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Zur Gesundheitssituation von Kindern und Jugendlichen. Ergebnisse der Epidemiologie und der Gesundheitsberichterstattung

Jugend = Gesundheit: stimmt diese Formel und stimmt sie für alle Kinder und Jugendliche gleichermaßen?

Hausarbeit 2007 17 Seiten

Gesundheitswissenschaften

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1 Einleitung
1.1 Zur Epidemiologie und Gesundheitsberichterstattung
1.2 Kinder und Jugendliche sind die Zukunft unserer Gesellschaft

2. Zur Gesundheitssituation von Kindern und Jugendlichen. Ergebnisse der Sozialforschung und der Gesundheitsberichterstattung.
2.1 Sozialisation und soziale Ungleichheit
2.2 Ausgewählte Ergebnisse der Expertise des Robert-Koch-Instituts zum Thema „Armut soziale Ungleichheit und Gesundheit“.
2.3 Ausgewählte Ergebnisse der Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS):

3. Zusammenfassung

4. Ausblick

5. Anhang

6. Literaturhinweise:

7. Bildhinweis:

1 Einleitung

1.1 Zur Epidemiologie und Gesundheitsberichterstattung

Im Titel der vorliegenden Arbeit „ Zur Gesundheitssituation von Kindern und Jugendlichen. Ergebnisse der Epidemiologie und der Gesundheitsberichterstattung.“ finden sich zwei Begriffe, welche hier kurz vorgestellt werden sollen:

Epidemiologie: Wissenschaftszweig, der sich mit der Verteilung von Krankheiten und deren physikalischen, chemischen, psychischen und sozialen Determinanten und Folgen in der Bevölkerung befasst (vergl. PSCHYREMBEL 2002, S.460).

Gesundheitsberichterstattung (GBE): Die GBE ist eine problembezogene und wertende Sammlung von wesentlichen Gesundheitsproblemen und Gesundheitsrisiken einer räumlich und zeitlich definierten Bevölkerung. Sie dient hauptsächlich der Information der Öffentlichkeit und der Politik

(vergl. http://www.rki.de/cln_049/nn_204574/DE/Content/GBE/

Gesundheitsberichterstattung/Glossar/gbe__glossar__catalog,lv2=204676,lv3=222100.html#LkE3Erklaerung [Stand 16. Juli 2007]).

Die GBE gehört zu den Aufgaben des Robert-Koch-Institutes.

In der Folge werden diese Begriffe im Zusammenhang mit den Datenerhebungen bzw. deren Interpretation genannt.

1.2 Kinder und Jugendliche sind die Zukunft unserer Gesellschaft

Kinder und Jugendliche sind die Zukunft unserer Gesellschaft. Auf sie baut die Hoffnung, dass die neue Generation die vorhergehende im Alter wenn nicht fürsorglich, so zumindest finanziell versorgt.

Der moderne Generationenvertrag stützt sich auf das Prinzip der intergenerativen Solidarität: Die erwerbstätige Generation finanziert mit ihren Steuern und ihren Sozialabgaben die laufenden Sozialrenten. Dadurch erwirbt sie Anwartschaften auf eine eigene Sozialrente, welche aus den Beiträgen der nachwachsenden Generation beglichen werden sollen. Damit dieser Generationenvertrag funktionieren kann, braucht es ein entsprechendes Gleichgewicht in der Gesellschaft, heute ist dies noch der Fall. Die demographische Entwicklung zeigt, dass sich dieses Gleichgewicht in der Zukunft wandeln wird.

Die Relationen zwischen Alt und Jung werden sich stark verändern. Ende 2005 waren 20% der Bevölkerung jünger als 20 Jahre, auf die 65-Jährigen und Älteren entfielen 19%. Die übrigen 61% stellten Personen im so genannten Erwerbsalter (20 bis unter 65 Jahre). Im Jahr 2050 wird dagegen nur etwa die Hälfte der Bevölkerung im Erwerbsalter, über 30% werden 65 Jahre oder älter und circa 15% unter 20 Jahre alt sein. Im Anhang befindet sich die Tabelle A zur Darstellung des aktuellen und des zukünftigen Altersaufbaus. (vergl. Statistisches Bundesamt 2006).

Dies bedeutet, dass im Jahre 2050 die eine Hälfte der Bundesbürger die andere zu versorgen hat. Von diesen Menschen wird eine hohe Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit für die Bewältigung dieser Aufgabe erwartet.

