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Die burgundisch-habsburgische Hochzeit

Ein Exkurs in die Geschichte

Hausarbeit 2006 17 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Hintergründe
2.1 Die Dynastie der Habsburger
2.2 Das Herzogtum Burgund

3. Die burgundisch-habsburgische Hochzeit
3.1 Darstellung historischer Fakten
3.2 Ein Vergleich – Die burgundisch-habsburgischen Hochzeit in der Erzählung „Der Weiß Kunig“

4. Interpretationsansatz
4.1 Das Leben Maximilians I. als Konzept und die Intention des Autors

5. Schlussbetrachtung

6. Bibliographie

1. Einleitung

Die burgundisch-habsburgische Hochzeit ist ein sehr bedeutendes Ereignis in der Geschichte. Die Vermählung von Maria von Burgund und Maximilian I. ist prägend für die Weiterentwicklung beider Häuser.

Im Folgenden Text soll zunächst einen Einblick in die Historie von Habsburg und Burgund gegeben werden. Im weiteren Verlauf fügen sich beide Herrschaftshäuser durch die burgundisch-habsburgische Hochzeit zusammen. Im Vergleich zu den historischen Fakten, wird anschließend die Erzählung „Der Weiß Kunig“ von Marx Treitzsauerwein analysiert und interpretiert. In diesem Interpretationsansatz werden Differenzierungen im Hinblick auf die Fakten der Historie verdeutlicht, mit deren Hilfe der Autor eine individuelle Intention verfolgt.

2. Theoretische Hintergründe

2.1 Die Dynastie der Habsburger

Die Entstammung des Herrschaftsgeschlechtes der Habsburger reicht in der Geschichte bis weit in das 10. Jahrhundert zurück. Guntram der Reiche und Lanzelin sind als Ahnherren in der Gründungsgeschichte des Hausklosters Muri verzeichnet. Sie lebten in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts. Ratbot, sein Enkel, war Graf im Klettgau. Dieser stiftete das Kloster Muri, welches später die erste Grabstätte der Familie wurde. Als Graf von Habsburg trat erstmals Otto II. auf. Dessen Sohn Werner II. knüpfte Kontakte zu den Staufern, welche in den folgenden Generationen aufrechterhalten wurden. Um 1240 teilte sich die Familie in zwei Linien. Die jüngere Linie, die der Laufenburger, starb 1415 aus.

„Die Habsburger waren ein nichtfürstliches Dynastiegeschlecht, das bei der Königswahl von 1273 nicht groß genug schien, um die reichsfürstlichen Sonderbestrebungen ernstlich zu stören [...]“[1].

Dennoch wies es wahrscheinlich eine angemessene Größe auf, um „[...] die Königsgewalt entschiedener zu vertreten“[2]. So wurde Rudolf I., ein Mitglied der habsburgischen Hauptlinie, am 01. Oktober 1273 zum deutschen König gewählt. In der Schlacht bei Jedenspeigen, am 26. August 1278, ging Rudolf I. als Sieger über Ottokar II. von Böhmen hervor. Er hatte somit die Länder Österreich, Steiermark, Kärnten, Krain sowie die Windische Mark für das Reich errungen. Die Erfolge des Königs, wie beispielsweise die Beendigung des Interregnums, der Sieg über den Böhmenkönig, die Durchsetzung des Landfriedens sowie der Hofrechtssprechung in bestimmten Teilen des Reiches, verdeutlichten dem Zeitalter die Bedeutung des neuen Königs. Aufgrund dessen galt er als „Erneuerer des Königtums“[3]. Aus seiner ersten Ehe mit Gertrud von Hohenberg gingen zehn Kinder hervor. Nach dem Tod von Anna, so wurde seine Gemahlin seit der Königswahl genannt, heiratete Rudolf I. ein zweites Mal. Agnes von Burgund stand nun an seiner Seite. In dieser Ehe wurden keine weiteren Nachkommen gezeugt. Im Dezember 1282 belehnte König Rudolf I. seine Söhne Albrecht I. und Rudolf II. mit den Herzogtümern Österreich und der Steiermark. Der Bezeichnung „zur gesamten Hand“[4] zufolge, sind auch die anderen Herzogtümer an die Söhne übergegangen.

