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Die Rolle der französischen Sprache in der Europäischen Union

Diplomarbeit 2006 116 Seiten

Romanistik - Fächerübergreifendes

Leseprobe

I. Inhalt

1 GEGENSTAND UND ZIEL DER ARBEIT

2 Französisch als Weltsprache
2.1 Französisch und Englisch – zwei Sprachen in Konkurrenz um den Status als internationale Verkehrssprache
2.1.1 Die französische Sprache als Ausdruck der politischen Stellung Frankreichs – historische Dimension
2.1.2 Der Vormarsch des Englischen
2.1.3 Die globale Stellung des Französischen – zeitgenössische Dimension
2.2 Französisch als kulturelles Erbe der frankophonen Gemeinschaft
2.2.1 Der Stellenwert der Sprache im französischen Selbstverständnis
2.2.2 Sprachgesetzgebung und Kulturpolitik in Frankreich
2.2.3 Institutionen der Frankophonie – Pflege des „patrimoine“

3 Französisch als europäische Verkehrssprache
3.1 Europäische Sprachenpolitik – ein linguistisches Mosaik
3.1.1 Gesetzliche Regelungen
3.1.2 Amts- und Arbeitssprachen
3.1.3 Die Diskussion um die europäische Mehrsprachigkeit
3.1.4 Alternativen zur aktuellen Regelung
3.2 Die Stellung des Französischen in den Institutionen der Europäischen Union
3.2.1 Die Sprachenpraxis in den Organen der EU
3.2.2 Empirische Untersuchungen zur Sprachenfrage in der EU
3.2.3 Experteninterviews
3.2.4 Maßnahmen der französischen Regierung zum Erhalt des Französischen als Arbeitssprache der EU

4 Zusammenfassung und Ausblick

II. Abbildungen
Abbildung 1: Die vier meistgesprochenen Muttersprachen in der EU (2005)
Abbildung 2: Fremdsprachenkenntnisse in der EU – Vergleich 2001 und 2005
Abbildung 3: Sprachenregime der EU-Organe

III. Tabellen
Tabelle 1: Übersetzte Seiten der Generaldirektion Übersetzung nach Ausgangssprache
Tabelle 2: Sprachenverwendung
Tabelle 3: Die Stellung der französischen Sprache in der EU
Tabelle 4: Vormarsch des Englischen
Tabelle 5: Praktikabilität der Sprachenregelung
Tabelle 6: Kulturelle Vielfalt
Tabelle 7: Zukünftige Erweiterungen
Tabelle 8: Beschränkung der Amtssprachen

IV. Bibliographie

V. Anhang

1 GEGENSTAND UND ZIEL DER ARBEIT

„Le véritable terrain sur lequel le français peut faire reconnaître et développer sa position est celui du plurilingualisme“ (Rigaud 1980: 40).

Im Angesicht der kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Globalisierung stellt sich – im europäischen wie auch im internationalen Kontext – die Frage nach der Rolle der Sprache innerhalb dieser Bewegungen. Insbesondere supranationale Organisationen[1] wie die Europäische Union (im Folgenden gemäß der gängigen Abkürzung „EU“ genannt) und ihre Institutionen könnten ohne grenzüberschreitende Kommunikation nicht agieren. Zumeist erscheint die Weltsprache Englisch als Lingua Franca[2] und damit als Misch- und Behelfssprache der Globalisierung als praktikable Lösung – vergessen werden dabei jedoch nicht nur die Bedeutung einzelner anderer Weltsprachen wie beispielsweise des Französischen, sondern auch der Wert der kulturellen Diversität, zu dem eine multilinguale Praxis beiträgt. Die europäische Sprachenpolitik,[3] die gemäß Verordnung aktuell zwanzig Amtssprachen den Anspruch auf Gleichbehandlung gewährt, stellt ein Beispiel für die Bestrebungen der EU dar, in der „Vielfalt geeint“ zu erscheinen. Damit berücksichtigt sie nicht nur die verschiedenen Sprachen ihrer Mitgliedsländer, sondern auch deren Identität, die insbesondere die europäischen Nationen eng mit ihrer Sprache verbinden (vgl. Ammon 1994a: 13).

Frankreich kann dabei als Nation hervorgehoben werden, die ihr National-bewusstsein sehr stark an ihre Sprache knüpft – einerseits aus der historisch-kulturellen Stellung des Französischen heraus, andererseits durch den immer noch aktuellen Status einer Weltsprache. Daher setzen sich sowohl die französische Regierung als auch die institutionelle Frankophonie für den Erhalt der französischen Sprache weltweit, in Europa und der EU ein und folgen damit ihrem traditionellen Selbstverständnis einer großen Kultur.[4] Die sprachliche Hegemonisierung im Zeitalter der Globalisierung bedeutet eine enorme Herausforderung für die nationale wie auch europäische Sprachenpolitik. Frankreich kämpft mit seiner Kulturpolitik gegen die weltweite Vormachtstellung des Englischen – und verteidigt das Französische somit auch in seiner Stellung als Arbeitssprache in den Institutionen der EU, in denen es in den ersten Jahrzehnten nach der Gründung eine dominante Position inne hatte. Daher gilt die grundlegende Fragestellung dieser Arbeit nicht nur dem aktuellen Stellenwert der französischen Sprache in der EU, sondern auch dem Wert dieser Sprache, den sie für ihre Sprecher darstellt.

Die Analyse stützt sich zunächst auf sprachhistorische wie auch -demographische Dimensionen und erörtert die Bedeutung der französischen Sprache als Weltsprache. Dabei soll die globale Stellung der Sprache als Ausdruck der politischen Bedeutung der französischen Nation in der Vergangenheit und Gegenwart dargestellt werden. Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie sich das Französische zur Weltsprache und zur europaweiten Sprache der Diplomatie entwickeln konnte und warum später Englisch diese Stellung zumindest teilweise übernahm.

Das folgende Kapitel befasst sich mit der Fragestellung, wie sich Sprache als kulturelles Erbe manifestieren kann. Nach einer allgemeinen Betrachtung soll erläutert werden, auf welches Selbstverständnis der französischen Nation sich die französische Sprachpolitik stützt. Diese Politik wird in diesem Zusammenhang sowohl in ihrer historischen Entwicklung als auch in ihren aktuellen Inhalten kurz dargestellt. Ergänzend sollen die Institutionen der Frankophonie, welche die französische Sprache innerhalb und außerhalb Frankreichs unterstützen, vorgestellt werden.

Nachdem die Stellung des Französischen auf globaler Ebene beleuchtet wurde, fokussiert sich die anschließende Betrachtung auf den europäischen Kontext. Dabei steht insbesondere die Position der französischen Sprache als Arbeitssprache in den Institutionen der EU im Vordergrund. Aufbauend auf einer Einführung in die gesetzlichen Regelungen zur Multilingualität innerhalb der EU stellt sich die vieldiskutierte Frage nach der Effizienz und Praktikabilität der entsprechenden Bestimmungen. Dabei sollen die häufig genannten Alternativen vorgestellt und kommentiert werden. Im Anschluss daran ist die Sprachenpraxis in den wichtigsten Organen der EU und damit der Stellenwert der französischen Sprache als Arbeitssprache Kern der weiteren Betrachtung. Für diese Analyse wurden nicht nur die gängige Literatur[5] und bisher durchgeführte empirische Studien herangezogen: Neben einem persönlichen Besuch im Europäischen Parlament waren exemplarische Befragungen von EU-Abgeordneten und Mitarbeitern der Generaldirektion Übersetzung ein Bestandteil der Vorgehensweise, um eine aktuelle interne Sichtweise der Sprachenproblematik zu erlangen. Schließlich werden die Maßnahmen der französischen Regierung zum Gebrauch und Erhalt des Französischen als Arbeitssprache der EU vorgestellt. Zusammenfassend werden daraufhin die bisherigen Ergebnisse nochmals thesenförmig dargestellt. Dabei soll zudem eine Prognose erstellt werden, welche Perspektiven die französische Sprache im europäischen Kontext zu erwarten hat und welche Konsequenzen dies für die französische Sprachpolitik haben kann.

2 Französisch als Weltsprache

„A language achieves a genuinely global status when it develops a special role that is recognized in every country” (Crystal 1997: 2).

Um den Stellenwert des Französischen im europäischen Kontext näher zu beleuchten, soll zunächst festgestellt werden, inwiefern Französisch als Weltsprache und damit als internationale Lingua Franca bezeichnet werden kann. Dabei ist es wichtig, im Voraus den Begriff der Weltsprache zu klären. Die im eingangs angeführten Zitat von Crystal genannte „spezielle Rolle“ kann einer Sprache als Muttersprache, aber auch über den Amtssprachenstatus innerhalb eines Landes, sowie über die Priorität, die sie im Fremdsprachenunterricht erfährt, zuteil werden. Das Resultat zeigt sich in der Häufigkeit der Verwendung dieser Sprache, die weit über diejenige anderer Sprachen hinaus geht (vgl. Crystal 1997: 3f.). Hier stellt sich die Frage, welche Kriterien dazu führen, dass einer Sprache diese Rolle zugesprochen werden kann.

