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Unterrichtsformen im Offenen Unterricht

Hausarbeit 2006 15 Seiten

Pädagogik - Schulpädagogik

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Charakteristika des „Offenen Unterrichts“
2.1 Gegenstück zum offenen Unterricht: Frontalunterricht
2.2 Warum offener Unterricht?
2.3 Aktionsformen des offenen Unterrichts
2.3.1 Freiarbeit
2.3.2 Offene Räume
2.4 Vorteile / Nachteile des offenen Unterrichts
2.5 Einsatzmöglichkeiten

3. Unterrichtsformen innerhalb des offenen Unterrichts
3.1 Indirekte Unterrichtsformen
3.1.1 Die erarbeitende Unterrichtsform
3.1.2 Die verarbeitende Unterrichtsform
3.2 Arbeitsformen
3.2.1 Einzelarbeit
3.2.2 Partnerarbeit
3.2.3 Gruppenarbeit

4. Planung von offenem Unterricht

5. Schlussbemerkung

Literatur:

Abbildungen:

1. Einleitung

Die Dominanz des lehrerzentrierten Frontalunterrichts in der bundesdeutschen Schullandschaft erscheint mehr als erschreckend. Die Schüler erscheinen dadurch immer unselbstständiger und sozial nur noch wenig kompetent zu sein. Doch welche Alternativen gibt es zu den herkömmlichen Formen des Unterrichts? So lautet eine der häufigsten Fragen im Angesicht der katastrophalen Ergebnisse bei PISA und anderen Studien. Die offene Unterrichtsform ist eine der häufigen Antworten, die im Folgenden auf ihre Stichhaltigkeit hin überprüft werden soll. Dabei werden die Formen des offenen Unterrichts sowie dessen Planung vorgestellt und gezeigt, dass auch die Abkehr von konservativen Unterrichtsmodellen gerade für die Kinder und Jugendlichen hilfreich sein kann, besonders bei dem Versuch, aus ihnen sozial kompetente und selbstständig und eigenverantwortlich handlungsfähige Erwachsene zu machen.

2. Charakteristika des „Offenen Unterrichts“

Der Begriff des „offenen Unterrichts“ folgt auf der Grundlage eines aktiven Lernbegriffes dem Prinzip der Öffnung von Schule und Unterricht. Charakteristische Bausteine und Merkmale des offenen Unterrichts sind so beispielweise eine anregende Lernumwelt in der Klasse mit Werkstattcharakter, freie und flexible Lernorganisation mit wenig Frontalphasen, kreative, selbsttätige Lernmethoden, akzeptierende Lernatmosphäre, Tages- und Wochenplan, Freie Arbeit gemäß eigener Entscheidung der Kinder, Dokumentation von Lernergebnissen im Klassenraum, projektorientiertes Arbeiten, Arbeitsmittel, die Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit ermöglichen und vieles mehr.[1] Demgegenüber steht das Prinzip der Emanzipation als Bildungsideal[2]: Emanzipation bedeutet hier die Fähigkeit, überflüssige und nicht demokratisch legitimierte Herrschaft und Zwänge zu erkennen, hinterfragen und gegebenenfalls überwinden zu können. Diese Offenheit kann sich auf verschiedene Teilmomente des Unterrichts beziehen, so beispielsweise auf Inhalte, Methoden, Formen, Lernkontrollen, Räumlichkeiten, Zeitplanung, Stundenplan, Fächer, Lernorte und Mittel.[3]

Der Begriff der „Emanzipation“ lässt sich in diesem Zusammenhang auch im sogenannten „Hamburger Modell“ von Wolfgang Schulz verankern. Schulz fasst Emanzipation pragmatisch und versteht darunter die möglichst weit gehende Verfügung des Menschen über sich selbst.[4]

2.1 Gegenstück zum offenen Unterricht: Frontalunterricht

Im deutlichen Gegensatz zum offenen Unterricht steht der lehrerzentrierte Unterricht, welcher den größten Teil der Unterrichtspraxis in der Bundesrepublik Deutschland ausmacht.[5] Der Unterricht besteht hierbei aus Sprach-Handlungsfolgen, nach denen der Stoff des Lehrplans vermittelt wird.

Der Handlungsspielraum der Schüler ist lediglich auf einige wenige reaktive Äußerungen begrenzt, man findet eine vollständige Fremdbestimmung der Schüler durch den unterrichtenden Lehrer vor.[6] Im Gegensatz zum offenen Unterricht ist der lehrerzentrierte Frontalunterricht als emanzipationsfeindlich zu betrachten, da dem Schüler sämtliche Entscheidungen abgenommen werden, „[der lehrerzentrierte Unterricht] fordert von den Kindern, sich bedingungslos dorthin zu begeben, wo der Lehrplan sie haben möchte“[7]. Neugier, Spontaneität und Solidarität der Kinder wird bei diesem Ansatz unterdrückt.

2.2 Warum offener Unterricht?

Aus dem Ansatz des lehrerzentrierten Frontalunterrichts heraus ergeben sich zahlreiche Motive für die Anwendung des offenen Unterrichts. Spontane Interessen des Kindes können befriedigt werden, der Unterricht bietet Raum für kindliche Aktivitäten und fördert die Bereitschaft und Fähigkeit zur Zusammenarbeit sowie auch die Selbstständigkeit und Selbststeuerung. Der individuelle Lernfortschritt des Kindes erscheint hierbei wichtiger als das Ergebnis.

2.3 Aktionsformen des offenen Unterrichts

2.3.1 Freiarbeit

Ziel der sogenannten Freiarbeit ist es, die Initiative und Selbstverantwortung sowie die Anbahnung autodidaktischen Lernens zu fördern. Der Lehrer arrangiert als Vermittler Lernsituationen und die Kinder beschäftigen sich teils individuell, teils in Paaren oder Kleingruppen[8] mit selbst gewählten oder vom Lehrer angebotenen Themen.. Die Schüler können aus einem reichen Angebot von Lern- und Arbeitsmitteln wählen. Die Freiarbeit fördert die unmittelbare Auseinandersetzung mit den Sachverhalten und ermöglich weitgehende Selbstkontrolle der Schüler und führt sie schrittweise in die Techniken des selbstständigen Arbeitens ein. Jedoch wird hierbei eine hohe Flexibilität des Lehrers vorausgesetzt.

[...]


[1] Grundwissen, S. 249

[2] Ramseger, S. 20

[3] Glöckel, S. 155

[4] vgl. Apel / Sacher, S. 211

[5] Ramseger, S. 13

[6] ebd. S. 20

[7] Ramseger, S. 20

[8] vgl. Punkt „Unterrichtsformen“

Details

Seiten
15
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638818827
ISBN (Buch)
9783640859955
Dateigröße
363 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v76917
Institution / Hochschule
Universität Leipzig – Erziehungswissenschaftliche Fakultät
Note
2,0
Schlagworte
Unterrichtsformen Offenen Unterricht Hauptseminar

Autor

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