Daher ist es umso bedeutender, dass den folgenden Generationen die wichtige Ressource Gesundheit zur Verfügung steht.

2. Zur Gesundheitssituation von Kindern und Jugendlichen. Ergebnisse der Sozialforschung und der Gesundheitsberichterstattung.

Wie steht es um die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen in Deutschland? Da Kinder und Jugendliche eine weitgehend gesunde Bevölkerungsgruppe darstellen, hält sich innerhalb unserer Gesellschaft die Meinung: Jugend = Gesundheit.

Aber stimmt diese Formel und stimmt sie für alle Kinder und Jugendliche gleichermassen? Epidemiologische Daten der Sozialforschung und der Gesundheitsberichterstattung zeigen ein differenziertes Bild über die Gesundheitssituation dieser wohl empfindlichsten und verletzlichsten Gesellschaftsgruppe. Diese Arbeit will in aller gebotenen Kürze einige wichtige Erkenntnisse aus diesen Daten vorstellen.

2.1 Sozialisation und soziale Ungleichheit

„Eine gute körperliche psychische und soziale Gesundheit hilft Jugendlichen die Vielzahl von Herausforderungen des Heranwachsens produktiv zu bewältigen. Kindheit und Jugend sind sensible Perioden, in denen wesentliche Muster des Gesundheitsverhaltens entstehen und sich stabilisieren. In diesen Lebensphasen entwickeln sich Grundstrukturen individueller Verhaltensweisen, die im Erwachsenenalter fortgeführt werden“ (HURRELMANN et al 2006a, S.86).

An dieser Stelle wird eine Problematik sichtbar, denn soziale Unterschiede in der Gesellschaft zeigen hier ihre Wirkung. Die soziale Entwicklung der Kinder und Jugendlichen wird weitgehend vom sozialen Umfeld beeinflusst, das heisst in den meisten Fällen von der Familie in der sie leben.

Vor allem Kinder im Vorschulalter sind stark von den Möglichkeiten der Eltern abhängig, durch entsprechende Arrangements Erfahrungen ausserhalb der Wohnung zu erschliessen. Es gibt nur wenige Felder in denen sich kindliche Aktivitäten spontan und ungeplant in der räumlichen Umwelt entfalten können. Es sind die Erwachsenen mit ihrer eigenen sozialen Prägung und ihrem eigenen pädagogischem Verständnis, welche die möglichen Spielplätze ihrer Kinder einrichten. Die Möglichkeiten der Kinder zur Selbstbestimmung und Selbstregulierung wird dadurch eingeschränkt. Diese Situation wird noch dadurch geschärft, dass die soziale und ökonomische Lage einer Familie, also die Unterschiede in den wichtigsten Ressourcen Einfluss, Einkommen, Besitz und Bildung auf die Eltern-Kind-Beziehung ausstrahlen. Die Verteilung der materiellen und nichtmateriellen Ressourcen ist in unserer Gesellschaft durch eine erhebliche Ungleichheit gekennzeichnet. Die Stabilität der Verteilung der Ungleichheit von einer Generation zur nächsten erweist sich als hoch. Die soziale Position in der Gesellschaft wird in grossem Umfang an die Generation der Kinder weitergegeben, was im eigentlichen Sinne eine Reproduktion der sozialen Ungleichheit von einer Generation zur nächsten bedeutet (vergl. HURRELMANN 2002/2006b S. 170f, S. 251).

Wird an dieser Stelle der Begriff „soziale Ungleichheit“ verwendet, so soll darunter die ungleiche Verteilung der Ressourcen Macht, Einfluss, Prestige, Einkommen, Besitz und Bildung und deren ungleiche Verteilung in der Gesellschaft verstanden werden. Wobei diejenigen, welche wenig auf diese Ressourcen zurückgreifen können, von sozialer Ungleichheit betroffen sind. Diejenige Gesellschaftsgruppe, welche auf die genannten Ressourcen in umfangreichem Masse zurückgreifen kann, wird dagegen nicht als von sozialer Ungleichheit betroffen bezeichnet.

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Details

Seiten
17
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783638015325
ISBN (Buch)
9783638918312
Dateigröße
978 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v84750
Institution / Hochschule
Hamburger Fern-Hochschule
Note
1,3
Schlagworte
Gesundheitssituation Kindern Jugendlichen Ergebnisse Epidemiologie Gesundheitsberichterstattung

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Titel: Zur Gesundheitssituation von Kindern und Jugendlichen. Ergebnisse der Epidemiologie und der Gesundheitsberichterstattung