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Der Podcast im musikpädagogischen Kontext

Examensarbeit 2007 84 Seiten

Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Podcasting
2.1 RSS als Grundlage des Podcast
2.2 Podcasthype
2.3 Podcastnutzer und deren Umgang mit Podcasts
2.4 Podcastformen
2.5 Benötigte Mittel zum Produzieren und Veröffentlichen eines Podcasts
2.6 Web 2.0
2.7 Konsequenzen für das Podcasting

3 Lernen durch Podcasting
3.1 Jugend & Mediennutzung
3.1.1 Phase der Jugend
3.1.2 Mediennutzung Jugendlicher
3.1.3 Allgemeine Nutzung des Internets
3.1.4 Zusammenfassung der Ergebnisse
3.2 Lernformen
3.2.1 Formales Lernen
3.2.2 Nicht-formales und informelles Lernen
3.2.3 Informelles Lernen in Abgrenzung zu anderen Lernformen
3.2.4 Ergänzungen zur Definition Dohmens
3.2.5 Zwischenresümee
3.3 Lernen durch Medien
3.3.1 Lernumgebung
3.3.2 Medienbegriff
3.3.3 Neue Medien
3.3.4 Multimedia
3.3.5 Medienkonvergenz
3.3.6 Medienkompetenz
3.3.7 Digital Divide
3.3.8 Sozialisation und Internet
3.4 Zwischenresümee

4 Podcasting im musikpädagogischen Kontext
4.1 Musikalische Bildung
4.2 Podcasting und Unterricht
4.2.1 Voraussetzungen
4.2.2 Podcasts von Schülern
4.2.3 Podcasts für Schüler
4.2.4 Beispiele für den Einsatz im Musikunterricht
4.3 Podcasting und informelles Lernen
4.4 Was macht einen guten Podcast aus?
4.5 Musikpädagogische Möglichkeiten

5 Gesamtresümee

6 Verzeichnisse
6.1 Weblinks
6.2 Rechtlicher Hinweis
6.3 Abbildungsverzeichnis
6.4 Literaturverzeichnis

7 Anhang

1 Einleitung

In den letzten 20 bis 30 Jahren hat sich aufgrund technischer Neuerungen ein radikaler Wandel in der Medienlandschaft ergeben. Maßgeblich verantwortlich für diesen Wandel sind u.a. die Weiterentwicklung des Computers und des Internets. Begriffe wie Web, URL, E-Mail, Homepage oder MP3 gehören heute nahezu zum alltäglichen Sprachfundus. Dabei ist es erschreckend und erfreulich zugleich, mit welcher Geschwindigkeit technische Innovationen realisiert werden. Gleichzeitig impliziert diese Entwicklung jedoch, dass viele der Innovationen nur für einen kurzen Zeitraum von Bedeutung sind. Die Entwicklung der mobilen Speichermedien stellt hierfür ein Beispiel dar, denn innerhalb der letzten Jahre löste zunächst die 3,5″ die 5,25″ Diskette ab, bevor diese mehr und mehr durch CD und DVD ersetzt wurde. Fast in Vergessenheit geraten sind die Versuche MiniDisc und Iomega Zip ebenfalls als gängige Datenträger zu etablieren. Vergleichbare Veränderungen sind auch bei Internetdiensten oder Software-Programmen nachweisbar. Ein Ende des technischen Wandels scheint nicht absehbar zu sein. So wurden auch in den letzten Jahren innovative Ideen verwirklicht. Ein Ergebnis davon ist die Entwicklung des Podcastings.

„Pod|cast, der; -s –s <engl.> (Reportage, [Radio]beitrag o.Ä. zum Herunterladen aus dem Internet);

pod|cas|ten (einen Podcast bereitsstellen, herunterladen oder abspielen);“[1]

Auch wenn Podcasting „zweifellos als eines der spannendsten Phänomene bezeichnet werden [darf], die das Internet nach der dot-com-Ära hervorgebracht hat,“[2] stellt sich die Frage, welche Möglichkeiten es bietet, insbesondere was den musikpädagogischen Kontext betrifft. Dieser Frage soll im letzten Kapitel der Arbeit nachgegangen werden.

