichen Untersuchungsmethode Méthode clinique (V-Raue 1997) fand er heraus, dass das Kind in Interaktion mit seiner Umwelt aktiv strukturen konstruiert. Die zu einem bestimmten Zeitpunkt vorhandenen Denkstrukturen definieren, wie das Kind die Welt erlebt und darstellt. In insgesamt vier Entwicklungsstadien werden die Strukturen durch Auseinandersetzung mit der Umwelt immer differenzierter und äquilibrierter und ein höheres Niveau erreichen. Im Alter von 15 Jahren hat der junge Mensch sich alle Operationen angeeignet. (Piaget 1991)

Zu Beginn der Klausur werde ich die Grundbegriffe der Entwicklungstheorie Piagtes Assimilation, Akkomodation, Adaption und Äquilibration erklären. Danach komme ich auf seine Stadientheorie zu sprechen und werde die präoperationale Phase besonders hervoheben. Abschließend stelle ich kritisch die positiven sowie negativen Aspekte seiner Theorie dar.

Grundbegriffe der Entwicklungstheorie Piagets

Der 1896 in der Schweiz geborene Piaget geht von einer interaktionistischen Grundannahme aus: die Erkenntnis entspringt der Interaktion von Subjekt und Objekt und nicht einem einzigen Bereich (Piaget 1991). Der Erwerb von Wissen ist somit ein allmählicher Entwicklungsprozess in Auseinandersetzung des Subjekts mit seiner Umwelt.

Das Kind leistet einen ständigen Prozess interaktiver Auseinandersetzung mittels seiner selbstregulierenden Funktionen Assimilation und Akkomodation. Dass eine rein assimilierte oder rein akkomodierte Aktivität auftritt, ist nach Piaget unmöglich. Nur ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen beiden Faktoren ist produktiv für die Entwicklung. Beide treten in jeder Entwicklungsstufe auf (Scharlau 1996).

Bei der Assimilation wird die Information, die das Individuum aufnimmt, so verändert, dass sie sich an in vorhandene Schemata (= strukturiertes Verhaltensmuster) einfügt (Kesselring 1999). Sie zielt also auf die Unterordnung der Umwelt an den Organismus. Man unterscheidet zwischen

1) Reproduzierter Assimilation (wiederholte Anwendung eines Handlungsschemas)
2) Generalisierter (Erweitern des Anwendungsbereichs)
3) Wiedererkennende Assimilation (Schemata werden ausdifferenziert)
4) Reziproke Assimilation (Zwei Schemata assimilieren sich ggs., oder bilden ein übergeordnetes Schema) (Piaget 1991)

Bei der Akkomodation werden die Schemata selbst verändert, um der Situation angemessen zu sein oder um nicht im Widerspruch zu anderen Schemata oder der Gesamtstruktur zu stehen. Akkomodation[1] zielt auf Veränderung des Organismus´ gemäß seiner Umwelt. Wenn das Kind Erfahrungen macht, die nicht in das vorhandene Schema passt, versucht es, diese durch Akkomodation einzubauen. Liegen die beiden Erfahrungen jedoch zu weit auseinander, wird kein Versuch der Lösung der Diskrepanz vorgenommen. Daher ist es wichtig, dass im Unterricht entwicklungsgemäße Inhalte und Medien vermittelt werden, die den jeweiligen kognitiven Strukturen entsprechen.

Wenn beide Faktoren im Gleichgewicht sind, so spricht man von Adaption (Anpassung).

Nach Piaget strebt jeder Organismus nach einem Gleichgewicht mit der Umwelt und sich selbst. Er versteht die Entwicklung als eine fortlaufende Folge von Gleichgewichts- und Ungleichgewichtszuständen, wobei das Ungleichgewicht vom Gleichgewicht selbstregulativ auf höherem Niveau abgelöst wird. Das Gleichgewicht auf höherer Ebene nennt er Ä quilibration. (Kesselring 1999).[2] Ein Gleichgewicht gibt es auf jeder Entwicklungsstufe, wobei das reversible Gleichgewicht mit jeder höheren Phase stabiler ist.

Stadien geistiger Entwicklung

Piaget hat im Laufe seiner Forschungen das Denken und Handeln des Kindes in insgesamt 4 Entwicklungsstadien[3] (-phasen) eingeteilt. Zentrale Frage hierbei ist die Erklärung der Herausbildung operatorischer Strukturen der integrierten Gesamtheit (Piaget 1991). Die Phasen erfüllen das Kriterieum der konstanten Reihenfolge, obwohl sie bei jedem Individuum durch Intelligenz und Milieu zu einem unterschiedlichen Zeitpunkt auftreten kann, sie sind durch ihre Gesamtstruktur gekennzeichnet , die die vorangegangene und nachfolgende Gesamtstruktur integriert (Inhelder, Piaget 2000). Die Stadien sind anhand spezifischer Fortschritte der kindlichen Logik und des kindlichen Gegenstandsverständnisses differenzierbar:

[...]


[1] Unter einer allgemeinen Akkomodation versteht man die grundsätzliche Angepasstheit der Aktivitäten des Organismus an die Wirklichkeit.

[2] (majorierende

Äquilibration = stabile, ausgedehntere Gleichgewichtsform. Zugrundeliegende Ansicht, Entwicklung des Erkennens müsse generell in Richtung eines zunehmend besseren Gleichgewichts verlaufen.)

[3] Eine Entwicklungsstufe ist ein Zeitabschnitt, in dem das Denken und das Verhalten eines Kindes eine spezifische geistige Grundstruktur widerspiegelt. Jedes Lernen ist ein Teil der Gesamtentwicklung, aber den generellen Einschränkungen der jeweiligen Phase unterworfen (Piaget 1991). Die Entwicklung von Fähigkeiten verläuft zwar kontinuierlich aber auf unterschiedlicher Ebene. Schemata aus der vorangegangenen Stufe werden integriert, neu organisiert und ausgeweitet.

Details

Seiten
14
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638148306
Dateigröße
748 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v7650
Institution / Hochschule
Technische Universität Dortmund – Psychologie
Note
Schlagworte
Phasen Entwicklung Jean Piaget

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Titel: Die Phasen der geistigen Entwicklung nach Jean Piaget