Die Anzahl der Sprecher als quantitatives Maß gehört dabei nicht zu den hauptsächlichen Charakteristika. Zwar werden aktuell alle so genannten Weltsprachen von mehr als hundert Millionen Menschen gesprochen, jedoch fällt beispielsweise Hindi trotz 418 Millionen Sprechern weltweit nicht in diese Kategorie (vgl. Haarmann 2001: 94). Die Sprecherzahlen umfassen dabei sowohl die Mutter- beziehungsweise Primärsprachler als auch die Zweitsprachler, die die Sprache als Fremdsprache erlernt haben. Wie zuvor angesprochen kommt einer Sprache eine spezielle Rolle im internationalen Vergleich zu, wenn ihr im Fremd-sprachenunterricht Priorität eingeräumt wird. Dabei ist jedoch der folgende Zusammenhang zu beachten: Eine Weltsprache entwickelt aufgrund ihrer über-regionalen Bedeutung eine Anziehungskraft, die Sprecher anderer Muttersprachen dazu motiviert, sie als Zweitsprache zu erlernen (vgl. ebd.: 95). Auch die Verbindung einer Sprache mit einem hochentwickelten Kulturraum sowie die affektive Nähe zu dieser, beispielsweise aufgrund der Assoziation mit Wohlklang oder einer bestimmten Lebensart, beeinflussen die Haltung gegenüber einer Sprache als Fremdsprache (vgl. Neuner 1996: 15f.). Dies wiederum wirkt sich auf die internationale Bildungspolitik und daher auf die Verfügbarkeit von Ressourcen wie Fremdsprachenlehrern und Lehrmaterialien aus. Die Attraktivität als Fremdsprache ist somit nur eine Reaktion auf den Status als Weltsprache, nicht aber ein Kriterium, warum sie diesen erreichen konnte. Ähnlich verhält es sich mit der Verwendung der Sprache in der wissenschaftlichen Literatur: Je bedeutender eine Sprache in ihrer globalen Stellung ist, desto mehr wissenschaftliche Publikationen werden in ihr verfasst (vgl. Mattusch 1999: 195). Somit trägt die Attraktivität als Fremd- und als Wissenschaftssprache zum Erhalt des Weltsprachenstatus’ bei.

Ein typisches Merkmal von Weltsprachen ist die interkontinentale Verbreitung ihrer Sprecher. Insbesondere im Falle der Weltsprachen mit europäischen Wurzeln ist darüber hinaus maßgeblich, dass sogar der größte Teil ihrer Sprecher außerhalb Europas lebt, wie es am Beispiel der spanischsprachigen Ländern offensichtlich wird. Dies ist ein Ergebnis der Inbesitznahme und nachfolgenden Besiedelung der Kolonialgebiete durch die europäischen Auswanderer (vgl. Haarmann 2001: 99).

Neben der geographischen Ausbreitung ist die wirtschaftliche Bedeutung, die einer Sprache zukommt, von großer Relevanz. Es handelt sich hierbei um den sozioökonomischen Weltsprachenstatus, der mit dem wirtschaftlichen Fortschritt der Staaten, in denen die jeweilige Sprache verwendet wird, zusammenhängt. Mit einem hohen Technologiestandard, der für eine starke Wirtschaft Voraussetzung ist, wird ein entsprechend umfangreicher Erfahrungs- und Wissensstand assoziiert. Dieses Know-how ist in einer Weltsprache kodiert, die daraufhin eng mit Wirtschaftskraft und Finanzstärke verbunden wird (vgl. Haarmann 2001: 109). Ein wirtschaftlicher Ballungsraum übt zudem auf viele Menschen eine große Anziehungskraft aus. Der Zugang zu einem solchermaßen attraktiven Markt wird am einfachsten über die Muttersprache der jeweiligen Sprachgemeinschaft ermöglicht. Anzumerken ist hierbei, dass ein derartiger Wirtschaftsraum auch über eine Lingua Franca erschlossen werden kann (vgl. Mattusch 1999: 195).[6] Nach Ammon lässt sich die ökonomische Stärke einer Sprache über das Bruttoinlandsprodukt ermitteln, das die Mitglieder ihrer Sprachgemeinschaft weltweit erwirtschaften. Im Falle mehr-sprachiger Länder wie beispielsweise Belgien oder Kanada werden die jeweiligen Sprachanteile miteinbezogen (vgl. Ammon 2001: 58).

Ein weiteres Kriterium für den Weltsprachenstatus ist die Stellung einer Sprache als Amtssprache in mehreren Ländern, was einen Einsatz als Kommunikationsmittel in Verwaltung, Recht, Medien und Bildung nach sich zieht (vgl. Crystal 2000: 15). Sowohl die Anzahl der Länder, in denen eine Sprache als Amtssprache fungiert, als auch deren interkontinentale Dispersion wirken sich demnach maßgeblich auf den Weltsprachenstatus aus. Darüber hinaus ist die Verwendung als Amtssprache in internationalen Organisationen ein Aspekt, der eine Weltsprache auszeichnet. Aus diesem Status einer Sprache ist ihre politische Stärke ablesbar (vgl. Mattusch 1999: 194).

Für die überregionale Bedeutung einer Sprache ist zudem die politische Bedeutung der Länder, in denen sie gesprochen wird, ausschlaggebend. „Sprache existiert nicht unabhängig von der Gemeinschaft von Menschen, die diese Sprache sprechen“ (ebd.: 197). Damit beeinflusst der internationale politische Erfolg dieser Gemeinschaft die Bedeutung ihrer Sprache. Auch Crystal sieht das politische beziehungsweise militärische Gewicht eines Volkes als ausschlaggebendes Kriterium für den Status einer Weltsprache. Latein beispielsweise wurde nicht aufgrund seiner zahlreichen Sprecher, sondern durch die militärische Macht des Römischen Reichs verbreitet. Nach dessen Zerfall blieb es jedoch dank des Einflusses der römisch-katholischen Kirche für ein weiteres Jahrtausend die internationale Bildungssprache. An diesem Beispiel wird deutlich, dass die Verbindung mit einer Religion oder Kultur eine Sprache am Leben erhalten kann, ihr jedoch nicht zwangsläufig zum Weltsprachenstatus verhilft (vgl. Crystal 1997: 7).

Im vorhergehenden Abschnitt wurden die allgemeinen Kriterien, die für den Weltsprachenstatus ausschlaggebend sind, herausgearbeitet. Inwiefern diese Charakteristika auf die französische Sprache zutreffen, soll die folgende Analyse zeigen. Gleichzeitig wird eine weitere Weltsprache, das Englische, vergleichend herangezogen.

2.1 Französisch und Englisch – zwei Sprachen in Konkurrenz um den Status als internationale Verkehrssprache

Mit dem Terminus Weltsprache wird in heutiger Zeit zumeist die englische Sprache in Verbindung gebracht. Sowohl im Alltagsgebrauch als auch in der sprach-soziologischen Forschung gilt sie als Prototyp und Paradebeispiel dieses Begriffs (vgl. Haarmann 2001: 91). Keine Sprache war jedoch bisher auf Dauer Weltsprache (vgl. Mattusch 1999: 192). Nach dem Lateinischen konnte Französisch über lange Jahre dessen Vormachtstellung in Politik und Diplomatie übernehmen, was angesichts der aktuell verbreiteten Lingua Franca Englisch oft vergessen wird. Daher soll im Folgenden zunächst die sprach- und kulturhistorische Entwicklung des Französischen zur Weltsprache dargestellt werden. Darauf aufbauend werden der Vormarsch der englischen Sprache sowie die aktuelle Situation des Französischen näher beleuchtet.

2.1.1 Die französische Sprache als Ausdruck der politischen Stellung Frankreichs – historische Dimension

Bei der Betrachtung des Weltsprachenstatus’ des Französischen können im Wesent-lichen zwei kulturelle und politische Höhepunkte identifiziert werden. Dazu zählen sowohl das 12. und 13. Jahrhundert als auch die Periode vom 17. bis zum 18. Jahrhundert. In beiden zeitlichen Abschnitten war nicht nur Französisch als internationale Verkehrssprache vorherrschend, auch für Frankreich waren dies Epochen politischer und kultureller Größe (vgl. Hagège 1992: 93). Allerdings kann erst ab dem 16. Jahrhundert von der neufranzösischen Sprache gesprochen werden. Zudem konstituierte sich damals nicht nur die nationale Einheit Frankreichs, sondern auch das Französische als dessen Nationalsprache (vgl. Klare 1998: 89). Die Betrachtung im Rahmen der vorliegenden Arbeit soll daher ab dieser Zeit erfolgen.

Bis ins 16. Jahrhundert genoss das Lateinische als Schriftsprache in den verschiedenen Bereichen der Wissenschaft, des Rechts, der Verwaltung und Diplomatie sowie der Kirche ein hohes Prestige. Dennoch konnten sich im Mittelalter erstmals auch einige Volkssprachen international durchsetzen. Die Reformation, die die Verwendung des Lateinischen als Kirchensprache ablehnte, unterstützte diese Entwicklung. In Frankreich nutzte der damalige König Franz I. erstmals Französisch als Instrument, um die Nation nach innen und außen zu repräsentieren. Im Jahr 1539 erließ er die Ordonnance de Villers-Cotterêts, die Französisch als einzige Sprache der Gerichte und der Verwaltung im gesamten Königreich festlegte (vgl. Salon 2002: 334). Damit konnte das Französische in sprachliche Bereiche vordringen, die bisher dem Lateinischen vorbehalten waren, und sich daraufhin auch als Sprache der Wissenschaft, wie beispielsweise der Theologie und Philosophie, etablieren (vgl. Trabant 2001: 10).

