Lade Inhalt...

Im Spannungsfeld von Pädagogik und Management - Führen einer Weiterbildungsorganisation

Referat (Ausarbeitung) 2007 20 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Vorgehensweise
1.2 Begriffsklärungen

2. Im Spannungsfeld von Pädagogik und Management
2.1 Zwischen pädagogischem Anspruch und Managementdenken der pädagogischen Professionals
2.2 Die Besonderheit der Weiterbildungsorganisation

3. Weiterbildungsorganisationen erfolgreich führen

4. Das Führungsmodell für Weiterbildungsorganisationen

5. Schlussanmerkung

Literatur

1. Einleitung

Die Umwelt und Binnenstruktur von Weiterbildungsorganisationen unterscheiden sich essentiell von denen der Unternehmen, öffentlichen Verwaltungs- und auch Ausbildungsorganisationen im primären, sekundären und tertiären Bereich. Weiterbildungsorganisationen sind spezielle Organisationen, deren spezifischen Merkmale die Anforderungen an die Führung und damit an ein Management von Weiterbildung beeinflussen. Die Besonderheiten ergeben sich aus den typischen Eigenschaften der Weiterbildungsleistung, den charakteristischen Strukturmerkmalen und den speziellen Eckdaten des Weiterbildungsbereichs. Die Führungspersonen von Weiterbildungsorganisationen müssen sich dieser Spezifika bewusst werden und lernen, sie angemessen in ihr Managementhandeln zu implementieren. Dabei können sie auf bestehende Modelle zurückgreifen, welche allerdings den Besonderheiten von Weiterbildungsorganisationen noch zu wenig Rechnung tragen. Ein spezielles Führungsmodell für Weiterbildungsorganisationen wäre daher nicht nur von Vorteil, sondern auch erforderlich. Am Ende dieser Arbeit stelle ich deshalb kurz das Berner „Führungsmodell für Weiterbildungs­organisationen“ vor, welches versucht, diese Lücke zu schließen, indem es die Besonderheiten von Weiterbildungsorganisationen aufgreift und handhabbar macht.

Das Hauptaugenmerk meiner Ausführungen wird jedoch auf den Spannungsfeldern liegen, die sich meiner Meinung nach erst aus dem Spezialfall der Weiterbildungsorganisation konstituieren und sich zwischen dem pädagogischen Anspruch mit seinem aufklärerischem Impetus einerseits und dem Managementhandeln der Professionellen bzw. der Erwachsenenbildner andererseits bewegen.

1.1 Vorgehensweise

Nachdem ich grundlegende Begriffe geklärt habe, werde ich zunächst aus einer Metaperspektive das Spannungsfeld, um das es mir grundlegend geht – nämlich das Verhältnis von Pädagogik und Management in einer Weiterbildungsorganisation – aufgreifen und dabei in einem ersten Teil das Gewicht auf den pädagogischen Aspekt, in einem zweiten Teil auf einen managementbezogenen Aspekt legen. Danach soll es mir um das Charakteristische von Weiterbildungsorganisationen und den damit verbundenen Spannungsfeldern oder vielmehr den aus den Spannungsfeldern hervorgehenden konkreten Problemen gehen. Das heißt, dass ich ausgehend von dem speziellen Bereich der Weiterbildung im Bildungswesen, dem speziellen Kerngeschäft der Weiterbildung und der spezifischen Umwelt von Weiterbildungsorganisationen versuche, bestimmte Konfliktpotentiale aufzudecken. Im Anschluss daran interessieren mich Möglichkeiten und Ansätze, wie man bzw. ob man überhaupt mit solchen Spannungsfeldern umgehen kann, um eine Weiterbildungsorganisation erfolgreich führen zu können. Dabei komme ich auch kurz auf die Anforderungen an eine Führungsperson zu sprechen. Um ein konkretes Beispiel dafür zu geben, dass eine Verschränkung von Management und Pädagogik möglich ist, möchte ich im letzten Teil das o.g. Führungsmodell für Weiterbildungsorganisationen in seinen Grundzügen vorstellen. Zum Schluss bemühe ich mich noch um eigene Anmerkungen und Hinweise zum Thema insgesamt.

