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Führungsstil. Sein Einfluss auf den Unternehmenserfolg

Seminararbeit 2002 28 Seiten

Führung und Personal - Führungsstile

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Begriffsdefinitionen
2.1 Der Unternehmenserfolg
2.2 Die Führung im Unternehmen
2.3 Führungsstilforschung
2.3.1 Idealtypische Ansätze
2.3.2 Realtypische Ansätze

3 Führungstheorien
3.1 Kontingenztheorie
3.2 Weitere Situationstheorien

4 Führungskonzepte
4.1 Verhaltensgitter von Blake / Mouton
4.1.1 Der Managerial Grid in der Praxis
4.2 Situative Führungstheorie von Hersey / Blanchard
4.2.1 Funktioniert situative Führung?
4.3 Entscheidungsbaum von Vroom / Yetton

5 Erkenntnisse
5.1 Unternehmenserfolg durch situative Führung
5.2 Praxisbeispiele

6 Schlussbemerkung und Bewertung

7 Literaturverzeichnis

8 Abbildungsverzeichnis

1 Einführung

Unternehmen, egal welcher Größenordnung, streben nach Erfolg; nicht zuletzt um am Markt überleben zu können. Dieser Erfolg hängt von einer Menge Faktoren ab. So braucht es ein vielversprechendes Produkt / eine vielversprechende Dienstleistung, eine konsistente Strategie und die notwendigen Humanressourcen. Dabei stellt das Unternehmen als ganzes eine Organisation dar. Mitarbeiterhierarchien, Etablierung von Prozessen, richtiger Einsatz von technischen Mitteln und die Unternehmenskultur als eine Art von Regelwerk helfen dabei, die Organisation aufrecht zu halten.

Doch selbst bei bester Absicht und einer scheinbar gut funktionierenden Organisation erleiden nicht wenige Unternehmen bei ihren Geschäftsvorhaben Niederlagen, die schlimmstenfalls zur Auflösung führen. Fast täglich lässt sich der Presse und anderen Medienberichten entnehmen, dass in solchen Fällen das Management dieser Unternehmen zur Verantwortung herangezogen wird. Dies hinterfragend muss man schließlich zu der Erkenntnis gelangen, dass interpersonelle Beziehungen und das richtige Führen der Mitarbeiter eine der entschiedensten Merkmale in diesem Kontext darstellen.

Externe Variablen konfrontieren Unternehmen und zwingen es zu einer dauerhaften Überprüfung seines Organisationsaufbaus. Genauso existieren aber auch interne Variablen, die einer Führungsperson verbieten einzig ein Führungsschema anzuwenden. Um effizient führen zu können und den größtmöglichen Erfolg zu erzielen, muss dem Management also ein Instrument in die Hand gelegt werden, welches sie befähigt, unterschiedliche Situationen im Führungsprozess zu berücksichtigen. Dieses Instrument existiert und wird in der Wissenschaft unter dem Begriff der „situativen Führung“ zusammengefasst.

Wie jeder andere Mensch, haben auch Führungspersonen einen persönlichen Charakter, der ihr Verhalten im Führungsprozess bestimmt. Dieses Verhalten, häufig als Führungsstil bezeichnet, ist in der Regel determiniert. Und trotzdem ist es in verschiedenen Situationen angebracht, dass der Führer sein Verhalten einer bestimmten Situationen anpasst, um schneller und effizienter ein Ziel zu erreichen. In meiner Hausarbeit werde ich der Frage nachgehen, ob und inwieweit der Führungsstil, im Sinne vom Erreichen gesetzter Ziele, entscheidenden Einfluss auf den Erfolg eines Unternehmens haben kann.

Ich werde im Folgenden die Begriffe Unternehmenserfolg und Führung erklären und anschließend auf die Führungsstilforschung eingehen. Ferner werden von mir drei verschiedene Führungskonzepte vorgestellt, die bis in die heutige Zeit Bedeutung behalten haben. Schließlich werde ich versuchen die Erkenntnisse auf die Fragestellung der Hausarbeit zu beziehen, um Lösungsmöglichkeiten aufzudecken.

Bei der Ausarbeitung dieses Themas stütze ich mich hauptsächlich auf verschiedene Literaturquellen, die hierzu Erkenntnisse liefern können. Ebenso bediene ich mich dem Medium Internet, um aktuelle und praxisorientierte Aspekte mit in diese Arbeit einfließen zu lassen.

