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Drogenmissbrauch und Suchtprävention

Hausarbeit 2003 33 Seiten

Pädagogik - Allgemein

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsbestimmung ,,Drogen“ - Was sind Drogen?
2.1. Legale und illegale Drogen
2.2. Weiche und harte Drogen
2.3. Merkmale und Auswirkungen legaler Drogen
2.4. Merkmale und Auswirkungen illegaler Drogen
2.5. Drogengeschichte

3. Was ist Sucht?
3.1. Entstehung von Sucht
3.2. Phasen einer Suchtentwicklung
3.2.1. Euphorisches Anfangsstadium
3.2.2. Kritisches Gewöhnungsstadium
3.2.3. Sucht- bzw. Abhängigkeitsstadium
3.2.4. Chronisches Abbaustadium

4.1. Erfahrungen mit Alkohol
4.2. Häufigkeit des Alkoholkonsums
4.3. Erfahrungen mit Nikotin
4.4. Häufigkeit des Rauchens
4.5. Erfahrungen mit illegalen Drogen
4.6. Probierbereitschaft
4.7. FAZI T

5. Präventionsarten
5.1. Primärprävention
5.2. Sekundärprävention
5.3. Tertiärprävention
5.4. Fazit

6. Suchtprävention in der Schule

7. Präventionsansätze
7.1. I nformationsvermittlung oder Aufklärung und Abschreckung
7.2. Psychosoziale Konzepte
7.2.1. Die Affektive oder humanistische Erziehung
7.2.2. Ansatz des Standfestigkeitstrainings gegen negative soziale Beeinflussung
7.2.3. Konzept der Vermittlung allgemeiner Bewältigungsformen (Lebenskompetenzen)

8. Schlusswort

9. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Drogenmissbrauch ist kein schichtspezifisches Problem. Es tritt in allen Bevölkerungsschichten auf und auch in den meisten Altersstufen. In dieser Arbeit ist das Augenmerk besonders auf die Kinder und Jugend- lichen gerichtet. Auf dem Weg zum Erwachsenwerden begegnen ihnen viele verschiedene Suchtmittel. Meistens sind dies Alkohol, Nikotin oder auch Medikamente mit denen Jugendliche bereits im frühen Alter Erfahrungen machen. Aber auch illegale Drogen stellen ein Problem dar, besonders Cannabis ist eine Droge, mit der viele Jugendliche schon mal in Berührung gekommen sind. Eine allgemeingültige Antwort, warum Kinder und Jugendliche Drogen konsumieren, gibt es nicht. Manchmal aus Neugier, um ihre Grenzen auszuloten oder vielleicht auch um irrtüm- licherweise Probleme zu bewältigen. Es gibt viele verschiedene Faktoren für eine Drogenabhängigkeit. Welche Faktoren dafür verantwortlich sind und wie diese im Verhältnis zueinander stehen wird in der Arbeit erläu- tert.

Diese Arbeit soll einen Überblick über die Gefahr von Drogen vermitteln, mit besonderem Blick auf Kinder und Jugendliche, weil gerade Heran- wachsende sind in Bezug auf Drogen besonders gefährdet, denn ihr Kör- per und ihre Organe sind noch nicht ausgewachsen und können durch Drogenmissbrauch erhebliche Schäden davon tragen. Außerdem geraten Kinder und Jugendliche schneller in eine Abhängigkeit als Erwachsene.

In dieser Arbeit sollen neben der Klärung von Begriffen wie z.B. Drogen und Sucht auch Erkenntnisse gewonnen werden, wie viele Heranwach- sende wirklich schon Drogen konsumieren. Dazu folgen später einige Ta- bellen. Insgesamt soll aufgezeigt werden, dass es wichtig ist, in der Schule entsprechende Prävention zu betreiben. Prävention kann zu ganz unterschiedlichen Zeiten einsetzen und sich entweder auf die breite Mas- se beziehen oder gezielt auf einige wenige. Dabei gibt es verschiedene Präventionsansätze, welche in der Ausarbeitung kurz dargestellt werden.

2. Begriffsbestimmung ,,Drogen“ - Was sind Drogen?

Das Wort Droge wird in unserer Gesellschaft umgangssprachlich für Rauschmittel verwendet. Das Wort Droge beinhaltet aber mehr. Es ist definiert als pflanzlicher oder synthetischer Wirkstoff, welcher auf das Zentralnervensystem eines Menschen wirkt. Drogen können veränderte Bewusstseinszustände auslösen, die Stimmung verändern und Gefühle und Handlungen beeinflussen.

