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Quality Function Deployment (QFD)

Der "Königsweg" zur Erzeugung von Qualität?

Referat (Ausarbeitung) 2004 18 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Grundkonzept des Quality Function Deployment (QFD)
2.1 Kennzeichnung und Einordnung des Quality Function Deployment
2.2 Der Quality Function Deployment-Prozess
2.3 Kritische Beurteilung des QFD-Grundkonzepts

3 Weiterentwicklungen des Quality Function Deployment
3.1 Enhanced Quality Function Deployment (EQFD)
3.2 Das Modell der Integrierten Konzeptfindung (IKoF) nach Schmidt
3.3 Die Integration des Target Costing in das QFD

4 QFD – Der „Königsweg“ zur Erzeugung von Qualität?

5 Zusammenfassende Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Das House of Quality der Produktkonzept-Planung

1 Einleitung

Die vorliegende Arbeit beschreibt zunächst das Grundkonzept des Quality Function Deploy­ment (QFD) als Methode des Qualitätsmanagements. Zuerst wird eine Kennzeichnung und Einordnung der Methode im Rahmen des Qualitätsmanagements vorgenommen. An­schlie­ßend wird der QFD-Prozess beschrieben. Im Rahmen einer Beurteilung wird dann auf Stärken und Schwächen des Grundkonzepts eingegangen. Auf Basis dieser Beurteilung wer­den Wei­terentwicklungen des QFD vorgestellt, welche Stärken unterstützen und Schwächen des Grundkonzepts ausräumen sollen. Dabei wird auf das Enhanced Quality Function Deploy­ment, die Integrierte Konzeptfindung nach Schmidt und die Integration des Target Costing in das QFD eingegangen. Abschließend wird eine Bewertung des QFD vorgenommen und Stel­lung zu der Frage genommen, ob das QFD den „Königsweg“ zur Erzeugung von Qualität darstellt. Qualität wird dabei im Folgenden als Grad der Umsetzung von Kundenanforderun­gen in einem Produkt verstanden.

2 Das Grundkonzept des Quality Function Deployment (QFD)

2.1 Kennzeichnung und Einordnung des Quality Function Deployment

Das Quality Function Deployment (QFD) dient der Umsetzung von Kundenanforderungen während der gesamten Produktentstehung, wobei das Grundkonzept die kundenorientierte Produkt- und Prozessentwicklung und die Planung der zur Erreichung der Qualitätsmerkmale nötigen Fertigungs- und Prüfprozesse beinhaltet.[1] Dabei werden die Anforderungen und Bedürf­nisse der Kunden in alle Funktionsbereiche des Unternehmens kommuniziert. Haupt­aufgabe des QFD besteht somit in der Übersetzung der Kundenanforderungen in die ingeni­eurwis­senschaftliche bzw. technische Terminologie.[2] Der Einsatz des QFD ist nicht nur auf die Umsetzung kundenorientierter Produktkonzepte für materielle Sachgüter beschränkt, son­dern auch auf die kundenorientierte Entwicklung von Services oder Dienstleistungen an­wendbar.[3] Varianten des QFD reichen von reduzierten Varianten, die die Umsetzung von Kun­denanforderungen in technische Qualitätsmerkmale beinhalten, bis hin zu Erweiterungen des Grundkonzepts um Planungs- und Entscheidungstechniken oder die Verbindung des QFD mit Methoden der Kostenplanung (z.B.: Integration des Target Costing). Das QFD wird durch vier konstitutive Merkmale gekennzeichnet, welche allen Varianten gemeinsam sind[4] und im Folgenden erläutert werden. Zunächst zeichnet sich das QFD durch die konsequente Aus­richtung an den Produktanforderungen des Kunden, also ein subjektives Qualitätsverständnis, aus. Mit Hilfe des QFD soll eine Verknüpfung zwischen subjektiven Kundenanforde­rungen und messbaren technischen Qualitätsmerkmalen, im Sinne eines objektiven Qualitäts­ver­ständnisses, geschaffen werden. Die Durchführung des QFD obliegt multifunktionalen, kon­sensverpflichteten Teams. Damit ist gemeint, dass Mitarbeiter aus unterschiedlichen Funkti­onsbereichen des Unternehmens an der QFD-gestützten Produktentwicklung in einem Team zusammenarbeiten. Die instrumentelle Basis des QFD ist das House of Quality (HoQ), eine Folge von Planungs- und Kommunikationsmatrizen. Im Rahmen des vor­beugenden Quali­tätsmanagements stellt das QFD eine Methode der Qualitätsplanung dar, mit deren Hilfe die markt- und technikorientierte Produktentwicklung unterstützt wird.[5]

