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Mezzanine-Finanzierung als Möglichkeit der alternativen Finanzierungsform

Seminararbeit 2007 27 Seiten

BWL - Investition und Finanzierung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Einführung
1.2 Aufbau der Arbeit

2 Begriffsdefinition und Charakterisierung
2.1 Begriffsdefinition Mezzanine-Kapital
2.2 Debt- und Equity-Mezzanine
2.3 Public- und Private-Mezzanine
2.4 Charakterisierung des Mezzanine-Kapitals
2.5 Vergütung und Equity-Kicker
2.6 Anforderungen an das finanzierende Unternehmen

3 Finanzierungsinstrumente
3.1 Darlehen
3.1.1 Nachrangdarlehen
3.1.2 Partiarische Darlehen
3.1.3 Verkäuferdarlehen
3.2 Stille Beteiligung
3.2.1 Typisch stille Beteiligung
3.2.2 Atypisch stille Beteiligung
3.3 Wandel- und Optionsanleihe
3.4 Genussschein

4 Anwendungsgebiete

5 Ergebnisse und Fazit
5.1 Vor- und Nachteile
5.2 Zusammenfassung und Ausblick

Quellen- und Literaturverzeichnis V

Abkürungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Einordnung von Mezzanine-Kapital

Abbildung 2: Eigene Darstellung

Abbildung 3: Rendite eines Mezzanine-Instruments

1 Einleitung

1.1 Einführung

Durch zunehmende Globalisierung und Liberalisierung sowie steigendem internationalen Wettbewerb ist es für Unternehmen immer wichtiger, eine stabile Marktposition zu sichern. Dies spiegelt sich an den nationalen und internationalen Kapital- und Finanzmärkten wider. Die Wachstumsfähigkeit nimmt eine zentrale Rolle ein und stellt deshalb kleine und mittelständige Unternehmen (KMU) vor eine neue Herausforderung.

Aufgrund der schwierigen gesamtwirtschaftlichen Lage der letzten Jahre, der schwachen konjunkturellen Entwicklung und der gestiegenen Unternehmens-insolvenzen wird der Mittelstand hinsichtlich der Kapitalbeschaffung durch die geänderte Richtlinie für die Eigenkapitalunterlegung von Krediten, kurz Basel II genannt, auf eine harte Bewährungsprobe gestellt. Die Kreditvergabe und die Kreditkonditionen werden von der Bonität des Kreditnehmers beeinflusst, was insbesondere für deutsche KMU den Zugang zu traditionellem Fremdkapital erschwert, da diese im internationalen Vergleich sehr geringe Eigenkapitalquoten aufweisen. Durch eine geschwächte Bonität und dem damit verbundenen schlechteren Rating wird die Kapitalbeschaffung für diese Unternehmen kostspieliger und erfordern die Suche nach möglichen alternativen Finanzierungsformen zum Bankkredit.

1.2 Aufbau der Arbeit

Ziel dieser Arbeit ist es, Mezzanine-Finanzierungsinstrumente vorzustellen und anhand der Vor- und Nachteile zu untersuchen, ob diese als Alternative für KMU dienen.

In Kapitel 2 werden zunächst der Begriff des Mezzanine-Kapitals definiert und wesentliche Charakterisierungen beschrieben. Kapitel 3 geht auf die klassischen Finanzierungsinstrumente ein. Im darauf folgenden Kapitel werden typische Anwendungsgebiete aufgezeigt. Anschliessend wird im Kapitel 5 auf Vor- und Nachteile eingegangen und läßt die Arbeit mit einem Fazit abschliessen.

