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Déjà-vu!? - Die Wirtschaftskrisen der Bundesrepublik Deutschland in den 1970er und 1980er Jahren

Hausarbeit 2006 28 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Neueste Geschichte, Europäische Einigung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Weltwirtschaftskrise
2.1. Der Zusammenbruch
2.2. Das Scheitern des Liberalismus

3. Der Neubeginn

4. Die Krisen der frühen 1970er Jahre
4.1. Internationaler Zusammenbruch
4.2. Die Strukturkrise
4.2.1. Strukturwandel
4.2.2. Anhaltende Arbeitslosigkeit

5. Schlussbetrachtung

6. Literaturverzeichnis

7. Statistikenverzeichnis

1. Einleitung

Eine der ersten schweren globalen Krisen der Weltwirtschaft war die so genannte „Große Depression“ in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts: Ein unbändiger Konjunkturoptimismus und der Glaube an eine anhaltende Prosperität der amerikanischen Wirtschaft führten in den USA zu umfangreichen Aktienspekulationen. Allein zwischen 1927 und 1929 verdoppelten sich die Aktienkurse. Diese spekulative Loslösung der Aktienkurse vom realen Unternehmenswert und das Zusammentreffen mit einer Überproduktionskrise führten letztendlich zu der uns bekannten Weltwirtschaftskrise. Aus der Börsenkrise entwickelte sich durch die Kreditfinanzierung der Aktien und die daraus entstehenden nicht mehr zu deckenden Verluste rasch eine Bankenkrise. Das wiederum führte zu einem Konjunktureinbruch mit rapidem Produktionsrückgang, was wiederum hohe Arbeitslosigkeit zur Folge hatte. Zwar waren auch in den 20er und 30er Jahren des 20.Jahrhunderts Abschwünge im Wirtschaftskreislauf bekannt, doch fehlten sowohl für die Schwere als auch für die Dauer der Großen Depression jegliche Vergleichsmaßstäbe. Die bis dato bekannten Rezessionen ließen die Wirtschaftsleistung eines Staates nur selten um mehr als drei bis fünf Prozent fallen, wogegen zwischen 1929 und 1932 das Bruttosozialprodukt der größten Industrienationen um etwa 20 Prozent zurückging.[1] Die Arbeitslosenquoten stiegen auf bis dahin ungekannte Höhen: in Deutschland auf 30 %, in den USA auf 25 %. In Zahlen hieß das für Deutschland sechs Millionen Menschen ohne Arbeit, in den Vereinigten Staaten waren es sogar zwölf Millionen.[2]

Die große Krise führte zu radikaler Neuorientierung in Wirtschaftstheorie und Wirtschaftspolitik, sie bedeutete für ein halbes Jahrhundert das Ende des Laisser-faire und den Beginn einer antizyklischen, Vollbeschäftigung anstrebenden Wirtschaftspolitik. Nach der Weltwirtschaftskrise, dem NEW DEAL und dem zweiten Weltkrieg konnten die USA ein liberales Weltwirtschaftssystem etablieren, von dessen Funktionieren der Wohlstand der anderen Nationen abzuhängen scheint.[3]

Ab den 1950er Jahren trat die Weltwirtschaft in eine schier unaufhaltsame Wachstumsphase. Das „Goldene Zeitalter“ (1950-1973) bescherte vor allem den Ländern Westeuropas[4] und Japan[5] enorme Wachstumsraten. Gerade in Industrieländern, in denen man sich, wie in der Bundesrepublik Deutschland, an ein stetiges Wachstum des Bruttosozialprodukts gewöhnt hat, ist es nach dem Ölpreisschock von 1973 wiederholt zu Rezessionen gekommen. Seit den 1970er Jahren mussten diese einen Rückgang des wirtschaftlichen Wachstums, einen Anstieg der Massenarbeitslosigkeit sowie steigende Staatsverschuldungen verzeichnen.[6]

Die seitdem anhaltende Arbeitslosigkeit und die Diskussion um die Erneuerung der sozialen Sicherungssysteme zeigen, dass eine Rezession gerade in den wachstumsverwöhnten Industrieländern ernst genommen werden muss.