Internationale Bedeutung erlangte die französische Sprache insbesondere durch das politische Ansehen, das sich Frankreich durch seine Erfolge im Dreißigjährigen Krieg erworben hatte. Als geeintes Königreich konnte es seine außenpolitische Stellung festigen und wurde mit dem Westfälischen Frieden 1648 die dominierende Macht auf dem europäischen Kontinent (vgl. Ritzenhofen 2002: 34).[7] Bereits zu dessen Aushandlung gab es zwischen den Delegationen Frankreichs und des Heiligen Römischen Reiches Schwierigkeiten bezüglich der Sprachenfrage. Während die Vertreter des Reiches Latein als Vertrags- und Verhandlungssprache beibehalten wollten, vertrat der französische Verhandlungspartner die Auffassung der freien Sprachwahl (vgl. Berschin / Felixberger / Goebl 1978: 224). Die dadurch entstandene Diskussion über die volkssprachliche Nachfolge des Lateinischen eröffnete für die französische Sprache die Möglichkeit, sich als Sprache der internationalen Beziehungen zu etablieren. Andere Nationalsprachen kamen nicht in Frage: England und Spanien konzentrierten sich auf ihre Überseekolonien, das deutsche Sprachgebiet war politisch zersplittert (vgl. Décsy 1973: 34). Die Folgen des Aufschwungs des Französischen machten sich schnell bemerkbar. Mit dem Vertrag von Rastatt[8] von 1714 wurde die vorherrschende Stellung der französischen Sprache erstmals offiziell. Französisch löste damit endgültig Latein als Verhandlungs- und Vertragssprache ab (vgl. Berschin / Felixberger / Goebl 1978: 224).

Doch nicht nur die politischen und wirtschaftlichen Erfolge Frankreichs begünstigten den weiteren Vormarsch des Französischen. In der Zeit des Sonnenkönigs Ludwig XIV. erlebte die französische Kulturgeschichte eine ihrer glanzvollsten Perioden. Die französische Kultur und Sprache wie auch der höfische Lebensstil galten als Muster für die europäischen Fürstenhäuser. Auch die zu dieser Zeit hochgeschätzte französische Literatur, die europaweit nachgeahmt wurde, trug zum Ansehen der französischen Sprache bei. Die französischen Philosophen und Schriftsteller Voltaire und Antoine de Rivarol rühmten in ihren Schriften den Mythos des génie de la langue française und begründeten dies mit der clarté des Französischen (vgl. Erfurt 2005: 90f.). Die Französische Revolution und das durch sie gewonnene Selbstbewusstsein der Bürger gegenüber der Monarchie verstärkte zudem die Bedeutung der französischen Sprache: Europaweit wurde mit ihr die Sprache der Freiheit, die im Dienste einer geeinten Nation steht, verbunden. Die Folge war eine Mythologisierung der französischen Sprache und Literatur weit über die Grenzen Frankreichs hinaus (vgl. Boislève 2002: 33). Mit Hilfe der Preußischen Akademie der Wissenschaften unter der Herrschaft des frankophonen Friedrich II. konnte sich Französisch im 18. Jahrhundert schließlich auch als internationale Wissenschaftssprache durchsetzen (vgl. Trabant 2003: 131f.).

Neben den Erfolgen des Französischen als Sprache der Literatur, Wissenschaft und Politik ist die territoriale Ausdehnung des französischen Sprachgebiets zu beachten. So trugen die Glaubensflüchtlinge nach der Aufhebung des Edikts von Nantes[9] im Jahr 1685 zur geographischen Verbreitung des Französischen in Europa bei. Aus Angst vor Zwangskatholisierung und Repression unter der Herrschaft von Ludwig XIV. flohen etwa 200.000 französischsprachige Wallonen, Hugenotten, Calvinisten und Waldenser in die protestantischen Länder Europas, vor allem in die Schweiz, nach Deutschland, England und in die Niederlande. Dort stießen sie zunächst auf die Sympathie der frankophilen Elite. Im Laufe der Generationen passten sie sich zunehmend an die jeweiligen Landessprachen an, so dass ihre Französischsprachigkeit bis Ende des 19. Jahrhunderts stark abnahm (vgl. Erfurt 2005: 93f.).

Die Ausbreitung der französischen Sprache nach Übersee erfolgte in erster Linie durch die koloniale Expansion Frankreichs. Die Anfänge können bereits in der Gründung der Nouvelle-France, dem späteren Kanada, im Jahr 1534 gesehen werden. Faktisch war jedoch erst das 17. Jahrhundert der Beginn der Kolonialisierung. In Québec wurden die ersten Städte gegründet, an der afrikanischen Westküste und an der nordafrikanischen Mittelmeerküste französische Handelsstützpunkte errichtet. Französische Seefahrer nahmen Inseln in der Karibik und im Indischen Ozean in Besitz. Im folgenden Jahrhundert gelang der bedeutendste territoriale Zuwachs auf dem afrikanischen Kontinent (vgl. Pöll 2003: 60f.).

Die Verknüpfung von sprachlichem und politischem Prestige verhalf dem Französischen zur Durchsetzung als langue de la cour und Sprache der Diplomatie. Gleichzeitig kann damit jedoch erklärt werden, warum es diese Rolle im Laufe des 19. Jahrhunderts zumindest teilweise verlor (vgl. Stein 2003: 136). Die Anfänge dieser Entwicklung wurden durch die Niederlage Napoleons und den Verlust eines erheblichen Teils seiner Eroberungen in Europa ausgelöst. Der unmittelbare sprachliche und kulturelle Einfluss wurde damit auf das eigene Territorium begrenzt (vgl. Christ 2000: 105). Das Französische verlor zudem seine Vorbildfunktion, da die aristokratische Gesellschaft, die sich bis dato an französischer Sprache und Lebensart orientiert hatte, im 19. Jahrhundert eine Einbuße ihres Einflusses hinnehmen musste (vgl. Kramer 2001: 40).[10] Von dieser Entwicklung konnte insbesondere die englische Sprache profitieren, die seitdem zunehmend an Bedeutung gewann und ab 1850 als dritte neutrale Vertragssprache genutzt wurde. Im Rahmen des Versailler Vertrags von 1871, der zum Ende des Deutsch-Französischen Krieges führte, wurde dennoch Französisch in dieser Funktion verwendet, obwohl Frankreich aus diesem Konflikt als besiegte Macht hervorging. Damit wird deutlich, dass zu jener Zeit das Prestige der französischen Kultur unabhängig von der politischen Stellung Frankreichs immer noch fortwährte (vgl. Erfurt 2005: 92).

Dies spiegelte sich auch im unangefochten ersten Platz des Französischen im Fremdsprachenunterricht in ganz Europa bis zum Ersten Weltkrieg wider. Besonders das aufstrebende Bürgertum orientierte sich an den Idealen der französischen Kultur und Gesellschaft. Ein Zeugnis dafür sind die bis heute vorhandenen Entlehnungen im eigenen Wortschatz wie beispielsweise im Rumänischen (vgl. Erfurt 2005: 92). Auch in der Rechtssprechung ist Französisch seit dem 19. Jahrhundert das dominierende Kommunikationsmedium internationaler juristischer Vereinigungen (vgl. Haarmann 1993: 330). Französisch behielt somit trotz des Prestigeverlustes als Wissenschafts-sprache seine Bedeutung und Attraktivität als Sprache der schönen Literatur, des eleganten Lebens und als immer noch weit verbreitete Verkehrssprache (vgl. Christ 2000: 106).

Es wurde bereits mit Mattusch erwähnt, dass keine Weltsprache dauerhaft diesen Status einnimmt. Deutete sich im 19. Jahrhundert die Entwicklung zu Ungunsten des Französischen als Sprache der Diplomatie bereits an, kann im 20. Jahrhundert die Ablösung der französischen Sprache als internationale Lingua Franca durch das Englische beobachtet werden. Dieser Wandel soll im Folgenden dargestellt werden.

2.1.2 Der Vormarsch des Englischen

Der Vertrag von Versailles, der 1918 das Ende des Ersten Weltkrieges markierte, wurde sowohl in Englisch als auch Französisch abgefasst. Damit verlor die französische Sprache offiziell ihre Stellung als erste Sprache der Diplomatie (vgl. Trabant 2003: 128). Auf der Währungs- und Finanzkonferenz von Bretton Woods im Jahr 1944 wurde schließlich nur noch Englisch als Diplomatensprache genutzt (vgl. Schroeder 1996: 82). Die Ursachen für die neue Vormachtstellung des Englischen können insbesondere in der politischen wie auch wirtschaftlichen Bedeutung der Länder, in denen diese Sprache gesprochen wird, gefunden werden. Großbritannien war bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts die global führende Industrie- und Handelsnation. Der britische Imperialismus verbreitete die englische Sprache rund um den Globus und verschaffte ihr damit einen weitaus größeren geographischen Einflussbereich, als Französisch je hatte. Am Ende des vergangenen Jahrhunderts war die Bevölkerung der USA größer als die jedes westeuropäischen Landes. Die amerikanische Wirtschaft war zudem außerordentlich produktiv und wuchs rasant. Die ökonomische Macht der USA festigte und erweiterte somit die Stellung des Englischen, das in diesem Zusammenhang gerne als jene Sprache genannt wird, die hinter dem US-Dollar steht (vgl. Crystal 1997: 8).

Im 20. Jahrhundert ließen zwei Weltkriege und das zweimalige militärische Eingreifen der USA deren wirtschaftlichen und politischen Einfluss auf Europa wachsen, was nicht ohne Folgen für die europäischen Sprachen blieb. Insbesondere während und nach dem Zweiten Weltkrieg profitierte das Englische von der dringenden Notwendigkeit einer globalen Lingua Franca. Internationale Organi-sationen wie die Vereinten Nationen (UN) oder der Europarat entstanden und mussten Amts- und Arbeitssprachen festlegen. Bei der Gründung der Vereinten Nationen wurden zunächst nur Englisch, Russisch und Spanisch als Arbeitssprachen vorgeschlagen. Erst nach massiven Protesten Frankreichs, dessen Einfluss in dieser Phase als eher gering betrachtet werden kann, wurde dem Französischen ebenfalls dieser Status zugesprochen (vgl. Paqué 2000: 133).