Nach dem Tod Rudolfs I. gelangte jedoch nicht sein ältester Sohn Albrecht I. an die Macht. Zunächst bekam Adolf von Nassau 1292 die Krone verliehen. In der Regierungszeit von König Adolf, griff Albrecht I. kaum in die Politik des Reiches ein. Ein Grund dafür waren die Aufstände verschiedener Adliger in seinen österreichischen Ländern. Nach der Absetzung Adolfs wurde Albrecht I. sein Nachfolger. Über seine Gemahlin Elisabeth von Tirol, die Halbschwester von Konradin, war Albrecht nun mit dem staufischen Blut verwandt. So versuchte er das verstreute Reichsgut im Gebiet des Herzogtums Schwaben zu einem einheitlichen Habsburg zusammenzufügen. Die Regierung König Albrechts I. brachte die Entwicklung Habsburgs weit voran. Es gehörten die Steiermark, Österreich, Mähren, Böhmen, Meißen, Thüringen sowie die Erbländer am Oberrhein, in Elsaß, Schwaben und der Schweiz zu den habsburgischen Ländern. Zudem stand eine weitere Gebietsvergrößerung durch Bereiche in Holland bevor. Ferdinand I. übernahm nach dem Tod seines älteren Bruders Rudolf III. und der Ermordung seines Vaters 1308, als der älteste, noch lebende Sohn, die Regierung der Herzogtümer Österreich und Steiermark. Jedoch waren er und seine jüngeren Brüder nicht in der Lage die Macht Habsburgs zu erhalten. Folglich wich die Krone von Habsburg.

Ein letzter Versuch Friedrichs des Schönen, Habsburg an der Spitze des Reiches zu behaupten, war das Gegenkönigtum. Er versuchte sich gegen Ludwig von Bayern durchzusetzen. Jedoch entschied „Mühldorf (1322) den Thronstreit der beiden Könige zugunsten Ludwigs des Bayern“[5]. In den folgenden Jahrzehnten bemühten sich die Habsburger ihre Macht wieder zu stärken. Albrecht II. und sein Sohn Rudolf IV. trugen entscheidend dazu bei. Mit dem Tod Rudolfs IV. wurde die Entwicklung der habsburgischen Länder abermals stark zurückgeworfen. Grund dafür war die Aufteilung der österreichischen Länder zwischen den Brüdern Albrecht III. und Leopold III. Die Idee der Einheit des Hauses Habsburg ging somit verloren. Während Albrecht III. keinen Ehrgeiz entfaltete, sein Land im Osten zu vergrößern, steckte sich Leopold III. große Ziele zur Erweiterung seines Hauses im Westen. Leopold jedoch, erlag seinen Verletzungen in der Schlacht bei Sempach 1386. Sein Tod führte zu einer weiteren Teilung des oberösterreichischen Stammes. Es bildeten sich der vorderösterreichische und der innerösterreichsische Zweig. Zwischen beiden Stämmen herrschten fortwährend „Bruderkriege“[6], welche bis in die Zeit von Ferdinand III. und Maximilian I. reichten. Die Wende vom 14. zum 15. Jahrhundert war eine dunkle Zeit für Österreich. Langwierige Familienkriege prägten das habsburgische Land. Schließlich gewann Albrecht V. (II.) seine niederösterreichischen Länder zurück sowie die Anwartschaft auf die Königreiche Ungarn und Böhmen. Ernst der Eiserne, ein Sohn Leopolds III., bekam Innerösterreich und Friedrich der Ältere Vorderösterreich zugesprochen. Ernst der Eiserne, sein Sohn Ferdinand III. und sein Enkel Maximilian I. führten schließlich die Herrschaft ze Österreich zur Einheit zurück.[7]