2 Begriffsdefinitionen

2.1 Der Unternehmenserfolg

Das Wort Unternehmenserfolg als solches lässt sich nicht definieren, wird aber in einem Zusammenhang häufig mit Unternehmensziel gleichgesetzt. Grundlegend kann davon ausgegangen werden, dass der Unternehmensgründer eine Firma aufbaut, um eine Idee beziehungsweise Vision zu verwirklichen. Staehle spricht hier von Philosophie, Vision und Mission.[1]

Diese sich daraus ableitenden Werte und Normen einer Unternehmung bilden das Unternehmensleitbild, aus dem sich das zukünftige Verhalten des Unternehmens gegenüber Mitarbeitern, Kunden, Aktionären, Staat und Gesellschaft schließen lässt.[2]

Das Leitbild einer Unternehmung kann als Oberziel angesehen werden, unter dem sich mehrere Unterziele subsumieren. Als betriebswirtschaftliche Unterziele können Gewinn- und Umsatzsteigerung, Kostenreduzierung, Liquiditäts- und Substanzerhaltung genannt werden. Aus Sicht des erwerbswirtschaftlichen Prinzip gilt wohl das Gewinn- und Rentabilitätsstreben als bedeutsamstes Ziel. Ebenso existieren aber auch Ziele, denen eine theoretische Grundlage fehlt, als das wären das Unabhängigkeits- bzw. Vereinigungsstreben, Streben nach Macht und Ansehen, sowie sittliche und soziale Ziele.[3]

Einige dieser Ziele lassen sich der Quantität nach, also dem Zielerreichungsgrad, andere wiederum nur in qualitativer Hinsicht auf ihre Verwirklichung beurteilen und messen. Von Unternehmenserfolg kann also gesprochen werden, wenn die für ein Unternehmen wichtigen Ziele erreicht worden sind, bzw. wegweisende Sekundärziele erfüllt werden konnten.

2.2 Die Führung im Unternehmen

Des weiteren muss am Anfang dieser Arbeit erklärt werden, was unter dem Begriff „Führung“ zu verstehen ist. Bereits 1987 hatten sich weit über 1000 Autoren mit der Definition des Begriffs „Führung“ auseinandergesetzt. Die Schwierigkeit, den Begriff „Führung“ im Sinne einer finalen Definition abzugrenzen, liegt an der Komplexität der bestehenden Konzepte. Aus diesem Grund liegt der wissenschaftliche Forschungsschwerpunkt auch vielmehr auf der Betrachtung von führungsrelevanten Problemfeldern und nicht auf dem Versuch, ein ganzheitliches Netz zu „stricken“. Grundsätzlich wird mit dem Führungsbegriff die zweck- oder zielgerichtete Einflussnahme verbunden. Je nachdem auf welches Objekt sich diese Beeinflussung bezieht, wird zwischen personalen (Einfluss auf Menschen) und institutionellen (Einfluss auf Organisationen) Führungsbegriffen unterschieden.[K1] Eine häufige Betrachtungsweise, die in der Literatur zu finden ist, sieht die Führung im engeren Sinne als Interaktionsprozess zwischen Führerpersonen und der Gruppe der Geführten. Im weitesten Sinne wird die Führung von organisational-strukturellen Faktoren bestimmt und ist von einem gesellschaftlich/gesamtwirtschaftlichen Einflussbereich umschlossen.[4]

Eine für das Thema dieser Arbeit geeignete Definition des Führungsbegriffes fassen meiner Ansicht nach Hersey und Blanchard zusammen. Unter Führung wird hier die Beeinflussung der Tätigkeit eines Individuums oder einer Gruppe verstanden, um in einer gegebenen Situation ein bestimmtes Ziel bzw. mehrere Ziele zu erreichen. Daraus folgt, dass der Führungsprozess eine Funktion ist, bestehend aus Führer, Folgende und anderen situativen Variabeln.[5]

2.3 Führungsstilforschung

Während man in der Verhaltensforschung eher das aktuelle und situationsabhängige Verhalten von Führern untersucht, wird in der Führungsstilforschung untersucht, welchem langfristigen und situationsunabhängigen Verhaltensmuster eine Führungs-person folgt. Oswald Neuberger definiert den Begriff Führungsstil als

„ein in wechselnden Situationen relativ konstantes, sinnvoll strukturiertes Verhaltensmuster, das als Konkretisierung einer verhaltensorganisierenden Einstellung oder Grundhaltung aufzufassen ist.“[6]

