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Das Verhältnis der katholischen Kirche zu den politischen Parteien in der Ära Adenauer am Beispiel Bayern

Seminararbeit 2007 17 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Neueste Geschichte, Europäische Einigung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

KAPITEL 1 - PARTEIGRÜNDUNG
1.1 GRÜNDUNG DER CSU
1.2 GRÜNDUNG DER BAYERNPARTEI

KAPITEL 2 – DIE PARTEIEN IN BAYERN UND DIE KATHOLISCHE KIRCHE
2.1 DIE VERTRETER EINER CHRISTLICHEN POLITIK
2.2 VERHÄLTNIS ZWISCHEN BP UND CSU AB 1950
2.3 VERHÄLTNIS DER KIRCHE ZUR BAYERNPARTEI UND DER CSU

KAPITEL 3 – DER NIEDERGANG DER BAYERNPARTEI
3.1 BILDUNG DER VIERERKOALITION
3.2 DIE VIERERKOALITION IN DER ZWEITEN REGIERUNG HOEGNER
3.3 DIE SPIELBANKEN- AFFÄRE BIS ZUM JAHR 1957
3.4 ZERFALL DER VIERERKOALITION UND DAS ENDE DER BP

SCHLUSSBETRACHTUNG

LITERATURVERZEICHNIS

ANHANG

EINLEITUNG

Nach dem zweiten Weltkrieg, war die Kirche bestrebt in einer politischen Partei vertreten zu sein, welche sowohl für Katholiken als auch Protestanten gemeinsam Einsteht, um in dem sich neu formierenden Deutschland bestehen zu können. Die vorliegende Seminararbeit wird sich mit zwei Parteien auseinandersetzen, die beide diesen Anspruch für sich geltend machen wollten. Das Thema lautet: Das Verhältnis der katholischen Kirche zu den politischen Parteien in der Ära Adenauer am Beispiel Bayerns.

Die Seminararbeit wird sich ausschließlich mit den für das Bayern dieser Zeit wichtigsten Parteien beschäftigen - der CSU und der Bayernpartei. So wird im ersten Kapitel genauer auf die Gründungen dieser beiden Parteien eingegangen werden. Im Anschluss wird nun die Frage genauer beleuchtet, auf welcher Art sich beide Parteien als Vertreter einer christlichen Partei sahen. Dabei wird auch der immer größer werdende Zwiespalt zwischen der CSU und der Bayernpartei berücksichtigt. Natürlich wird auch das Verhältnis der Kirche und deren Einflüsse auf den Wahlkampf thematisiert.

Die Hauptfragestellung dieser Seminararbeit ist jedoch die Frage, warum die Bayernpartei – obwohl eine ganze Zeit lang größter und stärkster Gegner der CSU innerhalb Bayerns – von der politischen Bildfläche verschwand und (auch wenn die Partei an sich noch existiert) keine Rolle mehr für das politische Geschehen innerhalb Bayerns spielt.

Dazu wird die Lage unter der zweiten Regierung Hoegner, welcher von 1945-1946 und von 1954-1957 Bayerischer Ministerpräsident war dargestellt. Dies ist eine Besonderheit, da Hoegner der SPD angehörte und somit der einzige Ministerpräsident Bayerns nach dem 2. Weltkrieg war, welcher nicht der CSU angehörte. Die Gründe welche dazu führten, dass sich die Bayernpartei mit Hoegner zu der so genannten Viererkoalition, welcher auch die FDP und die BHE angehörten, zusammenschlossen werden im letzten Kapitel untersucht. Hierbei werden auch die Gründe für das scheitern der Koalition und schlussendliche auch die Gründe auf die Frage für den Zusammenbruch der Bayernpartei aufgezeigt werden.

Abschließend folgen ein kurzes Resümee und anschließend der Anhang, in welchem man Grafiken zu den einzelnen Wahlergebnissen der CSU und der Bayernpartei vorfindet, was den Gesamteindruck über die Thematik komplettieren soll.

KAPITEL 1 - PARTEIGRÜNDUNG

1.1 GRÜNDUNG DER CSU

Von Adam Stegerwald ging einer der wichtigen Impulse zur Gründung der CSU in Würzburg aus. Stegerwald war ein christlicher Gewerkschaftsführer und spielte schon für die Zentrumspartei in den 20er Jahren eine wichtige Rolle. Kurz nach dem Einmarsch der Alliierten entwickelte er die Idee einer „Brückenbau- Partei“ welche die Verbindung zwischen Stadt und Land, Katholiken und Protestanten sowie zwischen christlicher Kultur und sozialen Grundlagen schaffen sollte. Daher lehnte er den Wiederaufbau der ehemaligen Bayerischen Volkspartei vehement ab. Und so wurde am 10. Oktober 1945 in Würzburg die CSU gegründet. Kurz darauf verstarb Stegerwald im Dezember desselben Jahres[1].

Die Schwerpunkte der Partei verschoben sich von Würzburg nach München. Dort lud im August 1945 der Oberbürgermeister Karl Scharnagel den Widerstandkämpfer Josef Müller, sowie den ehemaligen Vorsitzenden der Bayerischen Volkspartei Fritz Schäffer (erster Ministerpräsident Bayerns nach dem 2. Weltkrieg) zur Gründung einer überkonfessionellen christlichen Partei ein, welche anders als die BVP eine breitere Schicht der Bevölkerung ansprechen sollte. So wurde ein Landesausschuss gebildet um die Gründung einer Landespartei vorzubereiten. Müller welcher sich vor allem für die politische Verständigung der Konfessionen einsetzte, wurde im Dezember 1945 zum Landesvorsitzenden gewählt. Mit ihm setzte sich die CSU endgültig vom Geist der Bayerischen Volkspartei ab. Dies war jedoch kein einfacher Vorgang, da sich zahlreiche Mitglieder gefühlsmäßig der BVP verbunden fühlten und auf der anderen Seite auf die neuen Mitglieder, welche aus dem protestantischen Lager stammten Rücksicht genommen werden musste[2].

