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Darstellung und Diskussion des Konzeptes der offenen Ganztagsschule unter besonderer Berücksichtigung der Hausaufgabenbetreuung

Hausarbeit 2007 14 Seiten

Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik

Leseprobe

Gliederung

1 Einleitung

2 Die Ganztagsschule
2.1 Definition und Formen der Ganztagsschule
2.2 Unterschiede bei der offenen und gebundenen Form der Ganztagsschule

3 Die offene Ganztagsschule im Primarbereich
3.1 Konzept und Zielsetzung der OGS in NRW
3.2 Pro und Contra des Konzeptes der OGS

4 Besonderheiten der OGS – Betreuung und Erledigung der Hausaufgaben –
4.1 Funktion und Sinn der Hausaufgaben allgemein
4.2 Hausaufgabenbetreuung an der OGS

5 Praktische Umsetzung dieser Thematik am Beispiel der OGS Kaukenberg in Paderborn
5.1 Eigene Erfahrungen in der Hausaufgabenbetreuung

6 Schlussbemerkung und Ausblick

1 Einleitung

„Wenn einer allein träumt, so ist das nur ein Traum.

Wenn viele gemeinsam träumen, so ist das der Beginn einer neuen Wirklichkeit.“ Dom Helder Camara

Die veränderten Bedingungen, unter denen Kinder und Jugendliche heutzutage in Deutschland aufwachsen, haben es in den letzten Jahren erforderlich gemacht, den Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule neu zu überdenken. Die Ganztagsschule hat im Rahmen der Bildungssystemdebatte einen hohen Stellenwert erlangt. Vor allem nach den Ergebnissen der großen Leistungsvergleichsstudien, wie PISA und IGLU, wurden Ganztagsschulen als eine von möglichen Antworten in der Bildungspolitik ernsthaft diskutiert. Viele Schulen haben daraufhin mit dem Ausbau der der Ganztagsschulen begonnen. In NRW wurde v. a. das Modell der „offenen Ganztagsschule“[1] ausgeweitet. Dabei wird versucht, durch den Zusammenschluss verschiedenster Institutionen das traditionelle Bild von der Schule zu verändern. Sie soll weniger die Unterrichtsschule sein, sondern vielmehr eine Lebensschule ganzheitlicher Art werden, die auch eine veränderte Hausaufgabenpraxis fordert.

Die folgende Arbeit setzt sich mit dem Konzept der OGS kritisch auseinander. Dabei wird v. a. die Hausaufgabenbetreuung, welche eines der Hauptangebote an der OGS darstellt, näher betrachtet. Das erste Kapitel soll in die Thematik der Ganztagsschule einführen. Dazu wird diese zunächst mit einer Definition näher erläutert. Im Anschluss werden die beiden unterschiedlichen Modelle der Ganztagsgrundschule, das offene und das gebundene, vorgestellt. Im zweiten Kapitel soll das grundlegende Konzept der OGS beschrieben werden. Darüber hinaus befasst sich dieses Kapitel mit den allgemeinen Zielsetzungen und gesetzlichen Rahmenbedingungen der OGS. Die jeweiligen Vor- und Nachteile werden diskutiert. Auf die Darstellung der Hausaufgabenbetreuung als besonderes Angebot der OGS soll im dritten Kapitel näher eingegangen werden. Das Kapitel gliedert sich wiederum in zwei Unterkapitel. Im ersten wird der Sinn und die Funktion der Hausaufgaben näher aufgezeigt. Das zweite Teilkapitel beschreibt die Hausaufgabenbetreuung an der OGS. Das letzte Kapitel beschäftigt sich mit der praktischen Umsetzung der Hausaufgabenbetreuung an der OGS Kaukenberg. Die eigenen Erfahrungen werden geschildert, den theoretischen Leitlinien kritisch gegenübergestellt und durch anschließende Verbesserungsvorschläge ergänzt. Abgeschlossen wird die Arbeit durch eine kurze Zusammenfassung und einen Ausblick auf die möglichen Veränderungen.

Zur Vorbereitung auf diese Klausur habe ich mich schwerpunktmäßig mit folgender Literatur auseinandergesetzt:

1. Appel, S.: Handbuch Ganztagsschule. Konzeption, Einrichtung und Organisation. Schwalbach: Wochenschau Verlag 1998.
2. Becker, G.; Kohler, B.: Hausaufgaben. Kritisch sehen und die Praxis sinnvoll gestalten. Weinheim und Basel: Beltz Verlag 2002.
3. Beher, K.; Haenisch, H.; Hermens, C.; Liebig, R.; Nordt, G.; Schulz, U.: Offene Ganztagsschule im Primarbereich. Begleitstudie zur Einführung, Zielsetzungen und Umsetzungsprozessen in Nordrhein – Westfalen. Weinheim und München: Juventa Verlag 2005.
4. Holtappels, H. – J.: Ganztagsschule. Erwartungen und Möglichkeiten. Chancen und Risiken. Essen: Wingen Verlag 2004.
5. Ladenthin, V.; Rekus, J.: Die Ganztagsschule. Alltag, Reform, Geschichte, Theorie. Weinheim und München: Juventa Verlag 2005.
6. Rubner, J.: Bilden statt Pauken. Für eine neue Lernkultur an unseren Schulen. München: Ullstein Verlag 2003.

