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Auswirkungen der Globalisierung auf Hamburg

Hausarbeit 2007 15 Seiten

Politik - Sonstige Themen

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Aussagen Zürns zum Thema „Globalisierung“

3. Auswirkungen der Denationalisierung auf Hamburg
3.1 Wirtschaft
Der Hamburger Hafen
Luftfahrt
Die „China Kooperation“
3.2 Mobilität

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Das Thema der nun folgenden Hausarbeit sind die Auswirkungen der Globalisierung auf die Stadt Hamburg unter Bezugnahme des Textes „Regieren jenseits des Nationalstaates“ des deutschen Politikwissenschaftlers Michael Zürn.

Kaum ein Thema bewegt die Bevölkerung zur Zeit so stark wie die Globalisierung. Sowohl in den Zeitungen als auch im Fernsehen wird immer wieder über mögliche Vor- und Nachteile der Globalisierung auf Deutschland und die Welt gesprochen. Da mir der Bezug auf Gesamtdeutschland immer etwas zu allgemein war, werde ich im folgenden die Auswirkungen der Globalisierung auf den Spezialfall Hamburg untersuchen. Dabei erscheint mir die Stadt Hamburg insofern als geeignetes Betrachtungsobjekt, als dass sich Hamburg bereits durch den Hafen von anderen Großstädten Deutschlands unterscheidet.

Beginnen werde ich in Kapitel 2 zunächst mit einem kurzen Überblick über den genannten Text von Michael Zürn. Dabei werde ich vor allem vorstellen, inwieweit Zürn den Ausdruck „Globalisierung“ als ungenau und falsch betrachtet und warum er statt dessen den Begriff „gesellschaftliche Denationalisierung“ bevorzugt. Welche Probleme in einer denationalisierenden Welt auftreten und wie diese nach Ansicht Zürns evtl. zu lösen seien, werde ich dabei allerdings nicht weiter beschreiben, da dies den vorgegebenen Umfang der Hausarbeit sprengen würde, und für den Bezug auf die Stadt Hamburg nur wenige Auswirkungen hätte. Abschließen werde ich Kapitel 2 mit einer kurzen Erläuterung der Bereiche Wirtschaft, Mobilität, Gewalt und Umwelt, in denen laut Zürn das Maß der gesellschaftlichen Globalisierung am ehesten messbar wird.

In Kapitel 3 werde ich dann die derzeitige Lage der Stadt Hamburg in zwei der oben genannten vier Bereichen untersuchen. Dabei werde ich herausarbeiten, welche positiven, oder aber auch negativen Auswirkungen die derzeitige denationalisierende Entwicklung auf die zweitgrößte Stadt Deutschlands hat. Konzentrieren werde ich mich allerdings vor allem auf den Bereich Wirtschaft, da hier die weitreichendsten Auswirkungen der Globalisierung zu erkennen sind. Ebenso werde ich auch, allerdings in kürzerer Form, die Auswirkungen der gesteigerten Mobilität auf Hamburg untersuchen. Auf die beiden, ebenfalls von Zürn angesprochenen Bereiche Gewalt und Umwelt werde ich dabei nicht näher eingehen, da auch hierfür der vorgegebene Rahmen einfach zu kurz ist. Diese Bereiche auszulassen erschien mir am sinnvollsten, da sich hier die Situation Hamburgs nicht allzu stark von der anderer Großstädte Deutschlands und Europas unterscheidet.

Im letzten Teil der Hausarbeit werde ich dann das zuvor herausgearbeitete noch einmal kurz zusammenfassen und eine kritische Bewertung der Situation vornehmen.

