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Unterrichtseinheit: Bilder einer Ausstellung von M. Mussorgsky. Unterschiedliche Umgangsweisen bei der Erarbeitung des Bildes 'Hütte auf Hühnerbeinen (Baba Jaga)'

Unterrichtsentwurf 2006 25 Seiten

Musik - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Aufbau der Unterrichtsreihe

2. Bedingungsanalyse

3. Sachanalyse

4. Didaktische Begründung des Unterrichtsgegenstandes und Reduktion

5. Lernziele

6. Begründung der methodischen Entscheidungen

7. Verlaufsplanung

8. Literatur

9. Anhang

1. AUFBAU DER UNTERRICHTSREIHE (Sequenzplanung)

1. Aufbau der Unterrichtsreihe: Aus einem Programm wird Musik (ca. 8 Stunden)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2. BEDINGUNGSANALYSE

Allgemeine Voraussetzungen:

In der Schnellläuferklasse der Schule lernen 28 Schüler[1], davon 18 Schülerinnen und 10 Schüler. Die Klasse erhält zwei Stunden Musikunterricht pro Woche. Ich unterrichte in der Klasse seit Mai 2005, nachdem ich zuvor einige Stunden hospitiert hatte. Die Musikstunden liegen regulär in der 6. Stunde am Montag sowie in der 6. Stunde am Dienstag. Aufgrund meines Seminartages war es mir nur möglich, die Musikstunde am Montag zu unterrichten. Die andere Stunde wurde von meiner Mentorin unterrichtet[2].

Personelle Bedingungen:

Die Schüler der Klasse sind im Allgemeinen überdurchschnittlich musikalisch. Viele Schüler beherrschen ein Instrument bzw. erhalten regelmäßigen außerschulischen Musikunterricht. So spielen 4 Schüler Klavier, ein anderer spielt seit kurzem Bassgitarre, zwei Schüler spielen Blockflöte, zwei Gitarre und Schlagzeug, um nur einige zu nennen..

Leistungsträger der Klasse sind insbesondere Schüler 1, 2, 3 teils auch Schüler 4 und 5. Sie folgen dem Unterricht fast immer aufmerksam, können bereits Bekanntes gut mit neuem Wissen vernetzen und sind sowohl in theoretischen als auch musikpraktischen Phasen tragende Stützen des Unterrichts. Schüler 5 nimmt dabei eine Sonderrolle im Klassenverband ein, da er sich für einen Schüler der Klasse sehr gut und in vielen Gebieten der Musikgeschichte und -theorie auskennt. So kann er zu fast jedem Thema wichtige Fakten liefern, die über das Vorwissen der Mitschüler weit hinausgehen, was bei diesen oft eine ablehnende Haltung hervorruft. Insofern muss darauf geachtet werden, dass er die anderen durch sein Fachwissen bereichert und nicht überrollt. Schüler 7, 8 und 9 und arbeiten sporadisch gut im Unterricht mit, werden dann aber für eine gewisse Zeit auch wieder stiller. Besonders Schüler 8 und 9 blühen auch in der praktischen Umsetzung von Musik auf. Schüler 10 ist eine eher stille aber aufmerksame Schülerin.. Schüler 11 und 12 sind zwar aufmerksam, tragen aber nicht regelmäßig etwas zum Unterricht bei. Sehr aufgeweckt und immer auch zu außergewöhnlichen Fragen aufgelegt ist Schüler 13.

Es ist, wie in dieser Klassenstufe oft üblich, zu beobachten, dass die Mädchen der Klasse in Gruppenarbeiten nicht mit allen Jungs gerne zusammenarbeiten und dass sich daher schnell Mädchen- bzw. Jungengruppen bilden. Generell ist die Klasse besonders musikpraktisch zu guten Leistungen imstande und kann sich auch theoretische Zusammenhänge schnell erarbeiten.