Die beginnende wirtschaftliche Globalisierung und der aufstrebende Welthandel benötigten ebenfalls ein globales Kommunikationsmedium. Aufgrund der bereits genannten politischen und wirtschaftlichen Stärke der USA war die Verwendung des Englischen naheliegend (vgl. Mattusch 1999: 197). Das 20. Jahrhundert wird daher oft unter dem Begriff der Amerikanisierung Europas zusammengefasst – gemeint ist damit der politische, wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Einfluss, den die USA auf Europa ausübten und immer noch ausüben (vgl. Junker 2002: 89). Sichtbar wird dies an der Relevanz des Englischen in Film und Fernsehen, in den Printmedien und der Musik sowie der Kommunikation im Internet. Die englische Sprache erreicht somit verschiedene gesellschaftliche Klassen. Französisch dagegen wurde in seiner Blütezeit von einer elitären sozialen Schicht als Lingua Franca genutzt. Oft wird darin ein Grund für den Statusverlust des Französischen gesehen (vgl. Stein 2003: 137). Die englische Sprache konnte auch in den Bereich der Wissenschaft vordringen. Obwohl noch Ende des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts ein Großteil der wissenschaftlichen Literatur in Französisch oder Deutsch publiziert wurde, hat heute Englisch die Rolle der Wissenschaftssprache übernommen (vgl. Haarmann 2002b: 117).

Der aktuelle Status der englischen Sprache als Weltsprache spiegelt somit in erster Linie die Vormachtstellung der USA in Politik, Militär, Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft wider. Frankreich hatte dagegen im 20. Jahrhundert militärische und politische Rückschläge zu erleiden, die sein Image der ideologischen Universalität negativ beeinflussten. Der Verlust der Kolonien in den 60er Jahren markierte einen Tiefpunkt in der französischen Geschichte (vgl. Hagège 2005: 184). Die Kolonialkriege banden Kräfte und Mittel, die in anderen Bereichen positiv hätten eingesetzt werden können. Somit sank das Ansehen des Landes rapide, was sich auch auf den Status der französischen Sprache auswirkte (vgl. Christ 2000: 108).

Der Vormarsch des Englischen erfolgte demnach parallel zur schwindenden Relevanz des Französischen. Doch trotz der Vormachtstellung der englischen Sprache in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts nimmt das Französische nach wie vor eine bedeutende Stellung ein und kann durchaus weiterhin als Weltsprache bezeichnet werden, was im Folgenden belegt werden soll.

2.1.3 Die globale Stellung des Französischen – zeitgenössische Dimension

Heute sprechen weltweit 131 Millionen Menschen Französisch, davon sind 76 Millionen Primärsprachler.[11] Obwohl es sich damit nur auf dem zehnten Rang der meistgesprochenen Sprachen hält, ist zu bemerken, dass wenige der Sprachen, die nummerisch gesehen vor dem Französischen liegen, auch weltsprachliche Funktionen erfüllen (vgl. Haarmann 2002b: 20). Offizielle Amtssprache – wenn auch teilweise nicht die einzige – ist die französische Sprache in insgesamt 32 Staaten weltweit (vgl. Organisation Internationale de la Francophonie 2006b).[12] Auch die interkontinentale Verbreitung ist im Falle des Französischen gegeben: Neben Europa ist es insbesondere in Afrika und Nordamerika als Mutter- und Konversationssprache vertreten. Trotz der heutigen Unabhängigkeit behielten alle ehemaligen Kolonien Französisch als Amtssprache (vgl. Organisation Internationale de la Francophonie 2006b). Wenn Australien und Ozeanien als ein Kontinent angesehen werden, ist die französische Sprache auf allen Kontinenten präsent (vgl. Born 2001: 7).

Im Fremdsprachenunterricht spielt das Französische ebenfalls eine wichtige Rolle. Neben dem Englischen ist es die einzige Fremdsprache, die weltweit gelehrt wird und dadurch nahezu in jedem Bildungssystem der Welt vertreten ist. Dies ist auf die lange Tradition und damit auf die einstige Bedeutung und Verbreitung zurückzu-führen. In Zahlen ausgedrückt erhalten weltweit rund 80 Millionen Schüler Französischunterricht von etwa 900.000 Französischlehrern. Insgesamt sollen aktuell 110 Millionen Menschen Französisch als Fremdsprache verwenden (vgl. Stein 2003: 137). Prozentual ausgedrückt sind dies 42 Prozent der frankophonen Gemeinschaft – ein Wert, der den des Englischen leicht übersteigt (vgl. Haarmann 2002b: 20).[13] Dies spricht eindeutig für die Attraktivität des Französischen als Fremdsprache, was unter anderem ein Indiz für den Weltsprachenstatus ist.

Ein weiteres Kriterium ist die Stellung der französischen Sprache in internationalen Organisationen. In den Vereinten Nationen, der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation (UNESCO), der Nordatlantikpakt-Organisation (NATO) und dem Europarat, um nur einige Beispiele zu nennen, wird Französisch heute neben Englisch am häufigsten gebraucht (vgl. Stein 2003: 138).[14] Dennoch ist auch am Beispiel der Vereinten Nationen die Vormachtstellung des Englischen nicht zu übersehen: Ein Großteil der Arbeitsdokumente ist in Englisch verfasst, die französische Übersetzung wird oft nicht gleichzeitig verteilt. Die meisten Sitzungen werden auf Englisch abgehalten, so dass die frankophonen Mitglieder häufig auf den Gebrauch ihrer Sprache verzichten (vgl. de Broglie 1986: 251). Für die Dominanz des Englischen spricht auch eine Befragung der Delegationen aus dem Jahr 2001. Dabei sollten diese entscheiden, in welcher Sprache sie Informationen per E-Mail erhalten wollen – mehr als zehn frankophone Staaten entschieden sich für Englisch (vgl. Ndaywel e Nziem 2003: 192).

Im Internationalen Olympischen Komitee nimmt das Französische dagegen eine besondere Stellung ein. Im Jahr 1894 wurde es von dem Franzosen Pierre de Coubertin mit Sitz in Paris gegründet, um die Olympischen Spiele der Neuzeit wiederzubeleben. Seit dem Ersten Weltkrieg hat das Komitee seinen Hauptsitz im französischsprachigen Lausanne (vgl. Comité International Olympique 2006).[15] Gemäß Artikel 24 der Charte Olympique von 2004 ist Französisch neben Englisch die offizielle Sprache. Damit müssen die Dokumente und Verordnungen in beiden Sprachen vorliegen. Weichen die Versionen voneinander ab, ist jedoch die französische Fassung maßgeblich (vgl. Comité International Olympique 2004: 58). Ammon verglich 1997 den Status der Sprachen in internationalen Organisationen. Demzufolge war zu dieser Zeit das Französische in 12 der untersuchten Vereinigungen Arbeitssprache und in 37 offizielle Sprache. Obwohl die englische Sprache einen hervorgehobenen Status in der institutionellen Praxis genießt, ist die Verwendung des Französischen daher auf internationaler politischer Ebene weit verbreitet (vgl. Ammon 1997: 62).

Vergleicht man die ökonomische Stärke des Französischen mit der anderer Sprachen, muss das gesamte Bruttoinlandsprodukt der französischsprachigen Länder als Maßstab herangezogen werden. Das Bruttoinlandsprodukt Frankreichs liegt weltweit an fünfter Stelle nach dem der USA, Japans, Deutschlands und Großbritanniens. Zwei englischsprachige Länder weisen demnach höhere Werte auf als Frankreich (vgl. Eurostat 2006). Ungünstig für die ökonomische Stärke des Französischen wirkt sich aus, dass in den wirtschaftsstarken frankophonen Ländern wie Kanada, Belgien, Luxemburg oder der Schweiz Französisch nicht die einzige Amtssprache ist und somit deren Bruttoinlandsprodukt nur anteilig einberechnet werden kann (vgl. Organisation Internationale de la Francophonie 2006b). Ein Großteil der weiteren frankophonen Staaten ist in Zentralafrika gelegen, das zu den wirtschaftsschwächsten Regionen der Welt zählt (vgl. Bundeszentrale für politische Bildung 2006). Die ökonomische Stärke der frankophonen Länder und Regionen wird also deutlich von den anglo- und germanophonen Staaten überstiegen. Dennoch gehört Französisch neben Englisch, Deutsch, Japanisch und Spanisch zu den wirtschaftlich relevantesten Sprachen weltweit.

Insgesamt nimmt die französische Sprache aktuell nach dem Englischen den zweiten Rang in der internationalen und interkulturellen Kommunikation ein und fungiert somit als Verkehrs- und Delegationssprache. Zudem ist sie insbesondere aus der Sicht Deutschlands aufgrund der intensiven und langjährigen deutsch-französischen Zusammenarbeit in Politik, Kultur und Wirtschaft von Bedeutung. So ist Frankreich nach wie vor Deutschlands wichtigster Außenhandelspartner (vgl. o.V. 2006b).

