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Unterrichtsentwuf: Lernfeld 4 - Der Wirtschaftskreislauf - Kaufmann im Groß- und Außenhandel

Hausarbeit 2003 21 Seiten

Didaktik - BWL, Wirtschaftspädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Organisatorische Angaben

2. Bedingungsanalyse und erste pädagogische Konsequenzen
2.1 Zusammensetzung der Klasse nach Alter und Geschlecht
2.2 Vorbildung und Umfeld der SchülerInnen
2.3. Mitarbeit, Leistungsvermögen und Vorwissen der SchülerInnen
2.4 Vermutete Beziehungen der Schüler zum Lerninhalt
2.5 Äußere Einflussgrößen

3. Didaktische Analyse
3.1 Vorgaben des Lehrplans
3.2. Fachwissenschaftliche Einordnung des Themas
3.3 Didaktische Reduktion
3.4 Begründung des Themas

4. Lernziele, die in dieser Stunde erreicht werden sollen

5. Lehr- Lernprozessstruktur

6. Geplanter Unterrichtsverlauf (Synopse)

7. Anhang
7.1 Tafelbild (Informationsphase)
7.2 Zweites Tafelbild (Anfang Problemlösephase)
7.4. Fälle Partnerarbeit

8. Literaturverzeichnis

1. Organisatorische Angaben

Die Unterrichtsstunde wird am Donnerstag, 12.11.2003 in der dritten Stunde in einer Berufsschulklasse von Groß- und Außenhandelskaufleuten gehalten. Die Schule ist ein Berufskolleg für Wirtschaft und Verwaltung in Aachen.

Die Berufsschulklasse ist mir aus den in den vergangenen Monaten gehaltenen Wirtschaftslehre-Stunden bekannt. Das Fach Allgemeine Wirtschaftslehre wird im Umfang von zwei Wochenstunden unterrichtet. Das Thema der zu planenden Stunde lautet: „Der einfache Wirtschaftskreislauf: Warum gibt es Groß- und Außenhandelskaufleute?“

2. Bedingungsanalyse und erste pädagogische Konsequenzen

2.1 Zusammensetzung der Klasse nach Alter und Geschlecht

Die Berufsschulklasse besteht aus 12 Schülern bzw. Schülerinnen. Hiervon sind vier Schüler und acht Schülerinnen. Die Altersstruktur der Klasse variiert zwischen 17 und 20 Jahren.

2.2 Vorbildung und Umfeld der SchülerInnen

Fünf der zwölf SchülerInnen verfügen über einen Realschulabschluss, drei verfügen über den Fachhochschulabschluss und vier der SchülerInnen verfügen über Abitur. Während die Schüler mit Realschulabschluss im Bereich „Allgemeine Wirtschaftslehre“ keinerlei Vorkenntnisse besitzen, haben die Schüler mit Fachhochschulreife bzw. Abitur Teile des Unterrichtsfachs bereits durchgenommen. Die Klasse besteht durchweg aus deutschen Schülern, welche in einem Umkreis von bis zu 20 km von Aachen wohnen.

2.3. Mitarbeit, Leistungsvermögen und Vorwissen der SchülerInnen

Die Bereitschaft zur Mitarbeit ist in dieser Klasse durchweg gegeben. Bei drei Schülern ist allerdings eine Zurückhaltung zu erkennen, die jedoch meiner Meinung nach nicht durch ein grundsätzliches Desinteresse zu begründen ist, sondern lediglich durch fehlendes Vorwissen, was zu einer Unsicherheit bei diesen Schülern führt. Zu diesem Schluss komme ich, da es sich bei den drei Schülern um Schüler mit Realschulabschluss handelt und diese sich bei Wiederholungsfragen zur letzten Stunde freiwillig melden. Insgesamt ist ein angenehmes Arbeitsklima in der Klasse sowohl im Schüler-Lehrer Verhältnis als auch im Schüler-Schüler Verhältnis vorhanden.

Da, wie bereits erwähnt, teilweise Vorkenntnisse durch einige SchülerInnen vorhanden sind, müssen einige Begriffe, welche durch diese Schüler eingestreut werden, den jüngeren Schülern erklärt werden. Grundsätzlich ist jedoch festzuhalten, dass auch die SchülerInnen ohne Vorkenntnisse neue Sachverhalte verhältnismäßig schnell auffassen und sich somit der Unterrichtsablauf überwiegend problemlos darstellt.

