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Online-Zeitungen

Gemeinsamkeiten und Besonderheiten im Vergleich zu herkömmlichen Zeitungen

Hausarbeit (Hauptseminar) 2005 18 Seiten

Germanistik - Gattungen

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Definition Zeitung

3. Entwicklung der Online-Zeitung
3.1 e-Paper
3.2 Online-Redaktion
3.3 Internet-Zeitung

4. Möglichkeiten von Zeitungen im Internet im Verhältnis zu Printausgaben
4.1 Einleitung
4.2 Multimedialität
4.3 Große Speicherkapazität
4.4 Archivierung und Additiviät
4.5 Globale Verbreitung
4.6 Permanente Aktualisierbarkeit mit minimaler Reaktionszeit
4.7 Selektivität und Interaktivität
4.8 Vervielfältigung und Weiterbearbeitung
4.9 Kostengünstige Produktion und Verbreitung
4.10 Nutzen- und Angebotstransparenz
4.11 Materialität des Kommunikationsgeräts

5. Fazit

Literaturliste

1. Einleitung

Der Begriff „Neue Medien“ ist in aller Munde und ein reger Diskussionsgegenstand. Mit ihm verbinden sich hoffnungsvolle Erwartungen, dass die neue, moderne Technik durch einfachere Informationszugänge wie schon andere große technische Errungenschaften das Leben erleichtert, und auch gerade in der heutigen Zeit, dass womöglich neue Arbeitsplätze durch diesen Wirtschaftszweig entstehen. Dem stehen jedoch ebenso Befürchtungen gegenüber, gerade in den Unternehmen, die durch die neuen Medien eine Konkurrenz für sich sehen.

Exemplarisch dafür steht das Verhältnis von herkömmlichen Zeitungen zu Online-Zeitungen.

2. Definition Zeitung

„Die Zeitung vermittelt jüngstes Gegenwartsgeschehen in kürzester regelmäßiger Folge der breitesten Öffentlichkeit. Jede dieser drei Aufgaben steht im letzten Steigerungsgrad.“ (DOVIFAT / WILKE 1976, S. 16)

„Die schnellste Übermittlung allgemeinen Zeitgeschehens ist auch das wichtigste Unterscheidungsmerkmal der Zeitung gegenüber der Zeitschrift.“ (DOVIFAT / WILKE 1976, S. 19)

Die Diskussion über die Definition des Begriffs Zeitung lässt deutlich mehr Möglichkeiten zu, insbesondere die Frage nach dem Medium Papier. Dieser Definitionsstreit soll aber nicht Gegenstand dieser Seminararbeit sein.

Die oben angegebene Definition reicht in so weit aus, als dass sie in dieser Form auch Online-Zeitungen einschließen kann, wobei die Periodizität einem Dauerzustand entspricht.

Nach den dort weiter gemachten Anforderungen an Aktualität, Publizität und Universalität kann es sich auch um eine Online-Zeitung handeln, wenn die Print-Ausgabe keine Tageszeitung ist, wie dieses bei den Online-Auftritten der Zeitschriften Spiegel und Focus zutrifft.

3. Entwicklung der Online-Zeitung

Als erste Zeitung in Deutschland bot die „Schweriner Volkszeitung“ am 5. Mai 1995 im Internet ihr WWW-Angebot an (vgl. RIEFLER 1995, S. 126-128). Mittlerweile sind auf der Internetseite des Bundesverbandes der Deutschen Zeitungsverleger e.V. bereits 631 Internetadressen von deutschen Zeitungen hinterlegt (vgl. BUNDESVERBAND DEUTSCHER ZEITUNGSVERLEGER 2005a).

In den vergangenen zehn Jahren hat es viele unterschiedliche Versuche gegeben, ein Format für ein zeitungsähnliches Medium im Internet zu erstellen.

Heute gibt es drei Typen von Online-Zeitungen:

3.1 e-Paper

Das e-Paper ist die in das Internet gestellte Version der gedruckten Ausgabe. Die Optik wird komplett übernommen und auch die bereitgestellten Texte sind dieselben wie die der Papierversion. Das bedeutet, dass sie in der Sprache und bei den journalistischen Textsorten eine völlige Übereinstimmung mit dem Mutterblatt hat. Durch anklickbare Schaltflächen lässt sich ein Blättern in der Zeitung simulieren. Einzelne Texte sind auswählbar und erscheinen ebenfalls nach einem Anklicken vergrößert auf dem Bildschirm. Zusätzlich gibt es unterschiedliche Funktionen wie Archivieren ausgewählter Artikel oder besondere Suchfunktionen. Das e-Paper erscheint mit der gedruckten Ausgabe immer zeitgleich.