Eine solche Betrachtung erfordert allerdings gewisse Vorkenntnisse. So widmet sich Kapitel 2 dem Podcasting. Dort soll nicht nur der Frage nachgegangen werden soll, ob die oben zitierte Definition Gültigkeit besitzt. Ein weiterer Schwerpunkt soll die Zusammenfassung von Podcaststudien sein, da diese Betrachtung unmittelbare Konsequenzen für die Betrachtung von Kapitel 4 hat. Allerdings soll sich diese Betrachtung auf deutsche Studien beschränken. Diese Fokussierung erscheint angebracht, um die aktuelle Nutzung von Podcasts hierzulande zu verdeutlichen. Da diesbezüglich nur wenige Studien vorhanden sind, beschränken sich die Ausführungen in erster Linie auf die Studien von Wunschel, Marten/Breßler und Lauber. Über die Typologie von Podcastnutzern hat Barbara Rampf zeitgleich zu dieser Arbeit ihre Magisterarbeit geschrieben, so dass deren Ergebnisse keine Berücksichtigung finden konnten.

Um die Möglichkeiten des Podcastings im musikpädagogischen Kontext umfassend bewerten zu können, reicht die allgemeine Betrachtung des Mediums nicht aus. Die Nutzung der verschiedenen Medien wird durch vorhandene Rahmenbedingungen beeinflusst. Welche dies sind und warum sie von Relevanz sind, soll im Rahmen von Kapitel 3 erörtert werden. Da hinsichtlich dieser besonderen Betrachtung bisher keine Literatur über die Rahmenbedingungen der Podcastnutzung existiert, beziehen sich die Ausführungen auf das übergeordnete Medium Internet. Von besonderer Bedeutung sind dafür u.a. die Publikationen von Dohmen, Hoffmann und Zwiefka.

2 Podcasting

„Cool to hear my own audio-blog post on the webtalk guys radio show where Mitch Ratcliffe guest hosted. I've included the full show as an enclosure in my RSS feed, if you are using Radio UserLand, you will automagically receive the mp3 file for immediate playback.“[3]

Der Entwicklung von RSS 0.92 ist es zu verdanken, dass Adam Curry bereits 2002 einen Webradiobeitrag als MP3-File an seinen eigenen RSS-Feed anhängen konnte.[4] Obwohl damit die wohl wichtigste Grundlage für Podcasting geschaffen war, befand man sich immer noch in einer Entwicklungsphase. Neue Softwareprodukte und die Weiterentwicklung der RSS-Technik sind ausschlaggebend für die heutige Form des Podcast. Im folgenden Kapitel sollen die Grundlagen und Entwicklungsschritte des Podcastings bis zum aktuellen Stand beschrieben werden.

2.1 RSS als Grundlage des Podcast

Podcasts werden mit Hilfe eines RSS-Feeds veröffentlicht. Diese Technik existiert seit 1999[5] und wurde zunächst von Netscape in Zusammenarbeit mit Dave Winer entwickelt.[6] Der Begriff RSS stand zunächst als Abkürzung für Rich Side Summary (umfangreiche Zusammenfassung). Die Weiterentwicklung der Technik und die damit einhergehenden Nutzungsmöglichkeiten führten zu einer Umdeutung der Abkürzung. Der Begriff steht heute für Really Simple Syndication, was wörtlich ins Deutsche übersetzt "wirkliche einfache Verbreitung" bedeutet.[7]

Der RSS-Feed basiert auf einer XML -Datei, in der ähnlich einer Datenbank Informationen über Artikel gespeichert werden. Erstellungsdatum, Titel, Autor und eine Inhaltsbeschreibung bzw. der direkte Inhalt zählen zu den wichtigsten, dort festgehaltenen Elementen. Ruft ein User die URL des Feeds auf, werden ihm die in der Datenbank hinterlegten Informationen dargestellt.[8] Im Gegensatz zum Aufruf herkömmlicher Webseiten entsteht dabei geringer Traffic, da keine Bilder oder sonstige Webelemente, wie Skripte oder Werbebanner geladen werden. Die Feeds bieten darüber hinaus einen Überblick über die letzten Beiträge und deren Inhalt.[9] Der wohl bedeutendste Unterschied beider Präsentationsformen ist die Abonnierfähigkeit des Feeds. Mit Hilfe sog. Newsreader/-aggregatoren lassen sich die Informationen der Datenbank automatisch abrufen und darstellen.[10] Somit kann der User von einem Programm aus die Informationen unterschiedlicher Feeds sammeln, ohne die einzelnen Seiten besuchen zu müssen, wodurch Zeit eingespart werden kann. Im Vergleich zu E-Mail-Newsletterverfahren geht bei dieser Technik der Abruf der Informationen vom Empfänger aus, was diesem zugleich ein einfacheres An- und Abmelden der Dienste ermöglicht.

