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Die Rolle der Promotoren im Innovationsprozess

Hausarbeit 2008 28 Seiten

Zusammenfassung

Auch heute, mehr als 100 Jahre nach dieser Aussage, werden noch Innovationen getätigt und sind von Bedeutung. Für die Unternehmen stellt sich inzwischen nicht mehr die Frage ob sie Innovationen tätigen sollen, sondern vielmehr, wie sie Innovationen schnell und effizient umsetzen können. Auch die Forschung hat sich intensiv mit dieser Frage beschäftigt und untersucht in welcher Form Personen als Förderer in Innovationsprozessen auftreten. Ergebnis sind vielfältige Rollenkonzepte. Angefangen mit dem „Erfinder“ und „Unternehmer“ von Schumpeter (1912) hin zu
„Fachpromotoren“ und „Machtpromotoren“ von Witte (1973).
Da sich gerade Wittes Promotorenmodell, das später durch Hauschildt/ Chakrabarti
erweitert wurde, als erfolgreicher Ansatz entwickelt hat, soll dieses Rollenkonzept im
Mittelpunkt dieser Arbeit stehen. Der von Gemünden/ Walter entwickelte Beziehungspromotor wird dargestellt, bleibt aber von den empirischen Untersuchungen bezüglich Auftreten und Wirkung ausgeschlossen. Ursache ist, zum einen, dass er nur in interorganisationalen Beziehungen auftritt, wobei es sich um langfristige Beziehungen
zwischen Geschäftspartnern handelt, nicht aber um spezifische Innovationsprozesse,
zum anderen, da bisher offen ist, „ob der Beziehungspromotor eine Fortentwicklung des
Prozesspromotors darstellt oder ob damit eine zusätzliche Person benötigt wird“1.
Zielsetzung dieser Arbeit ist es, einen Überblick zu geben, welche unterschiedlichen
Promotoren entwickelt wurden, aus welchem Grund sie auftreten und welche Aufgabe
die intra-organisationalen Promotoren im Rahmen des Innovationsprozesses haben.
Ein weiteres Ziel ist es zu zeigen, welche der intra-organisationalen Promotoren am
häufigsten in der Realität vertreten sind, ob eine Arbeitsteilung im Innovationsprozess
betrieben wird und welche Promotorenstruktur den Innovationsprozess am
erfolgreichsten voranbringt.

Zu Beginn dieser Arbeit werden zunächst die Begriffe Innovation und
Innovationsprozess definiert. Da die Durchsetzung von Innovationen zumeist
Widerständen begegnen, die es von den Promotoren zu überwinden gilt, werden im
darauf folgenden Teil die Wirkungen des Widerstands sowie die in aller Regel
auftretenden Willens- und Fähigkeitsbarrieren erläutert.
Anschließend folgt der Kern dieser Arbeit. Die Darstellung des ursprünglich
entwickelten und inzwischen erweiterten Promotorenmodells, sein theoretisches
Konzept und die anschließende empirische Überprüfung der aufgestellten Hypothesen
und Existenzaussagen.

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Aufbau der Arbeit

2. Begriffsdefinition Innovation und Innovationsprozess
2.1 Die Innovation
2.2 Der Innovationsprozess

3. Widerstände gegen Innovationen
3.1 Ursachen und Wirkungen des Widerstandes
3.2 Willens- und Fähigkeitsbarrieren
3.2.1 Willensbarriere
3.2.2 Fähigkeitsbarriere

4. Das Promotorenmodell
4.1 Entstehung des Promotorenmodells
4.2 Intra-organisationale Promotoren
4.2.1 Der Machtpromotor
4.2.2 Der Fachpromotor
4.2.3 Erweiterung des Promotorenmodells
4.3 Inter-organisationale Promotoren – Der Beziehungspromotor
4.4 Das theoretische Konzept des Promotorenmodells
4.5 Promotorenstrukturen

5. Empirische Ergebnisse zum Promotorenmodell
5.1 Befunde zur Arbeitsteilung und häufigsten Promotorenstruktur
5.2 Wirkung der Promotorenstrukturen auf den Innovationsprozess

6. Fazit

Literaturverzeichnis

Anhang

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Grundkonzept der Arbeitsteilung

Abbildung 2: Rangfolge der Promotorenstrukturen

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Theoretische Basis des Promotorenmodells

Tabelle 2: Promotorenstrukturen im Überblick

1. Einleitung

1.1 Problemstellung und Zielsetzung

„Es gibt nichts Neues mehr.