Es kann, ebenso wie die Printversion in Form eines Abonnements erworben werden. Für Abonnementkunden der gedruckten Version ist es zu einem Vorzugspreis oder teilweise auch kostenlos zu beziehen. Die Abonnementpreise für reine e-Paper-Kunden schwanken erheblich zwischen den Anbietern. Ohne sich auf eine Vollständigkeit zu berufen, weist der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger 47 e-Paper-Anbieter aus (vgl. BUNDESVERBAND DEUTSCHER ZEITUNGSVERLEGER 2005b) Dieses ist die kleinste und einfachste Variante der Online-Zeitung. Insbesondere bei Internet-Auftritten regionaler und kleiner herkömmlicher Zeitungen sind die meisten aktuellen Texte nur über dieses Format zu lesen. Teilweise gibt es ältere, regionale Artikel und kurze aktuelle Meldungen, die direkt von den Nachrichtenagenturen übernommen werden.

Der Vorteil dieses Formats für die Verlage ist, dass sie dazu keine eigene Online-Redaktion benötigen. Teilweise wird die gesamte Internetpräsentation von einem externen Dienstleister betreut, wie dieses für die Kieler Nachrichten und 18 weitere Schleswig-Holsteinische Zeitungen mit der nordClick GmbH & Co. KG der Fall ist (vgl. NORDCLICK 2005). NordClick hatte im Oktober 2005 553.759 Besuche auf Homepage (vgl. IVW 2005).

3.2 Online-Redaktion

Die größeren, meist überregional erscheinenden Zeitungen haben eine eigene Redaktion für den Online-Auftritt. Deren Umfang ist bei den Wettbewerbern jedoch sehr unterschiedlich. Gerade in den letzten Jahren haben zahlreiche Verlage ihre Online-Redaktionen erheblich verkleinert.

Die aktuellen Texte der Internet-Redaktion und der gedruckten Zeitung bewirken ein besseres inhaltliches Niveau als bei dem vorherigen Typ, was für den Leser folglich auch interessanter ist. Zusammen mit dem überregional bekannten Namen der Zeitung erzeugt das auf den Internetseiten deutlich höhere Besucherzahlen, beispielsweise zählte der Online-Auftritt von „Die Welt“ 5.176.053 Besucher, bei Spiegel Online sogar 56.521.111 Besucher im Oktober 2005 (vgl. IVW 2005).

Diese hohen Zahlen bedeuten auch, dass durch bessere Werbeinnahmen und die vermehrte Nutzung von kostenpflichtigen Service-Angeboten ein Teil der Redaktionskosten gedeckt werden kann.

Neben neuen Einnahmequellen, die langfristig für die Verlage interessant sind, geht es ihnen mittelfristig vor allem um die Sicherung ihrer Marktposition und die Bindung der Leser an die gedruckte Zeitung (vgl. SPACHMANN 2003, S. 223).

Um Synergieeffekte zwischen den Redaktionen zu nutzen, gibt es bei den meisten Texten eine Kooperation. Somit gibt es linguistisch keine Unterschiede, und wie die gedruckte Ausgabe kann auch die Online-Zeitung alle Textsorten aufweisen.

3.3 Internet-Zeitung

Eine Besonderheit sind die reinen Online-Zeitungen. In Deutschland ist die Netzeitung die erste und einzige Online-Tageszeitung, die ausschließlich im Internet erscheint. Dazu benötigt sie eine Vollredaktion. In der Gestaltung der Seite ist die Netzeitung wie die anderen Online-Zeitungen dicht an dem Muster einer gedruckten überregionalen Tageszeitung. Ebenso wie eine Print-Zeitung ist sie in Rubriken untergliedert. Grundsätzlich kann sie alle Textsorten und sprachlichen Besonderheiten beinhalten.

Gerade in der Anfangszeit, wenn der Name nicht wie bei den Ablegern der Printmedien den Lesern bekannt ist, benötigen solche Zeitungen zusätzliche Einnahmemöglichkeiten. Die Netzeitung kooperiert dazu mit kleinen regionalen Zeitungen und deren Online-Auftritten ebenso wie mit einem Privatsenderverbund (vgl. NETZEITUNG 2005).

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Details

Seiten
18
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638875172
Dateigröße
761 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v80302
Institution / Hochschule
Europa-Universität Flensburg (ehem. Universität Flensburg) – Institut für Germanistik
Note
2,0
Schlagworte
Online-Zeitungen Pressesprache Textsorten Möglichkeiten Reflexion

Autor

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Titel: Online-Zeitungen