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Entspannung im Sportunterricht

Methoden für Kinder im Grundschulalter

Hausarbeit 2005 21 Seiten

Didaktik - Sport, Sportpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist Stress?
2.1. Folgen von Stress

3. Ruhe und Bewegung

4. Arten von Entspannungstechniken
4.1. Sensorische Entspannung
4.1.1. Progressive Muskelentspannung
4.1.2. „Einen nassen Schwamm ausdrücken“
4.1.3. „Die Luftmatratze“
4.1.4. Schildkröten-Fantasie-Verfahren
4.1.5. Atemübungen
4.2. Imaginative Entspannung
4.2.1. Kapitän-Nemo-Geschichten
4.3. Kognitive Entspannung

5. Grundlagen von Entspannungsübungen
5.1. Entspannungshaltungen
5.2. Räumliche Gegebenheiten
5.3. Gruppe und Dauer

6. Ziele von Entspannungsübungen

7. Fazit

8. Literaturliste

1. Einleitung

Diese Hausarbeit mit dem Titel „Entspannung im Sportunterricht – Methoden für Kinder im Grundschulalter“ wurde im Rahmen des Seminars „Fachdidaktische Problemstellungen“ (SS 2005) angefertigt.

In der hier vorliegenden Arbeit gilt es, zu klären, warum Entspannung für Kinder heute so wichtig ist. Um dies zu ergründen, beschreibe ich zuerst die heutige Lebenssituation und Lebensumwelt der Kinder. Im Folgenden wende ich mich zu Beginn kurz der Definition Stress und dessen Ursachen und Auswirkungen zu.

Im Folgenden gehe ich kurz auf den Zusammenhang von Ruhe und Bewegung ein.

Ich werde anschließend auf verschiedene Entspannungsverfahren eingehen und diese an verschiedenen Beispielen erläutern. Dabei setzte ich den Schwerpunkt meiner Beispiele auf dem Bereich der sensorischen Entspannung, da ich denke, dass diese sich besonders gut im Sportunterricht anwenden lässt und auch zum Teil den natürlichen Bewegungsbedürfnissen der Kinder gerecht wird.

Aber auch die Imaginative und die Kognitive Entspannung wird in dieser Arbeit erläutert werden.

Nach der Darstellung der Entspannungstechniken erfolgen ein paar Informationen bezüglich der Rahmenbedingungen für Entspannungsübungen wie z.B. die Bedingungen der räumlichen Gegebenheiten.

Anschließend werde ich die Ziele von Entspannungsübungen beschreiben. Dabei gehe ich allgemein auf Entspannungsübungen ein und werde die Ziele nicht auf die einzelnen Techniken beziehen, denn häufig werden Methoden und Ziele auch gemischt.

Abschließen werde ich diese Arbeit mit einem persönlichen Fazit.

Die von mir verwendete Literatur und die Informationen aus dem Internet werden in dem Literaturverzeichnis am Ende der Hausarbeit aufgeführt.

Um nun mit meiner Einleitung zu beginnen, stellte ich mit im vorwege folgende Frage, welche ich dann anschließend in der Einleitung versuche zu erläutern: Warum brauchen Kinder Stille?

Jeder Mensch braucht im Leben gewissen Phasen der Stille, Erwachsene wie auch Kinder. Viele der Kinder haben heute verlernt Stille zu erleben und/oder konnten sie eventuell auch noch nicht für sich entdecken. Es ist heute schwer für Kinder, die vielfältigen Eindrücke und Erlebnisse zu verarbeiten, häufig fehlt den Kindern ein entsprechender Ausgleich. Die Reizüberflutung nimmt immer mehr zu, insbesondere durch die Medien. Dies kann dazu führen, dass ein verändertes oder gar auffälliges Verhalten auftritt.

Es können Nervosität, Angst, Wutgefühle, Nägelkauen, Unkonzentriertheit oder auch Lautsein als Verhalten auftreten.

Diese Verhaltensbeschreibungen sind nun aber nicht nur in der Persönlichkeit eines Kindes zu suchen, sondern sie sind als ein Produkt mehrerer Ursachenfaktoren zu betrachten. Diese sind u.a. die Familie, die Gesellschaft und die Schule. So z.B. wachsen Kinder heute vermehrt nur noch mit einem Elternteil auf, was eine hohe emotionale Belastung für die Kinder bedeutet.

Ein zusätzlicher Faktor ist der Leistungsdruck, der bereits im Grundschulalter an die Kinder herangetragen wird. Einerseits ist dieser gegeben durch die Notengebung in der Schule und andererseits durch die hohen Erwartungshaltungen der Eltern. Die Welt der Kinder ist somit eher leistungsorientiert anstatt erlebnisorientiert geprägt.

Kinder haben meist vergleichsweise ebenso so viel Verpflichtungen wie die meisten Erwachsenen, betrachtet man neben der reinen Stundenanzahl in der Schule auch die Hausaufgaben und Verpflichtungen wie z.B. die Musikschule, den Sportverein oder auch Nachhilfe. Die Freizeit der Kinder ist weitgehend verplant, was für die Kinder zusätzlichen Stress bedeutet. Die Zeit der Kinder wird somit weitgehend von den Erwachsenen gestaltet und verplant. Es bedeutet neben Stress ja auch, dass die Kinder ihre Selbstständigkeit und Kreativität verlieren.

Freiräume, in denen sich Kinder selbst ausprobieren und entdecken, können schrumpfen. Stille- und Entspannungsübungen sollen in der Schule eben solche Freiräume gewähren.

Auch ist zu bedenken, dass die Wohnverhältnisse heute eingeengter sind als früher. So fehlen den Kindern heute Spiel- und Bewegungsräume. Das Spielverhalten der Kinder wird vorrangig von Computern und Massenspielwaren bestimmt. Das führt dazu, dass die Beschäftigungen so klar vorgegeben sind, dass wenig Raum für Erforschungen und Kreativität bleibt.