Die Relevanz einer Sprache lässt sich nicht nur anhand ihrer Außenwirkung in Politik und Wirtschaft definieren. Auch die innere Bedeutung für ihre Sprecher sollte beachtet werden. Obwohl Sprache vorrangig als funktionales Mittel zur Verständigung innerhalb einer Kommunikationsgemeinschaft[16] angesehen werden kann, trägt sie maßgeblich zur Bildung sowohl der individuellen als auch der kollektiven Identität bei (vgl. Witt 2001: 10). In diesem Sinne soll sich das folgende Kapitel mit den kulturellen und identitätsstiftenden Eigenschaften von Sprachen beschäftigen.

2.2 Französisch als kulturelles Erbe der frankophonen Gemeinschaft

Die Bedeutung von Sprache und Kultur für den Menschen liegt seit Jahrhunderten im Forschungsbereich der Sprach- und Sozialwissenschaften. Wilhelm von Humboldt verfasste 1884 Leitsätze zur Humanität der Sprache, in denen er unter anderem feststellt, dass „der Mensch [...] nur Mensch durch Sprache“ (Humboldt 1981: 8)[17] sei und sich dadurch vom Tier differenziere. Auf von Humboldt geht ebenfalls die These zurück, dass die Muttersprache eine spezifische Weltansicht konstituiere. Die eigentliche Leistung der Sprache bestehe demzufolge darin, dem Menschen die von ihr geprägte Weltsicht zu vermitteln (vgl. Stark 1991: 45).[18] Gleichzeitig spricht von Humboldt die Einbindung des Menschen durch seine Muttersprache in eine kulturelle Gemeinschaft beziehungsweise ein Volk an. „Die Sprache ist gleichsam die äußerliche Erscheinung des Geistes der Völker; ihre Sprache ist ihr Geist und ihr Geist ihre Sprache: man [sic!] kann sich beide nie identisch genug denken“ (Humboldt 1981: 55). Sprache gilt demzufolge als Grundbedingung der Menschwerdung sowie der zivilisatorisch-kulturellen Entwicklung. Als identitäts-stiftendes Medium ist sie zudem nicht nur ein Phänomen der Kultur einer Gemein-schaft, sondern sogar deren Voraussetzung (vgl. Bär 1989: 65). „La langue est l’âme même d’une culture“ (Rigaud 1979: 38). Die Sprache und das Sprachbewusstsein stellen daher ein entscheidendes Element der Zugehörigkeit zu einer kulturellen Gemeinschaft dar.

Insbesondere europäische Kulturen identifizieren sich stärker über ihre National-sprachen als beispielsweise über ihre Religionen (vgl. Bär 1989: 76). Dadurch wird Sprache zu einem Teil der Identität eines Individuums. Da ein erheblicher Teil des interaktiven Handelns mittels Sprache gesteuert wird, ist deren Bedeutung ebenfalls für die kollektive Identität relevant (vgl. Haarmann 1996: 225). Dieses Zugehörigkeitsgefühl zu einer Gruppe, das durch die Sprache gefördert wird, hängt gleichzeitig eng mit Abgrenzung zusammen. Sprache erfüllt in diesem Sinne neben der Kommunikationsfunktion zusätzlich die Aufgabe der Demarkation. Auch innerhalb einer Sprachgemeinschaft grenzen sich die Kommunikationspartner aufgrund eines unterschiedlichen Erfahrungshorizontes voneinander ab. Differieren die verwendeten sprachlichen Konventionen zu sehr, wie dies beispielsweise bei der Kommunikation mit anderen Sprachgemeinschaften der Fall ist, ist eine sprachliche Verständigung im eigentlichen Sinne nicht mehr möglich. Sprache dient in diesen Fällen nur noch zur Demarkation, zur Sicherung der Gruppengrenzen und damit letztlich der Feststellung der kollektiven Identität (vgl. Kremnitz 1999: 8f.).

Die hier genannte Abgrenzung lässt bereits darauf schließen, dass die Bedeutung der Sprache für den Menschen und seine Sprach- und Kulturgemeinschaft auch die politische Gemeinschaft beeinflusst. Oft wird das wachsende Sprachbewusstsein zeitlich mit der Konstruktion der Nationalstaaten gleichgesetzt. Insbesondere „der europäische Nationalismus des 19. und 20. Jahrhunderts kann als Sprach-nationalismus, als Emanzipationsbewegung von Sprachgemeinschaften aufgefasst werden“ (Kloss 1969: 44). Sprachgemeinschaften sind dabei als Gesamtheit der Individuen, die die gleiche Muttersprache gebrauchen, anzusehen, wobei es irrelevant ist, wenn diese Sprache nur in mundartlicher Form beherrscht wird (vgl. ebd.: 69). An Beispielen wie Belgien oder der Schweiz ist deutlich zu erkennen, dass die Sprach- und Staatsgrenzen selten identisch sind.[19] Dennoch ist der „Gedanke der Sprachnation, nach dem die eigene Sprache notwendige Bedingung für die Existenz der Nation ist“ (Ammon 1994a: 13), tief im Bewusstsein der europäischen Nationen verankert, unabhängig davon, ob die nationalen und sprachlichen Grenzen kongruent sind oder nicht. Die Nationalsprachen dienen dabei der Homogenisierung nach innen und der Abgrenzung nach außen (vgl. Mackiewicz 2003: 1). Tatsächlich konnte im Europa des 19. und 20. Jahrhunderts eine etappenweise Angleichung der Staats- an die Sprachgrenzen festgestellt werden wie beispielsweise bei der Gründung des Königreichs Italien oder des deutschen Kaiserreichs (vgl. Haarmann 1975: 81). Dies beschreibt auch Hagège: „Les langues, miroirs d’identité des peuples, ont le plus souvent joué en Europe un rôle de première importance dans les luttes d’affirmation nationale“ (Hagège 1992: 178). Die Sprache wird damit oft für den Kampf einer Sprachgemeinschaft um politische Anerkennung und Autonomie politisiert und instrumentalisiert. Auch heute ist die Forderung nach Anerkennung der eigenen Sprache oft ein wesentlicher Teil des Autonomiestrebens ethnischer Gruppen, wie am Beispiel des Baskenlandes immer wieder deutlich wird. Obgleich sich keineswegs alle Sprachgemeinschaften zwangsläufig als Nation verstehen und nach einem gemeinsamen Staat streben, ist das Bewusstsein, eine gemeinsame Sprache zu sprechen, doch ein wesentliches Identifikationsmerkmal einer Nation (vgl. Arntz 1998: 14f.).

Zusammenfassend kann Sprache als Identitätskomponente des Menschen in seiner Gemeinschaft und somit als kulturelles Erbe angesehen werden. Sie steht für die Individualität einer Gruppe in Abgrenzung zu anderen. Daher ist es von großer Relevanz, die Sprachenvielfalt zu verteidigen, so auch die Minderheiten- und Kleinsprachen, die für ihre Sprecher einen Teil ihrer Kultur darstellen und von denen jedes Jahr weltweit 25 aussterben (vgl. Perez 2001: 45).[20] Doch auch die eigentlichen Weltsprachen wie beispielsweise das Französische „leiden“ unter der kulturellen Globalisierung, die zumeist dem Englischen zugutekommt. Dies wirkt sich sowohl in der wachsenden Anzahl von Anglizismen als auch in der Verbreitung des Englischen in Wirtschaft und Wissenschaft aus (vgl. Bär 1989: 68). In Frankreich ist die Politik zur Sprachpflege und -erhaltung besonders ausgeprägt. Dies lässt sich auf die Rolle der Sprache für das Selbstverständnis der Franzosen zurückführen, die im Folgenden aufgezeigt werden soll.

2.2.1 Der Stellenwert der Sprache im französischen Selbstverständnis

Sprache als prägendes Element der Identität beeinflusst auch das Selbstbewusstsein ihrer Sprachgemeinschaft, insbesondere wenn eine Sprache international anerkannt und weit verbreitet ist (vgl. Ermert 1994: 8). In Kapitel 2.1.1 wurde gezeigt, dass das Französische bis Anfang des 20. Jahrhunderts die führende Diplomatensprache Europas war. Für die Franzosen stellt ihre Sprache auch aus diesem Grund bis heute ein Symbol ihres Nationalbewusstseins dar. Nach Kloss ist Frankreich zudem ein Beispiel für eine Konsensualnation, deren Hochsprache, also Französisch, auch für die bilingualen Bürger Symbol und literarisches Hauptausdrucksmittel ist (vgl. Kloss 1969: 83). Das daraus resultierende Sprachbewusstsein führt dazu, dass das Eindringen des „Fremden“ abgewehrt und eine historische Kontinuität gewahrt wird (vgl. Schwarze 1977: 22). Dass dies von der französischen Bevölkerung unterstützt wird, zeigt folgendes Zitat des Gelehrten Abel Hermant aus den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts:

„Tous les Français, du plus humble au plus cultivé, s’intéressent aux faits de langage, parce qu’ils sentent [...] que cette langue que leur ont transmise leurs ancêtres, ouvrée, raffinée par tant de générations d’hommes, est leur patrimoine au même titre que la glèbe de France à laquelle ils sont attachés“ (Hermant, zit. n. Schwarze 1977: 44).