Alles, was man erfinden kann,

ist schon erfunden worden.“
Charles H. Duell, US-Patentamt, 1899

Auch heute, mehr als 100 Jahre nach dieser Aussage, werden noch Innovationen getätigt und sind von Bedeutung. Für die Unternehmen stellt sich inzwischen nicht mehr die Frage ob sie Innovationen tätigen sollen, sondern vielmehr, wie sie Innovationen schnell und effizient umsetzen können. Auch die Forschung hat sich intensiv mit dieser Frage beschäftigt und untersucht in welcher Form Personen als Förderer in Innovationsprozessen auftreten. Ergebnis sind vielfältige Rollenkonzepte. Angefangen mit dem „Erfinder“ und „Unternehmer“ von Schumpeter (1912) hin zu „Fachpromotoren“ und „Machtpromotoren“ von Witte (1973).

Da sich gerade Wittes Promotorenmodell, das später durch Hauschildt/ Chakrabarti erweitert wurde, als erfolgreicher Ansatz entwickelt hat, soll dieses Rollenkonzept im Mittelpunkt dieser Arbeit stehen. Der von Gemünden/ Walter entwickelte Beziehungs- promotor wird dargestellt, bleibt aber von den empirischen Untersuchungen bezüglich Auftreten und Wirkung ausgeschlossen. Ursache ist, zum einen, dass er nur in inter-organisationalen Beziehungen auftritt, wobei es sich um langfristige Beziehungen zwischen Geschäftspartnern handelt, nicht aber um spezifische Innovationsprozesse, zum anderen, da bisher offen ist, „ob der Beziehungspromotor eine Fortentwicklung des Prozesspromotors darstellt oder ob damit eine zusätzliche Person benötigt wird“[1].

Zielsetzung dieser Arbeit ist es, einen Überblick zu geben, welche unterschiedlichen Promotoren entwickelt wurden, aus welchem Grund sie auftreten und welche Aufgabe die intra-organisationalen Promotoren im Rahmen des Innovationsprozesses haben.

Ein weiteres Ziel ist es zu zeigen, welche der intra-organisationalen Promotoren am häufigsten in der Realität vertreten sind, ob eine Arbeitsteilung im Innovationsprozess betrieben wird und welche Promotorenstruktur den Innovationsprozess am erfolgreichsten voranbringt.

1.2 Aufbau der Arbeit

Zu Beginn dieser Arbeit werden zunächst die Begriffe Innovation und Innovationsprozess definiert. Da die Durchsetzung von Innovationen zumeist Widerständen begegnen, die es von den Promotoren zu überwinden gilt, werden im darauf folgenden Teil die Wirkungen des Widerstands sowie die in aller Regel auftretenden Willens- und Fähigkeitsbarrieren erläutert.

Anschließend folgt der Kern dieser Arbeit. Die Darstellung des ursprünglich entwickelten und inzwischen erweiterten Promotorenmodells, sein theoretisches Konzept und die anschließende empirische Überprüfung der aufgestellten Hypothesen und Existenzaussagen.

2. Begriffsdefinition Innovation und Innovationsprozess

2.1 Die Innovation

Unter dem Begriff „Innovation“ (lat. innovatio – etwas neu Geschaffenes) versteht man die erstmalige wirtschaftliche Nutzung von Inventionen zur Erreichung der Ziele des Unternehmens.