Bereits die meisten Kinder in der Grundschule haben mit einem oder mit mehreren der eben genannten Faktoren zu tun. Daher sollte versucht werden, den Kindern einen Gegenpol zu bieten. Dazu können Stille- und Entspannungsübungen herangezogen werden. Stille hilft den Kindern, sich auf ihre eigenen Wahrnehmungen zu verlassen und ihren Sinnen zu vertrauen. Stille kann ferner dazu verhelfen, dass sie ihre eigenen Fähigkeiten entdecken, entwickeln und erweitern. Durch Stille und Entspannung lernen Kinder sich selbst zu spüren und wahrzunehmen.

Stille wirkt auch heilsam auf Körper und Seele. Sie schafft innere Sicherheit und kann helfen die vielen Eindrücke der Umwelt zu verarbeiten und zu verstehen.

Allgemein ist man durch kleine Ruhepausen ausgeglichener und ruhiger und kann sich so besser den täglichen Aufgaben stellen und diese mit Konzentriertheit erledigen. Dazu gehört natürlich besonders die Schule, die Kinder im entspannten Zustand besser bewältigen können.

Mit Entspannungsübungen kann man den Stress der Kinder abbauen und Neuem entgegenwirken.

(Vgl. Faust-Siehl, Gabriele, Mit Kindern Stille entdecken, Verlag Moritz Diesterweg, Frankfurt a.M., 1990, S. 14-21)

2. Was ist Stress?

Der Begriff Stress stammt ursprünglich aus dem Englischen und bedeutet so viel wie Beanspruchung (im Rahmen einer Materialprüfung). Der ungarisch-kanadische Mediziner Hans Selye (1950) definierte Stress als „nichtspezifische Reaktion des Körpers auf jede an ihn gerichtete Anforderung“ (Vgl. Härdt, Bärbel, Cornelsen Verlag, Berlin, 2000, Besser Lernen durch Bewegung und Entspannen, S.11).

Wird Stress in einer belastenden Situation hervorgerufen, erfordert es eine Anpassungsreaktion des Körpers. Stress steht also für eine Situation, in der ein Mensch sich befindet. Auslöser dafür sind die so genannten Stressoren. Diese sind z.B. körperliche Beanspruchungen wie Durst oder Kälte, aber auch seelische Beanspruchungen wie Ängste, Überforderung oder Ärger.

(Vgl. Härdt, Bärbel, Cornelsen Verlag, Berlin, 2000, Besser Lernen durch Bewegung und Entspannen, S.11).

Die Entstehung von Stress kann durch viele verschiedene Faktoren hervorgerufen werden. Die Reaktionen darauf sind hingegen recht einheitlich.

Wenn der Körper Stresshormone freisetzt, wird der gesamte Organismus aktiviert. Dabei verfolgt er das Ziel, die Stressphase möglichst schnell zu überwinden. Gelingt dies nicht und der Ärger wird weiter unterdrückt, können die Stresshormone nicht abgebaut werden. Die Gedanken, Hormone und Gefühle laufen also sozusagen im Leerlauf. Das bleibt wiederum nicht ohne Folgen für Geist, Körper und Seele. Wenn eine Dauererregung nicht abgebaut werden kann, schlägt sich diesen in Verhaltensauffälligkeiten - und Störungen nieder.

(Vgl. Härdt, Bärbel, Cornelsen Verlag, Berlin, 2000, Besser Lernen durch Bewegung und Entspannen, S.11-12).

Eine gute Möglichkeit, um den Stress abzubauen, sind Entspannungsübungen. Ein Erholungszustand soll dadurch jederzeit erreicht werden. Wichtig ist auch zu bedenken, dass Kinder im entspannten Zustand leichter und freudiger lernen können. Das Wissen lässt sich im entspannten Zustand besser verarbeiten.

(Vgl. Erkert, Andrea, Inseln der Entspannung, Ökotopia Verlag, Münster, 1998, S. 11-15)

2.1. Folgen von Stress

Sehr wichtig ist es, sich bewusst zu machen, dass sich die Wirkungen von außerschulischen und schulbezogenen Stressoren addieren, wenn die Anspannung zwischendurch nicht abgebaut wird.

Folgen sind u.a. Muskelverspannungen, Kopfschmerzen, Denkblockaden, Konzentrationsschwierigkeiten, Aggressionen, Verunsicherung, Angst u.v.a.m.

Also gilt es durch Stille- und Entspannungsübungen den Stress abzubauen und ihm entgegen zu wirken.

(Vgl. Härdt, Bärbel, Cornelsen Verlag, Berlin, 2000, Besser Lernen durch Bewegung und Entspannen, S.11-18).

3. Ruhe und Bewegung

Betrachtet man die heutige Welt der Kinder, so lässt sich das Fazit ziehen, dass sie Phasen der Ruhe brauchen. Aber Kinder benötigen nicht nur Momente der Ruhe, sondern auch die der Bewegung. In den Lebensumfeldern der Kinder fehlen heute meist beide Phasen und Räume, in denen sie Ruhe oder bzw. und Bewegung ausleben und erleben können. Dabei ist es wichtig zu erwähnen, dass Ruhe und Bewegung nicht als etwas Gegensätzliches betrachtet werden dürfen, vielmehr scheinen sie sich zu ergänzen.

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Details

Seiten
21
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638030175
Dateigröße
432 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v89396
Institution / Hochschule
Universität Lüneburg
Schlagworte
Entspannung Sportunterricht Fachdidaktische Problemstellungen

Autor

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Titel: Entspannung im Sportunterricht