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Funktionsweise organisierter Terrorgruppen

Theoretische Explikation und Illustration am Beispiel Al-Quaidas

Hausarbeit (Hauptseminar) 2006 29 Seiten

Soziologie - Krieg und Frieden, Militär

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Funktionsweise organisierter Terrorgruppen am Beispiel von Al-Quaida
2.1 Historische Entwicklung von Al-Quaida
2.2 Zielsetzung und Ideologie
2.3 Strukturen von Al-Quaida, Finanzierung und externe Unterstützung
2.4 Wie werden neue Mitglieder gewonnen, ausgebildet und in das Netzwerk integriert?
2.5 Logistische Leistungen der Terrororganisation Al-Quaida

3 Asymmetrische Kriegsführung als das Potenzial Al-Quaidas

4 Möglichkeiten zur Bekämpfung von Al-Quaida

5 Mögliche Weiterentwicklung Al-Quaidas

6 Fazit

Nachtrag

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Seit dem 11. September 2001 scheint sich die Welt verändert zu haben. Mit den Attentaten auf das World Trade Center in New York hat der Terrorismus neue und andere Dimensionen erreicht. Was dem Anschlag von „Nine Eleven“ folgte, war ein Krieg gegen den Terrorismus und eine Welle der Gewalt.

Bereits am 7. Oktober 2001 gab es die Kriegserklärung der USA und Großbritanniens an Afghanistan. Am 20. März 2003 kam es dann nach einem mehrmonatigen diplomatischen Hin und Her zu einem Angriff auf den Irak. Georg W. Bush selbst sagte in einer programmatischen Rede in Cleveland am 20. März 2006, dem dritten Jahrestag des Irakkrieges: „The central front on the war on terror is Iraq.“ (The White House, 2006), was nichts anderes bedeutet, als dass die Hauptfront im Kampf gegen den Terror der Irak ist.

Die Terroristen schlugen am 11. März 2004 in Madrid zurück, als in Pendlerzügen zehn Bomben zeitgleich explodierten. Zum nächsten Anschlag kam es am 7. Juli 2005 in London.

Der Terrorismus ist seit 2001 in den Fokus der breiten Öffentlichkeit gerückt. Es vergeht keine Woche ohne Nachrichten über Anschläge, Entführungen und Morde. Eine nicht aktualisierte Chronik der schwersten Anschläge findet sich auf der Internetseite vom „STERN“ (Stern, 2005). Seit Ende dieser Chronik kam es zu Dutzenden weiteren Anschlägen.

Festzuhalten ist, dass es bereits vor 2001 immer wieder terroristische Anschläge gegeben hat. Viele Terrorgruppen sind heute noch aktiv, treten aber nur noch selten durch Gewalt in Erscheinung. So erklärte die ETA, die baskische Befreiungsorganisation, am 22. März diesen Jahres eine dauerhafte Waffenruhe und damit Gewaltverzicht. Seit 1968 wurden über 850 Menschen durch Anschläge der ETA getötet (N24, 2004). Weitere bekannte Terrororganisationen sind die IRA, die genau wie die ETA den „bewaffneten Kampf“ bereits im Juli 2005 für beendet erklärte, und die mittlerweile aufgelöste Rote Armee Fraktion, deren Auflösung im April 1998 erfolgte.

Was wir in den letzten Jahren deutlich erkennen können, ist, dass sich der Terror nicht mehr wie früher auf nationale Konflikte beschränkt, sondern weltweit durchgeführt wird. Somit werden auch die hinter den terroristischen Anschlägen steckenden Organisationen zu weltweit operierenden Netzwerken. Die IRA in Irland und die ETA in Spanien waren Organisationen, denen es darum ging, ihre Ziele in ihrem Land durchzusetzen. Al-Quaida führt im Moment einen „heiligen Krieg“ gegen alle Ungläubigen, wobei es nicht von Vorteil ist, Angehöriger des Islams zu sein, wie die Anschläge im Irak zeigen. Der Terrorismus hat sich insofern seit dem 11. September verändert, als dass Amerika auf eigenem Boden von Terroristen aus anderen Ländern angegriffen wurde. Das gleiche gilt für die Anschläge von Madrid und London.