2 Die Ganztagsschule

2.1 Definition und Formen der Ganztagsschule

Die Begriffe Ganztagsschule, Ganztagsangebote, Ganztagsbetreuung, ganztägige Betreuung in der Schule u. Ä. werden häufig synonym verwendet, haben jedoch nicht die gleiche Bedeutung. Daher ist zunächst eine Begriffserklärung der Ganztagsschule notwendig. Der Schulausschuss der Kultusministerkonferenz hat Ende März 2003 den Begriff „Ganztagsschule“ wie folgt definiert:

„Unter Ganztagsschule werden Schulen verstanden, bei denen im Primar- oder Sekundarbereich I

- über den vormittäglichen Unterricht hinaus an mindestens drei Tagen in der Woche ein ganztägiges Angebot für die Schülerinnen und Schüler bereitgestellt wird, das täglich mindestens sieben Zeitstunden umfasst,
- an allen Tagen des Ganztagsbetriebs den teilnehmenden Schülerinnen und Schülern ein Mittagessen bereitgestellt wird,
- die nachmittäglichen Angebote unter Aufsicht und Verantwortung der Schulleitung organisiert und in enger Kooperation mit der Schulleitung durchgeführt werden und in einem konzeptionellen Zusammenhang mit dem Vormittagsunterricht stehen.

Es werden drei Formen unterschieden:

- In der voll gebundenen Form sind alle Schülerinnen und Schüler verpflichtet, an mindestens drei Wochentagen für jeweils mindestens sieben Zeitstunden an den ganztägigen Angeboten der Schule teilzunehmen.
- In der teilweise gebundenen Form verpflichtet sich ein Teil der Schülerinnen und Schüler (z.B. einzelne Klassen oder Klassenstufen), an mindestens drei Wochentagen für jeweils mindestens sieben Zeitstunden an den ganztägigen Angeboten der Schule teilzunehmen.
- In der offenen Form ist ein Aufenthalt verbunden mit einem Bildungs- und Betreuungsangebot in der Schule an mindestens drei Wochentagen von täglich mindestens sieben Zeitstunden für die Schülerinnen und Schüler möglich. Die Teilnahme an den ganztägigen Angeboten ist jeweils durch die Schülerinnen und Schüler oder deren Erziehungsberechtigte für mindestens ein Schulhalbjahr verbindlich zu erklären.“

2.2 Unterschiede bei der offenen und gebundenen Form der Ganztagsschule

Beide Formen der Ganztagsschule umfassen einen Zeitrahmen von 8.00 bis 16.15 Uhr, jedoch beschränkt sich der Pflichtunterricht an der „offenen Ganztagsschule“ meist auf den Vormittag. Danach gibt es ein betreutes Mittagessen und eine, meist freiwillige, Hausaufgabenbetreuung unter professioneller, pädagogischer Aufsicht. Die freien Wahlangebote und vielfältige Spiel- und Freizeitvorhaben sind weitgehend für die Nachmittagsstunden vorgesehen, so dass auch diese nur auf freiwilliger Basis bestehen. Es ist also möglich, die Bildungsstätte sowohl als Ganztagsschule wie als Halbtagsschule zu nutzen. Bei der „geschlossenen Ganztagsschule“ hingegen verteilen sich der Unterricht einschließlich der Freizeit- und Hausaufgabenerledigung auf den gesamten Schultag. Daher ist das Ganztagsangebot automatisch für alle Schüler verpflichtend. Den Schulen wird somit die Möglichkeit eingeräumt, für diese Zeit feste Pläne zu machen (vgl. Appel 1998).

[...]


[1] Diese wird im Folgenden mit der Abkürzung OGS bezeichnet.

Details

Seiten
14
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783638826525
Dateigröße
369 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v77914
Institution / Hochschule
Universität Paderborn
Note
1,3
Schlagworte
Darstellung Diskussion Konzeptes Ganztagsschule Berücksichtigung Hausaufgabenbetreuung

Autor

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Titel: Darstellung und Diskussion des Konzeptes der offenen Ganztagsschule unter besonderer Berücksichtigung der Hausaufgabenbetreuung