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Funktionen der Unternehmenskultur

Der Fall des „Silicon Valley“ / Der Fall der „New Economy“

Hausarbeit 2006 20 Seiten

Soziologie - Arbeit, Beruf, Ausbildung, Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

2 Einleitung

3 Die schillernde Seifenblase der „New Economy“
3.1 Das „productivity paradox“
3.2 Rückgang von Arbeitslosenquote und Inflationsrate
3.3 Das kulturelle Erdbeben der Neuen Wirtschaft

4 Was ist Unternehmenskultur?
4.1 „Andere Länder, andere Sitten“ - über verschiedene Kulturen und Führungsstile
4.2 Funktionen einer Unternehmenskultur
4.3 Ziele und Eigenarten der neuen Kultur

5 Die Kehrseite der Medaille

6 Fazit / Resümee

7 Literaturverzeichnis
7.1 Internetquellen

1 Einleitung

Die USA erlebten in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts einen bemerkenswerten Wirtschaftsboom. Das Phänomen eines deutlichen Anstiegs der allgemeinen Arbeitsproduktivität gepaart mit einem überraschenderweise gleichzeitigen Rückgang der Arbeitslosigkeit, aber auch ein rasanter und nicht zu bremsen scheinender Anstieg der Aktienkurse am neuen Markt, sowie regelrechte Entwicklungsexplosionen von Unternehmen des IT-Sektors, beschreiben eine Erscheinung, welche man unter dem Begriff der vielfach diskutierten „New Economy“ zusammenfassen kann.

Was aber hat es wirklich auf sich mit der „Neuen Wirtschaft“? Was löste den phänomenalen Erfolg einiger Computerunternehmen im Silicon Valley, der Hochburg der New Economy im US-Staat Kalifornien, aus? War es nur der vermehrte Einsatz des PCs in der Arbeitswelt oder gar die Beschleunigung durch den Internet- Hype der 90er Jahre? Sind es tatsächlich vollkommen andere, revolutionäre Formen der Unternehmensorganisation und des Managements? Zum Einen ja, zum Anderen nein.

Im Rahmen dieser Arbeit versuche ich das Phänomen der „New Economy“ ein wenig aufzuschlüsseln. Vor allem aber ist es meine Absicht, aufzuschlüsseln, mit welchen Mitteln der bereits angesprochenen Unternehmensorganisation und besonders mit welchen Funktionen einer sich ebenfalls im Rahmen der „New Economy“ entwickelten revolutionären Unternehmenskultur oder -Philosophie, es den „Dotcom - Unternehmen“ der Computerbranche möglich war, den Durchbruch in eine neue Ära zu schaffen.

Im ersten Abschnitt dieser Arbeit zum Thema „Funktionen der Unternehmenskultur“ - Der Fall des „Silicon Valley“ / Der Fall der „New Economy“, habe ich versucht die wesentlichen wirtschaftlichen Merkmale der neuen Ökonomie näher zu erläutern und offenzulegen.

Der zweite Abschnitt und damit der Hauptteil dieser Arbeit, befasst sich eingehend mit dem Begriff der Unternehmenskultur, ihren Elementen, deren Funktionen und der Integration in die Unternehmenswelt der „New Economy“.

Zum Schluss versuche ich Licht auf die Kehrseite der „New Economy“ zu werfen. Weiterhin war es meine Absicht, über den Horizont des Börsencrashs am neuen Markt zu schauen und Entwicklungen im Rest der „neuen“ Welt, insbesondere in Europa, aufzugreifen

3 Die schillernde Seifenblase der „New Economy“

3.1 Das „productivity paradox“

Eine Seifenblase entsteht - oder sie tut es eben nicht. Ebenso zufällig, wie das Rätsel um ihre Entstehung, ist auch das um ihr Bestehen. Mit der „New Economy“ und ihrer wirtschaftlichen Grundlage verhält es sich ähnlich.

Die Entwicklung des Computers fand hauptsächlich im Silicon Valley statt, einem kleinen, für seine „Aprikosen-, Birnen- und Pflaumenplantagen bekannten“ Ort im Santa Clara Valley, USA. Sie nahm ihren Lauf mit der Erfindung des Transistors - einem Bauteil, welches ursprünglich die Vakuumröhre in Radios ersetzen sollte1. Das war 1948.

Als man ein gutes Jahrzehnt später schließlich dazu überging statt Transistoren Silizium und die sogenannte „integrierte Schaltung“ zu verwenden, war der Computer geboren. Die NASA und das Militär zeigten alsbald großes Interesse an der neuen Erfindung und man sprach allerorts nur noch von der „zweite[-n] industrielle[-n] Revolution“2, da der Computer alle bisherigen technischen Entwicklungen in den Schatten stellte.

Mit dem Einzug der Computertechnologie in den 70er Jahren in viele Unternehmen der amerikanischen Arbeitswelt, verband sich schließlich die große Hoffnung auf eine Steigerung der Arbeitsproduktivität und einem daraus folgenden Gewinnanstieg, gerade da die Wirtschaft in diesen Jahren mit einem überdurchschnittlichen Rückgang im Produktivitätswachstum zu kämpfen hatte.3 Das dem in den darauffolgenden 30 Jahren doch nicht so war, da das sichtbar starke Vordringen des Computers überhaupt keine Auswirkungen auf die Arbeitsproduktivität auszuüben schien, beschreiben Wirtschaftsforscher als „productivity paradox“. Seither oft zitiert bleibt Folgendes: „[Y]ou can see the Computer age everywhere but in the productivity statics“.4

3.2 Rückgang von Arbeitslosenquote und Inflationsrate

Der ausgeprägte Rückgang der Arbeitsproduktivität, stellte einen wesentlichen Einschnitt für die Bevölkerung und Gesamtwirtschaft der USA dar. Während die Arbeitsproduktivität noch in den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts im Durchschnitt mit 3% pro Jahr expandierte, nahm sie in den Jahren 1973 -1995 durchschnittlich nur noch mit rund 1,4 % zu.5 Eine Lösung für dieses Rätsel der stagnierenden Arbeitsproduktivität, des jedoch konstant wachsenden Produktivitätsniveaus, welches als „productivity puzzle“ bekannt wurde, beschäftigt Wirtschaftsforscher bis heute.