Um die Wirtschaftskrise(n) der 1970er Jahre einordnen zu können, soll der Ausgangspunkt unserer Betrachtung die Weltwirtschaftskrise Ende der 20er - Anfang der 30er Jahre des 20.Jahrhunderts sein. In der Wirtschaftsgeschichte stellt sie aufgrund ihrer Schwere und tiefgreifenden Wirkung auf das zeitgenössische ökonomische, politische und soziale System ein geeignetes Objekt zur Bewertung wirtschaftlicher Rezessionen dar. Die sich anschließende Betrachtung der bundesrepublikanischen Entwicklung hin zu den Krisen der 1970er Jahre soll hier den Vergleich ermöglichen. Die wirtschaftlichen Krisen seit den 1970er Jahren können gemäß ihren Erscheinungen als kleinere, weniger offensichtliche Weltwirtschaftskrisen interpretiert werden Vordergründig soll nichtsdestotrotz eine Analyse der bundesrepublikanischen Wirtschaftsstruktur erfolgen.

2. Die Weltwirtschaftskrise

Die Weltwirtschaftskrise ist der folgenschwerste wirtschaftliche Einbruch des 20.Jahrhunderts. Eine zyklische Depression traf mit dem vollzogenen Übergang zur Industriegesellschaft, mit einem enormen Bevölkerungswachstum und mit der Zerstörung des Welthandels durch den Protektionismus zusammen und wurde zur Katastrophe. Die allgemeine Katastrophenstimmung veränderte zunehmend die politischen und sozialen Rahmenbedingungen. Mit der Weltwirtschaftskrise endete in den westlichen Ländern die Phase des Liberalismus mit seinem Glauben an die Selbstheilungskräfte der Wirtschaft. Die große Krise führte zu radikaler Neuorientierung in Wirtschaftstheorie und Wirtschaftspolitik, sie bedeutete für ein halbes Jahrhundert das Ende des Laisser-faire und den Beginn einer antizyklischen, Vollbeschäftigung anstrebenden Wirtschaftspolitik.

2.1. Der Zusammenbruch

Das jahrelange beständige Ansteigen der Aktienkurse nahm mit dem 23. Oktober 1929 sein vorläufiges Ende. Der schier unbegrenzte Optimismus ließ bis dato für kritische Stimmen, welche in den „ungehemmten Spekulationen“ Gefahren einer „allgemeinen Depression“ sahen, kaum Platz.[7] Ausgelöst durch die Unsicherheit der Aktionäre wurde die New Yorker Börse von einer „Welle“ panikartiger Aktienverkäufe überrollt.[8] Hauptgrund der Panik war die Unsicherheit über den eigentlichen Stand der Aktienkurse. Diese Verunsicherung zeichnete sich am 23.Oktober ab, steigerte sich am „Black Thursday“ und erreichte ihren vorläufigen Höhepunkt am „Schwarzen Freitag“.[9] Die Kursverluste Ende 1929 bedeuteten einen Abbau bzw. eine Angleichung der recht unverhältnismäßigen Kursentwicklungen der Vormonate. Der Börsenkrach hatte zur Folge, dass sich der völlig übersteigerte Optimismus in sein Gegenteil verkehrte. Dem Zusammenbruch des Aktienmarktes folgte die Dekade der „Großen Depression“. Mit dem Börsenkrach bahnte sich eine Krise an, die aufgrund der internationalen Verflechtungen der Volkswirtschaften mit dem amerikanischen Kapital fast alle Wirtschaftsbereiche der Industrieländern erfasste und eine enorme, über mehrere Jahre hinweg auftretende, Schrumpfung der Wirtschaft zur Folge hatte (Ursachen der Weltwirtschaftskrise siehe Anhang). Erst die Tragödie des Zweiten Weltkrieges und „nicht etwa ökonomische Weisheit“ beendete die Depression.[10]