2. Die Aussagen Zürns zum Thema „Globalisierung“

Wie bereits zu Beginn der Hausarbeit angesprochen, bietet vor allem der Text „Regieren jenseits des Nationalstaates“ von Michael Zürn eine gute Hilfe zum besseren Verständnis des Globalisierungsbegriffes. Die zentrale Aussage des Textes besteht dabei darin, dass Zürn den Begriff Globalisierung für ungenau und falsch hält. Zürn ist der Meinung, dass vielmehr von einer gesellschaftlichen Denationalisierung gesprochen werden müsste, da sich dieser Begriff sehr viel eher auf die tatsächlich bestehende Situation bezieht. Zürn begründet seine These dabei folgendermaßen: Zwar beschränken sich heutzutage zwischenmenschliche, bzw. gesellschaftliche Beziehungen kaum noch auf nationalstaatliche Grenzen. Eine weltweite, also globale Entwicklung sei allerdings in vielen Bereichen nicht auszumachen. Vielmehr würden sich, nach Meinung Zürns, neue Grenzen außerhalb der bisherigen nationalstaatlichen Grenzen bilden. Um diese These zu untermauern, zieht Zürn den Bereich der Wirtschaftlichen Handlungs-beziehungen heran. Sowohl der Handel, als auch Produktion und Absatz von Wirtschaftsgütern ist heute kaum noch an nationale Grenzen gebunden. So werden zum Beispiel bereits die Einzelteile zur Produktion eines Autos aus diversen Ländern Asiens importiert. Anschließend wird das Auto dann in Deutschland zusammengebaut, um letztlich in Frankreich oder Spanien verkauft zu werden. Natürlich ist dies nur ein Beispiel, die grenzüberschreitende Situation sieht aber in vielen anderen wirtschaftlichen Bereichen ähnlich aus.

Bei genauerer Betrachtung wird hier deutlich, warum Zürn den Begriff „Globalisierung“ als unzutreffend bezeichnet. Vor allem im Bereich der Wirtschaft finden fast 90 % des Handels innerhalb der OECD Staaten statt. Es besteht also keinesfalls ein globaler Handel, sondern es existieren heute vielmehr neue Grenzen, wie z. B. die OECD, oder aber auch die EU, in denen Handel betrieben wird. Ein Großteil der Welt, wie z. B. große Teile Afrikas, nehmen hingegen weiterhin nicht, oder nur wenig am wirtschaftlichen Geschehen teil.

Im Verlauf seines Textes befasst sich Zürn mit der Frage, wie eine voranschreitende Denationalisierung überhaupt messbar ist, und in welchen Bereichen am ehesten die Auswirkungen einer solchen Entwicklung zu spüren sind. Als wichtigsten und auffälligsten Punkt bezeichnet Zürn dabei den Bereich der Wirtschaft. Hier existiert heute ein, von nationalen Grenzen unabhängiger, internationaler Austausch von Gütern, Dienstleistungen und Kapital, der durch multinationale Konzerne und globale Finanzmärkte immer weiter vorangetrieben wird.

Ebenfalls als überwiegend denational, bzw. in diesem Fall sogar als wahrlich global, kann der Bereich der Umwelt bezeichnet werden. Kaum ein relevantes Umweltproblem lässt sich durch nationalstaatliche Grenzen umschließen. So liegen bereits die Ursachen für viele Probleme in diversen, über den gesamten Erdball verteilten Ländern. Auch die Folgen eines solchen Problems erstrecken sich nicht selten auf alle Regionen der Erde. Ein Beispiel hierfür sind die, häufig debattierten, hohen CO2 – Emissionen und ihre Auswirkungen auf das weltweite Klima.

Auch im Bereich der Gewalt ist laut Zürn eine denationale, bzw. globale Entwicklung nicht zu übersehen. Vor allem durch die Entwicklung neuer Waffen, mit immer größeren Reichweiten sowie durch den internationalen Terrorismus bilden nationale Grenzen heute kein Hindernis mehr.

Der vierte, von Zürn genannte Bereich ist die Mobilität, womit vor allem grenzüberschreitende Personenbewegungen gemeint sind. Zu unterscheiden sind dabei zum einen kurzfristige Aufenthalte in anderen Ländern und zum anderen aber auch temporäre Migration, die sich hauptsächlich auf ausländische Studenten sowie auf Asylbewerber bezieht. Auch dauerhafte Migration ist in diesem Bereich zusammen gefasst. Deutlich ist auch hier zu erkennen, dass sich die Zahl der grenzüberschreitenden Personenwanderungen in den letzten 20 Jahren in allen Bereichen deutlich erhöht hat und somit eine deutliche Ausbreitung der Globalisierung stattfindet.