2.2 Podcasthype

Seit 1999 wurde RSS beständig weiterentwickelt. Dabei wurden bestehende Elemente valide verwendet, d.h. sie wurden zwar weiterentwickelt, funktionierten dennoch immer abwärtskompatibel.[11] Nach dem Erscheinen von RSS 0.92 Ende des Jahres 2000 war es aufgrund des neu implementierten Befehls enclosure möglich, diverse Dateien an Feedbeiträge anzubinden. Die Idee hierzu entstand in einem Gespräch Winers mit Curry.[12] Dennoch blieben die technischen Möglichkeiten zwei Jahre lang weitestgehend ungenutzt, insbesondere im Hinblick auf das Anbinden von Audiodateien. Dies änderte sich mit dem Erscheinen des Programms UserLand, welches Audiofiles vom Feed lud, sie an einem vordefinierten Ort speicherte, von dem aus sie mit einem Audio-Player abgespielt werden konnten. Curry selbst schien diese Lösung nicht komfortabel genug, so dass er nach Programmierern suchte, die ein vom ihm vorgeschlagenes Konzept verwirklichen sollten. Da er keine Ansprechpartner fand, schrieb er 2004 mit dem iPodder selbst ein Skript, welches seine Ideen umsetzen konnte. Zudem produzierte Curry mit seiner Sendung Daily Source Code eines der ersten Webangebote, das als Podcast auf Sendung ging.[13]

Zeitgleich entstand der Begriff des Podcastings, der sich aus den Wörtern iPod (bekannter Audioplayer von Apple) und Broadcasting (engl. u.a. für Rundfunk) zusammensetzt. In einem Artikel Hammersleys fand er 2004 erstmals Verwendung.[14] Damit zusammenhängend etablierte sich Podcatcher als Begriff für die Programme, die als reine Empfangssoftware für Podcasts konzipiert waren.[15]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Podcasting: Schritt für Schritt erklärt

Quelle: http://www.podcast.de/images/Content/stepbystep/podcast_prinzip_de_20050331.png

Trotz wachsender Aufmerksamkeit für das neue Medium gab es 2004 noch verhältnismäßig wenig Podcaster. Am 2. Oktober 2004 erschien der erste deutsche Podcast, veröffentlicht von Nicolas Oestreich, der sich in den Audio-News seines Onlinemagazins Pochoirs mit Themen rund um Apples iPod auseinandersetzte.[16] Van Aaken sieht den Grund für die schwache Entwicklung der Podcastszene in den fehlenden Konzepten für Inhalte, den technischen Schwierigkeiten beim Produzieren dieser sowie der komplexen Wartung der RSS-Feeds.[17] Die 2004 existierende geringe Anbindung an das Breitbandnetz deutscher Haushalte, in Abb. 2 exemplarisch dargestellt, dürfte darüber hinaus den Kreis möglicher Podcastempfänger stark eingeschränkt haben.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Breitbandanschlüsse in der BRD

Quelle: Bundesverband Informationswirtschaft Telekommunikation und neue Medien e.V. (2007)

Betrachtet man die steigende Zahl an Breitbandzugängen, so wird deutlich erkennbar, dass diese in Verbindung mit den technischen Innovationen rund um das Podcasting einer der Hauptgründe für das rasche Wachsen der Podcastszene war.[18] Hinzu kommt, dass Apple mit Einführung von iTunes 4.9 im Juni 2005 nicht nur erstmals einen Potcatcher in einen der gängigsten Audioplayer integrierte, sondern zugleich im angebundenen iTunes Store fortan auf angemeldete Podcasts verwies. Steve Jobs Ankündigung „I think this will send podcasting into orbit“[19] schien sich bereits zwei Tage nach Veröffentlichung der neuen iTunes Version zu bewahrheiten, da in diesem Zeitraum mehr als eine Million Podcasts über den iTunes Store abonniert wurden.[20]

Am zehnten Februar 2005 wurde das vom PodHost Macher Michel Elsdörfer betreute Podcastverzeichnis podster.de eröffnet,[21] in das Podcaster deutschsprachige Podcasts kostenfrei eintragen können.[22] Vor der Veröffentlichung von iTunes 4.9 waren dort zwischen 100 und 200 Podcasts registriert.[23] Bis zum Ende des Jahres wuchs die Zahl der Einträge expotentiell auf über 1000 an, was das wachsende Interesse am Podcasting verdeutlicht.[24] Aktuell verweist das Verzeichnis auf 4748 Podcasts, von denen 1615 (34%) mindestens einmal innerhalb der vorangegangenen vier Wochen aktualisiert wurden.[25]

