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Die Elegie am Beispiel der Buckower Elegie von Bertolt Brecht - Theorie, Geschichte und Interpretation

Seminararbeit 2007 11 Seiten

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Bertolt Brecht

2. Brechts "Buckower Elegien"
2.1 Der historische Hintergrund
2.2 "Der Radwechsel" als Beispiel einer Elegie aus den "Buckower Elegien"
2.2.1 Interpretation
2.2.2 "Der Radwechsel" - eine Elegie
2.2.2.1 Kurzer Überblick über diverse Definitionen von "Elegie"
2.2.2.2 "Der Radwechsel" - eine Elegie?

3. Kurze Zusammenfassung

4. Literaturverzeichnis und Quellverzeichnis

1. Berthold Brecht

Eugen Bertolt Friedrich Brecht wurde am 10. Februar 1898 in Augsburg geboren. Sein Vater war leitender kaufmännischer Angestellte einer Papierfabrik[1]. Seine Kindheit verbrachte er in Augsburg. Bereits in der Schule fing er an, seine Meinung zu den politischen Gegebenheiten zu äußern und nieder zuschreiben. Der erste Weltkrieg beschäftigte den jungen Brecht nicht nur, um darüber zu schreiben. Er leistete 1918, nachdem er begann Medizin zu studieren, vorübergehend Kriegs- und Sanitätsdienst. Am 4. November 1922 heiratete er Marianne Zoff. Brecht zog nach Berlin. Er arbeitete mit Carl Zuckmayer unter Max Reinhard als Dramaturg am Deutschen Theater. Beim Hitlerputsch 1923 wurde Brecht zusammen mit seinem Freund Lion Feuchtwanger verhaftet. Drei Jahre später erschien die „Hauspoststille" - eine Sammlung von Brechts Gedichten aus den Jahren 1915-1926.

In den folgenden Jahren widmete Brecht sich dem Marxismus und begann seine Tätigkeiten auf diese Inhalte abzustimmen. Immer mehr stimmte er den Zielen der Kommunistischen Partei zu. Dennoch trat er dieser Partei nie bei. 1926 bekam Brecht mit Helene Weigel einen Sohn und lies sich von Marianne Zoff scheiden.

1928 schrieb Bertolt Brecht, zusammen mit Kurt Weil „Beggar´s Opera“ um. Es folgten die Uraufführung der „Dreigroschenoper“ und die Arbeit am Drehbuch zu dem Film "Kuhle Wampe oder: Wem gehört die Welt?", der die Probleme des Proletariats behandelt. Nach dem Reichstagsbrand am 28. Februar 1933, verlässt Brecht mit seiner Familie Deutschland und begibt sich über Prag nach Wien, in die Schweiz und schließlich nach Dänemark. Im Exil schreibt er viele Gedichte, die fast ausschließlich dem antifaschistischen Kampf gewidmet sind. Dabei unterstützen ihn Walter Benjamin und Hanns Eisler. 1935 wird Brecht die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt. Im zweiten Weltkrieg entstehen unter anderem: "Mutter Courage und ihre Kinder", das Parabelstück "Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui" und "Galileo Galilei".
1949 siedelt er nach Ost-Berlin über und leitet dort als Erster Spielleiter die künstlerische Arbeit am Theater. Am 7. Oktober 1951 erhält Bertolt Brecht den Nationalpreis der DDR. Der Aufstand am 17. Juni 1953 wird von Brecht vorerst verpönt. Er begrüßt das restriktive Vorgehen der SED gegen die Demonstranten. Doch kurze Zeit später distanziert er sich in seinen "Buckower Elegien" von der Partei.[2]

Brecht wurde 1954 der „Stalin-Preis für Frieden und Verständigung zwischen den Völkern“ verliehen. Auf der Tagung des Deutschen Friedensrats verdeutlicht er seinen Standpunkt gegen die Pariser Verträge, welche die Aufnahme der BRD in das westliche Verteidigungsbündnis NATO vorsehen. Ein Jahr später stirbt Bertolt Brecht an den Folgen eines Herzinfarkts am 14. August 1956 in Ost-Berlin.

2. Brechts „Buckower Eligien

1953 erschienen einzelne Gedichte Bertolt Brechts in der Zeitschrift „Sinn und Form“ und wurden dann bei Suhrkamp verlegt. Der Gedichtzyklus namens „Buckower Elegien“ thematisiert die Geschehnisse in der DDR am 17. Juni 1953. Er wurde überwiegend im Juli und August des gleichen Jahren in Buckow am Schermützelsee in der Märkischen Schweiz, wo Brecht wohnte, verfasst. I954 nahm Brecht wenige Korrekturen am Text vor und fügte das Motto des Gedichtzyklus hinzu: "Ginge da ein Wind ...".

Brecht positionierte sich gegen die Demonstranten, sie seien "Gestalten der Nazizeit" und "deklassierten Jugendlichen" aus dem Westen und vom "Klassenfeind" aufgehetzt. Noch am 17. Juni 1953 begrüßte er in einem Brief an Walter Ulbricht die Maßnahmen der DDR-Führung und das militärische Eingreifen der Sowjetstreitkräfte. Legte jedoch darauf Wert, dass diese Regierung sich den Problemen der Bevölkerung annimmt und ihr zuhört.[3]

2.1 Der historische Hintergrund

„Der Radwechsel“ bildet seit 1964 das Eingangsgedicht der "Buckower Elegien und reiht sich, neben den 23 anderen Gedichten in den Zyklus ein. Laut Sekundärliteratur beschäftigt sich „Der Radwechsel“ mit der Problematik vom 17. Juni 1953. An diesem Tag verübten an über 400 Orten und in rund 600 Betrieben in der DDR eine halbe Million Menschen einen Aufstand.

Nach der zweiten Parteikonferenz der SED im Juli 1952, in welcher Walter Ulbricht den Aufbau des Sozialismus verkündete, hatte die Bevölkerung der DDR Angst vor Ernährungskrisen und vor einem Rückgang industrieller Produktionen. Im Mai 1953 erfolgt dann die Erhöhung der Arbeitsnorm um 10,3 Prozent. Vor allem die Arbeiter fühlten sich durch diese Neuregelung ungerecht behandelt. Die Bewohner reagierten darauf mit Protesten und „Republikflucht“.

[...]


[1] Klaus Völker: Brecht-Chronik: Daten zu Leben und Werk: Zusammengestellt von Klaus Völker. München 1997, S.5.

[2] „Der Radwechsel“, als Beispiel für die Reaktion auf den 17. Juni und als Exempel für die Art von Elegien,

die Brecht schrieb, wird auf den folgenden Seiten beschrieben.

[3] Werner Hecht: Brecht Chronik 1898 - 1956. Frankfurt am Main 1997, S. 1020 ff.

Details

Seiten
11
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783638891509
ISBN (Buch)
9783640286263
Dateigröße
388 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v82133
Institution / Hochschule
Universität Leipzig – Institut für Germanistik
Note
2,4
Schlagworte
Elegie Theorie Geschichte Interpretation

Autor

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Titel: Die Elegie am Beispiel der Buckower Elegie von Bertolt Brecht - Theorie, Geschichte und Interpretation