Der Vollständigkeit halber sei hier noch erwähnt, dass Zürn als fünften messbaren Bereich die internationale Kommunikation und Kultur nennt. Hier bezieht sich Zürn vor allem auf neue technologische Entwicklungen, wie z. B. das Internet oder aber auch Telefon und Fernsehen, die eine Kommunikation der Menschen untereinander unabhängig von nationalen Grenzen gemacht haben und somit ebenfalls ein deutlicher Indikator für fortschreitende Denationalisierung ist. Da sich hier die Situation Hamburgs nicht sonderlich von der in anderen Bereichen Deutschlands unterscheidet, werde ich auf diesen Punkt im weiteren Verlauf der Hausarbeit allerdings nicht weiter eingehen.

3. Auswirkungen der Denationalisierung auf Hamburg

3.1 Wirtschaft

Um die Auswirkungen der Globalisierung, bzw. wie Zürn es beschreibt der gesellschaftlichen Denationalisierung auf den Bereich der Hamburger Wirtschaft zu untersuchen, hilft zunächst ein Blick auf die aktuell herrschende allgemeine Wirtschaftslage in Hamburg, wofür vor allem das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt ein guter Indikator ist.

Vor allem in den letzten Jahren ist hier ein deutlicher Aufschwung zu erkennen. So lag das Wirtschaftswachstum Hamburgs im Jahre 2005 bei 1,2 Prozent, was deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 0,9 Prozent liegt. Auch in Zukunft scheint sich dieser positive Trend fortzusetzen. So prognostiziert die Prognos AG im aktuellen Deutschland-Report für Hamburg pro Jahr ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent bis zum Jahre 2030. Auch dieser Wert liegt deutlich über den 1,4 Prozent, die als Prognose für Gesamtdeutschland angegeben werden.

Ähnlich hoffnungsvoll sieht die wirtschaftliche Situation Hamburgs auch im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten aus. Vor allem beim Vergleich des aktuellen Bruttoinlandsproduktes fällt auf, dass dieses in Hamburg mit rund 80 Milliarden Euro ähnlich hoch ist, wie das der Stadt Berlin, die allerdings fast doppelt so viele Einwohner hat. Selbst im europäischen Vergleich kann Hamburg in den letzten Jahren eine Spitzenposition behaupten. Vergleicht man die Region Hamburg mit anderen europäischen Metropolregionen, so ist Hamburg, zusammen mit der Region Mailand, mit einem konstanten BIP von über 120 Milliarden Euro Spitzenreiter, deutlich vor anderen europäischen Ballungsräumen wie Barcelona (um die 100 Milliarden), Rotterdam (knapp 40 Mrd. Euro) oder der Öresund-Region, die bei knapp über 100 Milliarden Euro liegt.

Die Auswirkungen einer starken Wirtschaft sind weitreichend, lassen sich aber vor allem an der Zahl der Erwerbstätigen ablesen. Eine starke Wirtschaft in der viel produziert wird, bedeutet zwangsläufig auch positive Auswirkungen auf den Arbeitmarkt. Das Ansiedeln neuer Firmen sorgt für die Schaffung neuer Arbeitsplätze, was auf Dauer die Zahl der Arbeitslosen verringern soll.

Auch hier lässt sich eine positive Entwicklung Hamburgs feststellen. So stieg die Zahl der Erwerbstätigen in Hamburg im Jahre 2005 um etwa 0,8 Prozent, während der Bundesdurchschnitt um 0,2 Prozent sank. Selbst Berlin hatte als deutsche Hauptstadt mit 0,4 Prozent einen deutlich geringeren Anstieg der Erwerbstätigen als Hamburg.

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Details

Seiten
15
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783638002677
ISBN (Buch)
9783638912723
Dateigröße
433 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v84365
Institution / Hochschule
Universität Hamburg
Note
2,3
Schlagworte
Auswirkungen Globalisierung Hamburg

Autor

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