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Alternative Messkonzepte zu Innovationsaktivitäten

Studienarbeit 2008 16 Seiten

BWL - Unternehmensforschung, Operations Research

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziel und Aufbau der Arbeit

2. Begriffliche Grundlagen
2.1 Begriff der Innovationen
2.2 Abgrenzung Innovation - Invention
2.3 Begriff der Forschung und Entwicklung (FuE)

3. Innovationsforschung
3.1 Theoretische Ansätze
3.2 Empirische Ansätze

4. Mögliche Indikatoren zur Messung von Innovationsaktivitäten
4.1 Messung durch FuE-Personal
4.2 Messung durch FuE-Ausgaben
4.3 Messung durch Zahl der angemeldeten Patente

5. Fazit

Quellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Gliederung der Forschung und Entwicklung

Abbildung 2: FuE-Personal im internationalen Vergleich

Abbildung 3: FuE-Ausgaben in der Bundesrepublik Deutschland

Abbildung 4: Patentanmeldungen nach IPC-Klassen

1. Einleitung

1.1 Problemstellung

„Innovationen sind das Lebenselixier unserer Gesellschaft. Wir brauchen sie, um zukunftsfähige Arbeitsplätze zu schaffen und Wachstum und Wohlstand zu sichern.“[1]

Dieser Satz von Tauss hat eine große Bedeutung für viele Unternehmen, sowie für die gesamte Volkswirtschaft. Daher wird der Begriff der Innovation sehr oft gebraucht und auch in den Medien bewusst herausgestellt. Auch die Begriffe Forschung und Entwicklung (FuE) und Invention werden aufgrund ihrer Aktualität oft genannt.

Die Definition dieser Begriffe offenbart jedoch ein Problem. Die Begriffe werden zum Teil willkürlich und sinnentfremdet verwendet. Des Weiteren finden sie auch in anderen wissenschaftlichen Disziplinen, wie beispielsweise der Wirtschaftsgeographie und –geschichte und der Soziologie, Anerkennung.

Als weiteren Punkt wird die Innovationsforschung genannt. Hierbei soll das Innovationsverhalten des Unternehmers in den Vordergrund gestellt werden. Die Aufgabe besteht darin, herauszustellen, wie der Unternehmer sich mit dem Innovationsgeschehen auseinandersetzt und wie er sich bei der Durchsetzung von Neuerungen verhält.

Die Messung von Innovationsaktivitäten stellt einen weiteren Problembereich dar. Dabei stellt sich die Frage, welche Messmethoden geeignet sind, um Innovationsgrößen sinnvoll abzubilden und Zusammenhänge mit anderen ökonomischen Größen sichtbar zu machen.

1.2 Ziel und Aufbau der Arbeit

In dieser Arbeit wird das Thema „Alternative Messkonzepte zu Innovationsaktivitäten“ behandelt.

Wie bereits in Kapitel 1.1 erläutert, werden die Begriffe Innovation, Invention und Forschung und Entwicklung zum Teil willkürlich und sinnentfremdet verwendet. Daher soll zunächst in Kapitel 2 eine Klärung der zentralen Begriffe erfolgen.

Weiterhin soll in Kapitel 3 die Innovationsforschung dargestellt werden. In diesem Kontext erfolgt eine Unterteilung in theoretische und empirische Ansätze, die zur Veranschaulichung mit Bespielen versehen sind.

Im Mittelpunkt der Ausführungen stehen die Messkonzepte der Innovationsaktivitäten. Deshalb wird in Kapitel 4 auf die unterschiedlichsten Formen der Messung und Beurteilung der Innovationsaktivitäten eingegangen. Aufgrund der unüberschaubaren Menge der Möglichkeiten zur Messung der Innovationsaktivitäten wurde eine Auswahl der bekannten und praxisnahen Indikatoren getroffen.

2. Begriffliche Grundlagen

Aufgrund der Vielfalt der Begriffsdefinitionen erfolgt zunächst eine Klärung der zentralen Begriffe, um die weiteren Ausführungen auf eine einheitliche Grundlage stellen zu können.

2.1 Begriff der Innovationen

Innovation ist ein moderner Begriff, für den eine Vielzahl von Definitionen besteht. Um Missverständnissen vorzubeugen, ist es notwendig, diesen Begriff präzise zu bestimmen.[2] Der Begriff der Innovation im heutigen Sprachgebrauch geht immer auf Schumpeter zurück, der sich als einer von vielen Ökonomen der Betrachtung von Innovationen zuwandte.[3] Eine allgemeingültige Definition des Begriffes Innovation gibt es, aufgrund der mangelnden Verfügbarkeit einer umfassenden und in sich geschlossenen Innovationstheorie als notwendige Grundlage, nicht.[4]

Die Gemeinsamkeit der vielfältigen Definitionen besteht darin, dass der Begriff Innovation stets im Zusammenhang mit einer Veränderung und Neuheit eines Zustandes oder Prozesses steht.[5]

Der Begriff Innovation stammt ursprünglich aus dem lateinischen und bedeutet „Einführung von etwas Neuem, Erneuerung oder Neuerung.“[6]

Obwohl die vielfältigen Definitionen alle den Aspekt der Neuheit beinhalten, geben die Definitionen des Innovationsbegriffes unterschiedliche Einteilungskriterien hinsichtlich der abweichenden Gewichtung der Merkmale des Neuigkeitsgrades, der von der Neuartigkeit betroffenen Einheiten und des Verlaufes der Neuerungen wider. Es erfolgt eine Unterscheidung in objektiver und subjektiver Sichtweise.[7]