1.2 Begriffsklärungen

Bildung/ Weiterbildung

Bildung als ein „sprachlich, kulturell und historisch bedingter Begriff“ (Weber u.a., S. 9) steht hier für einen Entwicklungsprozess, der den Menschen sein Leben lang begleitet. Ziel ist die Erweiterung seiner „geistigen, kulturellen und lebenspraktischen Fähigkeiten und seine personalen und sozialen Kompetenzen. […] Bildung ist tendenziell Selbstbildung und damit das Resultat eines individuellen Lernprozesses. Es werden grundsätzlich formale, nicht formale und informelle Lernprozesse unterschieden: Formale Lernprozesse erfolgen in einer Bildungsinstitution. Nicht formales Lernen geschieht zwar beabsichtigt und organisiert, jedoch außerhalb einer Bildungsinstitution (z.B. Lernen im Betrieb) und informelles Lernen passiert unbeabsichtigt außerhalb einer Bildungsinstitution (z.B. nicht intendiertes Lernen im Prozess der Arbeit)“ (ebd., S. 9). Der Begriff der Weiterbildung, der häufig mit dem Begriff der Erwachsenenbildung gleichgesetzt wird, wurde im Jahre 1970 im „Strukturplan des Deutschen Bildungswesens“ durch den Deutschen Bildungsrat definiert und gilt darin als „eine Fortsetzung oder Wiederaufnahme organisierten Lernens nach Abschluss einer unterschiedlich ausgedehnten Bildungsphase“ (Merk, S. 38). Seither stellt die Weiterbildung die vierte Säule des deutschen Bildungswesens dar, und kann sich daher auch als spezifischen Bereich von den anderen drei Säulen abgrenzen.

Führung

„Führung (Management) bedeutet, Ziele zu formulieren und organisatorische Rahmenbedingungen zu gestalten, um Mitarbeitende so zu beeinflussen, dass diese Ziele mit ihrer Hilfe erreicht werden können. Weiterbildungsmanagement meint Führung einer Weiterbildungsorganisation und dient dem Lehren und Lernen von Erwachsenen“ (Weber u.a., S. 8).

Weiterbildungsmanagement

Weiterbildungsmanagement umfasst gemäß Merk die Funktionsbereiche der Analyse und Vorbereitung, der Planung und Organisation, der Entscheidung und Durchführung sowie der Wirkungskontrolle bei der Erzeugung von Bildungsmaßnahmen. „Von Weiterbildungsmanagement soll dann gesprochen werden, wenn das Lernen in der Form organisierter Lehr- und Lernprozesse stattfindet. Das schließt selbstorganisierte Lehr- und Lernprozesse ein, die durch Bildungseinrichtungen initiiert werden (Merk, S. 36).

Das Weiterbildungsmanagement muss den offenen und daher komplexen Charakter einer Weiterbildungsorganisation berücksichtigen, da sie in vielfältigen Beziehungen nach innen und außen steht und permanenten Veränderungen unterworfen ist. (vgl. Weber u.a., S. 8f)

Weiterbildungsorganisation

Nach Schäffter werden Organisationen „als ein Zusammenspiel verschiedener Fachkompetenzen zu einer komplexen Verknüpfungsstruktur verstanden“ (Schäffter, S., 63). In diesem Sinne ist die Weiterbildungsorganisation ein vernetztes System sich wechselseitig ergänzender Positionen in einer spezifischen Organisationsstruktur, in dem erst durch das stimmige Zusammenspiel der funktional ausdifferenzierten Arbeitsbereiche das Pädagogische in einer Weiterbildungsorganisation konstituiert bzw. verhindert wird (vgl. ebd., S. 63f). Die spezifisch „pädagogische“ Funktion der Weiterbildungsorganisation liegt demnach in der Koordination und Verknüpfung unterschiedlicher Einzeltätigkeiten, mit dem Ziel „Lernanlässe zu ermitteln, diese in Form von Bildungsangeboten aufzugreifen und zusammen mit den Teilnehmer/-innen in Lernprozesse umzusetzen, die es schließlich in fördernden Kontexten zu begleiten gilt.“ Das Pädagogische folgt „aus der planvollen Gewährleistung ihrer Leistung: nämlich das nicht zufällige, sondern intentional organisierte Lernen in Gruppen erwachsener Teilnehmer/-innen. An der Gewährleistung dieser Gesamtfunktion sind alle Teilbereiche in unterschiedlicher, jeweils besonderer Weise beteiligt“ (ebd., S. 63f).

[...]

Details

Seiten
20
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783638856669
DOI
10.3239/9783638856669
Dateigröße
477 KB
Sprache
Deutsch
Institution / Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg – Philosophische Fakultät III, Fachbereich Erziehungswissenschaften
Erscheinungsdatum
2007 (November)
Schlagworte
Spannungsfeld Pädagogik Management Führen Weiterbildungsorganisation Empirische Organisationsentwicklung

Autor

Zurück

Titel: Im Spannungsfeld von Pädagogik und Management - Führen einer Weiterbildungsorganisation