Ziele des QFD sind die Entwicklung, Konstruktion und Produktion von streng an den Kun­denwünschen orientierten Produkten und Dienstleistungen.[6] Weitere Ziele sind die Entwick­lung eines gegenüber Änderungen am Markt und technischen Änderungen robus­ten Produkts, sowie das Ausschalten von Fehlerquellen oder Qualitätsmängeln zu einem möglichst frühen Zeitpunkt im Produktentstehungsprozess.[7]

2.2 Der Quality Function Deployment-Prozess

Der QFD-Prozess des Grundkonzepts besteht aus den Phasen Produktkonzept-Planung, Bau­gruppen-/Teile-Planung, Prozess-Planung und Verfahrens- und Prüf-Planung. Die Phasen bauen hierarchisch aufeinander auf und werden durch ein, auf die jeweilige Phase abge­stimmtes, HoQ dargestellt. Dabei dienen die Ergebnisse des vorangegangenen HoQ als Ein­gangsinformationen des folgenden HoQ. Der Prozess wird daher auch als mehrstufig-sequen­tiell bezeichnet.[8] Vor dem eigentlichen QFD-Prozess wird das zu entwickelnde Produkt ge­wählt. Außerdem sind Entscheidungen über die Besetzung des QFD-Teams, über dessen In­tegration in die gesamte Unternehmensorganisation und über die Ausstattung mit Kompeten­zen und Ressourcen zu treffen.[9] Die vier Phasen des Grundkon­zepts seien nun näher erläutert.

Produktkonzept-Planung:

In der Produktkonzept-Planung wird ein, den Kundenanforderungen genügendes und mit Zielwerten für die Produkteigenschaften versehenes, Produktkonzept bestimmt. Die Planung des Produktkonzepts wird in einem entsprechenden HoQ (Abbildung 1) dargestellt und bein­haltet die im Folgenden beschriebenen zehn Teilschritte.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Das House of Quality der Produktkonzept-Planung

Quelle: Call, G., Entstehung und Markteinführung von Produktneuheiten 1997, S.86

Schritt 1: Zunächst entscheidet das QFD-Team über die aus Kundensicht zu berücksichtigen­den Produkteigenschaften und legt das Erhebungsdesign fest. Dann werden die Kundenanfor­derungen erfasst, gewichtet und hierarchisch in primäre, sekundäre und tertiäre Anforderun­gen geordnet. Die Gewichtung und Einord­nung beschreibt den Stellenwert der Anforderung für den Kunden. Die Effektivität des QFD ist abhängig von der vollständigen, überschnei­dungsfreien und unverzerrten Erfassung der Kundenanforderungen. Die Ermittlung der relati­ven Bedeutung der einzelnen Anforderungen kann metho­disch durch die Conjoint Analyse (CA) unterstützt werden. Die CA ermöglicht, die Bedeutung verschiedener Produkteigen­schaften und deren Ausprägungen für den Kundennutzen zu ermitteln.[10] Im Hinblick auf eine Berücksichtigung des wirtschaftli­chen Unternehmenserfolgs können auch Kosten von Pro­duktei­genschaften und ihren Ausprägungen innerhalb einer CA berücksichtigt werden.[11]

Schritt 2: Da das neue Produkt aus Kundensicht Produkten von Wettbewerbern und eigenen Vorgängern überlegen sein soll, werden diese anhand der Kundenanforderungen durch die Kunden bewertet.[12]

Schritt 3: In diesem Schritt sind die technischen Qualitäts-/Leistungsmerkmale des Produkts zu identifizieren. Dazu werden die zuvor ermittelten Kundenan­forderungen vom QFD-Team in technische Qualitätsmerkmale überführt. Diese Zusammen­stellung von technisch messba­ren Qualitätsmerkmalen wird hierarchisch in primäre, sekun­däre und tertiäre Merkmale ge­gliedert. Die technischen Qualitätsmerkmale sollten die Kun­denanforderungen vollständig und überschneidungsfrei wiedergeben.[13] Außerdem sollen ihre Ausprägungen objektiv mess­bar und durch die Produktentwicklung und -herstellung beein­flussbar sein.[14]

Schritt 4: Gegenstand des vierten Schrittes ist die Darstellung von Wechselbeziehungen zwi­schen den technischen Qualitätsmerkmalen. Wechselbeziehungen können positiv sein, d.h. zwei Merkmale haben bei Kombination eine verstärkende Wirkung. Bestehen Konflikte zwi­schen zwei unterschiedlichen Merkmalen, gilt es diese mittels Kompromiss oder Substitution zu lösen. Die Wirkungszusammenhänge werden im Dach des HoQ durch geeignete Symbole dargestellt.