(vgl. Eva-Maria Waibel, Von der Suchtprävention zur Gesundheitsförderung in der Schule, Verlag Peter Lang GmbH (1992))

Laut Definition der WHO (Weltgesundheitsorganisation) sind Drogen Substanzen, die direkt auf das Zentralnervensystem einwirken, somit eine psychoaktive Wirkung haben. Es kommt zu einer Veränderung der Strukturen oder Funktionen im lebenden Organismus. Diese Veränderungen betreffen insbesondere die Sinnesempfindungen, die Stimmungslage, das Bewusstsein oder auch das Verhalten. Diese Definition umfasst Drogen wie z.B. Opiate, Kokain, Cannabis und Exstasy, dazu gehören aber auch Alkohol, Tabak, Kaffee und viele Medikamente.

(vgl. Henning Schmidt-Semisch und Frank Nolte, Drogen, Rotbuch 3000)

2.1. Legale und illegale Drogen

Drogen werden unterteilt in legale und illegale Drogen. Die legalen Drogen sind mehr oder weniger in die Gesellschaft integriert. Diese Drogen sind zwar legal, trotzdem können sie aber enorme Folgen haben und u.a. zu Krebs, Herz- und Kreislauferkrankungen führen.

Bei den legalen Drogen handelt es sich z.B. um Alkohol, Tabak (Nikotin), Kaffee und Tee (Koffein), Schnüffelstoffe (z.B. Benzin, Ether) und auch Arzneimittel mit Abhängigkeitspotential (z.B. Schlaf- und Beruhigungs- mittel, Antidepressiva). Die illegalen Drogen sind u.a. Cannabis, Heroin, Kokain, Exstasy, Speed und LSD. Anders als bei den legalen Drogen ist der Erwerb, der Besitz und der Handel verboten. Allerdings ist der Kon- sum nicht verboten und geht somit auch nicht mit einer Bestrafung ein- her.

(vgl. Http://www.drogen-wissen.de/dr_d.html)

2.2. Weiche und harte Drogen

Die illegalen Drogen werden nochmals unterteilt in sogenannte weiche und harte Drogen. LSD und Cannabis gehören z.B. zu den weichen Drogen, einmal wegen der Applikationsform, d.h. sie werden inhaliert oder oral eingenommen und müssen nicht injiziert werden. Des weiteren, weil sie nicht zu einer körperlichen Abhängigkeit führen. Vor allem Opiate (Heroin) werden hingegen als harte Drogen verstanden. Diese Drogen werden injiziert und führen zu einer physiologischen Abhängigkeit. Manchmal kann auch keine genaue Zuordnung erfolgen wie beispielsweise bei Kokain. Diese Droge kann zwar auch injiziert werden, führt aber vorwiegend zu einer psychischen Abhängigkeit.

(vgl. Http://www.drogen-wissen.de/dr_d.html)

2.3. Merkmale und Auswirkungen legaler Drogen

Im folgenden sollen nun die einzelnen Drogen und ihre Merkmale sowie Wirkungsweisen kurz beschrieben werden.

Alkohol

Alkohol zählt zu den legalen Drogen. Es ist eine farblose Flüssigkeit. Er wirkt stimmungssteigernd und baut Hemmungen und Ängste ab und macht kontaktfreudiger. In größeren Mengen jedoch kann er zu Gereizt- heit und Aggressionen führen. Mit zunehmender Menge werden Koordi- nation, Reaktionsvermögen und Sprache beeinträchtigt. Alkohol kann demnach eine erregende, aber auch eine dämpfende Wirkung hervorru- fen. Alkohol kann seelisch und körperlich abhängig machen. Ein regelmäßiger und hoher Konsum kann schwere Schäden an der Leber, dem Herz und dem Nervensystem erzeugen, bis hin zum Krebs. Alkoholmissbrauch führt auch zu Beeinträchtigungen der Gehirnfunktonen. Folgen sind geringere Gedächtnis- und Konzentrationsleistungen.

Nikotin

Bestandteile sind die aufbereiteten Blätter der Tabakpflanze und die Pflanze selbst. Für Raucher wirkt Nikotin bei Stress beruhigend und bei Niedergeschlagenheit anregend. Nikotin ist stark suchterzeugend. Tabak enthält neben Nikotin noch weiter Schadstoffe wie z.B. Blei. Wenn lange und regelmäßig geraucht wird, kann es zu schweren Folgeschäden kom- men. Es können sich die Blutgefäße verkalken oder verengen, Durchblu- tungsstörungen auftreten und die Atmungsorgane können sehr geschä- digt werden, da der Selbstreinigungsmechanismus der Luftwege geschä- digt ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Raucher an Krebs erkrankt, ist stark erhöht.