Die Invention ist das Ergebnis der Ideenfindung, der Entwicklung und dem Entstehen einer Neuerung. Sie ist die notwendige Vorstufe der Innovation und der Beginn eines jeden Prozesses. Die Innovation ist die tatsächliche Verwirklichung der Invention und ihre erstmalige wirtschaftliche Nutzung.[2]

Innovationen zeichnen sich im Vergleich zu Routineaufgaben durch konkrete Merkmale aus. Das konstitutive Merkmal der Innovation ist der Innovationsgrad. Er variiert von geringfügigen Verbesserungen bis hin zu fundamentalen Veränderungen. Ein weiteres Merkmal ist die mit der Innovation einhergehende Unsicherheit und das Risiko. Grund dafür ist die Neuartigkeit und der damit verbundene Mangel an Erfahrungswerten auf die man zurückgreifen könnte. Zudem sind sowohl die Zeit, die Kosten als auch das Endergebnis des Innovationsprozesses unsicher und die Innovation ist unmittelbar mit der Gefahr des Scheiterns verbunden. Zudem zeichnen sich Innovationen durch eine gewisse Komplexität aus, da sie keine isolierten Handlungen sind, sondern mit vielen verschiedenen Unternehmensbereichen in Verbindung stehen. Auf Grund der Unsicherheit und Komplexität bergen Innovationen zudem ein gewisses Konfliktpotential.[3]

2.2 Der Innovationsprozess

Die Entwicklung einer Innovation ist keine einzelne Maßnahme sondern ein aus vielen verschiedenen Tätigkeiten bestehender Prozess und wird Innovationsprozess genannt.

Anfang und Ende dieses Prozesses sind in der Literatur nicht einheitlich geregelt. Nach Uhlmann bspw. beginnt der Innovationsprozess mit der Forschung und endet mit der Anwendung, wohingegen die OECD die Ansicht vertritt, dass der Innovationsprozess bereits mit der Idee beginnt. Schulz’ Auffassung stützt wiederum Uhlmanns Meinung, wonach der Prozess erst mit einer Tätigkeit beginnt, denn erst „durch das Handeln von Personen können […] Entscheidungsprozesse anfangen.“[4] Diese aktive Handlung wird als Initiative bezeichnet und gilt für diese Arbeit als Beginn des Innovationsprozesses.[5]

Auch wenn bezüglich des Endes des Prozesses keine vollkommene Übereinstimmung herrscht, so wird doch die Markteinführung immer als frühestmöglicher Zeitpunkt für das Prozessende genannt. Demnach gilt für den Innovationsprozess Folgendes:

Er beginnt mit dem Ergreifen der Initiative und endet mit der Markteinführung.[6]

Für die einzelnen Phasen innerhalb des Innovationsprozesses gibt es ebenfalls verschiedene Modelle. Pleschak/ Sabisch bspw., haben ein besonders ausführliches und aussagekräftiges Modell entwickelt.[7] Es zeigt zum einen die einzelnen Phasen inkl. der darin stattfindenden Vorgänge, zum anderen die Folgen einer jeden Phase, je nachdem ob die Zwischenziele erreicht wurden.

Bei der Modellgestaltung zur Darstellung des Innovationsprozesses ist der Detaillierungsgrad zu berücksichtigen. Je detaillierter es ist, umso aussagefähiger ist es. Allerdings ist das Modell dann häufig auch sehr unternehmensspezifisch aufgebaut. Ein aussagekräftiges Modell des Innovationsprozesses muss folglich die richtige Mischung aus Komplexität und Spezialisierung enthalten.[8]

3. Widerstände gegen Innovationen

Wie bereits dargestellt werden Innovationen nicht ohne Widerstand in einem Unternehmen vollzogen. Innovationen führen zum Teil zu erheblichen Veränderungen der bisherigen Routine, was von den Mitarbeitern als Störung oder gar als Ärgernis empfunden wird. Aus diesem Grund gibt es immer wieder Personen, die versuchen, einen Innovationsprozess zu verzögern oder zu verhindern. Diese Personen werden Opponenten genannt. Hauschildt hat 1999 eine Widerstandsuntersuchung durchgeführt, um die häufigsten Ursachen des Widerstandes in Erfahrung zu bringen.[9]

3.1 Ursachen und Wirkungen des Widerstandes

Ein großes Feld für Argumente gegen eine Innovation liefert die Technologie. Die Opponenten stellen die technischen Leistungen wie z.B. die Geschwindigkeit und das Leistungsvermögen der Innovation in Frage. Sie verlangen Gutachten, Prototypen, die Meinung fachkundiger Dritter und fragen nach Folgen und Risiken der Innovation.