2 Begriffsdefinition und Charakterisierung

2.1 Begriffsdefinition Mezzanine-Kapital

Der Begriff „Mezzanine“ leitet sich aus dem italienischen Wort „mezzano“ ab, welches in der Architektur das Zwischengeschoss zwischen dem Erdgeschoss und dem ersten Obergeschoss bezeichnet. Im Hinblick auf das Finanzierungsinstrument kann Mezzanine-Kapital in ähnlicher Weise eingeordnet werden. Betrachtet man das Erdgeschoss als Fundament und somit als Eigenkapital eines Unternehmens und das darüber liegende Geschoss als Fremdkapital, so wird verdeutlicht, dass Mezzanine-Kapital eine Zwischenform von Eigen- und Fremdkapital darstellt.[1]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Einordnung von Mezzanine-Kapital[2]

2.2 Debt- und Equity-Mezzanine

Mezzanine-Kapital kann in verschiedenen Ausgestaltungsformen auftreten. Es wird je nach bilanzieller Bewertung des Unternehmens zwischen Equity-Mezzanine (Quasi-Eigenkapital) und Debt-Mezzanine (Quasi-Fremdkapital) unterschieden. Beide Formen werden dem wirtschaftlichen Eigenkapital zugeordnet. Die Kosten einer Mezzanine-Finanzierung sind umso höher, je mehr sich die Art der Finanzierung als Equity-Mezzanine auszeichnet, so dass diese hauptsächlich bei niedriger Eigenkapitalquote zu empfehlen ist. Debt-Mezzanine hingegen ist bei geringem Verschuldungsgrad anzuraten.[3]

Equity-Mezzanine hat die Eigenschaft langfristig gegenüber den bestehenden Gläubigern als nachrangiges Haftungskapital zu dienen und wird deshalb wirtschaftlich und bilanziell dem Eigenkapital zugeordnet. In der Praxis sind dies bspw. atypisch stille Beteiligung, Wandel- und Optionsanleihen oder Genussscheine.

Debt-Mezzanine zeichnet sich durch die Fremdkapitalausrichtung aus, bedingt durch eine bestimmte Rückzahlungsverpflichtung, eine erfolgsunabhängige Basisverzinsung und die Abzugsfähigkeit aller entstehenden Kosten. Beispiele hierfür sind Nachrangdarlehen, partiarische Darlehen und Verkäuferdarlehen sowie typisch stille Beteiligungen.[4] Aufgrund der Nachrangigkeit wird Debt-Mezzanine wirtschaftlich wie Eigenkapital, bilanziell aber wie Fremdkapital behandelt.[5]

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Abbildung 2: Eigene Darstellung

2.3 Public- und Private-Mezzanine

Neben der Unterscheidung zwischen Equity- und Debt-Mezzanine gibt es eine weitere Differenzierung nach öffentlich platzierten bzw. kapitalmarktorientierten Mezzanine-Instrumenten (Public-Mezzanine) und privat platzierten Mezzanine-Instrumenten (Private-Mezzanine).

Bei Private-Mezzanine handelt es sich um individuelle vereinbarte Verträge, die für ein bestimmtes Unternehmen erstellt worden sind. Die in Kapitel 2.2 aufgeführten Mezzanine-Instrumente fallen alle in den Bereich der Private-Mezzanine. Da diese Form in Europa am weitesten verbreitet ist, wird im Folgenden nicht näher auf die Instrumente der Public-Mezzanine eingegangen.

2.4 Charakterisierung des Mezzanine-Kapitals

Es lassen sich trotz der verschiedenen Formen der Mezzanine-Instrumente einige typische Charakteristika aufzeigen. Als wesentliches Merkmal ist die Nachrangigkeit zu nennen. Im Insolvenzfall bedeutet dies eine nachrangige Behandlung des Mezzanine-Gebers im Vergleich zu anderen Gläubigern, aber eine Vorrangigkeit gegenüber dem „echten“ Eigenkapitalgeber.

Mezzanine-Kapital zeichnet sich weiterhin durch seine zeitliche Befristung aus. In der Regel wird das Kapital für drei bis zehn Jahre überlassen.[6]

Neben den flexiblen Ausgestaltungsmöglichkeiten bei den Vertragsmodalitäten ist ein weiteres positives Merkmal für den Mezzanine-Nehmer die steuer- und handelsrechtliche Abzugsfähigkeit der gezahlten Zinsen und damit die Qualifizierung als Betriebsaufwand. Dieser Steuervorteil gilt nur, wenn die Mezzanine-Finanzierung als Fremdkapital deklariert wird, was in der Regel aber üblich ist.[7] Eine Ausnahme stellt lediglich die atypisch stille Beteiligung dar, bei der die Zahlungen für die Kapitalüberlassung nicht abzugsfähig sind.[8]

Die Rückzahlung des Mezzanine-Kapitals aus zukünftigen Cash Flows ist ebenfalls ein Charakteristikum, wobei eine stabile und vorhersehbare Cash Flow-Entwicklung beim Mezzanine-Nehmer Voraussetzung ist.