Schritt 5: Für die technischen Qualitätsmerkmale werden im fünften Schritt Optimierungs­richtungen festgelegt. In diesem Zusammenhang wird unterschieden zwischen Extremal-, Be­reichs- und Punktmerkmalen.[15] Bei Extremalmerkmalen ist es optimal die Merkmalsausprä­gung zu maximieren oder zu minimieren, bei einem Bereichsmerkmale liegt die optimale Ausprägung innerhalb eines Intervalls mit Ober- und Untergrenze. Punktmerkmale sind durch eine optimale Ausprägung gekennzeichnet, die es möglichst zu er­reichen gilt.

[...]


[1] Vgl. Schröder, H.-H. / Zenz, A., QFD (Quality Function Deployment), in: Kern, W. / Weber, J. / Schröder, H.-H. (Hrsg.): Handwörterbuch der Produktionswirtschaft, 2. Aufl., Stuttgart 1996, Sp. 1697

[2] Vgl. Schmidt, R., Marktorientierte Konzeptfindung für langlebige Gebrauchsgüter: Die Messung und QFD-gestützte Umsetzung von Kundenforderungen und Kundenurteilen, in: Meffert, H. / Steffenhagen, H. / Freter, H. (Hrsg.): Schriftenreihe Unternehmensführung und Marketing, Band 29, Wiesbaden 1996, S. 301

[3] Vgl. Schmidt, R. / Steffenhagen, H., Quality Function Deployment, in: Albers, S. / Herrmann, A. (Hrsg.): Hand­buch Produktmanagement, Wiesbaden 2000, S. 645

[4] Vgl. Schröder, H.-H. / Zenz, A., QFD (Quality Function Deployment), a.a.O., Sp. 1698

[5] Vgl. Schmidt, R. / Steffenhagen, H., Quality Function Deployment, a.a.O., S. 645

[6] Vgl. Saatweber, J. , Quality Function Deployment (QFD), in: Masing, W. (Hrsg.): Handbuch Qualitätsmanage­ment, 3. Aufl., München / Wien 1994, S. 445

[7] Vgl. Boutellier, R., Qualitätsplanung, in: Masing, W. (Hrsg.): Handbuch Qualitätsmanagement, 4. Aufl., München / Wien 1999, S. 274

[8] Vgl. Schmidt, R. / Steffenhagen, H., Quality Function Deployment, a.a.O., S. 650

[9] Vgl. Schröder, H.-H. / Zenz, A., QFD (Quality Function Deployment), a.a.O., Sp. 1699

[10] Vgl. Skiera, B. / Gensler, S., Berechnung von Nutzenfunktionen und Marktsimulationen mit Hilfe der Conjoint-Analyse (Teil 1), in: WiSt 4/2002, S. 200

[11] Vgl. Bauer, H.H. / Herrmann, A. / Mengen, A., Eine Methode zur gewinnmaximalen Produktgestaltung auf der Basis des Conjoint Measurement, in: ZfB 64. Jahrgang (1994) H. 1, S. 81-94

[12] Vgl. Clausing, D., Total Quality Development, 2nd pr., New York 1993, S. 66

[13] Vgl. Schröder, H.-H. / Zenz, A., QFD (Quality Function Deployment), a.a.O., Sp. 1700

[14] Vgl. Schmidt, R., Marktorientierte Konzeptfindung für langlebige Gebrauchsgüter: Die Messung und QFD-gestützte Umsetzung von Kundenanforderungen und Kundenurteilen, a.a.O., S. 305

[15] Vgl. Schröder, H.-H. / Zenz, A., QFD (Quality Function Deployment), a.a.O., Sp. 1703

Details

Seiten
18
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638906302
ISBN (Buch)
9783640326648
DOI
10.3239/9783638906302
Dateigröße
726 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v82727
Institution / Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen – Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Technologie- und Innovationsmanagement
Note
1,7
Schlagworte
Quality QFD Quality Function Deployment Qualitätsmanagement House of Quality Qualität

Autor

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Titel: Quality Function Deployment (QFD)