Die Franzosen verbinden ihr Nationalbewusstsein demzufolge sehr stark mit ihrer Sprache und betrachten diese als kulturelles Erbe. Dabei stellt sich die Frage, wie sich dieses Selbstverständnis der Franzosen über ihre Sprache entwickeln konnte. An der Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert stellte sich in Frankreich ein gewisses Sprachbewusstsein ein. Durch den Kontakt mit der Kultur der italienischen Renaissance und der Eingenommenheit der Italiener von ihrer Sprache erkannten zumindest die gebildeten Franzosen den Wert und die Bedeutung einer National-sprache (vgl. Haas 1991: 15). Bis Ende des 17. Jahrhunderts gelang es daraufhin der französischen Sprache mit Hilfe des so genannten Vulgärhumanismus,[21] sich als Nationalsprache durchzusetzen und damit für die Bevölkerung einen Teil ihrer kulturellen Identität darzustellen (vgl. Erfurt 2005: 83f.). Dabei ist insbesondere Joachim du Bellays Werk „Deffence et illustration de la langue francoyse“ aus dem Jahr 1539 zu nennen, das als „eine offensive Lobpreisung, ein Aufruf zur Pflege, zur Bereicherung und zum Ausbau des Französischen“ (ebd.) zu verstehen ist.

Als wichtigster Zeitabschnitt für das Sprachbewusstsein der Franzosen ist die Aufklärung anzusehen. Zu Beginn dieser Epoche stand Frankreich unter der absolu-tistischen Herrschaft Ludwigs XIV., der das Prestige der französischen Sprache und Kultur europaweit vorantrieb. Zudem trug insbesondere der Schriftsteller Voltaire zur universalen Geltung der französischen Sprache und zur Verbreitung der Klarheitsidee bei. In seinem Werk „Le siècle de Louis XIV“ aus dem Jahr 1752 schreibt er über die klassische französische Sprache:

„La langue française est de toutes les langues celle qui exprime avec le plus de facilité, de netteté, et de délicatesse, tous les objets de la conversation des honnêtes gens; et par là elle contribue dans toute l’Europe à un des plus grands agréments de la vie“ (Voltaire 1967: 555).

Dieses Bewusstsein für die Sprache, deren Qualität und die eigene kulturelle Identität, das hier erwähnt wird, entwickelt sich in aller Regel unter Absetzung und Abwertung von anderen Identitäten. Im vorangehenden Zitat wird nicht nur der Vergleich mit anderen Sprachen deutlich, von denen sich das Französische durch die Leichtigkeit, Klarheit und Feinheit abheben soll, sondern auch der Bezug zwischen der Sprache und der gesellschaftlichen Elite, den honnêtes gens, die dem Französischen das Prestige der Bildungs- und Hofsprache in Europa einbrachte. Voltaire erwähnte in seinen weiteren Werken zudem den Mythos des génie de la langue française, indem er diesen erneut mit der clarté begründet: „Le génie de notre langue est la clarté et l’élégance“ (Voltaire 2001: 280). Allein mittels des Ausdrucks gé nie de la langue wird das Französische erneut über die anderen Sprachen gestellt.

Den Anspruch auf Weltgeltung des Französischen erhob allerdings erst der Schriftsteller de Rivarol (vgl. Trabant 2002: 111). 1782 forderte die Berliner Akademie der Wissenschaften die Gebildeten und Gelehrten aller Länder auf, das Phänomen der französischen Weltsprache zu untersuchen. De Rivarols Abhandlung „Discours sur l’universalité de la langue française“ begründete die Vormachtstellung des Französischen als Bildungssprache mit dem typisch französischen Esprit rationnel (vgl. Haarmann 1975: 232). Ähnlich wie Voltaire sieht de Rivarol die Haupteigenschaft dessen in der clarté und unterstützt dies durch die eindeutige Aussage: „Ce qui n’est pas clair, n’est pas français“ (Rivarol 1929: 27). Die clarté wurde damit zum beliebtesten Attribut der französischen Sprache bis zum heutigen Tag. Zahlreiche französische Dichter und Denker wie Denis Diderot oder Jean-Jacques Rousseau begründeten mit dieser Eigenschaft des Französischen dessen Relevanz als Sprache der Philosophen und Weisen (vgl. Weinrich 1988: 147). Die Sprache wurde daher als hohes Kulturgut angesehen, das sich nur einer intellektuellen Elite erschließt. Damit wurde nicht nur erneut die Superiorität des Französischen, sondern auch seine gemeinschaftsbildende Kraft bestätigt (vgl. Kramer 2001: 40). Der Mythos der clarté der französischen Sprache geht demnach auf den Vergleich und die Konkurrenz der Sprachen um die Nachfolge des Lateinischen als europäische Universalsprache zurück – ein Umstand, der von der frankophonen Bevölkerung bereitwillig angenommen wurde und sich bis heute auf das Sprachbewusstsein der Franzosen auswirkt (vgl. Weinrich 1988: 151). Décsy bekräftigt ebenfalls die immer noch die französische Sprache auszeichnende Verbindung zwischen Sprachkompetenz und Intellekt (vgl. Décsy 2000: 63). Sie bemängelt als eine Folge dessen die fehlende Toleranz der Franzosen gegenüber Fehlern von Zweitsprachlern: „French is such a beautiful language that one either has to speak it perfectly, or not dare to speak it at all“ (ebd.). So negativ dieser Perfektionsanspruch klingen mag, zeigt diese Haltung jedoch eindeutig den Stolz der Franzosen auf ihre Sprache, den sie mit der frankophonen Gemeinschaft teilen.

Das Selbstverständnis der Franzosen gründet sich daher nicht nur auf dem traditionellen politischen Zentralismus, sondern auch auf der linguistischen Einheit Frankreichs. Die Französische Revolution und der in dieser Zeit erwachte Nationalismus, der die französische Sprache als nationales Gut kultivieren ließ, verstärkte dieses Bewusstsein zusätzlich (vgl. Haas 1991: 167f.). Die Universalität der französischen Sprache und ihr génie sind bis heute in den Köpfen der Bevölkerung verankert. Die Pflege der Nationalsprache ist somit von zentraler Bedeutung in Frankreich und der frankophonen Gemeinschaft. Gemessen an der Anzahl der Organisationen, die sich dafür einsetzen, ist Französisch mit keiner anderen Sprache vergleichbar. Seit der Französischen Revolution bestehen Sprach-gesetze und Sprachpflegeinstitutionen zum Erhalt der französischen Sprache. Die französische Sprachpolitik verfolgt damit eine doppelte Absicht: Zum einen bezieht sie sich auf die Reinhaltung der französischen Standardsprache, zum anderen auf deren Erhalt als Weltsprache. Im Folgenden soll ein kurzer Abriss über die einzelnen Etappen der Sprachpolitik Frankreichs und ihre aktuellen Gesetzmäßigkeiten erfolgen.

2.2.2 Sprachgesetzgebung und Kulturpolitik in Frankreich

Die französische Sprachgesetzgebung als Teil der Kulturpolitik[22] zeichnet sich besonders durch die Rolle des Staates und die enge Verknüpfung von Sprache und Politik aus. Die aktuelle Sprachpolitik kann dabei nur in ihrem historischen Zusammenhang verstanden werden. So lässt sich die Geschichte der französischen Sprachgesetzgebung bis ins 15. Jahrhundert zurückverfolgen. Eine Reihe königlicher Edikte zielte bereits im Jahr 1490 auf die Verdrängung des Lateinischen als Gerichtssprache ab. Obwohl sich die Sprache der Hauptstadt Paris als Norm einer Nationalsprache herauszubilden schien, lag zu dieser Zeit noch keine einheitliche, anerkannte französische Sprache vor (vgl. Haas 1991: 13f.).

Wie im vorangegangenen Kapitel dargestellt wurde, entwickelte sich im Frankreich des 16. Jahrhunderts ein starkes Bewusstsein für die Sprache. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die französische Sprache seit dieser Zeit verfassungs- und gesetzmäßig geschützt wird. Die erste offizielle Sprachregelung ist der bereits erwähnte Erlass von Villers-Cotterêts im Jahr 1539, der die königliche Absicht, Französisch als Nationalsprache durchzusetzen, aufzeigte. Knapp hundert Jahre später, im Jahr 1635, wurde die Académie française als erste Sprachpflegeinstitution mit dem Ziel der Sprachnormierung gegründet. Dem damaligen, beim französischen Adel vorherrschenden Menschenideal des honnête homme entsprach der vornehme, reine und elegante Gebrauch der Sprache, der jede Form der Variation ablehnte. Der Literat Claude Favre de Vaugelas nannte dies den bon usage, welcher als Vorbild für die absolutistische und zentralfranzösische Sprachnorm gelten sollte, für deren Durchsetzung die Académie française den institutionellen Rahmen bildete (vgl. Trabant 2001: 10).

Trotz der hier genannten Normierungsbestrebungen und der von de Rivarol propagierten universalité de la langue française setzte erst nach der Französischen Revolution eine konsequente und bewusste Sprachpolitik ein. Die französische Hochsprache hatte sich zu dieser Zeit noch nicht in allen Teilen Frankreichs durchsetzen können, ein Großteil der Bevölkerung verwendete nach wie vor die lokalen Sprachen. Die revolutionäre Politik, die die Idee der Nation an eine gemeinsame Sprache band, fasste daher die sprachliche Vereinheitlichung ins Auge und konzentrierte sich insbesondere auf das Bildungssystem. Mit Hilfe der Schule sollte die französische Sprache in ihrer elitären Form zur Sprache des Volkes werden, die regionalen Kleinsprachen wurden dabei nicht berücksichtigt (vgl. Haas 1991: 25f.). Diese Maßnahmen zeigten zwar zunehmend Erfolge, jedoch bahnte sich bereits im 19. Jahrhundert die Krise des Französischen an. Darunter wird das Auseinanderdriften des sich wandelnden mündlichen Sprachgebrauchs von der festgelegten schriftlichen Norm verstanden. Es handelt sich also vielmehr um eine Krise des Normbegriffs (vgl. Lebsanft 2002: 65).

