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Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Physiogeographische Detailuntersuchung
2.1. Mittelgebirge
2.1.1. Hunsrück
2.1.2. Taunus/Westerwald
2.2. Beckenlandschaften
2.2.1. Maifeld
2.2.2. Neuwieder Becken
2.3. Flusstäler

3. Kulturgeographische Detailuntersuchung
3.1. Siedlungsgenese
3.2. Städtische Siedlungen
3.2.1. Koblenz
3.2.2. Lahnstein/Boppard (es gibt noch mehr, aber nicht so wichtig)
3.3. Land-/Forstwirtschaft/Bergbau
3.4. Verkehr/Naherholung/Tourismus

4. Synthese

1. Einleitung

Das Kartenblatt L 5710 Koblenz zeigt einen Ausschnitt aus dem Rheinischen Schiefergebirge. Vier Mittelgebirge grenzen hier aneinander: Westerwald und Taunus auf der rechtsrheinischen, sowie Osteifel und Hunsrück auf der linksrheinischen Seite. Mit Rhein, Mosel und Lahn durchziehen drei bedeutende Flüsse das Kartenblatt

Aus politischer sich zählt der Raum zum Bundesland Rheinland-Pfalz und hat Anteile an den Landkreisen Mayen-Koblenz, Westerwaldkreis, Rhein-Lahn-Kreis, Rhein-Hunsrück-Kreis, Cochem-Zell sowie der kreisfreien Stadt Koblenz, wobei letztere Stadt neben Lahnstein und Boppard auch die wichtigste Siedlung im Kartenblatt darstellt. Großräumig ist das Gebiet in das Städtenetz Köln, Bonn, Trier, Mainz und Wiesbaden einzuordnen.

Wie eingangs erwähnt zeigt die Karte Ausschnitte aus mehreren Landschaften und damit auch aus verschiedenen morphologischen und geologischen Einheiten. Für den physiogeographischen Teil bietet sich folglich ein länderkundlicher Vergleich an. Die Kulturgeographie als jahrhunderte langer Entwicklungsprozess lässt sich dagegen besser historisch-genetisch über das ganze Blatt darstellen. Zusammenhänge zwischen Physischer und Kulturgeographie lassen sich an zahlreichen Stellen im Kartenblatt belegen.

2. Physiogeographische Detailuntersuchung

Abb. 2: Geologie

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Devon Schiefer

Devon Quarzit

Quartär Löss

Quartär Vulkanite

Quartär Flussablagerungen

Flüsse

2.1. Mittelgebirge

2.1.1. Hunsrück

Das Teilgebiet Ia markiert die nordöstlichen Ausläufer des Hunsrücks und wird von Mosel und Rhein begrenzt. Wie das gesamte Gebiet gehört es zur Rhenohercynischen Zone der Varisziden. Mit 451m liegt in diesem Gebiet der höchste Punkt des Kartenblattes (93,5/66,5). Nach allen Seiten fällt das Gebirge steil ab, da die begrenzenden Flusstäler deutlich tiefer liegen. Bis auf einige Rodungsinseln ist das gesamte Gebiet bewaldet, ein Indiz, welches auf ungünstige Bodenverhältnisse schließen lässt (wobei hier auch die Steilheit des Reliefs zum Tragen kommt). An einigen Stellen finden sich Felssignaturen, die für hartes, anstehendes Gestein sprechen. Flussparallel verläuft im zentralen, höchsten Teil die lokale Wasserscheide zwischen Mosel und Rhein. Die Höhen werden durch zahlreiche Flüsse entwässert, die sich in Form von V-Tälern tief in das Gebirge eingeschnitten haben. Der Hunsrück ist Teil des linksrheinischen Schiefergebirges, somit also im Wesentlichen aus devonischen Schiefern aufgebaut, die Felssignaturen sind Quarzitgänge (s. Signatur „Quarzit“ 90/67). Nach der Hebung des Gebietes während der variskischen Orogenese, wurde das Relief im Perm flächenartig eingeebnet. Mit der erneuten Hebung im Zuge der alpidischen Orogenese kam es zum einschneiden der Flüsse Rhein und Mosel. Hier handelt es sich folglich um antezendente Durchbruchstäler. Des Weiteren wurden im Perm Rumpfflächen unter wechselfeucht-tropischen Bedingungen gebildet, ein Charakteristikum deutscher Mittelgebirgslandschaften (z.B. 95,5/66,5). Ebenfalls kam es zur Einschneidung der kleineren Flüsse, die sich vermutlich im Zusammenhang mit der saxonischen Bruchtektonik an tektonisch angelegten Störungslinien orientieren. In der Karte wird dies an einigen Stellen durch die orthogonal zur variskischen Streichrichtung verlaufende Fließrichtung der Gewässer deutlich. Mit der stufenweise erfolgenden Einschneidung des Rheins bildete dieser Terrassen aus. Reste solcher Flächen sind u.a. westlich von Spay (02/68) zu erkennen. Aufgrund ihrer flächigen Ausbildung werden diese heute landwirtschaftlich genutzt. Vermutlich sind hier Kiesvorkommen zu finden.

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Details

Seiten
7
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783638863506
DOI
10.3239/9783638863506
Dateigröße
2.4 MB
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2007 (November)
Schlagworte
Karteninterpretation Koblenz

Autor

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Titel: Karteninterpretation L 5710 Koblenz