2.2 Das Herzogtum Burgund

Entwicklungen des burgundischen Landes sind bereits im 1. Jahrhundert zu verzeichnen. Maßgebend jedoch für die Entwicklung des Herzogtums war dessen Einnahme durch König Johann II., dem Guten von Frankreich. Dieser trat nach dem Alterstod seines Vaters, König Philipp VI. im Jahre 1350, die Regentschaft an. Im Juli 1332 schloss er den ehelichen Bund mit Jutta von Luxemburg. Aus dieser Ehe gingen elf Kinder hervor. Sein jüngster Sohn, Philipp II., auch unter dem Namen Philipp der Kühne bekannt, gilt als der eigentliche Begründer des Hauses Burgund. Ihm übertrug der Vater das Herzogtum im Jahre 1364. Konstitutiv für die burgundische Staatsbildung war die Heirat zwischen Philipp II. und Margarethe von Flandern, wodurch die Grundlage, das beiderseitige Heiratsgut, für Burgund geschaffen wurde.

Das Herzogtum entfaltete sehr schnell ein starkes Eigenleben. Trotz der Zugehörigkeit zu Frankreich, richtete Burgund alsbald die Waffen gegen den Mutterstaat.

Nach dem Tod Philipp II. wurde sein Sohn Johann Ohnefurcht 1404 der zweite Herzog von Burgund und übernahm, wie auch sein Vater es tat, die französische Regierung. Johann Ohnefurcht, der auch den Namen Johann der Unerschrockene trug, vermählte sich 1385 mit Margarethe von Bayern. Durch diese Hochzeit gliederten sich die Länder Holland, Seeland, Friesland und Hennegau dem burgundischen Land hinzu. Fünf, der aus dieser Ehe entsprungenen Kinder, erreichten das Erwachsenenalter, darunter auch ihr Sohn Philipp III., der Gute. Dieser wurde 1419 Herzog von Burgund und Graf von Flandern, Artois sowie Franche-Comté. Der Mord an seinem Vater Johann Ohnefurcht durch Anhänger Dauphins, ließ großen Hass in ihm entflammen. Im Vertrag von Troyes, welchen man am 21.05.1420 verabschiedete, richtete er sich gemeinsam mit Heinrich V. von England gegen Frankreich. Mit Abschluss des Vertrags von Arras, am 21.09.1435 hingegen, kehrte Philipp III. von der englischen Seite wieder auf die französische zurück. Im Zuge dessen, belehnte man ihn mit der Picardie, Boulogne, Mâçon und Auxerre. Später kamen die Grafschaft Namur sowie das Herzogtum Luxemburg hinzu. Folglich entwickelten sich zwei burgundische Ländergruppen, „[...] die „niederen“ und „oberen“ Lande [...]“[8], welche durch das dazwischen liegende, eigenständige Lothringen voneinander getrennt waren. Weiterhin ließ sich Phillip III. in dem Vertrag die völlige Unabhängigkeit von der französischen Krone garantieren, wodurch er für den jungen Staat Burgund die Möglichkeit einer selbstständigen Großmachtspolitik zwischen Frankreich und dem Deutschen Reich erlangte.

[...]


[1] WIESFLECKER, Hermann. S.44.

[2] WIESFLECKER, Hermann. S. 44.

[3] Ebd. S. 44.

[4] FREYDAL. S. LXV (Einleitung).

[5] WIESFLECKER, Hermann. S. 47.

[6] Ebd. S. 50.

[7] Anhang I

[8] WIESFLECKER, Hermann. S. 89.

Details

Seiten
17
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638022224
ISBN (Buch)
9783638932004
Dateigröße
450 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v87062
Institution / Hochschule
Technische Universität Dresden
Note
2,0
Schlagworte
Hochzeit

Autor

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Titel: Die burgundisch-habsburgische Hochzeit