Im Fremdwörterbuch fand ich als Definition von Terrorismus: „… planmäßiges Ausüben von Terror als politisches Kampfmittel …“, wobei Terror als „… (planmäßiges) Verbreiten von Angst u. Schrecken durch Gewalt …“ definiert ist. Man kann also sagen, dass es sich bei Terrorismus um das planmäßige Verbreiten von Angst und Schrecken handelt. Ziel von terroristischen Organisationen ist es bestehende nationale und internationale Ordnungen zu zerstören.

Ich verwende in dieser Seminararbeit die Unterscheidung in nationalen, internationalen und transnationalen Terrorismus, da diese Trennung meiner Meinung nach vollständig ist und man gut mit ihr arbeiten kann (vgl. Schneckener, 2002, S. 15). Auf den Punkt gebracht kann man sagen, dass nationaler Terrorismus die klassische Form des Terrorismus darstellt, wobei Ziel ist, die nationale Ordnung zu verändern. Bei dieser Form sind Täter und Opfer Angehörige eines Staates. Beim internationalen Terrorismus sind Täter und Opfer nicht Angehörige des gleichen Staates, Ziel ist aber trotzdem die Änderung der nationalen Ordnung des attackierten Landes. Der transnationale Terrorismus stellt die komplexeste Stufe dar. Hier geht es nicht mehr um die Veränderung einer nationalen, sondern der internationalen Ordnung. Der transnationale Terror hat weder Heimat noch lokalen Bezugspunkt, er sucht seine „Hauptquartiere“ da, wo er geduldet wird.

Bei meinen Betrachtungen in dieser Seminararbeit setze ich mich nur mit Al-Quaida auseinander, wohlwissend das es noch andere aktive terroristische Netzwerke gibt, die andere Strukturen, andere Rekrutierungsmethoden und andere Finanzierungsmöglichkeiten haben. Doch wie man bereits der Einleitung entnehmen kann, liegt meiner Meinung nach der aktuelle Schwerpunkt auf islamistischem Terror durch Al-Quaida und Gruppen, die Al-Quaida nahe stehen.

Ich werde im Hauptteil auf die historische Entwicklung von Al-Quaida, ihre Zielsetzung und Ideologie, ihre Strukturen und Rekrutierungsmaßnahmen und ihre logistischen Leistungen eingehen. Des Weiteren gehe ich auf die asymmetrische Kriegsführung und den Einsatz von Gewalt ein.

Zum Schluss werde ich aufbauend auf meinen bisherigen Ausführungen Möglichkeiten der Bekämpfung aufzeigen und einen Ausblick geben, ob sich Al-Quaida weiter entwickeln oder eventuell zerschlagen wird.

2. Funktionsweise organisierter Terrorgruppen am Beispiel von Al-Quaida

2.1 Historische Entwicklung der Al-Quaida

Al-Quaida, übersetzt bedeutet das soviel wie „die Basis“, wurde 1988/89 in Afghanistan und Pakistan gegründet. Die beiden Hauptgründungsväter waren der jordanische Palästinenser Abdallah Azzam und Osama Bin Laden, der aus Saudi-Arabien stammt. Die Grundlage für die Gründung der Al-Quaida bildete das MAK, ein Rekrutierungsbüro für radikale Muslime. Das MAK wurde geschaffen, um weltweit Freiwillige zu finden, die bereit waren, sich in Afghanistan dem Kampf gegen die sowjetische Besatzungsmacht anzuschließen. Ein Großteil der Freiwilligen stammte aus den arabischen Ländern wie Ägypten, Saudi-Arabien und Jemen. Doch nicht nur aus diesen Ländern konnten Freiwillige rekrutiert werden. Schätzungen gehen davon aus, dass in den Rekrutierungslagern „… über 30000 Personen in den afghanischen Trainingscamps ausgebildet …“ wurden (Hirschmann, 2003, S. 72). An diesen Zahlen wird sehr deutlich, dass es eine sehr hohe Anzahl von Kämpfern gab und gibt, die in Afghanistan geschult wurden und Al-Quaida nahe stehen. Die Kontakte bestehen weltweit. Der Al-Quaida stand also seit den frühen 90er Jahren ein mächtiges Reservoir an ausgebildeten und religiös geschulten Kämpfern zur Verfügung um weltweite Netzwerkstrukturen aufzubauen. Denn die Kämpfer in Afghanistan waren durch ihre Erfahrungen im Krieg eng miteinander verbunden. Die Führer von damals kannten sich. Nach dem Krieg gingen viele zurück in ihre Heimatländer und standen dort für die sich weiter entwickelnde Al-Quaida bereit.

