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Grundlagen der Logik

Referat (Ausarbeitung) 2002 23 Seiten

Germanistik - Linguistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Schließen und Argumentieren

3. Die Aufgabe der Logik

4. Grundlegende Begriffe der Logik

5. Deduktion und Induktion
5.1. Deduktive Argumente
5.1.1. Konditionale Argumente oder bedingte Syllogismen
5.1.2. Wahrheitswerttafeln
5.1.3. (Kategorische ) Syllogismen
5.2. Induktive Argumente

6. Argumente in der Alltagssprache

7. Beispiele

8. Literatur

1. Einleitung

Diese Arbeit stützt sich zum größten Teil auf Klaus Bayers Einführung Argument und Argumentation, erschienen 1999. In seiner Einleitung bezeichnet er sein Buch als „Studienbuch“, das keine umfassende Darstellung der Logik bieten soll, sondern vielmehr als Leitfaden für Studienanfänger und Laien zur Analyse von Argumentationen konzipiert ist. Das Buch ist also eine Einführung, d.h. es werden keine Vorkenntnisse seitens des Lesers vorausgesetzt.

Bayer behandelt die Logik, da sie für weitergehende pragmatisch-rhetorische Analysen als Grundlage erforderlich ist. So faßt er den Begriff der Logik bewußt weit, wenn er nicht nur deduktive, sondern auch induktive Argumente miteinbezieht. Sein Ziel ist es, alltagssprachliche Texte mit Hilfe der Logik zu analysieren, allerdings führt er seine konkreten Analysen mit Hilfe des Schemas von Stephen Toulmin durch und beschränkt sich nicht ausschließlich auf die Mittel der Logik.

Argument und Argumentation besteht aus drei Kapiteln, wobei sich das erste, Argumentation und Argumentationsanalyse, vor allem den Begriffen selbst und den Voraussetzungen, die für ihr Verständnis wichtig sind, widmet. Im zweiten Kapitel, Der Aufbau von Argumenten, erläutert Bayer die für die Argumentation wichtigsten logischen Grundlagen und stellt anschließend kurz das Analyseschema von Stephen Toulmin vor. Das letzte Kapitel, Argumentation in sozialen Situationen, richtet sich auf die Anwendung des bisher Erarbeiteten; es soll in die vorliegende Arbeit jedoch nicht miteinbezogen werden, da sie sich ausschließlich den logischen Grundlagen widmet. Das gleiche gilt für Toulmins Analyseschema.

Bayer stützt sich in seinem Buch auf zwei Einführungen: Auf Kommunikation und Argumentation von Arne Naess und auf Wesley C. Salmon‘s Logik. Besonders das zweite Kapitel ist eng auf Salmons Einführung bezogen. Sie ist neben Bayers Studienbuch auch Grundlage dieses Referats.

Weiterhin wurde der 1980 erschienene Aufsatz von Klaus Brinker Zur logischen Analyse von natürlich-sprachlichen Argumenten miteinbezogen. Er dient hauptsächlich als Grundlage für die logische Analyse alltagssprachlicher Beispiele aus der Werbung, die im sechsten und letzten Teil vorgenommen wird.

Diese Arbeit beginnt mit der Definition der zentralen Begriffe Schließen und Argumentieren. Anschließend wird der Gegenstand der Logik umrissen, um zu klären, welche Aufgaben mit ihrer Hilfe erfüllt werden können. Darauf folgt die Erläuterung einiger grundlegender Begriffe, deren Kenntnis für das Verständnis der logischen Analyse notwendig ist. Im vierten Teil Deduktion und Induktion, dem Hauptteil dieser Arbeit, wird die logische Analyse von Argumenten im einzelnen dargestellt. Das Gewicht liegt dabei auf den deduktiven Argumenten, da nur sie im engeren Sinne Gegenstand der Logik sind, während induktive Argumente nie als ‚logisch gültig‘ bezeichnet werden können. Zum Schluß soll der Bezug zwischen Logik und Alltagssprache hergestellt werden. Hier wird untersucht, welche Voraussetzungen nötig sind, um alltagssprachliche Argumente logisch zu analysieren.

2. Schließen und Argumentieren

Gegenstand der Logik sind Schlüsse und Argumente. Sowohl schließen als auch argumentieren sind uns aus dem Alltag bereits bekannt. Wir schließen zum Beispiel wenn uns jemand sagt, seine Frau sei krank darauf, daß er verheiratet ist. Mit solche Schlüssen vollziehen wir den Übergang von etwas, das wir bereits wissen, zu etwas Neuem. Diese Schlüsse müssen nicht bewußt vollzogen werden.

Wird solch ein Schluß in eine sprachliche Form übertragen, spricht man von einem Argument. Argumente werden nach Bayer zu verschiedenen Zwecken verwendet, z.B. um Behauptungen zu begründen oder zu widerlegen, oder um etwas zu erklären oder zu rechtfertigen.

Der Begriff Argument wird in der Logik anders definiert, als man es aus der Alltagssprache gewohnt ist. Salmon formuliert seine Definition folgendermaßen:

Ein Argument besteht aus mehr als nur einer Aussage: es besteht aus einer Konklusion und den Gründen, die zu ihrer Stützung angegeben werden. (Salmon 1983, S. 8)

Argumente bestehen also aus mehreren Sätzen bzw. Aussagen, von denen einer die Konklusion und die anderen die Prämissen darstellen. Die Konklusion ist der Satz, den wir begründen wollen, die Prämissen haben den Zweck, die Konklusion zu stützen. Ein Argument wäre also z.B.:

Alle Katzen können klettern.

