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Der Nationale Mythos am Beispiel Leni Riefenstahls Film Triumph des Willens

Hausarbeit 2002 14 Seiten

Filmwissenschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Zusammenfassung des Films

Der Führer Mythos

Mythenbildung und Schluss

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1.) Einleitung

Die vorgelegte Hausarbeit behandelt den Film Triumph des Willens von Leni

Riefenstahl unter dem Aspekt des Aufbaus und in Szene Setzung des Führer Mythos mit Hilfe filmtechnischer Mittel und pseudo-religiösen Ritualen. Das Wunschbild der Nationalsozialisten ist eng mit der Selbstdarstellung des Herrschaftssystems verbunden und dem an der Spitze stehenden Parteiführer.

Die nationalsozialistische Filmpropaganda setzte diese Wunschbilder durch eine extreme Polarisierung der Bilder durch, mit denen der Kinobesucher konfrontiert wurde. Der Rezipient sollte sich mit den Wunschbildern der Nationalsozialisten identifizieren um Bedrohungen der Wunschbilder als eigene Bedrohung zu empfinden. Das vollkommene Wunschbild der Nationalsozialisten wurde durch Hitler verkörpert. Aus seiner Weltanschauung resultierte die Ideologie seiner charismatischen Bewegung.[1] Das Wunschbild von der einheitlichen, exklusiven und zugleich erhöhten Volksgemeinschaft, welches der Film TdW vermittelt, konnte in der politischen Praxis jedoch nicht in positiver , sondern hauptsächlich in negativer Form verwirklicht werden.[2]

Je weniger das Wunschbild umgesetzt werden konnte, desto unerlässlicher wurden die Feindbilder für die nationalsozialistische Propaganda.[5] Das Feindbild der NS Propaganda war demnach die untrennbare Konsequenz aus ihrem unerreichbaren Wunschbild.[3]

Das Verhältnis von verklärten historischen Fakten über Hitler, dem Mythos und den geglaubten oder geträumten Märchen zueinander vereint sich in der Person Hitlers als Führer Mythos. Auf Hitler vereinen und verdichten sich Legende, Erzählung zu einem historischen Bild das seine politische Funktion als Führer der Massen von Gott legitimiert.

Dem Rezipienten werden im Film bewusst Historische Fakten unterschlagen oder sie werden durch Schnitte verändert.

Das „Märchenhafte“ wird durch Filmische Mittel der Kameraeinstellung, die
Verwendung von Rauch und Wolken, oder durch Gegenlichtaufnahmen erzeugt.

Der Reichsparteitag vermittelt die nationalsozialistischen Vorstellungen von der „Volksgemeinschaft“ durch ihre Symbole und Rituale.[4] Die Volksgemeinschaft entsteht laut Müller: durch die Überwindung von Interessen- und Klassen Gegensätzen und manifestiert sich im kollektiven „wir“ Gefühl.[5]

Durch die starke Ritualisierung bietet sich der Nationalsozialismus als Ersatzreligion an. Leni Riefenstahl setzte den bereits schon in Szene gesetzten Parteitag filmisch

in ihrem Schwarz-Weiß-Film von 1933 um.

2.) Zusammenfassung des Films

Der Film beschreibt den sieben-tätigen, zweiten Parteitag der NSDAP vom 4.-10. September in Nürnberg und lässt sich in drei Abschnitte plus Vorabend aufteilen. Der Zuschauer sieht sich zuerst mit dem Hakenkreuz Symbol konfrontiert darauf hin folgen Schrift tafeln, die den Film in den bewusst inszenierten nationalsozialistischen Kontext, Hitler als Heilsbringer, rücken. Die Verwendung der Schrifttafeln geht auf die Ursprüngliche Absicht der Bebilderung der Parteilegende, Horst Wessel Mythos usw., zurück.

In der Vorabend Szene wird Hitlers Ankunft in Nürnberg mit dem Flugzeug gezeigt.

Die nächste Szene zeigt Hitlers Einfahrt in Nürnberg, seiner Ankunft ihm Hotel und ein nächtliches Standkonzert der Reichswehr.

Der Zweite Teil des Films beschäftigt sich mit einer Reihe von Vorbereitungen und dem noch schlafenden Nürnberg, dann die Zeltlager der HJ, Trachtenumzüge, Arbeiterstoßtrupp und die Abfahrt Hitlers zur Eröffnungsveranstaltung des Parteitags.

Die Eröffnungsveranstaltung wird von Rudolf Heß mit einer Rede begonnen erst später wird Hitler kurz eingeblendet. Daraufhin folgt der Appell des Freiwilligen Arbeitsdienstes. Mit einer nächtlichen SA Veranstaltung wird der erste

Tag beendet.

Der zweite Tag wird mit dem HJ Appell begonnen und endet beim Nächtlichen Appell der politischen Leiter. Der letzte Tag des Parteitags zerfällt in drei große Blöcke, dem Appell der SA und SS, dem Vorbeimarsch vor Hitler und den durch Hitlers Rede dominierten Schlusskongress. Riefenstahl verdichtet und unterschlägt nicht nur offizielle Veranstaltung des Parteitags, sie schneidet auch ganze Szenen um, damit sie in die Handlungsdramaturgie passen. So ist das vermeintliche Begrüßungskonzert Hitlers in Wahrheit ein Abschiedskonzert. Die zeitliche Verdichtung des Parteitags von sechs auf drei tage, teilt Riefenstahl im TdW nicht gleichrangig ein. Hinsichtlich ihrer Dauer und Ereignishaften Gliederung unterscheiden sich die Tage des Parteitags beträchtlich. Die ersten vier Sequenzen des ersten Tags sind gekennzeichnet durch ihrer Fülle von Ereignissen und ihre Länge.

Der zweite Tag ist wesentlich kürzer, seine zwei Sequenzen konzentrieren sich ganz auf das Geschehen der beiden Appelle. Zeitlich weit ausgereift präsentiert der dritte Tag in den drei längsten Sequenzen des ganzen Films die Ereignisse SA-Appell,

Vorbeimarsch und Schlußkongreß. Sie sind zu einem filmischen Tag organisiert, der schon fast die Hälfte des Gesamtfilms ausmacht und damit die mit Abstand längste Zeiteinheit des Films bildet.

[1] Broszat Martin: Soziale Motivation und Führerbindung des Nationalsozialismus, in Vierteljahresheft für Zeitgeschichte (VjhZG) 13 (1970) S. 399

[2] Knopp Daniel (Hg) : Das Wunschbild und Feindbild der Nationalsozialisten , Tectum Verlag, Marburg 1997 S. 5

[3] Knopp, Daniel S. 5

[4] Müller Jost (Hg) : Mythen der Rechten, Edition ID- Archiv 1995 S.41-42

[5] Müller Jost (Hg): S

[6] Knopp Daniel (Hg) : Das Wunschbild und Feindbild der Nationalsozialisten , Tectum Verlag, Marburg 1997 S. 45

Details

Seiten
14
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638157155
Dateigröße
485 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v8853
Institution / Hochschule
Universität Konstanz – Medienwissenschaften
Note
keine (gute Ausarbeitung)
Schlagworte
Mythos Hitler Riefenstahl

Autor

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