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Die Finanzierung der Aufrüstung und des Krieges im Dritten Reich

Hausarbeit 2007 24 Seiten

BWL - Wirtschafts- und Sozialgeschichte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.) Einleitung

2.) Der Finanzbedarf des Deutschen Reiches von 1933 bis 1945
2.1.) Die Ausgaben und Einnahmen des Deutschen Reiches von 1933 bis 1939
2.1.1.) Die Ausgaben
2.1.2.) Die Einnahmen
2.2.) Die Ausgaben und Einnahmen des Deutschen Reiches von 1939 bis 1945
2.2.1.) Die Ausgaben
2.2.2.) Die Einnahmen

3.) Die Finanzierung des Staatsdefizits
3.1.) Wirtschaftspolitische Maßnahmen
3.1.1.) Reinhardt-Programm
3.1.2.) Verordnung über die Festsetzung der Preise
3.1.3.) Gesetz über die Finanzierung nationalpolitischer Aufgaben des Reiches
3.1.4.) Die Kriegswirtschaftsverordnung
3.1.5.) Die Verordnung über die Lenkung der Kaufkraft
3.2.) Kreditaufnahme
3.2.1.) Öffa-Wechsel
3.2.2.) Mefo-Wechsel
3.2.3.) NF-Steuergutscheine
3.2.4.) Die kurz-, mittel- und langfristigen Finanzierungsinstrumente
3.2.4.1.) Reichsanleihen und verzinsliche Reichsschatzanweisungen
3.2.4.2.) Lieferschatzanweisungen und Schatzwechsel
3.2.5.) Ausweitung der Geldmenge
3.2.6.) Clearing

4.) Entwicklung der Verschuldung
4.1.) Entwicklung der Verschuldung von 1933 bis Kriegsbeginn
4.2.) Entwicklung der Verschuldung von Kriegsbeginn bis Kriegsende am 02. Mai 1945

5.) Fazit

6.) Tabellenverzeichnis

7.) Literaturverzeichnis

8.) Internetquellen.

1.) Einleitung

Einen Krieg zu planen, bedeutet für die planenden Strategen nicht nur Schlachtpläne zu entwerfen, sondern auch immer die Ausrüstung und die Versorgung des Heeres, der Marine, der Luftwaffe, sowie deren Verwaltungen mit einzuplanen. Nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg waren die militärischen Anlagen sowie Handfeuerwaffen, Artillerie, Panzer, Flugzeuge und Schiffe nur im eingeschränkten Maße verfügbar, bzw. in Deutschland kaum existent. Um einen Krieg führen zu können, musste erst eine starke Aufrüstung betrieben werden, um mit den anderen Großmächten gleichzuziehen, besser noch sie an militärischer Stärke zu übertreffen. Nach dieser Aufrüstung durfte aber auch während des Krieges die Versorgung mit Nachschub nicht versiegen.

Daher begannen die Nationalsozialisten nach ihrer Machtübernahme 1933 zunächst verdeckt, ab 1935 dann auch offen die Aufrüstung zu betreiben. Dabei sollte die Finanzierung der Wehrmacht den Vorrang vor zivilen Maßnahmen haben.[1] Auch die Wirtschaft wurde in diese Aufrüstungsbestrebungen miteinbezogen. Ziel war es, das deutsche Reich binnen kürzester Zeit bereit für einen Krieg zu machen. Dies wurde durch eine verstärkte Rüstungspolitik, sowie dem Versuch der Autarkisierung der deutschen Rohstoff- und Nahrungsmittelindustrie versucht zu erreichen.[2] Der Krieg sollte dazu dienen, dem deutschen Volk eine Erweiterung des Lebensraumes bzw. der Rohstoff- und Ernährungsbasis zu schaffen.[3]

Da die Aufrüstung binnen kürzester Zeit erfolgen sollte, war es der Regierung bekannt, dass man zusätzliche Mittel zur Verwendung haben musste, um diese Ziele voranzutreiben. Grade bei der Finanzierung dieser Aufrüstungsbestrebungen war der Staat auf die Banken sowie einige Großunternehmen angewiesen, da mit den erhobenen Steuern und Zöllen nur ein Teil der Ausgaben abgedeckt werden konnten. Nur mittels dieser Helfer war es für den Staat möglich die enormen Summen aufzubringen, die für die Aufrüstung und den Krieg notwendig waren.