Zu Differenzen kam es bei der Frage, ob Bayern künftig Monarchie oder Republik sein solle. Sowohl Müller als auch Scharnagl sprachen sich entschieden gegen die Möglichkeit aus, dass Bayern monarchisch regiert wird. Dies sollte jedoch nicht die einzige Streitfrage bleiben. Und so prallten kurz darauf die Meinungen bei der Frage des Staatspräsidenten abermals aufeinander. Den Befürworter war vor allem an den eigenständigen Interessen Bayerns gelegen, wohingegen die Gegner einen Staatspräsidenten als Partikularismus betrachteten. Während der ersten Landtagswahlen errang die CSU die absolute Mehrheit. Zwei Jahre später wurde Müller als Parteivorsitzender von Ehard aufgrund Parteiinnerliche Konflikte abgelöst. Diese konnten sich einige Parteien, unter anderem die Bayernpartei zunutze machen und Wähler für ihre Partei abwerben[3].

1.2 GRÜNDUNG DER BAYERNPARTEI

Ende 1946 war der Freistaat Bayern staatspolitisch wieder errichtet worden, mit Ausnahme der Einschränkungen welche von Seiten der Amerikaner diktiert wurden. Ende dieses Jahres entstand die BP- Bayernpartei. Diese Partei bestand anfangs zum großen Teil aus Mitgliedern der Kleinstpartei Bayerische Demokratische Union, welcher sich Anfang 1946 auch der BP Gründer Ludwig Max Lallinger angeschlossen hatte. Und obwohl sie in insgesamt 30 Landkreisen von der Militärregierung lizenziert waren, wurden sie erst am 29. März 1948 auf der Landesebene zugelassen[4].

Die BP war eine kleine bürgerliche und bäuerliche Gruppierung. Ihre Forderungen waren der Gesamtneuaufbau des Bayerischen Staates und die Gründung eines lebensfähigen bayerischen Staats mit eigener völkerrechtlicher Vertragshoheit. Darüber hinaus beanspruchten sie die Berufung eines Staatspräsidenten und die Schaffung eines bayerischen Staatsangehörigengesetzes[5]. Jedoch wurde der BP von Seite der Militärregierung die Zulassung als Landespartei verweigert. Im Jahr 1947 kam es zum Zusammenschluss zwischen der BP und Gesinnungsfreunden von Jakob Fischbacher, welcher nach dem zweiten Weltkrieg Direktor des bayerischen Bauernverbands wurde. In der ersten Hälfte des Jahres 1947 verbanden sich Revierförster Ludwig Volkholz und seine Anhänger ebenfalls mit der BP. Diese beiden Zusammenschlüsse sorgten für einen gewaltigen Mitgliederzuwachs auf Seiten der BP. Einen weitern Zustrom an Mitgliedern genoss die BP nach dem Verbot der Bayerischen Heimat- und Königspartei (BHKP) durch General Clay, wobei sich die verstreuten Anhänger sowohl der BP als auch der CSU anschlossen. Und so wurde der organisatorische Ausbau der BP vorangetrieben. Die BP stellte vor allem eine Partei bäuerlicher und kleinbürgerlicher Bevölkerungskreise dar.

Aufgrund von innerparteilichen Streitigkeiten wandten sich immer mehr Anhänger von der CSU der BP zu. Und so kam es im Juli 1947 zum ersten Übertreten von Anhängern der CSU in die BP. Dies waren zumeist von der CSU enttäuschte Anhänger, welche vorher den verbotenen Gruppen der Bayerischen Heimat- und Königspartei angehörten. Durch diese neuen Einflüsse verstärkten sich die christlich- konservativen, gemäßigt föderalistischen und monarchischen Ansätze innerhalb der Partei. Dies hatte eine Umgewichtung programmatischen Schwerpunkte der Partei zur Folge[6].

[...]


[1] Vgl. Helmut Kistler: Bundes- Deutsche Geschichte. Die Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland seit 1945. Bonn 1986. S. 70-72.

[2] Vgl. Wolf Hosbach: Aufbau der CSU in München – Das erfolgreiche Zusammenwirken von Karl Scharnagl und Josef Müller. In: Zum 100. Geburtstag. Josef Müller. Der erste Vorsitzende der CSU. „Politik für eine neue Zeit“. München 1998. S. 143-157.

[3] Vgl. Helmut Kistler: Bundes- Deutsche Geschichte. Die Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland seit 1945. Bonn 1986. S. 70-72.

[4] Vgl. Ilse Unger: Die Bayernpartei. Geschichte und Struktur 1945-1957. Stuttgart 1979. S.31-32.

[5] Vgl. 50 Jahre Bayernpartei. Festschrift. München 1996. S. 11-21.

[6] Vgl. Konstanze Wolf: CSU und Bayernpartei. Ein besonderes Konkurenzverhältnis 1948-1960. Köln 1982. S.36-40.

Details

Seiten
17
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783638034449
ISBN (Buch)
9783638932318
Dateigröße
752 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v88479
Institution / Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Note
2,0
Schlagworte
Verhältnis Kirche Parteien Adenauer Beispiel Bayern

Autor

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Titel: Das Verhältnis der katholischen Kirche zu den politischen Parteien in der Ära Adenauer am Beispiel Bayern