1975 wurde mit der Loi Bas-Lauriol das erste Sprachgesetz der Fünften Republik erlassen, das für die Verringerung des fremdsprachlichen Einflusses sorgen sollte. Gemäß dieser Verordnung darf in Verwaltung, Wirtschaft und Industrie kein Fremdwort verwendet werden, sofern ein entsprechender französischer Ausdruck vorhanden ist. Die Auswirkungen auf die Praxis blieben jedoch aufgrund fehlender Akzeptanz vor allem in Journalistenkreisen gering (vgl. Schroeder 1996: 85). 1994 wurde die Loi Bas-Lauriol durch die Loi Toubon ersetzt, die ebenfalls den Status des Französischen zu schützen versucht und zusätzlich die Vorschriften verschärft. In bestimmten Bereichen der öffentlichen Verwaltung, der Wirtschaft, des Unterrichts und der Wissenschaft wird daher der Gebrauch der französischen Sprache massiv gefördert. Zusätzlich wendet sich das Gesetz gegen den Vormarsch von Fremdwörtern, zumeist Anglizismen, in der französischen Sprache. In diesem Zusammenhang spielt die Commission générale de terminologie et de néologie eine wichtige Rolle, da sie französische Neologismen vorschlägt, die an Stelle der Anglizismen treten sollen (vgl. Lebsanft 2002: 70). Die Verpflichtung des Gebrauchs dieser neuen Ausdrücke gilt jedoch nur für den französischen Staat und dessen Repräsentanten. Aus Gründen der freien Meinungsäußerung wurde von der Ausweitung dieser Bestimmung auf Privatpersonen abgesehen (vgl. Lebsanft 2002: 68). Ein weiteres Gesetz, das dem angloamerikanischen Einfluss Paroli bietet, trat 1996 in Kraft. Demnach sind alle französischen Radiosender dazu verpflichtet, 40 Prozent ihres musikalischen Programms für französischsprachige Lieder zu reservieren (vgl. Ritzenhofen 2002: 38). Auch die französische Filmwirtschaft folgt diesem Protektionismus: „Elf Prozent jeder verkauften Kinokarte, auch für amerikanische Produktionen, gehen direkt an die französische Filmwirtschaft, die das gesamte frankophone Kino finanziert“ (ebd.). Diese Bemühungen zeigen erneut das Bewusstsein Frankreichs für Kulturgut im Allgemeinen und für das Spracherbe im Besonderen.

Es wurde bereits darauf hingewiesen, dass die Französischsprachigkeit als wesentliche Säule des zentralistischen Staatsverständnisses angesehen wird, was seit der Französischen Revolution auf Kosten der Regional- und Minderheitensprachen geschieht. Auch im 20. Jahrhundert änderte sich an dieser Grundhaltung nicht viel. Die Minderheitensprachen Bretonisch, Baskisch, Katalanisch und Okzitanisch wurden zwar mit der Loi Deixonne ab 1951, Korsisch, Elsässisch und Flämisch daraufhin ab 1974 als Unterrichtssprachen anerkannt, jedoch nur in einem begrenzten Rahmen. Die dominante politische Klasse empfindet bis heute Französisch-sprachigkeit als Staatsloyalität und Bilingualismus als Separatismus (vgl. Erfurt 2005: 88). Unterstrichen wurde diese Haltung, als die Assemblée Nationale im Zuge der Ratifizierung des Maastrichter Vertrags 1992 in Artikel 2 der Verfassung das Französische zur einzigen Amtssprache Frankreichs erklärte. Die Minderheiten-sprachen des Landes werden damit offiziell nicht anerkannt. In diesem Zusammenhang ist die Europäische Charta der Regional- und Minderheitensprachen des Europarats zu erwähnen, die die Minderheitenkulturen in den Mitgliedsstaaten anerkennt und fördert. 1999 wurde diese zwar vom damaligen französischen Premierminister Lionel Jospin unterzeichnet, jedoch bis heute nicht vom Verfassungsrat ratifiziert, da sie im Widerspruch zu Artikel 2 der Verfassung Frankreichs steht (vgl. Erfurt 2005: 89). Erklärt werden kann die ablehnende Haltung gegenüber der Anerkennung von Regional- und Minderheitensprachen durch die bereits seit der Französischen Revolution propagierte Homogenität der französischen Nation – und damit der alleinigen Verwendung des Französischen als Nationalsprache (vgl. Witt 2001: 46).

Die französische Sprachpolitik erklärt sich durch den Hegeinstinkt der Franzosen für die Sprache der einstigen grande nation. Sie verbinden damit den bon usage, das génie und die clarté – Werte, die ihnen jahrhundertelang als Komponenten einer einzigartigen kulturellen und nationalen Identität, der exception culturelle, vermittelt wurden. Dennoch konnte diese retrospektive Norm nicht bis heute aufrecht erhalten werden, wie beispielsweise die geringe Akzeptanz der französischen Ersatzwörter zeigt (vgl. Braselmann 1999: 278f.).

Neben der Académie française, die noch heute die entscheidende offizielle Verteidigung der traditionellen Sprachnorm darstellt, bestehen noch zahlreiche weitere Organisationen innerhalb der institutionellen Landschaft der Sprachkultur-pflege.[23] Diese haben teilweise die Überwachung der Loi Toubon, teilweise die Stärkung der internationalen Präsenz des Französischen zum Ziel. Als größte und vor allem internationale Vereinigung, die sich insbesondere auf den außenpolitischen Aspekt der Sprachverbreitung stützt, kann die institutionelle Frankophonie angesehen werden, die im Folgenden dargestellt werden soll.

2.2.3 Institutionen der Frankophonie – Pflege des „patrimoine“

Der Begriff der Frankophonie erweist sich bei näherer Betrachtung als sehr vieldeutig. Zum einen kann darunter die Summe der frankophonen Individuen beziehungsweise Länder zusammengefasst werden. Neben dieser linguistischen Definition ist die historische Frankophonie zu erwähnen. Darunter wird die von Frankreich ausgegangene koloniale und damit auch sprachlich-kulturelle Expansion verstanden (vgl. Kolboom 2004: 15). Beachtenswert und in diesem Zusammenhang besonders relevant ist die institutionelle Frankophonie. Um deren Zielsetzung und aktuelle Funktion beschreiben zu können, erfolgt ein kurzer geschichtlicher Abriss.

Bereits im 19. Jahrhundert galt es angesichts des wachsenden Einflusses der englischen Sprache, die Weltgeltung des Französischen zu bewahren und zu festigen. Daher wurde 1883 die bis heute aktive Alliance Française gegründet, die sich der Verbreitung und Pflege der französischen Sprache und Kultur sowie der Förderung der kultur- und sprachpolitischen Interessen Frankreichs im Ausland verschrieben hat (vgl. Klare 1998: 170). Mit der Entstehung zahlreicher weiterer offizieller und privater Organisationen zur Sprachpflege und -verbreitung war die Basis für das zwischen 1960 und 1969 entwickelte Frankophonie-Konzept geschaffen. Vor dem Hintergrund der sich anbahnenden Dekolonialisierung Frankreichs[24] wurde es als bedeutend erachtet, die Beziehung zwischen dem französischen Staat und seinen Kolonien zu festigen. In diesen Jahren wurden die Erfahrungen der europäischen, afrikanischen und nordamerikanischen Frankophonie soweit synchronisiert, dass eine gemeinsame Organisation entstehen konnte (vgl. Middell 2003: 21).

1970 schließlich wurde mit dem Ziel der Verbreitung und Pflege der französischen Sprache und der französischsprachigen Kulturen die Agence de coopération culturelle et technique als erste repräsentative Institution der Frankophonie gegründet, neben der zahlreiche weitere Organisationen bestanden.[25] Um die institutionelle Frankophonie übersichtlicher zu gestalten, wurde 1995 die Organisation internationale de la Francophonie durchgesetzt, die die wichtigsten Einrichtungen, so auch die Agence de coopération culturelle et technique, eingliederte (vgl. Kolboom 2004: 17).[26] Als „Repräsentation einer Kulturregion [...] sowie als politischer Akteur im System der internationalen Beziehungen“ (Kolboom 2002: 13) ist das Bestreben dieser Vereinigung das Bewahren des patrimoine, des kulturellen Erbes – auch und gerade vor dem Hintergrund der wachsenden Globalisierung beziehungsweise Amerikanisierung der Kulturen. Sichtbar wird dies beispielsweise am internationalen französischsprachigen Fernsehsender TV 5, der mit inzwischen acht Redaktionen auf allen Kontinenten vertreten ist (vgl. Erfurt 2005: 145).

Der Frankophonie als politischer Vereinigung haben sich heute 53 Länder aus allen Kontinenten angeschlossen, zehn weitere nehmen einen Beobachterstatus ein (vgl. Organisation Internationale de la Francophonie 2006a). Dass zu den Vollmitgliedern beziehungsweise Mitgliedern mit Beobachterstatus inzwischen auch nicht frankophone Länder insbesondere aus Osteuropa wie beispielsweise Bulgarien oder Mazedonien zählen, wird häufig kritisiert. Zwar zeigt dies einerseits das Engagement dieser Länder zur Festigung der Position des Französischen sowohl im Fremdsprachenunterricht als auch im Rahmen der internationalen Kommunikation. Andererseits jedoch schwächen sie gleichzeitig den inneren Zusammenhalt der Organisation, können sie doch nicht als frankophon, sondern allenfalls als membres de la Francophonie bezeichnet werden (vgl. Botha 2001: 177).