2.3 Podcastnutzer und deren Umgang mit Podcasts

Während bei der Anzahl produzierter Podcasts auf relativ präzise Daten zurückgegriffen werden kann, ist die Zahl der Podcastnutzer weitestgehend unbekannt. Anders als bei anderen Medien kann man diese nicht durch die Verkaufszahlen der zum Empfang benötigten Geräte ermitteln, da iPod, Computer und ähnliche Geräte nicht ausschließlich der Wiedergabe von Podcasts dienen.[26] Downloadstatistiken von Servern können ebenfalls keine genauen Daten liefern, schließlich berücksichtigen sie nur die Zahl der Downloads. Somit geben sie weder Auskunft über die reelle Zahl der Abonnementen noch über die Anzahl derjenigen, die die heruntergeladenen Dateien tatsächlich nutzen. Wunschel sieht darüber hinaus ein Problem darin, dass Daten auf den Servern des Providers eines Podcastnutzers zwischengespeichert werden können.[27] Ruft der Nutzer die angeforderten Dateien ab, werden diese Abrufe nicht in der Downloadstatistik des Podcasts vermerkt.

Aufgrund dieser Probleme lässt sich die Zahl der Podcastnutzer momentan lediglich schätzen. Martens/Breßler gingen von 30.000 bis 500.000 Podcastnutzern in Deutschland im Jahr 2006 aus. Darüber hinaus listen sie verschiedene Studien auf, nach denen es in den USA zum gleichen Zeitpunkt zwischen einer und neun Millionen Podcastnutzer gegeben haben soll.[28]

Über den typischen Podcastnutzer hingegen ist mittlerweile mehr bekannt. So belegen mehrere Untersuchungen, dass es für ihn einheitliche demographische Merkmale gibt.[29] Diesen zufolge sind zwischen 63% und 82% der Podcastnutzer männlich, wobei 70% bis 75% formal höher gebildet sind. Bezüglich der Altersstruktur gibt es unterschiedliche Angaben, die sich nicht zwingend widersprechen. Der ARD zufolge sind 80% der Nutzer unter 40 Jahren alt. Martens/Breßler geben an, dass 54% der Nutzer jünger als 30 sind und Wunschel nennt einen Schnitt von 29,4 Jahren. Abweichende Daten ergibt lediglich die Studie des JFF, in der die Gruppe der Early Adopters bezüglich ihres Umgangs mit neuen Angebotsformen im Audiobereich untersucht wurden.[30] Die Gruppe der befragten Personen setzte sich aus 14 bis 30 Jährigen zusammen, so dass hier keine Übereinstimmung mit den Ergebnissen der anderen Studien entstehen konnte.

Wunschel untersuchte zudem, wie bzw. wann das Medium Podcast genutzt wird. Zwei Drittel der befragten Personen gaben an, Podcasts auf dem Weg zur Arbeit zu hören. Dennoch werden Computer (72%) annähernd so oft genutzt wie mobile Abspielgeräte (75%), wobei jeweils ein Viertel der Nutzer nur den Computer bzw. das mobile Gerät zum Abspielen nutzen.[31] Die Erhebung von Martens/Breßler ergab, dass 91% der Nutzer mobile und 82% stationäre Abspielgeräte verwenden. In der Studie des JFF erhielt man durch die Fragestellung „Was machst du mit Podcasts?“[32] differenziertere Antworten, denen zu Folge 77% der befragten Personen die heruntergeladenen Daten auf dem Computer archivieren. 69% kopieren die Dateien auf mobile Abspielgeräte. Interessant erscheint, dass 75% die Möglichkeit wahrnehmen, Podcasts zu abonnieren. Zugleich gaben 61% an, Podcasts „im Internet (online) anzuhören.“[33] Diese on Demand Nutzung kann u.a. dadurch erklärt werden, dass Podcasts im Internet vorgehört werden, bevor sie anschließend abonniert werden. Die Studie gibt diesbezüglich weder an, warum diese Überschneidungsmenge existiert noch wie groß sie ist.

