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Hyperaktivität

Hausarbeit 2001 10 Seiten

Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis I

1. Einführung (Beispiel aus der Praxis, geschichtliche Entwicklung)

2. Begriffsdefinitionen

3. Symptomatik

4. Ontogenese

5. Mögliche Ursachen des HKS

6. Diagnosemöglichkeiten

7. Mögliche Therapieformen

8. Eigene Einschätzung

9. Literatur

1. Einführung (Beispiel aus der Praxis, geschichtliche Entwicklung)

Ich habe mir das Thema Hyperaktivität für diese mündliche Prüfung ausgewählt, weil ich fast täglich mit Kindern und Jugendlichen im sportlichen Bereich arbeite. Bei dieser Arbeit stelle ich doch mitunter fest, daß einzelne Kinder (für mich subjektiv) „auffällige Verhaltensweisen“ zeigen, die sich in die Richtung von hyperaktivem Verhalten bewegen könnten. Um diesen Kindern mit der notwendigen Sorgfalt und Geduld gegenübertreten zu können, bietet sich eine intensivere theoretische Auseinandersetzung mit dem Thema an.

Ich möchte mit einem Beispiel aus der Praxis beginnen. Es geht dabei um einen Jungen, den ich Thomas nenne. Während des Unterrichts spielt Thomas mit einem anderen Jungen. Plötzlich schmeißt er seinen Schläger weg und rennt über den Platz. Er versteckt sich hinter dem Vorhang, kommt kurze Zeit später heraus, wirft einige Bälle durch die Gegend, holt sich seinen Schläger und imitiert damit einen Gitarrenspieler. Auf einmal geht er zur Bank, holt aus seiner Tasche eine Spielfigur, die er über den Platz laufen läßt. Danach schubst er einen anderen Jungen aus der Gruppe, weil er mit mir Bälle schlagen möchte.

Es ließen sich noch weitere Verhaltensweisen für den Rest des Unterrichts aufzählen, aber schon diese Beschreibung läßt eine Symptomatik erkennen, die mit einem hyperaktiven Verhalten erklärt werden könnte.

Hyperaktivität ist jedoch kein aktuelles Problem oder eine Modeerscheinung. Schon seit dem 19. Jahrhundert gibt es Abhandlungen über diese „Krankheit“. 1844 beschrieb der Frankfurter Arzt Heinrich Hofmann eigene Erfahrungen im Umgang mit hyperaktiven Kindern in dem Buch „Der Struwelpeter“. Seit ca. 1960 gibt es in Deutschland eine umfangreiche Erforschung dieses Themas. Diese relativ späte Erkenntnis liegt laut SKRODZKI (1996) an der in früheren Zeiten fehlenden Auseinandersetzung mit psychischen Krankheitsbildern bei Kindern. „Krank sein“ bedeutete damals ein körperliches Problem zu haben. Wenn dennoch auffällige Verhaltensweisen überdeutlich wurden, schwieg man innerhalb der Familien zumeist darüber, bezeichnete diese Personen als „schwarze Schafe“ der Familie oder „erzog“ sie mit körperlicher Gewalt.

2. Begriffsdefinitionen

Ähnlich wie die Vielschichtigkeit möglicher Symptome, sind auch die Begriffsdefinitionen. Neben den folgenden Bezeichnungen

- POS: Psycho Organisches Syndrom
- ADDS: Attention Defizit Disorder Syndrom
- SIS: Sensorische Integrationsstörung
- Hirnfunktionsstörung
- MCD: Minimale cerebrale Dysfunktion

haben sich in Fachkreisen im wesentlichen zwei Begriffsdefinitionen eingebürgert:

- HKS: Hyperkinetisches Syndrom
- ADS: Aufmerksamkeits-Defizit Störung (mit oder ohne Hyperaktivität)

In Deutschland wird häufig noch der Begriff HKS verwendet. Die Symptomatik ist breit gefächert, so daß die Bezeichnung Hyperkinetisches Syndrom (Syndrom= Krankheitsbild) durch ihre Ausweitung auf eine Symptomebene angebracht erschien. Die Untersuchungsergebnisse der letzten Jahre machen die für die beständige Aufmerksamkeit wichtigen Hirnbereiche als Ursache aus, die aufgrund einer Stoffwechselstörung (siehe Ursachen) unterversorgt sind. Daher wird mehr und mehr der Begriff ADS verwendet.

3. Symptomatik

Die Zahl möglicher Symptome für ein HKS ist derart groß und vielschichtig, dass eine eindeutige Zuordnung/Kategorisierung kaum möglich ist. HARTMANN (1987) hat in der vorhandenen Literatur ca. 500 unterschiedliche Symptome gefunden. Die gebräuchlichsten Klassifikationsschemata sind das DSM (Diagnostisches und Statistisches Manual) III R und die ICD (International Classification of Diseases) aus den USA. Aus diesen Schemata lassen sich drei Symptomkomplexe extrahieren, in denen jeweils mindestens zwei bis drei Symptome festgestellt werden müssen.

a) Unaufmerksamkeit/Störung der Aufmerksamkeit
- Fehlende Beendigung von Tätigkeiten
- Mangelnde oder fehlende Aufmerksamkeit
- Leichte Ablenkbarkeit
- Konzentrationsprobleme bei längerer Tätigkeit

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Details

Seiten
10
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783638105248
Dateigröße
461 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v819
Institution / Hochschule
Universität Bremen – Studiengang Behindertenpädagogik
Note
2
Schlagworte
Hyperaktivität Definition Ursachen Diagnose Therapie

Autor

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Titel: Hyperaktivität