In dieser Klasse sind, begründet durch die Sitzordnung[1] und durch das gute Verhältnis der Schüler untereinander, Partnerarbeiten problemlos möglich.

Bezogen auf den Unterrichtsstoff wurde in den letzten Unterrichtsstunden der „einfache Wirtschaftskreislauf“ bereits behandelt. Den Schülern ist daher die Kreislaufdarstellung und die Umschreibung der Sektoren „Unternehmen“, „private Haushalte“ und „Kapitalsammelstellen“ bekannt. Die Sektoren werden von den Schülern wie folgt differenziert: Unternehmen werden im Sinne von Unternehmen, mit der Zielsetzung der Erstellung von Gütern und Leistungen verstanden. Der Wirtschaftssektor „private Haushalte“ ist den Schülern als „Nachfrager/Konsument von Gütern“ bekannt. Kapitalsammelstellen werden als Banken oder Versicherungen verstanden.

Der dem Kreislaufschema zugrunde liegende Tauschverkehr (Angebot von Produktionsfaktoren gegen Einkommen bzw. Kauf von Gütern gegen Konsumausgaben) ist den Schülern ebenso vermittelt worden wie die Prämisse, dass den privaten Haushalten alle Produktionsfaktoren gehören. Der Unterschied zwischen einer stationären und einer erweiterten Volkswirtschaft, mit der Bedingungsgleichung „Investition = Sparen“ ist den Schülern ebenfalls aus der letzen Unterrichtsstunde bekannt.

2.4 Vermutete Beziehungen der Schüler zum Lerninhalt

Die hohe Bereitschaft zur Mitarbeit begründet sich unter anderem auch auf die Prüfungsrelevanz des vermittelten Stoffes. Den Schülern/Schülerinnen ist die Relevanz bewusst. Durch das Berufsfeld Groß- und Außenhandel können viele Themen exemplarisch am Berufsbild festgemacht werden, was ebenfalls zur Identifikation mit dem Lernstoff beiträgt.

Insgesamt ist eine positive, interessierte Grundeinstellung in dieser Klasse zu konstatieren.

2.5 Äußere Einflussgrößen

Die Sitzplätze im Klassenraum sind reihenförmig angeordnet, wobei kein Gang in der Mitte vorhanden ist. Ein „durch die Klasse gehen“ ist daher nur jeweils vor bzw. hinter den entsprechenden Reihen möglich. Da die SchülerInnen ohne Vorkenntnisse verteilt im Klassenraum sitzen, ist ein Arbeiten in Partnerarbeiten in dieser Klasse sehr gut möglich, da sich diese SchülerInnen hierbei mit denen, welche bereits über Vorkenntnisse verfügen, in der Partnerarbeit ergänzen.[2] Ein weiterer Grund für die Bevorzugung der Partnerarbeit gegenüber der Gruppenarbeit besteht darin, dass das Verrücken der Tische für Gruppenarbeiten zusätzliche Zeit in Anspruch nehmen würde, welche meines Erachtens besser in die Vermittlung des Lernstoffes investiert werden sollte.

Der Raum verfügt von der Tafel aus gesehen an der rechten Seite über eine breite Fensterfront, durch die eine Grünanlage zu sehen ist. In dieser Grünanlage ist jedoch kaum Publikumsverkehr, so dass diese nicht gesondert als eventueller Störfaktor zu berücksichtigen ist.

Der Klassenraum verfügt über zwei, übereinander angeordnete Tafeln und einen Overheadprojektor. Der Blick auf die Tafel ist von allen Plätzen aus gut möglich

3. Didaktische Analyse

3.1 Vorgaben des Lehrplans

Die Richtlinien und der Rahmenlehrplan für den Ausbildungsberuf „Kaufmann/Kauffrau im Groß- und Außenhandel“ bilden die Grundlage für den Unterricht in der Klasse.