[...]


[1] Unter supranationalen Organisationen werden internationale Zusammenschlüsse von mehreren Staaten mit eigenen Kompetenzen und Entscheidungsbefugnissen verstanden. Das Besondere ist, dass die Mitgliedsstaaten einen Teil ihrer Souveränität auf die Organisation übertragen und damit in den entsprechenden Bereichen an deren Beschlüsse gebunden sind (vgl. Lenz / Ruchlak 2001: 211f.).

[2] Als Lingua Franca wird „ein sekundär erworbenes Sprachsystem, das als Kommunikationsmittel zwischen Sprechern verschiedener Muttersprachen [...] dient“ (Bußmann 21990: 458), bezeichnet.

[3] Die begriffliche Abgrenzung zwischen Sprachenpolitik und Sprachpolitik wird in Kapitel 3.1 genauer betrachtet.

[4] Mit dem Adjektiv groß soll hier der Bezug zum Begriff der grande nation dargestellt werden, der oft im Zusammenhang mit Frankreich erwähnt wird. Geprägt wurde der Terminus insbesondere während der Herrschaft Napoleons I. und seiner Expansionspolitik zu Beginn des 19. Jahrhunderts (vgl. Haupt 1994: 279f.).

[5] Anzumerken ist, dass sowohl die Literatur zur französischen Sprachgeschichte und -politik als auch die Beiträge, welche sich mit der europäischen Sprachenregelung und der Diskussion um die Mehrsprachigkeit befassen, sehr zahlreich sind und deshalb nicht in vollem Umfang in dieser Arbeit Berücksichtigung finden konnten. Die vorhandene Literatur wurde anhand der Zielbezogenheit, Zweckmäßigkeit, ihrer Integrationsmöglichkeiten sowie Aktualität ausgewählt.

[6] Zu nennen ist an dieser Stelle das Beispiel Japans, das insbesondere seit dem Zweiten Weltkrieg große Erfolge im Welthandel erzielen konnte (vgl. Mattusch 1999: 195). Dennoch verwenden aktuell nur 1,1 Millionen Menschen Japanisch als Zweitsprache, da im wirtschaftlichen Bereich Englisch vorrangig die Rolle als Kommunikationsmittel einnimmt (vgl. Haarmann 22002a: 190).

[7] Mit dem Eingreifen Frankreichs in den Dreißigjährigen Krieg 1635 auf Seiten der protestantischen europäischen Mächte stand fest, dass Großhabsburg seinen absoluten Machtanspruch nicht würde durchsetzen können. Für Frankreich bedeutete dies den Ausgangspunkt seiner Führungsstellung in Europa (vgl. Hinrichs 1994b: 176f.).

[8] Der Vertrag von Rastatt, der zwischen Frankreich und Österreich geschlossen wurde, beendete neben weiteren Friedensschlüssen den Spanischen Erbfolgekrieg (vgl. Hinrichs 1994a: 211).

[9] Das Edikt von Nantes wurde 1598 von Heinrich IV. erlassen und wird auch Toleranzedikt genannt. Damit wurde den Hugenotten ihre politisch-religiöse Existenzgrundlage zugesichert. Mit dieser Zusage wurden die Religionskriege des 16. Jahrhunderts beendet (vgl. Hinrichs 1994b: 162).

[10] Der wesentliche Grund für die Machteinbuße der aristokratischen Gesellschaft ist in der Französischen Revolution zu finden, die zu einem Erstarken des Bürgertums führte und die aristokratische Gesellschaft schwächte (vgl. Haupt 1994: 256).

[11] Über die genauen Sprecherzahlen gehen die Meinungen auseinander, wofür unterschiedliche Erfassungskriterien verantwortlich sind. Daher ist es wichtig zu spezifizieren, ob Sprecher mit muttersprachlichen Kompetenzen oder im anderen Extrem Sprecher aus Ländern, in denen das Französische den Amtssprachenstatus inne hat, dazugezählt werden (vgl. Pöll 2003: 59).

[12] Auch hier existieren unterschiedliche Zahlenwerte: Die Organisation de la Francophonie Internationale, die hier zitiert wird, unterteilt beispielsweise Kanada in Zentral-Kanada, New Brunswick und Québec und differenziert zudem die Republik Kongo und die Demokratische Republik Kongo (vgl. Organisation Internationale de la Francophonie 2006b).

[13] Englisch wurde von 41 Prozent der anglophonen Gemeinschaft als Zweitsprache erlernt. Dagegen sind nur 4,4 Prozent der deutschsprachigen Weltbevölkerung Zweitsprachler (vgl. Haarmann 2002b: 20).

[14] Weitere internationale Organisationen, innerhalb derer das Französische eine wichtige Rolle spielt, sind das Internationale Rote Kreuz, der Weltpostverein, die Internationale Fernmeldeunion, die Internationale Flüchtlingsorganisation und die Organisation für afrikanische Einheit (vgl. de Broglie 1986: 251).

[15] Der Ort der Gründung und der aktuelle Sitz einer Organisation haben häufig Einfluss auf die dominante interne Sprache: So wurde das Internationale Rote Kreuz im französischsprachigen Genf gegründet und hat bis heute dort seinen Hauptsitz (vgl. Comité International de la Croix Rouge 2006).

[16] Das Forschungsfeld der Sprache als Mittel zur Kommunikation und damit im internationalen Kontext als Teil der interkulturellen Kommunikation ist weitläufig und soll im Rahmen dieser Arbeit nicht ausgeführt werden. Vgl. hierzu jedoch ergänzend Ehlich 1996: 920 – 931 sowie insbesondere für die deutsch-französische Zusammenarbeit Pateau 1999.

[17] Das hier zitierte Werk ist eine Auswahl von Humboldts Texten, die von Gert Schroers zusammengestellt wurden (vgl. Bibliographie).

[18] An dieser Stelle sei ergänzend auf die so genannte linguistische Relativität nach Whorf hingewiesen, die besagt, dass „nicht alle Beobachter durch die gleichen physikalischen Sachverhalte zu einem gleichen Weltbild geführt werden, es sei denn, ihre linguistischen Hintergründe sind ähnlich oder können in irgendeiner Weise auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden“ (Whorf 1963: 12). Whorf stellt damit die These auf, dass das Weltbild eines Menschen sehr stark von seiner Muttersprache geprägt ist. Jedoch, wie Stark zeigt, ist dies bis heute nicht bewiesen und wird von Linguisten kaum mehr akzeptiert (vgl. Stark 1991: 66).

[19] Das einzige europäische Beispiel für übereinstimmende Sprach- und Staatsgrenzen stellt Island dar (vgl. Arntz 1998: 14).

[20] Für deren Erhalt in Europa setzt sich die Europäische Charta der Minderheitensprachen ein, auf die jedoch im Rahmen dieser Arbeit nicht genauer eingegangen werden kann. Vgl. hierzu ergänzend Woehrling 2005.

[21] Unter Vulgärhumanismus ist die Gruppierung unter den Humanisten zu verstehen, die im Gegensatz zu den Verfechtern des Modells des klassischen Lateins die Förderung der Volkssprachen vertreten. Zu den Vulgärhumanisten gehören Vertreter wie Joachim du Bellay oder Robert Estienne (vgl. Erfurt 2005: 83).

[22] In Kapitel 2.2 wurde bereits darauf hingewiesen, dass Sprache als Teil des kulturellen Erbes angesehen werden kann. Daher ist auch Sprachpolitik als ein Teil der Kulturpolitik aufzufassen.

[23] Der Vollständigkeit halber sollen die beiden wichtigsten offiziellen Organisationen neben der Académie française genannt werden. So kümmert sich der 1984 gegründete Conseil Supérieur de la langue française um grundsätzlichere Fragen der Sprachkultur, wie beispielsweise Orthographiereformen. Die Délégation générale à la langue française dagegen überwacht die Maßnahmen zur Einhaltung der Sprachgesetze, insbesondere im Bereich der Stärkung der Präsenz des Französischen in internationalen Beziehungen (vgl. Lebsanft 2002: 69f.).

[24] Unter Dekolonialisierung ist die Entwicklung der ehemaligen Kolonien zu unabhängigen Staaten zu verstehen. Im Falle Frankreichs ist dabei das Jahr 1960 ausschlaggebend, in dem zwölf frankophone Staaten im subsaharischen Afrika ihre Unabhängigkeit durchsetzten (vgl. Erfurt 2005: 103f.).

[25] Zu erwähnen ist hier der Haut Conseil de la Francophonie, der 1984 gegründet wurde und bis heute parallel zur Organisation Internationale de la Francophonie besteht. Zu seinen eher symbolischen Aufgaben gehören die jährlichen Bestandsaufnahmen zur Verbreitung des Französischen (vgl. Lebsanft 2002: 69). Darüber hinaus bestehen zahlreiche nationale Einrichtungen in Frankreich, die sich für die Frankophonie einsetzen, vgl. hierzu ergänzend Ministère des Affaires étrangères 2006a.

[26] Hinter der Organisation Internationale de la Francophonie steht ein komplexes Organigramm, auf das im Rahmen dieser Arbeit nicht weiter eingegangen werden kann. Vgl. jedoch ergänzend Kolboom (2002): 12ff. sowie Organisation Internationale de la Francophonie 2006c.

Details

Seiten
116
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638871501
Dateigröße
805 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v83356
Institution / Hochschule
Universität Mannheim
Note
1,0
Schlagworte
Rolle Sprache Europäischen Union

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Titel: Die Rolle der französischen Sprache in der Europäischen Union