2.2. Das Scheitern des Liberalismus

Die Glaubensregeln der klassischen und neoklassischen Wirtschaftspolitik wurden in den zwanziger Jahren Staatspolitik: keine Eingriffe des Staates in die Wirtschaft, Geldwertstabilität, ausgeglichener Staatshaushalt, niedrige Steuern. Deren unterschiedliche Anwendung ließ die einzelnen europäischen Volkswirtschaften in ganz unterschiedlicher Intensität von der Weltwirtschaftskrise 1929-1939 betroffen sein.[11] Firmenzusammenbrüche, Bankenschließungen und Massenarbeitslosigkeit waren die unmittelbaren Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise. Die Zahlen der Erwerbslosen stiegen in Deutschland, Dänemark und Norwegen auf über 20 Prozent und erfassten in etwas gedämpfteren Ausmaße Schweden und Großbritannien.[12] Das Realeinkommen sank rapide, Armut und Kriminalität nahmen sprunghaft zu. Massenverelendung kennzeichnete das Alltagsleben breiter Bevölkerungsschichten. Für ältere Menschen bestand keinerlei Hoffnung auf eine Anstellung. Auch jüngere Arbeitslose mussten jede Chance eines kleinen Verdienstes ergreifen, um dem gefürchteten sozialen Abstieg und der Obdachlosigkeit zu entgehen. Viele Menschen erkannten nur noch im Freitod einen Ausweg aus ihrer existenziellen Not. Andere versuchten durch Heimarbeit, Hausieren und Tauschgeschäfte, den täglichen Überlebenskampf zu gewinnen oder zogen als Straßenmusikanten durch die Straßen. Für unzählige Frauen war Prostitution der letzte Ausweg. Die Situation war geprägt durch materielle Nöte und psychische Verarmung.[13]

Die Weltwirtschaftskrise hatte einen enormen Verlust des Vertrauens der Bevölkerungen in die kapitalistischen Systeme in Theorie und Praxis zur Folge. Fast überall wurden Politiker gewählt, welche Auswege aus der Krise über den Ausbau staatlicher Machtmittel versprachen. Deren Popularität nährte sich aus dem Ausbau von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen und staatlichen Steuerungs- und Kontrollmaßnahmen. Den Existenzängsten der Bürger wurde ein Ausbau der sozialen Sicherungssysteme entgegengestellt. Der erwartete Zusammenbruch des Kapitalismus verstärkte zudem die Attraktivität sozialistischer Alternativen und die Idee geschlossener Volkswirtschaften als Gegensatz zum Freihandel. Mit dem Kommunismus und Faschismus[14] konnten sich zwei „europäische Bewegungen mit Weltwirkung“[15] zu gangbaren Alternativen etablieren. Die Sowjetunion war, dank ihrer nahezu völligen Isolation, das einzige Land, welches von der Krise verschont blieb. Die stalinistische Industrialisierung führte sogar zeitgleich zu beeindruckenden Wachstumsraten, während die kapitalistischen Ökonomien im schier unaufhaltsamen Absturz begriffen waren.[16] Der Nationalsozialismus beeindruckte mit seinem Konzept der Krisenbewältigung mittels „kreditfinanzierter Arbeitsplatzbeschaffungs-programme“. „Hitler hatte [somit] bereits herausgefunden, wie man Arbeitslosigkeit kurierte, bevor Keynes mit der Erklärung fertig war, warum sie eintrat.“[17], so der britische Nationalökonom Joan Robinson.

Der soziale Druck in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen führte dazu, dass es zum Ausbau des „Organisierten Kapitalismus“ kam.[18] Die Rettung des Kapitalismus schien nur über die Einführung von Staats- und Sozialmaßnahmen erfolgreich zu sein.[19] Die Suche nach nichtsozialistischen Alternativen zum klassischen Laisser-faire hat einen ersten Erfolg (1932) in dem Reformprogramm„New Deal“ des amerikanischen Präsidenten Franklin D. Roosevelt.[20] Der Mythos „New Deal“ fand seinen Ausdruck in der Wiederbelebung der Gewerkschaften und der Einführung einer Arbeitslosen- und Rentenversicherung.[21] Unter den Demokratien in Europa bildete der Ausbau des schwedischen Sozialstaates den Arche-Typ des Wohlfahrtstaates.[22] Die epochale Abkehr vom Laisser-faire ist mit den Lehren des Briten John Maynard Keynes verbunden. Diese finden sich in seinem Hauptwerk von 1936: „Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes“. Die darin enthaltenen Überlegungen zum Sozialstaat und einer antizyklischen Wirtschaftspolitik wurde zum Wegweiser staatlicher Wirtschaftspolitik.[23]