Im Rahmenlehrplan wird unter dem Lernfeld 4: „Wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen kennen“ als allgemeines Unterrichtsziel formuliert:

„Die Schülerinnen und Schüler sind in der Lage und bereit, Wirkungszusammenhänge wirtschaftspolitischer Ziele und Maßnahmen zu erfassen, zu bewerten, gesamtwirtschaftliche Positionen zu entwickeln, diese allein oder gemeinsam zu vertreten und in die wirtschaftlichen Entscheidungen angemessen einfließen zu lassen.“

3.2. Fachwissenschaftliche Einordnung des Themas

Unter dem Wirtschaftskreislauf wird ein Modell verstanden, welches die Geld- und Güterströme zwischen den einzelnen Teilnehmern einer Volkswirtschaft übersichtlich darstellt. Hierbei wird üblicherweise zwischen dem einfachen, dem erweiterten und dem vollständigen Wirtschaftskreislauf unterschieden. Beim vollständigen Wirtschaftskreislauf werden Unternehmen, private Haushalte, Kreditinstitute, das Ausland und der Staat als Sektoren berücksichtigt. Unter Unternehmen versteht man in diesem Zusammenhang diejenigen Teilnehmer am Wirtschaftsgeschehen, welche Sachgüter oder Dienstleistungen produzieren und verkaufen bzw. anbieten. Unter privaten Haushalten werden diejenigen Teilnehmer verstanden, welche die Produktionsfaktoren Arbeit, Boden und Kapital anbieten und auf der anderen Seite Sachgüter und Dienstleistungen konsumieren. Man betrachtet lediglich die Beziehungen der einzelnen Sektoren untereinander, während die Beziehungen innerhalb der Sektoren unerwähnt bleiben. Während der einfache Wirtschaftskreislauf auf der Annahme einer geschlossenen, stationären Volkswirtschaft, d.h. ohne Aktivitäten mit dem Ausland und die Möglichkeit von Ersparnisbildung und Kreditaufnahme beruht, wird zunächst im erweiterten Wirtschaftskreislauf der Sektor „Kapitalsammelstellen“ eingeführt, der die Möglichkeit der Ersparnisbildung und Investition bietet. In diesem Zusammenhang wird die Grundgleichung „Investition = Sparen“ sowie „Einkommen= Konsum – Sparen“ erläutert. Durch Hinzunahme der Sektoren „Staat“ und „Ausland“ erhält man den „vollständigen Wirtschaftskreislauf.“ Unter dem Sektor „Ausland“ wird hierbei der „Rest der Welt“ verstanden, d.h. „alles, was nicht Inland ist.“ Eine weitere Differenzierung, wie etwa die in private Haushalte, Unternehmen, etc., findet nicht statt.

Die Beziehungen der Wirtschaftssubjekte untereinander können wie folgt beschrieben werden: Die privaten Haushalte wollen Konsumgüter kaufen und treten am Konsumgütermarkt somit als Nachfrager auf, die Unternehmen haben diese Konsumgüter produziert und möchten sie auf dem Konsumgütermarkt verkaufen, d.h. sie fungieren als Anbieter. Da die privaten Haushalte die Konsumgüter bezahlen müssen, fließen im Gegenzug zu den Konsumgütern monetäre Mittel an die Unternehmen. Dieses Geld steht den privaten Haushalten aber nur dadurch zur Verfügung, dass sie bereits auf dem Markt für produktive Leistungen mit den Unternehmen zusammentreffen. Hier jedoch fungieren die privaten Haushalte als Anbieter von Produktionsfaktoren (Arbeit, Boden, Kapital) und erhalten für deren Zurverfügungstellung an die Unternehmen im Gegenzug von diesen Geldeinkommen. Da die Geld- und Güterströme jeweils entgegengesetzt laufen, spricht man vom Wirtschaftskreislauf. (analog zum Blutkreislauf)

Da die Haushalte jedoch üblicherweise nicht ihr gesamtes Einkommen für Konsumgüter ausgeben, wird durch die Hinzunahme der Kapitalsammelstellen im erweiterten Wirtschaftskreislauf die Möglichkeit der Ersparnisbildung berücksichtigt. Umgekehrt benötigen die Unternehmen oftmals mehr Kapital als ihnen von den privaten Haushalten in Form von Konsumausgaben zur Verfügung gestellt wird. Dieses benötigte Kapital können sich die Unternehmen bei den Kapitalsammelstellen beschaffen. Auch diesem Umstand wird im erweiterten Wirtschaftskreislauf Rechnung getragen.

[...]


[1] siehe hierzu auch Punkt 2.5 „Äußere Einflussgrößen“

[2] siehe hierzu auch Punkt 5

Details

Seiten
21
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638836029
Dateigröße
483 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v78085
Institution / Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen
Note
1,3
Schlagworte
Unterrichtsentwuf Lernfeld Wirtschaftskreislauf Kaufmann Groß- Außenhandel

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