Nach dem Abzug der sowjetischen Armee 1989 kam es nicht dazu, dass die Rekrutierung beendet wurde. Es wurden weiter Freiwillige angeworben. Die Angeworbenen wurden in den Rekrutierungslagern militärisch geschult und ausgebildet. Weiterer essenzieller Bestandteil der Ausbildung war die religiöse und ideologische Schulung. Die ausgebildeten Kämpfer wurden nach dem Abzug der Sowjetunion für den Bürgerkrieg in Afghanistan eingesetzt. Sie ergriffen Partei für die Taliban und brachten diese schließlich auch an die Macht.

Die entscheidende Figur für die Entwicklung von Al-Quaida ist Osama Bin Laden. Kurz nach der Gründung der Al-Quaida wurde der eigentliche „Chef“ Azzam durch eine Autobombe getötet. Sein Stellvertreter Bin Laden übernahm danach die Führung.

Durch Bin Laden erreichte die Al-Quaida eine neue Stufe ihrer Entwicklung, die sich nach Schneckener (2002) in drei Phasen gliedern lässt. Die erste Phase ist die Frühphase (´88 - ´90). Sie ist dadurch gekennzeichnet, dass, wie bereits angesprochen, Bin Laden die Führung übernimmt. Unter ihm kommt es zu einem Ausbau der Infrastruktur an Ausbildungs- und Trainingslagern. In dieser Phase gelingt Bin Laden die Transformation von einer Organisation, die sich eher am Guerillakampf orientierte, da sie so effektiv in den Bergen Afghanistans die sowjetischen Panzer angreifen konnte, hin zu einer international agierenden terroristischen Gruppe. Es gelang Bin Laden aus Ägypten radikale Muslime anzuwerben, die bereits terroristisches Vorwissen hatten und schon Anschläge in Ägypten erfolgreich durchgeführt hatten. Bin Laden konnte auch Kontakt mit anderen terroristischen Gruppen in Ägypten herstellen, zum Beispiel zu dem Führer vom Islamischen Dschihad, Ayman al-Zahwahiri, der jetzt auch in den Führungsstab um Bin Laden integriert ist.

Die zweite Phase der Entwicklung (´90 - ´96) ist mit einer Ausdehnung der Aktivitäten verbunden. In dieser Phase wird das weltweite Netz gesponnen, denn wie ich bereits ansprach, kehrten viele ehemalige Kämpfer in ihre Heimat zurück, die nach dem Kampf gegen die sowjetischen Besatzer und nach dem Bürgerkrieg, der mit der Machtergreifung der Taliban endete, nicht mehr gebraucht wurden. Bin Laden verschärfte in dieser Zeit seine Haltung gegenüber „korrupten“ und „unislamischen“ Eliten in muslimischen Ländern. Er förderte gleichgesinnte Gruppen und sorgte dadurch für den Aufbau und Ausbau solcher Terrorzellen, die gegen unislamische Regimes kämpften. Weiterhin verstärkte Al-Quaida auch ihren Einfluss in lokalen Gebieten, in denen sich muslimische Gruppen durch nicht-muslimische Regimes bedroht fühlten. In dieser Phase gelang es Bin Laden entscheidende, wichtige und strukturelle Kontakte zu anderen muslimischen Organisationen, Terror- und Guerillagruppen und islamischen Führern zu knüpfen. Diese Kontakte erstreckten sich über die ganze Welt, von Südostasien (z.B. Philippinen, Indonesien), Zentralasien (Kaschmir, Pakistan) und den Mittleren Osten (Jordanien, Saudi-Arabien) über den Balkan (Kosovo, Bosnien) nach Nord- und Zentralafrika (Somalia, Ägypten, Algerien).

