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Aktuelle Konzepte der Lehr-Lernforschung im Rahmen internationaler Schulleistungsvergleiche

Gemeinsam Probleme lösen! Das "Fächerübergreifende Lernen" mit dem Schwerpunkt "Problemlösendes Lernen" in Zusammenhang mit PISA. Erkenntnisse - Fakten - Hilfestellungen

Hausarbeit 2007 16 Seiten

Pädagogik - Schulpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

a) Warum bietet sich das Thema für einen Elternabend an?

b) Der Elternvortrag
1. Begrüßung
2. Hervorhebung der Untersuchungskomponente „Fächerübergreifendes
Lernen“ mit dem Schwerpunkt „Problemlösendes Lernen“
2.1 Algorithmische Problemlösungen
2.2 Heuristische Problemlösungen
2.3 Der Begriff des „Problemlösens“ in der kognitiven Psychologie
2.4 Der Vergleich von Experten und Novizen („Anfängern“) bei der Ausein- andersetzung mit Problemen
2.5 Wege und Hilfestellungen zur Förderung von Problemlösekompetenz und Problemlösestrategien
2.6 Auswahl von Möglichkeiten um den Erwerb und die Förderung von Problemlösekompetenz im Unterricht und Zuhause zu gewährleisten
2.6.1 Schaffen von Problemsituationen im natürlichen Kontext
2.6.2 Verbessern der Qualität von Verständnisfragen
3. Der Kompetenzbegriff bei PISA
3.1 Fächerübergreifende Kompetenzen als Gegenstand von PISA

c) Resümee

Anhang:
Literaturverzeichnis

„Aktuelle Konzepte der Lehr-Lernforschung im Rahmen internationaler Schulleistungsvergleiche“

a) Warum bietet sich das Thema für einen Elternabend an?

Die vorliegende Ausarbeitung ist in Form eines Vortrages vor einer Elternschaft zum Thema „Aktuelle Konzepte der Lehr-Lernforschung im Rahmen internationaler Schulleistungsvergleiche“ formuliert. Aufgrund der umfassenden Dimensionen, die diese Thematik beinhaltet, wird es in dem Vortrag vorrangig um das „Fächerübergreifende Lernen“ mit dem Schwerpunkt „Problemlösendes Lernen“ gehen. So lautet der Titel des Vortrags „Gemeinsam Probleme lösen! Das „Fächerübergreifende Lernen“ mit dem Schwerpunkt „Problemlösendes Lernen“ in Zusammenhang mit PISA. Erkenntnisse – Fakten – Hilfestellungen“. Diesen Titel habe ich aus vielerlei Gründen gewählt. Der Ausspruch „Gemeinsam Probleme lösen!“ soll den Eltern verdeutlichen, dass es bei dem Erwerb von Problemlösekompetenzen nicht allein um Fertigkeiten geht, die in der Schule vermittelt werden, sondern auch um eine Vielzahl von anderen Faktoren. Ich möchte die Eltern damit darauf hinweisen, dass auch sie sich an der Förderung der Problemlösekompetenzen ihrer Kinder aktiv beteiligen können. Aus diesem Grund habe ich mich auch für die Schlagworte „Erkenntnisse – Fakten – Hilfestellungen“ entschieden. Der Zusammenhang mit PISA ist meiner Meinung nach ebenfalls sehr bedeutsam. So kann den Eltern verdeutlicht werden, wie die Problemlösekompetenz bei PISA definiert wird, und wie die deutschen Schüler bei PISA 2003 abgeschlossen haben. Hinzu kommt, dass der Begriff PISA jedem geläufig ist, da er in den Medien nach den ersten Veröffentlichungen der Pisa-Studie zu großem Wirbel geführt hat. Mit Hilfe des Vortrags möchte ich die Eltern darüber aufklären, was bei PISA in Bezug auf das Problemlösen getestet wurde, und sie so etwas eingehender über die Studie, gerade im Hinblick auf das Problemlösen, zu informieren, als es beispielsweise das Fernsehen als Medium gewährleisten kann.