Eine objektive Betrachtungsweise vertritt Mensch. Er betrachtet Innovationen als neu und einzigartig.[8] Bei der objektiven Sichtweise hat somit noch keine Anwendung stattgefunden.[9] Knight hingegen vertritt die subjektive Sichtweise. Er sieht Innovationen als subjektiv an und bezeichnet sie auch dann als Neuerung, wenn diese bereits in einem anderen Unternehmen realisiert wurden. „An innovation ist the addoption of a change which is new to an organization and to the relevant environment.“[10]

Nach Betrachtung der unterschiedlichen Definitionsansätze gelangt Hauschildt zu folgender Definition: „Innovationen sind im Ergebnis qualitativ neuartige Produkte oder Verfahren, die sich gegenüber dem vorangehenden Zustand merklich – wie immer das zu bestimmen ist – unterscheiden.“[11]

2.2 Abgrenzung Innovation - Invention

Das Ergebnis der Forschung und Entwicklung (FuE) erzeugt zunächst eine Invention.[12] Invention ist die „erstmalige technische Realisierung einer neuen Problemlösung.“[13] Es handelt sich bei der Invention um eine Vorstufe für die darauf folgende Innovation.[14] Unter dem Begriff Invention wird, aus dem lateinischen stammend, Erfindung verstanden.[15] Die Invention kann sowohl geplant als auch ungeplant entstehen.[16]

Die Innovation hingegen die „erstmalige wirtschaftliche Anwendung einer neuen Problemlösung.“[17] Ziel der Innovation ist die (Markt-) Einführung (Innovation im engeren Sinn) und die (Markt-) Bewährung (Diffusion; Innovation im weiteren Sinn) in Form eines neuen Erzeugnisses oder Vorganges.[18]

2.3 Begriff der Forschung und Entwicklung (FuE)

Die folgende Definition zu Forschung und Entwicklung steht vorwiegend mit der bereits im Jahre 1963 getroffen und laufend aktualisierten Begriffsbestimmung der OECD in Verbindung. Nachdem die OECD bei internationalen Vergleichen über FuE-Aktivitäten feststellte, dass ein Mangel an einer einheitlichen Definition bestand, entschied sich die OECD 1963 einen Kreis von Fachleuten in Frascati (Italien) einzuberufen, um diesen Mangel zu beseitigen. Dadurch entstanden „Allgemeine Richtlinien für statistische Übersichten in Forschung und experimenteller Entwicklung“, die unter der Bezeichnung des „Frascati-Handbuch“ in Wissenschaft und Praxis sehr hohe Anerkennung erhalten haben und in den folgenden Jahren mehrfach überarbeitet wurden. Die aktuellste Fassung stammt aus dem Jahre 2002.[19] Im Frascati-Handbuch wird Forschung und experimentelle Entwicklung als „systematisch betriebene schöpferische Tätigkeit zur Erhöhung des Bestands an Wissen, darunter Wissen über den Menschen, die Kultur und Gesellschaft, sowie die Nutzung dieses Wissens zur Entwicklung neuer Anwendungen“[20] definiert.

Die folgende Abbildung verdeutlicht, wie Forschung und Entwicklung im klassischen Sinne unterteilt wird:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Gliederung der Forschung und Entwicklung

(Quelle: in Anlehnung an Strebel et al (2007), S. 19)

Nach dem Fascati-Handbuch wird die Forschung in Grundlagenforschung und angewandte Forschung gegliedert.

Dabei wird unter Grundlagenforschung die Gewinnung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse, ohne Orientierung an einer praktischen Anwendung verstanden. Diese wird hauptsächlich in Forschungsinstituten und Universitäten durchgeführt und zum größten Teil vom Staat finanziert.

[...]


[1] http://www.spdfraktion.de/rs_datei/0,,3892,00.pdf, S. 21

[2] Vgl. Hauschildt, J. (1997), S. 3; Perillieux, R. (1987), S. 13; Hübner, H. (2002), S. 9

[3] Vgl. Grupp (1997), S. 54f.

[4] Vgl. Reichert, L. (1994), S. 38

[5] Vgl. Hauschildt, J. (1997), S. 4f.; Perillieux, R. (1987), S. 13

[6] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (1990), S. 349f.

[7] Vgl. Perillieux, R. (1987), S. 14

[8] Vgl. http://www.muellerscience.com

[9] Vgl. Vahs et al (2005), S. 45

[10] Vgl. Hauschildt, J. (1997), S. 4

[11] Hauschildt, J. (1997), S. 6

[12] Vgl. Corsten et al (2006), S. 11

[13] Vahs et al (2005), S. 44

[14] Vgl. Vahs et al (2005), S. 44

[15] Vgl. Wirtschaftlicher Rat der Dudenredaktion (1990), S. 363

[16] Vgl. Vahs et al (2005), S. 44

[17] Vahs et al (2005), S. 44

[18] Vgl. Vahs et al (2005), S. 44

[19] Vgl. Gerpott (2005), S. 31

[20] OECD, Frascati-Handbuch (2002)

Details

Seiten
16
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783638044325
ISBN (Buch)
9783638941020
Dateigröße
393 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v90131
Institution / Hochschule
Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin
Note
2,3
Schlagworte
Alternative Messkonzepte Innovationsaktivitäten

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Titel: Alternative Messkonzepte zu Innovationsaktivitäten