In der dritten Phase ab 1996 gelingt es Al-Quaida die Transformation hin zu einem transnationalen, global agierenden, terroristischen Akteur abzuschließen. Die dritte Phase ist durch eine weitere Radikalisierung gekennzeichnet. Das Primärziel sind nun nicht mehr die „korrupten“ Regimes der arabischen Welt, sondern die Unterstützer dieser, im Speziellen die USA und Israel. Bin Laden erklärt den USA 1996 den Krieg in einer Art religiös untermauerten Rechtsgutachten (Fatwa). Die Kriegserklärung an die USA findet sich in der „DECLARATION OF WAR AGAINST THE AMERICANS OCCUPYING THE LAND OF THE TWO HOLY PLACES” (The Washington Post, 2001). In seiner zweiten wichtigen Fatwa 1998 erklärt Bin Laden den Heiligen Krieg gegen die „Juden und Kreuzfahrer“ („Jihad against Jews and Crusaders“ (Federation of American Scientists, 1998)). Mit diesen „Rechtsgutachten“ erreicht Bin Laden eine Legitimation der Gewalt. Nach Übersetzung eines Interviews des Fernsehsenders ABC in „Der Spiegel“ vom 24.08.1998 sagte Bin Laden „… Wir machen keinen Unterschied zwischen Militärs und Zivilisten. Gemäß unserer Fatwa sind sie alle legitime Ziele. …“ (Der Spiegel, 24.08.1998) Nach islamischem Verständnis darf ein „Heiliger Krieg“ nicht gegen Unbeteiligte geführt werden. Bin Laden legitimiert sein Handeln durch eine eigene Erklärung. Er sagt, dass es eine individuelle Pflicht für jeden Muslimen ist, Amerikaner und ihre Verbündeten -Zivilisten und Militärs- zu töten (vgl. Alexander/Swetnam, 2001, Appendix 1B, S. 2).

Bin Laden schaffte in gerade einmal zehn Jahren den Wechsel von einer Art Guerillagruppe, die in Afghanistan operierte, zu einem weltweiten Netzwerk mit festen Strukturen und guten Kontakten zu anderen terroristischen Gruppen. Al-Quaida setzte sich in dieser Zeit an die Spitze der islamischen, terroristischen Bewegung und wurde zum Inbegriff eines weltweit agierenden Terrornetzwerks. Entscheidend für diese Entwicklung waren die Ressourcen, die Bin Laden zur Verfügung hatte. Er konnte auf einen großen Pool an ehemaligen, ideologisch und militärisch geschulten Kämpfern zurückgreifen, die weltweit verstreut waren. Außerdem verfügte er über ausreichend finanzielle Mittel.

Im nächsten Abschnitt werde ich den ideologischen Hintergrund von Al-Quaida näher betrachten.

Ideologie und Zielsetzung

Das allgemeine und primäre Ziel von transnationalem Terrorismus ist nicht wie beim nationalen oder internationalen Terrorismus die Änderung der nationalen Ordnung. Ziel des transnationalen Terrorismus ist die bestehende internationale Ordnung zu attackieren. Er richtet sich gegen jene, die eine Vormachtstellung in der Welt ausüben. Wie ich bereits in dem vorherigen Abschnitt gezeigt habe, geht es Al-Quaida vor allem darum, den Einfluss der USA in der arabischen Welt zurückzudrängen. Die Vormachtstellung drückt sich nach Auffassung der Al-Quaida darin aus, dass die USA islamische Länder und deren Ölreserven ausbeutet und in islamischen Staaten immer wieder interveniert (z.B. Golfkrieg, Somalia).

