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Ist der Wirtschaftsliberalismus unsozial?

Liberalismus im Sinne von Eucken und Hayek

von Rabea Brietze (Autor) Marc Dannbeck (Autor)

Hausarbeit 2007 11 Seiten

BWL - Unternehmensethik, Wirtschaftsethik

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung
1.1 Zweck und Grenzen dieser Arbeit
1.2 Allgemeines
1.3 Theorien von Eucken & Hayek
1.3.1 Euckens Position - Neolibralismus
1.3.2 Hayeks Position – Neoliberalismus
1.3.3 Der “starke” Staat

2. Hauptteil
2.1 Liberalisierung der Strom- und Gasmärkte
2.1.1 Strompreisentwicklung
2.1.2 Gaspreisentwicklung
2.1.3 Konsequenzen für den Markt
2.2 Zusammenfassung

3. Fazit

4. Literaturverzeichnis

Literatur

Veröffentlichungen

Internetquellen

1. Einleitung

1.1 Zweck und Grenzen dieser Arbeit

Wir beschreiben mit dieser Arbeit zum Einen die Theorien von Walter Eucken und Friedrich Hayek, die mit ihren Theorien den Liberalismus weiterentwickelten. Zum Anderen untersuchen wir, ob das Kennzeichen des Neoliberalismus, nämlich ein liberalisierter Markt, gleichzeitig ein unsozialer Markt ist. Die Ausprägung „unsozial“ umfasst gleichermaßen matrielle und immatrielle Ausprägungen: Im immatriellen Sinn verstößt man durch unsoziales Verhalten gegen ein gemeinsames ideelles Wertesystem/ Konsens. Im matriellen Sinn lässt sich der Begriff auf wirtschaftliche Parameter eingrenzen: Wir betrachten die Parameter Preiserhöhung und Entlassung von Mitarbeitern als Kennzeichen für unsoziales wirtschaftliches Handeln.

Zunächst werden wir eine Einführung in die Theorien von Eucken (1.3.1) und Hayek (1.3.2) geben um anschließend auf die Bedeutung des Staates einzugehen. Es soll geklärt werden, ob der Staat lediglich Rahmenbedingungen für einen liberalisierten Markt schafft oder in das Marktgeschehen eingreifen soll.

Um ein konkretes Beispiel für eine Liberalisierung aufzugreifen, beschreiben wir die Öffnung und Privatisierung des Marktes im Strom- und Gasbereich (2.1 ) mit ihren Konsequenzen. Anhand von empirischen Daten erklären wir die Folgen der Privatisierung eines Marktsegments. Im Fazit (3) werden wir unsere Erkenntnisse zusammenfassen und die Frage klären, ob der Neoliberalismus unsozial ist.

1.2 Allgemeines

Walter Eucken, Begründer der Freiburger Schule, gilt als Urvater des deutschen Neoliberalismus und der sozialen Marktwirtschaft. Der Begriff „Neoliberalismus“ ist in der deutschen Gesellschaft ein negativ besetzter Begriff; er wird verbunden mit einer vollständigen Selbstverantwortlichkeit des Bürgers. Walter Eucken definiert das Eingreifen des Staates wie folgt: „Der Staat soll weder den Wirtschaftsprozess zu steuern versuchen, noch die Wirtschaft sich selbst überlassen…Der Staat muss deshalb durch einen entsprechenden Rechtsrahmen die Marktform - d.h. die Spielregeln, in denen gewirtschaftet wird, - vorgeben." [1]

Eine wesentliche Frage, der sich die Freiburger Schule stellte, war die Frage von privater Macht in einer Gesellschaft. Inwieweit sind Unternehmen frei in ihrem Handeln und welche gesellschaftlichen Folgen ergeben sich aus einer liberalisierten Wirtschaft?

“Germany has a history of regulation. Traditionally the government has played a strong role in setting the institutional rules and implementing them… Things have to be orderly… quite a few Germans, probably a good majority of them, have a paternalistic view of the state as overseer and solver of problems.”[2]

In dieser Hausarbeit dient die Privatisierung als Indikator für private Macht. Anhand eines Beispiels für Privatisierung, nämlich der Liberalisierung der Strom- und Gasmärkte, sollen die wirtschaftlichen Entwicklungen sowie gesellschaftliche Folgen aus dem Rückzug des Staates aus der Wirtschaft beschrieben werden.

1.3 Theorien von Eucken & Hayek

Um den Neoliberalismus näher zu definieren werden wir nun die Theorien von Eucken und Hayek bezüglich der Ordnungstheorien beschreiben. Eucken und Hayek nahmen großen Einfluss auf die Neugestaltung des Liberalismus und der sozialen Marktwirtschaft, unterschieden sich jedoch in wesentlichen Punkten, so dass wir sie zunächst getrennt betrachten.

1.3.1 Euckens Position - Neolibralismus

Walter Eucken war der Meinung, dass eine Wirtschaftsordnung die Freiheit und Unabhängigkeit der Individuen ermöglichen und fördern sollte. Er wollte „eine Ordnung einer freien Gesellschaft“ kreieren. Ihm sagte also der Liberalismus wesentlich mehr zu als der Sozialismus. Eucken erkannte aber auch, dass private Macht die Freiheit der Vielen zugunsten der Beherrschung durch Wenige gefährdet und dass private Monopole, Kartelle und Verbände auch das politische System durchdringen und diskreditieren.[3] Eucken stellt somit den puren Liberalismus (Laissez-Faire) insofern in Frage, als dass eine freiheitliche Wirtschaftsordnung nicht unbedingt zu einer freien Gesellschaft führen muss. Mit anderen Worten: Reiner Liberalismus kann durch die Bündelung von Wirtschaftsmacht in Unternehmen die Freiheit der Individuen gefährden.

[...]


[1] Vanberg, Viktor: Freiheit, Wettbewerb und Wirtschaftsordnung. Freiburg 1999, S. 101.

[2] Siebert, Horst: The German Economy. Princeton, U.S.A. 2005, S. 161f.

[3] Vgl. Streit, M.E./ Wohlgemuth M.: Walter Eucken und Friedrich A. von Hayek Initiatoren der Ordnungsökonomik Diskussionsbeitrag 11-99

Details

Seiten
11
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783638019002
Dateigröße
403 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v85865
Institution / Hochschule
SRH Hochschule Berlin (früher OTA)
Note
2,0
Schlagworte
Wirtschaftsliberalismus

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