Medikamente

Medikamente sind z.T. auch suchterzeugend und zählen deshalb zu den legalen Drogen. Als Beispiel gehe ich auf Beruhigungs-, Schmerz- und Schlafmittel ein.

Beruhigungsmittel wie z.B. Valium wirken entspannend, angstlösend und euphorisierend. Es treten aber u.a. auch Gleichgewichtsstörungen auf, welche zu Unfällen führen können. Bei hohen Dosen kann auch ein ag- gressives Verhalten auftreten bis hin zum Realitätsverlust. Es entsteht eine starke seelische Abhängigkeit. Arzneien wie beispielsweise Aspirin und Pracetamol gehören zu den Schmerzmitteln. Körperliche Schmerzen werden gelindert und sie wirken anregend. Bei hoher Dosis kann es zu Koordinationsschwierigkeiten und Bewusstseinstrübungen kommen. Es entsteht eine starke seelische Abhängigkeit. Folgen sind u.a. Schädigun- gen der Nieren.

Bei Schlafmitteln kommt es zu einer entspannenden, beruhigenden und euphorisierenden Wirkung. Gleichgewichts- und Sprachstörungen können auftreten. Bei hoher Dosis führen Schlafmittel zum Schlaf. Ist die Dosis zu hoch, so kann es zur Narkose oder zum Tod kommen. Depressionen, Wahnvorstellungen oder auch Interessenlosigkeit sind Beispiele für Lang- zeitschäden. Es kommt zu einer starken seelischen Abhängigkeit. Bei ei- nigen Schlafmitteln kann auch eine körperliche Abhängigkeit entstehen. (vgl. http://dhs.de/basis/themen0306.pdf) (vgl. http://home.t-online.de/home/vkdd-heidelberg/drogen.htm)

2.4. Merkmale und Auswirkungen illegaler Drogen

Die illegalen Drogen sind nicht in die Gesellschaft integriert. Der Besitz und der Handel ist strafbar.

Cannabis

Cannabis ist ein Hanfgewächs und gehört zu den illegalen Drogen. Es kann die Stimmung heben, redselig machen, aber auch zu Entspannung und innerer Ruhe führen. Bei hohem Konsum kann es zu einer psychischen Abhängigkeit führen. Bronchial- und Lungenerkrankungen gehören zu den Folgen eines langanhaltenden Konsums. Eine mögliche Folge ist auch die Auslösung von Psychosen und Halluzinationen.

Amphetamine und Exstasy

Sowohl Amphetamine und auch Exstasy sind beides synthetisch herge- stellte Substanzen. Niedrig dosiert führen sie zu einem Gefühl der Stärke und zu Euphorie. Es werden Gefühle wie Hunger, Müdigkeit und Schmerz unterdrückt. Ist die Dosis zu hoch, kommt es zu einer beschleunigten A- temfrequenz, zu Unruhe und Zittern. Beide Drogen führen zu einer psy- chischen Abhängigkeit. Dabei ist noch umstritten, ob Exstasy ein gerin- geres Abhängigkeitspotential gegenüber den Amphetaminen hat.

Heroin

Die Droge Heroin wird durch chemische Prozesse aus dem Rohopium des Schlafmohns gewonnen. Heroin ist eine halbsynthetische Droge. Heroin ist ein Derivat des Morphiums. Es wirkt u.a. entspannend, schmerzlindernd und stark euphorisierend. Heroin hat ein hohes körperliches und seelisches Abhängigkeitspotential. Ein ständiger Konsum hat schwere psychische, körperliche und soziale Folgen, meist bis hin zur Verelendung und dem totalem Zerfall. Außerdem kann es durch nicht sterile Spritzen zur Infizierung mit Hepatitis und HIV kommen.

Kokain

Bei Kokain handelt es sich um ein weißes, kristallartiges Pulver, welches aus den Blättern des Kokastrauches gewonnen wird. Es kann Gefühle wie Hunger und Schlafbedürfnis unterdrücken. Kokain führt zu einer Erhö- hung der Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit und es wirkt euphorisie- rend. Es führt schnell zu einer psychischen Abhängigkeit. Ein ständiger Konsum führt zu starken psychischen, körperlichen und sozialen Folgen. (vgl. http://dhs.de/basis/themen0306.pdf) (vgl. http://home.t-online.de/home/vkdd-heidelberg/drogen.htm)

2.5. Drogengeschichte

Schon ca. 8000 bis 5000 v. Chr. waren den Menschen die Eigenschaften des Mohnsaftes (Opium) bekannt. Auch Haschisch und Kokain gibt es schon seit Jahrtausenden (vorwiegend in Asien). Zum größten Teil fan- den die Drogen als Heilmittel Verwendung. Erst später dienten sie auch als Rauschmittel.