Seit 1995 jedoch - so beweisen es vielfach veröffentlichte Daten - ist das nun alles anders: Der lang ersehnte Anstieg der Arbeits- und Faktorproduktivität hatte sich endlich eingestellt. Die durchschnittliche Wachstumsrate lag in dieser Periode nicht mehr bei 1,4%, wie noch in den Vorjahren, sondern deutlich höher und zwar bei 3,0% im Zeitraum 1995 - 2000.6 Ebenfalls wuchs in dieser Periode das reale Bruttoinlandsprodukt von weniger als 2% vor 1993 rund doppelt so schnell mit einer Rate von knapp 4% im Jahresdurchschnitt (CEA 2001). Damit erhöhte sich das reale Bruttoinlandsprodukt zu dieser Zeit um insgesamt 35%, was ein immenses wirtschaftliches Wachstum darstellte.7 Aber nicht nur hier fanden gravierende Veränderungen statt: parallel zum Anstieg der Arbeitsproduktivität, konnte man auch außergewöhnliche Veränderungen im Bezug auf die Arbeitslosenquote und Inflationsrate feststellen, Die jahresdurchschnittliche Arbeitslosenquote lag 1995 erstmals seit 1990 wieder unter 6%, aber die Inflationsrate erhöhte sich nicht etwa, sondern sank zusammen mit der Arbeitslosenquote.8

Diese beiden Fakten, die deutliche Steigerung der Arbeitsproduktivität und das Sinken der Arbeitslosenquote zusammen mit dem Sinken der Inflationsrate, waren Indikatoren dafür, dass sich in der Wirtschaft eine grundlegende Veränderung vollzogen haben musste.

Das außerordentlich starke Wirtschaftswachstum der 90er Jahre basierte u.a. auf sich äußerst dynamisch entwickelnden Unternehmensinvestitionen, die von niedrigen Realzinsen, einem florierenden Aktienmarkt, höchst positiven Absatzerwartungen der Produzenten und nicht zuletzt einem rapiden Preisverfall bei IT- Gütern getragen wurden. Zwischen den Jahren 1993 und 2000 legten die Investitionen der US Unternehmen im IT- Sektor sogar um durchschnittlich 13% jährlich zu (BEA 2002) und waren somit mehr als doppelt so hoch wie noch 1992.

Den grundlegendsten Einfluss stellte hierbei die stark angestiegene Verwendung beim intelligenten Einbau von Neuerungen der Informations- und Kommunikationstechnologie in komplexe Endprodukte ( Autos, Maschinen, chemische Produkte dar. Mit dem Boom der Telekommunikations-, Medien-und Technologieaktien am bereits beschriebenen außerordentlich stark wachsenden Aktienmarkt, gingen zudem buchstäblich aus dem Boden schießende Internet Start- Ups einher. Allerdings mussten genau diese Gründer von Internet- und Computerfirmen eine bestimmte Devise verinnerlichen, um ihr Unternehmen nicht schneller vom Markt verschwinden zu sehen, als es im Internet erschienen ist: „upgrade or parish“9 - man musste sich schnellstmöglich behaupten und vor allem aber vergrößern, um zu überleben. Die Mittel mit denen es letztlich gelang gerade dies zu erreichen, stellen den zweiten wesentlichen Aspekt dar, unter dem man von einer wirklich neuen Art des Wirtschaftens, einer „New Economy“ sprechen kann: die breite Durchsetzung einer neuen Unternehmenskultur und eine vollkommen andere Art des Umgangs zwischen Führungskräften und Angestellten.

3.3 Das kulturelle Erdbeben der Neuen Wirtschaft

Die „New Economy“ war über viele Jahre in aller Munde. Man sprach von einer Revolution der Gesetze der Ökonomie, der massenweisen Schaffung von Arbeitsplätzen und grenzenlosem Wachstum. Seit dem Aufkommen der New Economy und ihren Vorboten in den 60er bis 70er Jahren, waren zum größten Teil Mitt-20er die Firmengründer großer und erfolgreicher Unternehmen. Sie arbeiteten viel und gerne, hatten Spaß an ihren Jobs und verliehen mit ihrer

[...]


1 Vgl.: Wolfe ( 1992) S.16

2 Wolfe (1992) a.a.O.

3 Vgl.: Kalmbach (2001) S.14

4 Kalmbach nach Solow (2001) S.14

5 Vgl.: Krämer in: WSI-Mitteilungen( 12/2002) S.729

6 Vgl.: Kalmbach (2001) S.18

7 Vgl.: Krämer in: WSI-Mitteilungen( 12/2002) a.a.O.

8 Vgl.: Kalmbach (2001) S.13

9 Vgl.: Altvater, Mahnkopf in: WSI-Mitteilungen (12/2000) S.776

Details

Seiten
20
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638873598
ISBN (Buch)
9783638873727
Dateigröße
511 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v80692
Institution / Hochschule
Fachhochschule für Wirtschaft Berlin
Note
1,3
Schlagworte
Funktionen Unternehmenskultur Unternehmen Betrieb Arbeit Perspektive

Autor

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