Tina ist eine Katze.

® Also kann Tina klettern.

Die beiden ersten Sätze sind Aussagen, die die Aussage des dritten Satzes stützen. Alltagssprachlich hätte man die ersten beiden Sätze als Argumente bezeichnet, die für die These (den dritten Satz) sprechen.

Bayer setzt an dieser Stelle seine Definition des Begriffs Argument deutlich vom Begriff der Argumentation ab. So definiert er Argumente als „Mengen von Sätzen“, hingegen Argumentationen als „sprachliche Handlungen“ (Bayer 1999, S. 16). Die Logik beschränkt sich auf die Analyse von Argumenten, das bedeutet, auf die Analyse der „Beziehung zwischen einer Konklusion und den Gründen, die zu ihrer Stützung angeführt werden“ (Salmon 1983, S. 7).

3. Die Aufgabe der Logik

Zwei zentrale Begriffe in der Logik sind Haltbarkeit und Relevanz. Mit beiden Begriffen können Funktionen von Prämissen beschrieben werden: Ihre Funktion als Tatsachenaussage und diejenige, nach der diese Tatsachen als Gründe für die Konklusion angeführt werden (vgl. Salmon 1983, S. 11). An folgendem Argument können die Begriffe erklärt werden:

München liegt in Deutschland.

Bäume sind Pflanzen.

® Also ist der Mount Everest der höchste Berg der Erde.

Obwohl beide Prämissen haltbar sind, denn nach unserem Verständnis können sie als ‚wahr‘ bezeichnet werden, sind sie in bezug auf die Konklusion nicht relevant.

Die Logik befaßt sich nicht mit der Haltbarkeit von Prämissen, da dafür Allwissenheit erforderlich wäre, sondern mit ihrer Relevanz. Das soeben genannte Argument ist also nicht korrekt, da zwischen den Prämissen und der Konklusion kein Bezug besteht. Anders im folgenden Beispiel:

Alle Bäume sind Reptilien.

Alle Gänseblümchen sind Bäume.

® Also sind Gänseblümchen Reptilien. (Bayer 1999, S. 88)

Dieses Argument ist korrekt, da die Prämissen die Konklusion stützen. Denn wenn die Prämissen wahr sind, dann muß auch die Konklusion wahr sein. (Auf diese Notwendigkeit wird bei der Beschreibung deduktiver Argumente näher eingegangen werden.) Daß die Prämissen nicht haltbar sind, ist nicht relevant.

Wie schon zu Anfang bemerkt beschäftigt sich die Logik mit Schlüssen und Argumenten. Nach Salmon besteht ihre Hauptaufgabe darin

Methoden bereitszustellen, die es ermöglichen, die logisch gültigen von den logisch ungültigen Argumenten und Schlüssen zu unterscheiden. (Salmon 1983, S. 7)

Zu bemerken wäre an dieser Stelle noch, daß damit induktive Argumente nicht in den Gegenstandsbereich der Logik fallen, da sie nicht als gültig bezeichnet werden können; da aber sowohl Bayer als auch Salmon von einem weiten Logikbegriff ausgehen, werden auch diese Argumente hier behandelt werden.

4. Grundlegende Begriffe der Logik

Bevor Bayer auf die logische Analyse von Argumenten eingeht, formuliert er semantische und kommunikationstheoretische Grundlagen, die Aufschluß über den Kontext von Argumenten geben und zentrale Begriffe klären (vgl. Bayer 1999, S. 68f).

Bayer nennt die einzelnen Sätze eines Arguments Formulierungen, da damit ausschließlich Wortketten bezeichnet würden, nicht aber Denkinhalte wie bei dem Begriff Aussage, den Brinker und Salmon verwenden. Der Begriff Formulierung ist aber insofern problematisch, als er auf stilistische Merkmale des Satzes hinzuweisen scheint. Diese sind für die Logik jedoch irrelevant. Hinzu kommt die Differenzierung der Begriffe Aussage und Formulierung von dem Begriff Sachverhalt. Ein Sachverhalt ist dasjenige, auf das sich eine Aussage bezieht, die in der Formulierung ausgedrückt wird. Für die logische Analyse sind allerdings nur die Sätze relevant, die als Formulierung (Bayer) oder Aussage (Brinker/Salmon) bezeichnet werden können. Im folgenden wird mit dem Begriff der Aussage gearbeitet werden.

Desweiteren widmet sich Bayer dem Begriff der Interpretation. Er weist daraufhin, daß es nötig ist, Aussagen so präzise wie möglich zu formulieren, damit bestenfalls nur eine Interpretation einer Aussage möglich ist. Er führt als Beispiel eine unpräzise Aussage an:

Peter kommt um sieben Uhr.

Die Formulierung ist insofern mißverständlich, als aus ihr nicht hervorgeht, ob Peter morgens oder abends kommt. Bayer führt weiterhin noch aus, welche Vorteile Definitionen für das gegenseitige Verständnis haben, und wie damit Scheineinigkeit und Scheinuneinigkeit vermieden werden können (Bayer 1999, S. 85f).

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Details

Seiten
23
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638825948
Dateigröße
482 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v77148
Institution / Hochschule
Universität Hamburg – Institut für Germanisik I
Note
1,0
Schlagworte
Grundlagen Logik Hauptseminar

Autor

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Titel: Grundlagen der Logik