Der Anbau von Hanf wurde im 17. und 18. Jahrhundert sowohl in Europa als auch in Nordamerika von den Regierungen gefördert und der Konsum von Cannabis als Droge wurde toleriert. Hanf und Opium waren bis in das 19. Jahrhundert als Volksmedizin weit verbreitet.

In Europa und Nordamerika verbreiteten sich die Drogen zu Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert. Kokain-, cannabis-, alkohol-, he- roin- und morphinhaltige Arzneimittel wurden von den Pharmakonzernen bis in die zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts ohne jegliche gesetzliche Reglementierung vertrieben. Erst danach wurden Gesetze erlassen, welche den legalen Drogenvertrieb unterbunden.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurden alle Drogen, welche die geistige Ge- sundheit schädigen verboten. Beschlossen wurde dies durch ein Einheits- abkommen (Single Convention on Narcotic Drugs) der Vereinten Natio- nen. Trotz alledem hat sich der Drogenkonsum und dessen Verbreitung ab den 60er Jahren enorm vergrößert. LSD wurde besonders in den 70er Jahren vermehrt konsumiert. In den 90er Jahren wurde es dann durch die ebenfalls synthetisch hergestellten Ecstasy Pillen abgelöst. (vgl. Berndt Georg Thamm und Walter Katzung, Verlag Deutsche Polizeiliteratur GmbH (1994))

3. Was ist Sucht?

Der Begriff Sucht stammt ursprünglich von dem Wort ,,siech“, das be- deutet soviel wie krank. Sucht hat viele Ausprägungen, so gibt es Ess- süchte, Spielsüchte, Kaufsüchte, Drogensucht u.v.a.m.. In diesem Fall spreche ich von Sucht in Form einer Abhängigkeit von pflanzlichen oder synthetischen Stoffen, die unter dem Begriff Droge zusammengefasst werden. Sucht ist meistens charakterisiert durch zwanghafte Wiederho- lungen, Einengung der sozialen Bezüge, Verlust von Interessen und Ver- lust von Selbstkontrolle. Sucht ist ein alles beherrschender Zwang, wel- cher eine freie Lebensgestaltung kaum noch zulässt, da die Drogen voll- kommen in den Mittelpunkt rücken. Fast alle Aktivitäten werden darauf ausgerichtet, dass Mittel fortgesetzt zu nehmen und es auf irgendeine Art und Weise zu bekommen. Im schlimmsten Falle passiert dies durch kri- minelle Mittel (Folgedelinquenz). (vgl. Eva-Maria Waibel, Von der Suchtprävention zur Gesundheitsförderung in der Schule, Verlag Peter Lang GmbH (1992))

Es gibt zwei Arten einer Abhängigkeit, die seelische (psychische) und die körperliche (physische) Abhängigkeit. Besteht eine seelische Abhängig- keit, existiert ein permanentes Verlangen zur Beschaffung und Einnahme der Droge, mit dem Ziel eine bestimmte Wirkung zu erreichen und das Bedürfnis zu befriedigen. Bei der körperlichen Abhängigkeit treten physi- sche Störungen auf, sobald die Dosis verringert oder die Droge gar abge- setzt wird. Des weiteren ist sie gekennzeichnet durch eine Toleranzstei- gerung, d.h. die Dosis muss fortlaufend erhöht werden, um eine gleiche Wirkung zu erzielen. (vgl. Http://www.drogen-wissen.de/dr_d.html)

Aufgrund abweichender Meinungen über den Begriff Sucht, ersetze ihn die WHO im Jahre 1964 durch den Begriff der Abhängigkeit. Abhängigkeit ist ein Zustand, welcher sich aus der wiederholten Einnahme von Drogen ergibt.

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Details

Seiten
33
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638037921
ISBN (Buch)
9783638935098
Dateigröße
537 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v89393
Institution / Hochschule
Universität Lüneburg
Schlagworte
Drogenmissbrauch Suchtprävention Schulbezogene Sozialpädagogik

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Titel: Drogenmissbrauch und Suchtprävention