Die Nachkriegsordnung der westlich-liberalen Welt darf allerdings nicht nur als Konsequenz aus den Erfahrungen der Zwischenkriegszeit verstanden werden. Die USA brauchten eine europäische Wirtschaft gleichwohl als Partner als auch als Stabilisator des Welthandels und ihres eigenen Absatzmarktes. Infolge der Kriegsschulden und Nachkriegsinflation war das kapitalistische Währungssystem in einer gravierenden Schieflage. Den USA gelang es daraufhin über das Abkommen von Bretton Woods[24] und gegen das Widerstreben Großbritanniens ein Weltwährungssystem auf Dollarbasis zu installieren. Dieses geschah über die Verpflichtung der Unterzeichnerstaaten, ihre Währungen einer Goldparität oder entsprechend einer Parität zum US-Dollar zu unterziehen. Das System beruhte auf der Gewährleistung einer freien Konvertibilität (Umtausch) der Währungen zu festen Wechselkursen. Die Gründung der Weltbank (Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung) und des Internationalen Währungsfonds sollten das System stabilisieren. Die Hochzollpolitik, der Protektionismus und der amerikanische Isolationismus der Zwischenkriegszeit sollten über Maßnahmen des internationale Handelsabkommen GATT (General Agreement of Tariffs and Trade) von 1947 überwunden werden und alsbald der Vergangenheit angehören.[25]

[...]


[1] Vgl. http://www.zeit.de/2001/44/200144_g-depression.neu.xml

[2] Vgl. http://www.zeit.de/archiv/1999/39/199939.biblio.serie_19_.xml?page=1

[3] Über das Verhältnis Europa und USA siehe auch den Festvortrag von Prof. Dr. h.c. Detlef Junker, Gründungsdirektor des Heidelberger Center for American Studies aus Anlass der 620. Jahresfeier der Universität Heidelberg am 22.Oktober 2005 unter http://www.hca.uni-heidelberg.de/media/pdf/presse/EuropaunddieUSA.pdf, Zugriff am 09.08.2006, hier S.6ff.

[4] Tabelle: Die jährliche Wachstumsrate des Bruttosozialprodukts zu Marktpreisen 1913-1984, in: Fischer, Wolfram u.a. (Hrsg.): Handbuch der Europäischen Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Band 6, Stuttgart 1987, S.86.

[5] Vgl. Katz, Richard: Japan: the system that soured-the rise and fall of the Japanese economic miracle, New York 1998, S.55ff.

[6] Vgl. Feldbauer, Peter \ Hardach, Gerd: Von der Weltwirtschaftskrise zur Globalisierungskrise: Wohin treibt die Peripherie? In: Peter Feldbauer ... (Hrsg.): Von der Weltwirtschaftskrise zur Globalisierungskrise. Wohin treibt die Peripherie? , Frankfurt a.M. \Wien 1999, S.9-22, hier S.16ff.

[7] Warburg, Paul M. nach The Commercial and Financial Cronicle, 9.März 1929, S.1444, zitiert nach: Galbraith, John Kenneth: Die Geschichte der Wirtschaft im 20. Jahrhundert. Ein Augenzeuge berichtet, Hamburg 1995, S.86.

[8] Vgl. Cameron, Rondo: Die Geschichte der Weltwirtschaft, Stuttgart 1992, S.208ff.

[9] Vgl. Walter, Rolf: Wirtschaftsgeschichte. Vom Merkantilismus bis zur Gegenwart, Weimar, Köln, Wien u.a. 2000, S.171ff; vgl. Galbraith: Augenzeuge, S.87ff.

[10] Vgl. Galbraith: Augenzeuge, S.91ff.

[11] Dazu mehr: Rothermund, Dietmar: Die Welt in der Weltwirtschaftskrise 1929-1939, Münster, Hamburg 1993, Kapitel 6: Europa in der Krise, S.52-65.

[12] Tabelle: Die Arbeitslosigkeit in europäischen Ländern 1920/24 – 1980/84, in: Fischer: Handbuch europäische Geschichte, S.102.

[13] Vgl. Jahoda, Marie\Lazarsfeld, Paul F.\Zeisel, Hans: Die Arbeitslosen von Marienthal. Einsoziographischer Versuch über die Wirkungen langandauernder Arbeitslosigkeit. Frankfurt a. M. 1999. (Erstauflage 1933). Eine Gruppe Wiener Sozialforscher unternahm 1932 eine Studie über das Textilarbeiterdorf Marienthal, mit Schilderungen der Lebenssituation während der Weltwirtschaftskrise.

[14] Benutzung des Wortes in dessen weiteren Sinne, als Bezeichnung für alle politischen Bewegungen und Herrschaftssysteme mit extrem nationalistischer, antidemokratischer und antikommunistischer Ideologie und autoritären Strukturen, vor allem den deutschen Nationalsozialismus.