Mezzanine-Kapital erhöht die Eigenmittel und bewirkt eine Risikominimierung der vorrangigen Fremdkapitalgeber. Dies ermöglicht die Aufnahme weiteren Fremdkapitals sowie eine Verbesserung der Bonität.[9]

2.5 Vergütung und Equity-Kicker

Durch die Nachrangigkeit als unbesichertes Risikokapital übernimmt das Mezzanine-Kapital ein höheres Risiko als Fremdkapital, gleichzeitig aber auch ein geringeres Risiko als Eigenkapital, so dass die Ertragerwartungen des Mezzanine-Gebers über denen des Kreditgebers aber unter denen des Eigenkapitalgebers liegen.[10] Um dieses erhöhte Risiko zu kompensieren, setzt sich die Rendite i.d.R. aus einer Zins- und einer Kicker-Komponente zusammen. Während der Laufzeit erhält der Investor eine laufende Verzinsung, welche sich aus dem EURIBOR oder LIBOR und einem individuellen Cash-Coupon zusammen setzt. Außerdem kann ein Risiko-Sonderzins, der sogen. „Zins-Kicker“ bzw. eine Gewinnbeteiligung oder die Option, eine direkte Beteiligung am Unternehmen zu vorher festgelegten Konditionen zu übernehmen, den „Equity-Kicker“, am Ende der Laufzeit gezahlt werden.[11] Damit der Cash Flow des Unternehmens während der Laufzeit nicht zu sehr belastet wird, ist eine geringe laufende Verzinsung üblich. Aufgrund der anfänglich niedrigen Ertragszahlung wird oft eine auflaufende Verzinsung am Laufzeitende vereinbart. Die Wahl der Vergütungsmethode werden dem jeweiligen Geschäftsmodell und der damit verbundenen Unternehmenserwartung angepasst.

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Abbildung 3: Rendite eines Mezzanine-Instruments[12]

Man unterscheidet zwischen Mezzanine-Kapital mit Equity-Kicker und ohne Equity-Kicker. Die Variante mit Equity-Kicker wird von Unternehmen mit einem hohen Wertsteigerungs- oder Ergebnisverbesserungspotenzial genutzt. Da der Bezugspreis der Unternehmensanteile oder Wandelanleihen vorab festgelegt wurde, aber der Unternehmenswert und damit die Anteile wertmäßig gestiegen sind, wird diese Vergütungsmethode von den Investoren bevorzugt. Der Vorteil für die Unternehmen entsteht durch die geringe laufende Zinsbelastung und spätere Auszahlung der Kosten des Equity-Kickers zum Realisierungszeitpunkt der Unternehmenssteigerung. Durch die umgewandelten Anteile entsteht eine Veränderung der Beteiligungsverhältnisse. Sofern Investoren mit einem hohen Equity-Kicker-Anteil auf Verwertung bzw. Verkauf der Anteile drängen, kann dies gerade für Familienunternehmen nachteilig sein.

[...]


[1] vgl. Müller, 2003, S. 13

[2] vgl. Börner, 2005, S. 1

[3] vgl. Börner, 2005, S. 12

[4] vgl. Brokamp, 2004, S. 12

[5] vgl. Fischer , 2004, S. 225

[6] vgl. Golland, 2005, S. 2

[7] vgl. Golland, 2005, S. 23

[8] vgl. Reichling, 2006, S. 1

[9] vgl. Fischer, 2004, S. 225

[10] vgl. Fischer, 2004, S. 227

[11] vgl. Fischer, 2004, S. 227-228

[12] vgl. Brokamp, 2004, S. 13

Details

Seiten
27
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783638002851
ISBN (Buch)
9783638911672
Dateigröße
553 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v84949
Institution / Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Frankfurt früher Fachhochschule
Note
1,3
Schlagworte
Mezzanine-Finanzierung Möglichkeit Finanzierungsform Finanzwirtschaft

Autor

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