Inhaltliche Voraussetzungen:

Die Sequenz Programmmusik hatte bisher die folgenden Inhalte:

Einige Stücke der „Bilder einer Ausstellung“ wurden in Ausschnitten gehört, ihren Originaltiteln anhand des musikalischen Charakters zugeordnet. Die Begriffe musikalische Parameter, Partitur sowie graphische Partitur wurden in der letzten Stunde bereits eingeführt. Die Schüler haben eine graphische Partitur zum Stück „Gnomus“ in die richtige Reihenfolge gebracht und eine erste kurze graphische Hörpartitur zu einem kurzen Abschnitt des „Gnomus“ erstellt. Dabei zeigten die Schüler bereits ein tiefes Verständnis der Parameter und des Sinnes einer Partitur. Inwieweit ausreichend Repertoire bzw. Phantasie zur Umsetzung einer eigenen Partitur vorhanden ist, muss während der Gruppenarbeit beobachtet werden. Es wurden Definitionen zu Programmmusik und Fakten zu den „Bildern einer Ausstellung“ erarbeitet. Im letzten Schuljahr haben die Schüler den „Gnomus“ bereits einmal szenisch umgesetzt, ohne aber die Bilder einer Ausstellung als Werk zu behandeln.

Lernspezifische Voraussetzungen:

Die Schüler sind an verschiedene Formen der Gruppenarbeit gewöhnt, da diese regelmäßiger Bestandteil des Unterrichts sind. So werden regelmäßig Musikstücke in Gruppenarbeit stimmenweise erarbeitet und später gemeinsam eingeübt. In Bezug auf Bewegung zu Musik haben die Schüler bereits etwas Erfahrung. Im letzten Schuljahr haben sie „Gnomus“ in Bewegung übersetzt und dargestellt. In Bezug auf das Erarbeiten eigener musikalischer Interpretationen und deren Musizieren sind die Voraussetzungen sehr heterogen. Einige der Schüler beherrschen weder Notennamen noch -schrift und können daher ihre Ideen nicht schriftlich fixieren; einige dieser Schüler haben aber andererseits ein ausgeprägtes Rhythmusgefühl. Andere Schüler können hingegen Noten lesen und schreiben aufgrund ihrer Vorkenntnisse. Hier wird langsam versucht, einen gemeinsamen Nenner zu schaffen. Die Klasse ist sehr aufgeschlossen und neugierig und deshalb durch einfache oder stark frontal vermittelte Inhalte schnell unterfordert. Diesem Umstand und der daraus notwendig abzuleitenden Binnendifferenzierung der Lerninhalte möchte ich in dieser Stunde dadurch Rechnung tragen, dass alle Schüler eine sie fordernde Aufgabe erhalten, die ihren Fähigkeiten entspricht, aber sie nicht überfordert.

Den Aufbau, die Möglichkeiten der Anfertigung und das Lesen einer graphischen Partitur habe ich mit den Schülern in der letzten Stunde begonnen und geübt. Sie sind also mit dieser methodischen Variante in Ansätzen vertraut, aber im Umgang mit ihr noch nicht geübt. Es wurden verschiedene Möglichkeiten gemeinsam erarbeitet, mit welchen graphischen Mitteln und Strukturen bestimmte musikalische Inhalte wiedergegeben werden können. Den Schülern ist also die Vielfalt der Interpretationsmöglichkeiten bewusst. Gleichzeitig haben sie aber auch etwas graphisches „Vokabular“, auf das sie in der heutigen Gruppenarbeit zurückgreifen können.

Die Schüler sind es gewöhnt, dass sie Präsentationen nach vorher festgelegten oder vereinbarten Kriterien auswerten.