Diese transnationale Zielsetzung, die nur erreicht werden kann, wenn sich Muslime weltweit zu einer Glaubens- und Kampfgemeinschaft formieren ohne Beachtung von Kultur, Ethnie oder Nation, wird durch die vertretene transnationale Ideologie gestützt. Die Zielsetzung muss von möglichst vielen Personen und Gruppen akzeptiert und getragen werden. Es muss eine Zielsetzung sein, die einen Großteil der Unterschiede überbrücken kann. Es muss auch gelingen, Gruppen, die national aktiv sind, für die „große“ Sache zu gewinnen. Schneckener spricht davon, dass es zur Schaffung eines „transnationalen sozialen Raums“ kommen muss. Es wird also versucht eine ideologisch relativ homogene Anhängerschaft zu gewinnen. Durch die Ideologie sind die Akteure miteinander verbunden und erhalten eine individuelle Handlungsanleitung (vgl. Schneckener, 2002, S. 23).

Die Ideologie Al-Quaidas ist pan-islamistisch. Damit wendet sie sich nicht nur an die arabische Welt sondern an alle Muslime weltweit. Das ideologische Weltbild Al-Quaidas orientiert sich stark am saudischen Wahabismus. Ich werde hier nicht genauer auf die Entstehungsgeschichte und die sehr vielen unterschiedlichen Strömungen eingehen, die nebeneinander stehen und auch miteinander verstrickt und kombiniert sind. Dies ist ein sehr komplexer Bereich, der allein schon ein Buch füllen könnte. Auf den Punkt gebracht kann man jedoch sagen, dass durch Al-Quaida eine globalisierte und besonders militante Version der Dschihad- Ideologie vertreten wird. Der Dschihad wird zur individuellen Aufgabe eines jeden einzelnen erklärt (vgl. Kepler, 2002, S. 183- 185). Für den Dschihad (wörtlich: „sich bemühen“) sind nach Al-Quaida Vorstellung nicht mehr nur Gelehrte, Repräsentanten oder Glaubensgemeinschaften verantwortlich. Jeder ist dazu aufgerufen zur Waffe zu greifen und zuzuschlagen. In der Fatwa von 1998 wurde explizit das Töten und Plündern von US- Bürgern zur Pflicht jedes einzelnen erhoben (siehe S. 5).

Zentraler Bestandteil der vertretenen Lehre ist somit der Dschihad. Dieser Begriff des „Dschihad“ trägt zwei Bedeutungen und ist zu unterscheiden in den „großen Dschihad“, der ein gottgefälliges Leben des Einzelnen fordert und somit auf die individuellen Anstrengungen ausgerichtet ist und den „kleinen Dschihad“, der vor allem die Anstrengung im Kampf gegen die Ungläubigen fordert. Dies beinhaltet sowohl defensive Varianten der Verteidigung als auch offensive Maßnahmen wie z.B. Missionierung und Eroberung. Der „kleine Dschihad“ richtete sich vor allem gegen Ungläubige, die der eigenen Religion angehören. Er zielte darauf ab muslimische Machthaber von gottlosen Staaten zu bekämpfen. Ich erwähnte dies bereits in der zweiten Phase der historischen Entwicklung Al-Quaidas. Der „kleine Dschihad“ im herkömmlichen Sinne ist also als eine Säuberung der eigenen Reihen und eine Hinführung zu wahren islamischen Staaten zu verstehen. Durch extremistische, muslimische Gelehrte wie Scheich Omar Abdel Raman, Abdullah Azzman oder dem geistigen Führer der ägyptischen „Islamischen Gemeinschaft“ Abd al-Rahman kam es zu einer Radikalisierung des „kleinen Dschihad“. In Schriften und Worten weiteten sie den Kampf gegen die Besatzer und Unterstützer muslimischer „gottloser“ Staaten aus. Bin Laden nutzte diese Legalisierung der Gewalt und verstärkte ihre Wirkung durch seine Fatwa.

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Details

Seiten
29
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638004763
ISBN (Buch)
9783638922845
Dateigröße
502 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v84081
Institution / Hochschule
Universität der Bundeswehr München, Neubiberg
Note
1,0
Schlagworte
Funktionsweise Terrorgruppen

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