In dieser Hausarbeit werde ich zunächst mit den Kosten für die Aufrüstung, sowie den sonstigen Kosten, den Finanzbedarf des Staates darstellen und dabei auch auf die Rolle und den Umfang der ordentlichen Einnahmen des Staates sowohl in der Aufrüstungs-, als auch in der Kriegsphase eingehen. Anschließend werde ich die verschiedenen verwendeten Finanzierungsmöglichkeiten, sowie deren Umfang aufzeigen, sowohl bei den eher verhaltenen Steuererhöhungen, als auch bei der immer stärker steigenden Staatsverschuldung. Danach werde ich kurz die Entwicklung der Staatsverschuldung von 1933 bis 1945 betrachten, und die daraus resultierenden Probleme darstellen, bevor ich dann im Fazit eine Beurteilung der verwendeten Finanzierungsmethoden vornehmen werde.

2.) Der Finanzbedarf des Deutschen Reiches von 1933 bis 1945

Die Planung, sowie die Durchführung von Kriegen hatten von der Vergangenheit bis in die heutige Zeit immer negative Auswirkungen auf den jeweiligen Staatshaushalt. Sowohl die Aufrüstung, als auch der Unterhalt eines Heeres können nur durch ausreichend vorhandene Geldmittel sichergestellt werden.[4] Jedoch kann man die Kosten eines Krieges im Vorhinein nicht exakt festlegen.

In diesem Kapitel werden zunächst die Ausgaben und die Einnahmen des Deutschen Reiches in der Aufrüstungsperiode von 1933 bis zum Kriegsbeginn am 01. September 1939 behandelt. Danach erfolgt dann die Betrachtung der Ausgaben und Einnahmen während der Kriegsperiode bis 1945.

2.1.) Die Ausgaben und Einnahmen des Deutschen Reiches von 1933 bis 1939

2.1.1.) Die Ausgaben

Am Tage des Kriegsbeginns, dem 01. September 1939, erklärte Adolf Hitler vor dem Deutschen Reichstag, dass seit der Machtübernahme der Nationalsozialisten Ende Januar 1933 bis zu besagtem Tag ein Betrag von etwa 90 Mrd. RM für die Aufrüstung ausgegeben wurden.[5] Jedoch wurde schon kurz nach Ende des Krieges bekannt, dass die tatsächliche Summe der Rüstungsausgaben vielmehr auf 60 Mrd. RM zu beziffern sei. Diese Zahl wurde von dem ehemaligen Reichsfinanzminister Schwerin von Krosigk während der Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen genannt. Bislang wurde diese Zahl von der Forschung als glaubhaft und realistisch angesehen. Erst die neuere Forschung konnte, nachdem ihr entsprechende Unterlagen aus dem ehemaligen Reichsfinanzministerium zugänglich gemacht worden war, die tatsächlichen Ausgaben für die Rüstung von 1933 bis 01. September 1939 auf rund 62 Mrd. RM festlegen.[6]

Tabelle 1: Ist-Ausgaben für die Wehrmacht 1933-1939 in Mrd. RM (Rechnungsjahre)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: nach Boel>

Aus Tabelle 1 kann man die getätigten Ausgaben für die Wehrmacht von 1933 bis zum Kriegsbeginn 1939 ablesen. Dabei ist zum einen ein Sprung der Ausgaben für die Wehrmacht von 1934 auf 1935 zu erkennen, was nicht zuletzt auch auf die Einführung der Mefo-Wechsel als Finanzierungsinstrument, auf welche später noch eingegangen wird, zurückzuführen ist, zu anderen eine nahezu Verdopplung der Ausgaben für die Wehrmacht im Jahre 1936 im Vergleich zu 1935. Hinzu kommt außerdem noch ein weiterer starker Anstieg der Ausgaben von 1937 auf 1938, was unter anderem auf den angelaufenen Vierjahresplan und die somit verstärkt vorangetriebene Rüstung zurückzuführen ist.