Der Vortrag ist für die Elternschaft einer Realschule konzipiert. Da nicht davon ausgegangen werden kann, dass allen Eltern die wissenschaftlichen Ausdrücke und Fremdworte geläufig sind, habe ich versucht, mich möglichst leicht verständlich auszudrücken und Fremdworte zu erklären.

b) Der Elternvortrag

Gemeinsam Probleme lösen! Das „Fächerübergreifende Lernen“ mit dem Schwerpunkt „Problemlösendes Lernen“ in Zusammenhang mit PISA. Erkenntnisse – Fakten – Hilfestellungen

1. Begrüßung

„Guten Abend meine Damen und Herren. Ich freue mich, dass Sie so zahlreich erschienen sind. Der Präsident der freien Universität Berlin, Dieter Lenzen, sagte in einem Interview: „Wir lernen nicht zu wenig, sondern zu viel – aber wir lernen zu wenig, etwas damit anzufangen. Vieles von dem, was wir lernen, wird gewissermaßen "gebunkert" - das Schulfachprinzip leistet dazu erheblichen Vorschub. Von den Lernenden wird erwartet, dass sie die Verbindungen selbst herstellen. Das haben sie aber nicht gelernt.“[1]

Im folgenden Vortrag will ich auf Fächerübergreifendes Lernen mit dem Schwerpunkt Problemlösendes Lernen eingehen. Hierbei möchte ich Ihnen zunächst die algorithmischen und heuristischen Problemlösungen näher erläutern. Im Anschluss daran wird es in meinem Vortrag zunächst um die Stellung des Problemlösens in der kognitiven Psychologie gehen. Danach möchte ich Sie mit einem Vergleich von so genannten Experten und Novizen bei der Auseinandersetzung mit Problemen vertraut machen. Hierbei geht es um Ergebnisse, die Pädagogische Psychologen bezüglich der Förderung von Denkprozessen von Schülern ermittelt haben. Im Bezug dazu werde ich Ihnen im weiteren Verlauf unter anderem die „Merkmale guter Problemlöser“ sowie eine Auswahl von Möglichkeiten des Erwerbs und der Förderung von Problemlösekompetenzen im Unterricht und zu Hause präsentieren. Danach wird es um die fächerübergreifenden Kompetenzen als Gegenstand von PISA gehen. Hierbei soll geklärt werden, inwieweit diese für PISA von Bedeutung waren, wie sie getestet wurden und wie die deutschen Schüler dabei abschnitten.

2. Hervorhebung der Untersuchungskomponente „Fächerübergreifendes Lernen“ mit dem Schwerpunkt „Problemlösendes Lernen“

Mit dem Begriff „Problemlösendes Lernen“ ist die Fähigkeit einer Person gemeint, kognitive Prozesse anzuwenden, um sich realen, fächerübergreifenden Problemen zu stellen und diese zu lösen. Hierbei ist der Lösungsweg nicht unmittelbar ersichtlich. Außerdem sind die zur Lösung nutzbaren Wissensbereiche nicht nur einem einzigen Fachgebiet (Mathematik, Naturwissenschaften, Lesen) zuzuordnen, sondern sie sind fächerübergreifend.[2]

