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Die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse. Physiologie und Pathophysiologie des M. Addision

Seminararbeit 2020 8 Seiten

Medizin - Anatomie, Physiologie, Cytologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Bedeutung und Physiologie der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse
1.1 Grundlagen der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse
1.2 Wirkung von Glucocorticoide

2 Morbus Addison: Die Bronzekrankheit im Überblick

3 Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

ACTH Adrenocorticotropes Hormon

AS Aminosäuren

CLIP Corticotropin-like intermediate lobe peptide

CRH Corticotropin-Releasing-Hormon

DHEA Dehydroepiandrosteron

b-END b-Endorphin

[FFS]PL Konzentration der freien Fettsäuren im Plasma

GH-IH Somatotropin-Release-Inhibiting-Hormon

GH-RH Somatotropin-Releasing-Hormon

[GLC]PL Glucose-Konzentration im Plasma

GnRH Gonadotropin-Releasing-Hormon

HHN-Achse Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse

HVL Hypophysenvorderlappen

b-LPH b-Lipotropin

a-MSH a-Melanotropin

g-MSH g-Melanotropin

NNR Nebennierenrinde

NNM Nebennierenmark

POMC Proopiomelanocortin

PRL-IH Prolaktin-Release-Inhibiting-Hormon

TRH Thyreotropin-Releasing-Hormon

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse samt Cortisol-Wirkung

1 Bedeutung und Physiologie der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse

Die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse ist eines der bedeutendsten Beispiele eines hormonellen Regelkreises im menschlichen Körper. Das Verständnis dieses Regelsystems ist essenziell, um die Genese von zahlreichen endokrinologischen Krankheitsbildern zu verstehen und damit die pathophysiologische und pathopsychologische Symptomatik dieser Erkrankungen genauer einordnen zu können. In diesem Abschnitt soll nun die Physiologie der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse genauer erläutert werden. Anschließend wird anhand dieses Systems die Pathophysiologie des Morbus Addison dargestellt.

1.1 Grundlagen der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse

Die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse (HHN-Achse) ist ein neuroendokrines System, welches vor allem durch Stress aktiviert wird 1. Stress ist eine Reaktion des zentralen Nervensystems auf Stressoren wie zum Beispiel Verletzungen, Schmerz, Kälte, aber auch psychische Stressoren, die hauptsächlich über den Sympathikus oder endokrinologisch über die HHN-Achse vermittelt wird 2. Die HHN-Achse besteht aus drei Ebenen. Die oberste Instanz, der Hypothalamus, ist der wichtigste Verknüpfungspunkt des Nervensystems mit dem endokrinen System 3. Die Hormon bildenden parvozellulären Neurone befinden sich auf mehrere kleine Kerne verteilt im hypophyseotropen Areal des Hypothalamus [3,4]. Ihre Axone enden an fenestrierten Kapillaren im Bereich der Eminentia mediana - auf diese Weise entsteht eine neurohämale Region 3. Der Hypothalamus bildet unter anderem sechs verschiedene Hormone, die auf die Hypophyse wirken und sich in zwei große Klassen einteilen lassen: Releasing-Hormone, darunter GnRH, GH-RH, TRH und CRH sowie Inhibiting-Hormone wie GH-IH und PRL-IH [3,4]. Über den intrahypophysialen Blutkreislauf gelangen diese Hormone direkt zur zweiten Instanz des Regelkreises, den endokrinen Zellen der Adenohypophyse, auf die sie wirken 3. Da der Schwerpunkt dieser Arbeit auf der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse liegt, wird im Nachfolgenden genauer auf die Wirkungskaskade von CRH eingegangen, die weiteren im Hypothalamus produzierten Hormone und ihre Wirkungen werden vernachlässigt. CRH (Corticotropin-releasing hormone) wird in Ruhe pulsatil mit einer Frequenz von 7 - 10 Mal am Tag ausgeschüttet. Die Ausschüttung folgt einem circadianen Rhythmus mit morgendlichem Höhepunkt und erfolgt ansonsten vor allem in Stresssituationen 2. CRH stimuliert über einen G-Protein gekoppelten Rezeptor in den corticotropen Zellen der Adenohypophyse die Synthese und Sekretion von ACTH (Adrenocorticotropes Hormon) [2,3]. Weiterhin wirkt CRH stimulierend auf den Sympathikus und hemmt somit die Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme 4.

Bei ACTH handelt es sich um ein Peptidhormon, welches aus einem Vorläuferhormon, dem Proopiomelanocortin (POMC) prozessiert wird. POMC wird hierbei in der Pars distalis der Adenohypophyse in das N-terminale Fragment, ACTH und b-LPH (b-Lipotropin) gespalten. In den melanotropen Zellen der Pars intermedia können diese jedoch nach Ablauf der oben beschriebenen Prozessierung aufgrund des Vorkommens des Prohormon-Konvertierungsenzyms 2 weiter prozessiert werden. Hierbei entstehen die Peptide g-MSH, a-MSH (Melanotropin), CLIP (Corticotropin-like intermediate lobe peptide), g-LPH (g-Lipotropin) und b-END (b-Endorphin) [3,5]. a-MSH wirkt auf die Melanocyten der Haut, indem es zur Melanogenese anregt 3. ACTH wiederum führt in der Nebennierenrinde, genauer in der Zona fasciculata, der letzten Instanz des Regelkreises, zur Sekretion von Glucocorticoiden, hauptsächlich Cortisol, aber auch Cortison und Corticosteron 4. Die nun erhöhte Cortisol-Konzentration im Plasma führt zu einem negativen Rückkopplungsmechanismus, der die Freisetzung von CRH und ACTH hemmt und somit die Cortisol-Konzentration wieder normalisiert 3. Auch die adrenale Androgenproduktion in der Zona reticularis der Nebennierenrinde unterliegt dem ACTH. Die circadiane Ausschüttung von DHEA und Androstendion verläuft somit parallel zu der des Cortisols. Des Weiteren spielt ACTH eine Rolle bei der kurzfristigen Aldosteronausschüttung aus der Zona glomerulosa der Nebennierenrinde 6.

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Details

Seiten
8
Jahr
2020
ISBN (eBook)
9783346214898
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v899771
Institution / Hochschule
Universität Regensburg – Institut für Physiologie
Note
2,0
Schlagworte
Physiologie M. Addision Hypothalamus Hypophyse Nebenniere Pathophysiologie Innere Medizin Glucocorticoide Glukokortikoide Bronzekrankheit Hypocortisolismus Nebennierenrindeninsuffizienz Cortisol Morbus Addision Autoimmunadrenalitis Insuffizienz Endokrinologie

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Titel: Die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse. Physiologie und Pathophysiologie des M. Addision