Zu den ausgewiesenen 62 Mrd. RM für die Aufrüstung müssen noch die Ausgaben für die zivilen Zwecke addiert werden, so dass die Gesamtausgaben des Deutschen Reiches von 1933 bis zum Kriegsausbruch 1939 rund 119,4 Mrd. RM betrugen[7]. Wenn man noch die Reichsautobahnschuld, sowie nicht eingelöste Steuergutscheine hinzu rechnet, dann erhält man einen Wert in Höhe von ca. 130 Mrd. RM für die Gesamtausgaben des Reiches in der Aufrüstungsperiode.[8]

2.1.2.) Die Einnahmen

Den im vorhergehenden Abschnitt genannten Ausgaben standen in der Zeit von 1933 bis zum Kriegsausbruch Einnahmen aus Steuern, Zöllen und sonstigen Einnahmen in Höhe von 81,8 Mrd. RM.[9] Diese sonstigen Einnahmen des Reiches waren vor allem Abführungen von Reichsbahn, Reichspost und Reichsbank in einer Gesamthöhe von 13,8 Mrd. RM.[10]

Da die genannte Summe der Einnahmen in Höhe von 81,8Mrd. RM aber nicht zur Deckung des Staatshaushaltes ausreichten, musste sich der Staat weitere Einnahmequellen erschließen.

Diese weiteren Einnahmequellen, die zum größten Teil Kreditierungsinstrumente waren, werden im Kapitel 3 noch ausführlich behandelt. In der Aufrüstungsperiode waren dies zunächst die Öffa- und Mefo-Wechsel, danach dann die NF-Steuergutscheine, sowie die Aufnahme von kurz- und längerfristigen Krediten.

2.2.) Die Ausgaben und Einnahmen des Deutschen Reiches von 1939 bis 1945

2.2.1.) Die Ausgaben

Während eines Krieges ist es im Allgemeinen nicht möglich die Ausgaben den Einnahmen anzupassen, sondern man versucht vielmehr die Einnahmen den Ausgaben anzupassen.

Die kassenmäßig erfassten Gesamtausgaben des Reiches betrugen etwa 657,38 Mrd. RM. Diese verteilten sich wie folgt auf Ausgaben für die Wehrmacht und auf andere zivile Ausgaben.

Tabelle 2: Die Ausgaben des Reiches im Kriege (Angaben in Mrd. RM)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Federau S. 59

Während des Krieges stiegen die Ausgaben für die Wehrmacht vom ersten bis zum fünften Kriegsjahr um 176%. Die Gesamtausgaben stiegen hingegen nur um 153 %. Der Anteil der Ausgaben für die Wehrmacht gemessen an den Gesamtausgaben beträgt mehr als zwei Drittel (67,69 %), der Anteil anderer ziviler Ausgaben hingegen weniger als ein Drittel (32,31 %). Allerdings wurden in dieser Tabelle nicht die Ausgaben für die Rückzahlungen fälliger Schulden mit hineingerechnet. Während des Krieges wurden bereits Schuldrückzahlungen in Höhe von etwa 856,63 Mrd. RM geleistet, so dass sich ein Gesamtbetrag der Ausgaben des Dritten Reichs im Kriege von 1514,01 Mrd. RM ergibt.

2.2.2.) Die Einnahmen

Zu Beginn des Krieges war die Haupteinnahmequelle des Staates das Aufkommen aus Steuern und Zöllen. Hinzu kamen noch die sonstigen Einnahmen aus dem Inland, die vor allem aus Abführungen von Reichbahn, Reichspost und Reichsbank, sowie aus Überschüssen von reicheigenen Unternehmen bestanden.[11]

Während des Krieges kamen zu den sonstigen Einnahmen noch die Einnahmen aus den Besatzungskosten. Besetzte, verbündete und neutrale Länder mussten Kriegsbeiträge und Erstattungen von Besatzungskosten an das Deutsche Reich zahlen. Diese Kriegsbeiträge stellten einen nicht unerheblichen Teil der Kriegsfinanzierung dar.

[...]


[1] Boelcke, Willi A.: Die Kosten von Hitlers Krieg, Paderborn 1985: S. 18

[2] Boel>

[3] Ebd.

[4] Boel>

[5] Federau, Fritz: Der Zweite Weltkrieg – Seine Finanzierung in Deutschland, Tübingen 1962: S. 19

[6] Boel>

[7] Ebd.

[8] Ebd.

[9] Federau: S. 20

[10] Boel>

[11] Federau: S. 31

Details

Seiten
24
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783638808828
ISBN (Buch)
9783638810906
Dateigröße
489 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v76616
Institution / Hochschule
Universität Mannheim
Note
2,3
Schlagworte
Finanzierung Aufrüstung Krieges Dritten Reich

Autor

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