Lernen und Problemlösen sind in der psychologischen Forschung Disziplinen, die untrennbar miteinander verbunden sind. Dies wird besonders in der Lehr- und Lernpraxis deutlich.[3] John Dewey, ein bekannter amerikanischer Philosoph, Pädagoge und Psychologe[4] äußerte sich 1910 diesbezüglich indem er feststellte, „Der Lernende trifft ständig auf Hindernisse und Barrieren. Um diese zu überwinden, bedarf es des Nachdenkens und Problemlösens. Das Lösen von Problemen ist dabei als Handlung zu verstehen, die sich wiederum auf das Denken auswirkt.“[5] Dieser Ausspruch soll verdeutlichen, dass Problemlösen gleichzeitig Methode als auch Ziel des Lernens ist. Das Problemlösen kann also als Teilprozess angesehen werden, der sich in die anderen Ziele von Unterricht wie z.B. der Vermittlung von Wissen, der Wissensnutzung, der Anwendung und dem Transfer, eingliedert. Eckhard Klieme et al. (2001) betonen die Bedeutung des Problemlösens im Rahmen der PISA-Studien als Schlüsselqualifikationen im Sinne einer funktionalen Kompetenz. Hierauf werde ich später näher eingehen. Fest steht, dass im Zusammenhang gegenwärtiger Diskussionen um Bildungsstandards Schlüsselkompetenzen wie Problemlösen ein zentrale Rolle einnehmen.[6]

2.1 Algorithmische Problemlösungen

Wenn man beispielsweise einen Kuchen backt und sich hierbei genau an die Anweisungen des Rezeptes hält, wendet man eine algorithmische Lösungsmethode an. Mit anderen Worten ist ein Algorithmus eine Strategie, die eine Problemlösung garantierten kann, wenn die durch sie spezifizierten Regeln genau beachtet werden. Bei Schülern führt das Einsetzen von algorithmischen Strategien oft zu Schwierigkeiten. Es scheint, also ob sie zufallsbedingt abwechselnd den einen und den anderen Weg versuchen. Obwohl sie auf diesem Weg die richtige Lösung finden könnten, kann es passieren, dass sie nicht ausreichend Verständnis gewonnen haben, warum der „richtige“ Weg von ihnen überhaupt beschritten wurde.

Bei der Anwendung eines Algorithmus ist die richtige Lösung garantiert, weil damit alle theoretischen möglichen Wege zum Ziel berücksichtigt werden. Man kann einen Algorithmus zum Beispiel für die Lösung eines Anagrams verwenden. Ein Anagram ist eine sinnlos erscheinende Buchstabenfolge, aus der sich ein sinnvolles Wort bilden lässt (z.B. „BLO“)

Wenn man hier eine algorithmische Methode verwendet, probiert man alle möglichen Buchstabenkombinationen, bis man zu der richtigen Lösung kommt (BOL, OBL, … LOB). Bei diesem Beispiel erfordert es nicht viel Aufwand zu einer Lösung zu gelangen, da insgesamt nur sechs Kombinationen möglich sind. Schwierig wird es, wenn man folgendes Anagram vorliegen hat: „DERISHCLAM“. Sicherlich werden sie feststellen, dass hier eine Lösung nicht so einfach zu finden ist, wie bei dem vorhergegangenen Beispiel, da sich aus diesem Anagram über 3 Millionen verschiedene Buchstabenkombinationen erzeugen lassen. Daher soll anhand diese Beispiels deutlich werden, wo das Problem algorithmischer Lösungsstrategien liegt.[7]

[...]


[1] vgl. http://www.gew-berlin.de/blz/211.htm Stand: 08.02.2007.

[2] vgl. http://pisa.ipn.uni-kiel.de/pisa2003/index.html Stand: 01.02.2007.

[3] vgl. Mandl , H. u. Friedrich, H.F. (2006), S. 206.

[4] vgl. LexiROM Version 3.0.

[5] vgl. Mandl , H. u. Friedrich, H.F. (2006), S. 206.

[6] vgl. Mandl , H. u. Friedrich, H.F. (2006), S. 206.

[7] vgl. Mietzel, G. (2003), S. 275.

Details

Seiten
16
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783638037495
ISBN (Buch)
9783638935180
Dateigröße
605 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v83551
Institution / Hochschule
Universität Vechta; früher Hochschule Vechta
Note
2,0
Schlagworte
Aktuelle Konzepte Lehr-Lernforschung Rahmen Schulleistungsvergleiche fächerübergreifend lernen fächerübergreifendes Lernen problemlösendes Lernen PISA Lehrforschung Lernforschung

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