[15] Bracher, Karl Dietrich: Europa in der Krise, Frankfurt a. M., Berlin, Wien 1979, S.30.

[16] Vgl. Gerschenkron, Alexander: Economic Backwardness in Historical Perspective, Cambridge 1962, darin Kapitel 10 (Notes on the Rate of Industrial Growth in Soviet Russia), S.254-269; Smith, Alan: Russia and the World Economy. Problems of integration, New York 1993, S.26ff.

[17] Joan Robinson: The Second Cirsis of Economic Theory. In: American Economic Review, Papers and Proceedings 62/1972, S.8, zitiert nach: Scheit, Gerhard: Totalität und Krise des Kapitals. Zur Kritik des Totalitarismus-Begriffs, in Streifzüge 4/2000 in: http://www.streifzuege.org/texte_str/str_00-4_scheit_totalitaet_und_krise.html am 12.11.2006.

[18] Vgl. Hardach, Gerd: Von Mariental nach Kenosha: Krisen im Zentrum der Weltwirtschaft, in: Feldbauer: Globalisierungskrise, S.33-50, S.40ff.

[19] Galbraith, Augenzeuge, S.116.

[20] Vgl. Galbraith, John Kenneth: Die Geschichte der Wirtschaft im 20. Jahrhundert. Ein Augenzeuge berichtet, Hamburg 1995, darin die Abschnitte 9 (Der New Deal) und 10 (John Maynard Keynes Revolution) 104-126; Eine Seite der Columbia-Universität zum New Deal: www.newdeal.feri.org.

[21] Vgl. Fearon, P.: Hoover, Roosevelt an American economic policy during the 1930s, in: Garside, W.R.(Hrsg.): Capitalism in crisis: international response to the Great Depression, London 1993, S.114-147, S.128ff.

[22] Gustafson, B.: Unemployment and fiscal policy in Sweden during the 1930s: myths and reality, in: Garside, W.R.(Hrsg.): Capitalism in crisis: international response to the Great Depression, London 1993, S.56-69, hier S.56: „sweden as the arche-typ of the welfare state“.

[23] Vgl. Keynes, John Maynard: Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes, Berlin 2002; Keynes Grundüberlegungen waren, dass ein langzeitiges wirtschaftliches Gleichgewicht auch von Unterbeschäftigung und Depression begleitet wird. Die Ursache fand er im Sparverhalten der Bürger, welche Konsum- und Investitionszurückhaltungen bedingten. Der Ausgleich, um die Differenz zu kompensieren, müsse nun durch den Staat erfolgen. Nur dieser besitze die nötigen Mittel, um über Staatsanleihen und staatliche Konjunkturprogramme die erforderliche Geldmenge über eine künstliche Nachfrage wieder in die Wirtschaft zurückzuführen. Die Schulden der öffentlichen Haushalte durch Beschäftigungsprogramme, Subventionen und Sozialausgaben seien also kein Übel, sondern notwendig zur Konjunkturbelebung. Der Staatsintervention zu Krisenzeiten mittels Staatsverschuldung stellte er eine Zurücknahme staatlichen Einflusses in Hochzeiten entgegen. In vielen kapitalistischen Ländern wurden, daraus ableitend, Regelements keynesianischer Wirtschaftspolitik feste Bestandteile der politischen Kultur. Der daraus resultierende Abbau sozialer Differenzen sollte die wirtschaftliche Entwicklung in der zweiten Hälfte des 20.Jahrhunderts störungsfreier gestalten.

[24] Währungs- und Finanzkonferenz der UNO im Juli 1944 mit 44 Staaten, von denen 30 das so genannte Abkommen von Bretton Woods im Dezember 1945 unterzeichneten.

[25] Vgl. Medick-Krackau, Monika / Robel, Stefan / Brandt, Alexander: Die Außen und Weltpolitik der USA, in: Knapp, Manfred / Krell, Gert (Hrsg.): Einführung in die Internationale Politik, München 2004, S.92-134, hier S.97ff.

Details

Seiten
28
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638823357
ISBN (Buch)
9783638824613
Dateigröße
485 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v76774
Institution / Hochschule
Technische Universität Dresden – Hannah-Arendt-Institut für Parlamentarismusforschung
Note
2,0
Schlagworte
Déjà-vu Wirtschaftskrisen Bundesrepublik Deutschland Jahren Hauptseminar

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