Räumliche Bedingungen:

Für die Durchführung der Stunde sind mehrere voneinander getrennte Räume nötig, damit sich die Schüler beim Abspielen der Musik nicht gegenseitig stören. Im Obergeschoss der Schule befindet sich der Bereich der Ganztagsschule. Dieser Bereich wird bisher vor allem in der Mittagspause und nachmittags genutzt. Während der 5. Stunde stehen in diesem Bereich mehrere Räume verschiedener Größe zur Verfügung, die von den Gruppen genutzt werden können. Als Basis der heutigen Stunde dient einer der Klassenräume des Obergeschosses. Während der Gruppenarbeitsphase werden sich die Schüler auf drei umliegende Räume verteilen, die ich zuvor jeweils mit einem Schild an der Tür gekennzeichnet habe. Die Gruppen, die graphische Partituren erarbeiten, arbeiten in den zu dieser Zeit freien Ruheräumen; die Gruppen, die Bewegung erarbeiten, haben hierfür Platz in je einem Klassenraum. Während der Gruppenarbeitsphase ist so einerseits gewährleistet, dass die Schüler genug Platz zum Finden und Ausprobieren ihrer Ideen haben und sich nicht durch die Arbeit anderer Gruppen ablenken lassen. Andererseits kann der Lehrer durch die klare Zuweisung der Räume effizient Hilfestellung leisten und seiner Aufsichtspflicht nachkommen.

Besondere Voraussetzungen:

Der Unterricht findet in einem Raum statt, in dem die Klasse sonst keinen Unterricht hat und dessen Tischanordnung von der des Klassenraums abweicht. Diese Anordnung ist nötig, um Umbaupausen vor den Bewegungspräsentationen (vgl. Kap. 6) zu vermeiden. Aus diesen Gründen kann kein Sitzplan erstellt werden.

3. SACHANALYSE

Programmmusik

Musik gilt im Allgemeinen dann als Programmmusik, wenn sie sich inhaltlich mit außermusikalischen Erscheinungen wie z.B. Ereignissen aus der Natur, der Realität, Werken der Literatur, der bildenden Künste oder anderen Kunstformen wie z.B. dem Drama beschäftigt oder sich an diese anlehnt[3]. Darüber hinaus kann sie auch einem gedruckten und eigens für die Musik entworfenen Programm folgen. Floros (1984) stellt fest, dass Programmmusik oft mit Tonmalerei wie z.B. bei der musikalischen Darstellung eines Gewitters, eines Sonnenaufganges oder einer Windmühle verwechselt wird. „Die Tonmalerei ist jedoch allenfalls eine Spezies der Programmusik. Diese ist in Wirklichkeit ein weites Gebiet, das Verschiedenartiges umschließt: Berlioz’ Konzeption der Programmusik orientierte sich am Drama, Liszts Konzeption hingegen am Epos, an literarischen Werken hohen und höchsten Ranges wie dem Manfred von Byron und dem Faust [Werksnamen im Original kursiv gesetzt; A.K.] von Goethe. Bezeichnenderweise verstand Liszt unter Programmusik nicht die Schilderung äußerer, realer Gegebenheiten, sondern die Erzählung innerer Vorgänge[4]. Im Werk „Bilder einer Ausstellung“ von Modest Mussorgskij liegt eine Mischform dieser beiden Auslegungen von Programmmusik vor.

[...]


[1] Die Bezeichnung „Schüler“ bezieht sich auf Schülerinnen und Schüler.

[2] In wenigen dringlichen Ausnahmefällen unterrichtete ich auch die Dienstagsstunde.

[3] Im Gegensatz dazu steht die absolute Musik, die sich als Kunstform selbst genügt und die keinem anderen Zweck dient als dem Ausdruck musikalischer Form um seiner selbst willen. Die absolute Musik gehorcht nur den Gesetzen der Tonkunst (Melodie, Harmonie, Kontrapunkt, Form, etc.).

[4] Die Quelle wurde nach den alten Regeln der Rechtschreibung zitiert.

Details

Seiten
25
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638033695
ISBN (Buch)
9783638931830
Dateigröße
766 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v86706
Note
2,0
Schlagworte
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