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Das Familienbild in "Die Kinder aus der Krachmacherstraße" (Astrid Lindgren)

Seminararbeit 2007 9 Seiten

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe

Das Kinderbuch „Die Kinder aus der Krachmacherstraße“ erschien im Jahr 1957.

In Deutschland verblassten nach 1945 bis ca. 1948 allmählich die nationalsozialistischen Einflüsse in der Kinderliteratur und es bestand zunächst einmal die Hoffnung, die junge Generation könne eine friedvollere und humanitäre Welt verwirklichen.

Allerdings entwickelte sich erst in der zweiten Hälfte der 50ger Jahre in Deutschland eine neue Richtung in der Kinderliteratur. Kinder sollten sich völlig ungestört und unbeeinträchtigt von den Problemen und Schwierigkeiten der Erwachsenenwelt entwickeln können.

„Durch Aktivierung und Förderung ihrer eigenen, unverdorbenen, schöpferischen Kräfte sollten sie aus sich selbst heraus genügend Stärke und Selbstvertrauen gewinnen können, um in der Wirklichkeit bestehen zu können.“

(www.fbi.fh-koeln.de/institut/personen/schikorsky/Material/ss03/KJL-Schnellkurs.doc; abgerufen am 26.06.2007)

Auch wenn die Kinderliteratur in Schweden in ihrer Entwicklung relativ unbeeinflusst von deutschen Geschehnissen blieb und Astrid Lindgrens Werke schon vom ersten Buch an („Pippi Langstrumpf“, 1944) als wenig normangepasst bezeichnet werden können, lassen sich dennoch Übereinstimmungen finden.

Auch „Die Kinder der Krachmacherstraße“, Jonas (6), Mia-Maria (5) und Lotta (3) befinden sich in einer Art Schonraum. Sie „spielen ganze Tage lang“, dürfen Krach machen und wachsen alles in allem in einer heilen Welt auf.

Interessant ist zu erwähnen, dass das Buch bereits typische Kennzeichen der Kinder- und Jugendliteratur der 60ger Jahre aufweist:

- die Geschichte wird aus der Perspektive eines Kindes erzählt
- sie enthält bereits Ansätze anti-autoritärer Erziehungsvorstellungen
- die Geschichte thematisiert Alltagsgeschehen
- sie bietet den kindlichen Lesern und Zuhörern (verschiedene) Identifikationsfiguren

2. Familienform

Die Familie der Kinder entspricht der, zu dieser Zeit in den meisten westlich orientierten Ländern durchaus üblichen, idealtypischen Form der ‚modernen Kleinfamilie’.

Merkmale hierfür sind:

- die Eltern sind verheiratet (Entscheidung füreinander aus Liebe)
- es sind die eigenen (leiblichen) Kinder (Entscheidung für die Kinder aus Liebe)
- es gibt größtenteils eine traditionelle Rollenverteilung innerhalb der Geschlechter: Der Vater ist der Haupternährer; die Mutter ist zuhause für die Erziehung der Kinder und den Haushalt zuständig
- Wohn- und Arbeitsstätte sind räumlich getrennt
- die Familie hat drei Kinder (zwei bis drei Kinder sind der Normalfall in der 'modernen Kleinfamilie')

3. Funktion der Familie

Das Motiv für die Gründung einer Familie im Sinne einer ‚modernen Kleinfamilie’ ist zunächst einmal der Wunsch zweier sich liebender Menschen zu heiraten und gemeinsame Kinder zu bekommen.

Die Funktion des Zusammenlebens in der ‚modernen Kleinfamilie’ ist in erster Linie, den Kindern einen sicheren, angenehmen und bestmöglichen Raum für ihre persönliche Entfaltung und Entwicklung bieten zu können. Der Zusammenhalt zwischen den einzelnen Familienmitgliedern hat einen besonders hohen Stellenwert und die Eltern geben ihre Wert- und Normvorstellungen an die Kinder weiter.

Wichtig für den Erhalt dieser Form des Zusammenlebens sind zwar auch wirtschaftliche Aspekte, diese sind aber kein Gründungsmotiv.

Auch im Buch können diese Funktion der Familie gut nachvollzogen werden, da ausschließlich das Zusammenleben innerhalb der Familie thematisiert wird. Welch große Rolle der Zusammenhalt in der Familie spielt wird in allen Beziehungen zwischen Eltern und Kindern bzw. der Eltern und der Kinder untereinander deutlich.

Auch die Weitergabe von Wert- und Normvorstellungen an die Kinder geschieht ganz selbstverständlich durch die Erziehung.

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Details

Seiten
9
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783638896801
Dateigröße
401 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v82522
Institution / Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Note
Schlagworte
Familienbild Kinder Krachmacherstraße Lindgren) Familienbilder KJL kinderliteratur Literaturwissenschaft

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Titel: Das Familienbild in "Die Kinder aus der Krachmacherstraße" (Astrid Lindgren)