Diese klare Abgrenzung zwischen Führungsverhalten und Führungsstil führt gerade in der Praxis zu Fehlinterpretationen und wird darüber hinaus auch in der Wissenschaft vielseitig diskutiert. Denn eine geführte Gruppe wird das situationsabhängige Verhalten des Führenden ihr gegenüber immer ganzheitlich als Führungsstil wahrnehmen und eine Trennung von Führungsverhalten und –stil nicht vornehmen. Ich folge der Empfehlung Wiedemanns, der in Verbindung mit der Situationstheorie den Begriff des Führungsverhaltens präferiert.[7]

Um die unterschiedlichen Ausprägungen von Verhaltensweisen der Führungspersonen in der Realität vergleichbar zu machen, werden diese in Typologien klassifiziert. Verhaltensmuster, die auf theoretischen Überlegungen beruhen und eher spekulativen Charakter haben, bezeichnet man als idealtypische Ansätze. Kann man hingegen bestimmtes Verhalten aus der Situation heraus beobachten und überprüfen, spricht man von realtypischen Ansätzen.[8]

2.3.1 Idealtypische Ansätze

In der deutschen Literatur werden in diesem Zusammenhang sogenannte traditionale Führungsstile in verschiedenen Variationen beschrieben. So unterscheidet Max Weber vier idealtypische Führungsstile:

1. Patriarchalischer Führungsstil: Die Führungsperson ist als Autorität anerkannt und stark fürsorglich seinen Mitarbeitern gegenüber geprägt, wofür er im Gegenzug Treue und Loyalität erfährt. Entscheidungsbefugnisse werden hierbei nicht delegiert.
2. Charismatischer Führungsstil: Die Persönlichkeit des Führers rechtfertigt seinen Anspruch auf Führung und begründet häufig den Erfolg. Gerade in Not- und Krisensituationen sind solche Führungspersönlichkeiten gefragt.
3. Autokratischer Führungsstil: Eine ausgereifte Hierarchie dient als Führungsinstrument, in der Entscheidungsbefugnisse über Linieninstanzen delegiert werden. Dabei ist die Beziehung zu den Geführten äußerst schwach ausgeprägt.
4. Bürokratischer Führungsstil: Die Sachkompetenz einer Führungsperson rechtfertigt in den Augen der Geführten den Führungsanspruch. Die organisatorischen Verhaltensweisen finden im Rahmen einer extrem strukturierten und reglementierten Umgebung statt.

In der Führungstypologie nach Lattmann (1975) werden grundsätzlich die Grundhaltungen von Führungspersonen in autoritär und demokratisch unterteilt. Innerhalb dieser Grundhaltungen entstehen durch unterschiedliche Gewichtung von bestimmten Gliederungsmerkmalen jeweils drei Führungsprofile, so dass sich insgesamt sechs Führungsstile unterscheiden lassen.[9]

[...]


[1] vgl. Wolfgang H. Staehle, Management, 1999, S.615

[2] vgl. Günter Wöhe, Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, 1996, S.130

[3] vgl. Gabler Wirtschaftslexikon, 14. Auflage, S. 3964 ff.

[4] vgl. Klaus Steinle, Handwörterbuch der Führung, 1999, Sp. 523-531

[5] vgl. Paul Hersey / Kenneth Blanchard, Management of organizational behavior, S.82 ff. [“(…)that leadership is the process of influencing the activities of an individual or a group in efforts toward goal achievement in a given situation. From this definition of leadership, it follows that the leadership process is a function of the leader, the follower, and other situational variables.”]

[6] vgl. Staehle, Management, 1995, S. 334 aus O. Neuberger, Organisation und Führung, 1977

[7] vgl. Wiedemann, Mitarbeiter richtig führen, 1989, S.183

[8] vgl. Staehle, Management, 1999, S. 335

[9] vgl. Staehle, Management, 1999, S. 336

[K1]aus Rainer Waldmann (drinlassen???)

Details

Seiten
28
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638155625
ISBN (Buch)
9783640318841
Dateigröße
3.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v8643
Institution / Hochschule
Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin – Betriebswirtschaft
Note
1,3
Schlagworte
führungsstil situationstheorie kontingenztheorie

Autor

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Titel: Führungsstil. Sein Einfluss auf den Unternehmenserfolg