Oft wird auch die technologische Unreife des Produkts oder Prozesses betont oder das noch nicht innovationsreife Umfeld des Unternehmens als Argument vorgebracht.[10]

Eine ebenfalls häufige Ursache des Innovationswiderstandes ist die Absatzpolitik. Argumentiert wird bspw. mit hohen Einführungskosten, die durch die Innovation entstehen und mit einer negativen Auswirkung der Innovation auf das bestehende Produktprogramm, da evtl. Produkte aus dem Absatzprogramm entfernt werden müssen, um das neue Produkt einführen zu können. Neue Konkurrenzsituationen, die durch das Eindringen in einen neuen Markt entstehen und die zum Teil aufwendige Suche nach Erstanwendern für das neue Produkt sind weitere genannte absatzpolitische Argumente.[11]

Auch finanzielle Aspekte sind ein Grund für Widerstände. Notwendige Umstrukturierungen in Form von Entlassungen, Standortaufgaben oder die Suche nach neuen Lieferanten und Kunden werden von Opponenten kritisch gesehen. Oft werden auch die materiellen und immateriellen Investitionen (z.B. Ausbildung und Rekrutierung von Mitarbeitern) als sehr riskant angesehen. Ebenso die Unsicherheit über die Höhe der tatsächlich anfallenden Investitionskosten. Ein einfaches und auch immer wieder gern genanntes Argument ist, dass die Innovation auf Grund der Liquiditätslage schlichtweg nicht finanzierbar sei.[12]

Die Wirkung, die durch den Widerstand erzielt werden soll, sind drei aufeinander aufbauende Effekte:

Vorderstes Ziel der Opponenten ist es, die Innovation mit Hilfe der vorgebrachten technologischen, absatzpolitischen und finanzpolitischen Argumente zu verhindern. Sie zeigen in diesem Zusammenhang offen ihre Abneigung gegen die Innovation und versuchen die Glaubwürdigkeit des Innovators in Frage zu stellen.

[...]


[1] Hauschildt, J./ Kirchmann, E., Prozesspromotoren, 1997, S.94.

[2] Vgl. Staudt, E./ Schmeisser, W., Invention, 1986, S.289; Thom, N., Innovationsmanagement, 1980, S.24; Vahs, D./ Burmester, R., Innovationsmanagement, 2005, S.45.

[3] Vgl. Thom, N., Innovationsmanagement, 1980, S.23-31; Vahs, D./ Burmester, R., Innovations- management, 2005, S.51-56.

[4] Schulz, D.H., Initiative, 1977, S.22.

[5] Vgl. Brockhoff, K., Forschung, 1992, S.29f; Folkerts, L., Promotoren, 2001, S.10f; Uhlmann, L., Innovationsprozess, 1978, S.45.

[6] Vgl. Folkerts, L., Promotoren, 2001, S.10-16.

[7] Siehe Anhang, S.19.

[8] Vgl. Vahs, D./ Burmester, R., Innovationsmanagement, 2005, S.85, 89; Verworn, B./ Herstatt, C., Modelle, 2000, S.2.

[9] Vgl. Hauschildt, J., Innovationsmanagement, 2007, S.178, 183.

[10] Vgl. Hauschildt, J., Innovationsmanagement, 2007, S.184.

[11] Vgl. Hauschildt, J., Innovationsmanagement, 2007, S.185f.

[12] Vgl. Hauschildt, J., Innovationsmanagement, 2007, S.187.

Details

Seiten
28
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783638026864
DOI
10.3239/9783638026864
Dateigröße
657 KB
Sprache
Deutsch
Institution / Hochschule
Private Fachhochschule für Wirtschaft und Technik Vechta-Diepholz-Oldenburg; Abt. Vechta
Erscheinungsdatum
2008 (März)
Note
1,3
Schlagworte
Rolle Promotoren Innovationsprozess Innovation Machtpromotor Fachpromotor Willensbarriere Fähigkeitsbarriere Widerstand Innovationsbarrieren Promotorenmodell Promotorenstruktur

Autor

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