Darüber hinaus gibt die Studie des JFF Aufschluss über die Bezugsquellen von Podcasts. Bezogen auf den Entwicklungsanstoß, den die Veröffentlichung von iTunes 4.9 für die Podcastszene bedeutete, ist es überraschend, dass lediglich 20% diese Möglichkeit nutzen.[34] Häufiger werden Nutzer auf Podcasts durch Internetseiten von Zeitungen (29%), Fernsehsendern (29%), Internetradios (36%) sowie herkömmlichen Radiosendern (42%) aufmerksam gemacht. Noch bedeutender sind jedoch Verlinkungen ausgehend von Internetseiten privater Hobbypodcaster (44%) und Podcastportalen (67%).[35] Wie wichtig die Verknüpfung der Podcasts mit eigener Webpräsenz ist, zeigen die Ergebnisse einer weiteren Frage, die Auskunft über Tätigkeiten auf der Seite des Lieblingspodcast geben sollte. Abgesehen vom Chatten und der Nutzung möglicher Foren nehmen mehr als die Hälfte aller Befragten die übrigen Möglichkeiten der Internetseiten wahr.[36] Die Suche nach älteren Podcasts (51%), das Hören bzw. Abonnieren weiterer Podcasts (57%) sowie die Suche nach Informationen zum Thema des Podcasts (70%) sind dabei die beliebtesten Tätigkeiten, wobei letztgenannte von 31% der Befragten oft wahrgenommen wird.[37]

Podcasting scheint des Weiteren eine Veränderung der Mediennutzung zu bewirken. Nach Wunschel verliert die Radionutzung „mit 47% am meisten im klassischen Mediennutzungsbudget, gefolgt vom Fernsehen (33%) und Musik (27%). Das Lesen von Zeitschriften, Zeitungen und Büchern bleibt dagegen relativ konstant (ca. 10% Verlust).“[38] Martens/Breßler ermittelten ähnliche Tendenzen, allerdings fielen die Verluste prozentual gesehen jeweils geringer aus. Verwunderlich ist im Rahmen der Ergebnisse dieser Studie, dass 18% der befragten Personen beeinflusst durch die Nutzung von Podcasts weniger Gebrauch von digitalen Musikaufzeichnungen machten. 17% verhielten sich genau gegenteilig, so dass eine Gesamtaussage bezüglich der digitalen Musiknutzung nur bedingt möglich ist.[39] Übereinstimmend ist für alle Studien die Orts- und Zeitunabhängigkeit ein, meist sogar der Hauptgrund für die Nutzung von Podcasts. Auf einer Skala von eins bis fünf bewerteten die Befragten des JFF die zeitliche Unabhängigkeit mit 1,2 und die mobile Nutzungsmöglichkeit mit 1,75. Daneben wurden gute Unterhaltung und die Möglichkeit, sich über eigene Interessensgebiete zu informieren (je 1,71) sowie sein eigenes (Radio-) Programm zusammenstellen zu können (2,14), als Hauptgründe genannt.[40] Hinsichtlich der Inhalte der genutzten Podcasts werden laut Wunschel Unterhaltungs- (86%) und Informationsangebote (82%) bevorzugt genutzt. Relevant sind darüber hinaus Weiterbildungsmöglichkeiten (46%). Martens hingegen gibt an, dass Comedy- (76%) und Musikpodcasts (68%) bevorzugt genutzt werden.[41] In der Studie des JFF werden diesbezüglich keine Kategorisierungen vorgenommen. Die Autoren halten jedoch fest, dass zwar inhaltlich ein breites Spektrum an beliebten Podcasts, bestehend aus professionellen und Amateurangeboten, existiert, allerdings zeigen diese eine „Verbindung zu etablierten Radio- und Fernsehanbietern, die [offenbar] eine neue Form der Verbreitung ihrer Inhalte gefunden haben.“[42]

2.4 Podcastformen

Auch wenn die Aufmachung einzelner Podcasts der etablierter Medien ähnlich sein mag, so haben sich doch eigene Podcastformen entwickelt. Die ersten deutschen Podcasts sind nach van Aaken in fünf Kategorien zu gliedern.

- Meta-Podcasts setzen sich mit Problemen rund um das Podcasting auseinander. In der Frühphase des Podcastings gab es fast ausschließlich derartige Angebote, mit deren Hilfe Entwicklern ein gegenseitiger Austausch ermöglicht wurde. Heute machen sie nur noch einen geringen Teil der Podcasts aus.
- Reine Musikcasts sind nicht moderierte Podcasts, in denen GEMA-freie Musik präsentiert wird.
- Der größte Teil der Podcasts besteht aus Personality-Shows, in denen Podcaster über alltägliche Dinge berichten. Sie sind thematisch nicht gebunden, was zur Folge hat, dass sie häufig wenige Nutzer haben. Dennoch gibt es einige Podcasts dieser Art, die deutschlandweit bekannt sind, wie beispielsweise die Couchpotatoes.
- Themen-Podcasts setzten sich im Vergleich zu den Personality-Shows beständig mit einem Thema auseinander. Deutscher Pionier auf diesem Gebiet ist Thomas Wahnhoff mit seiner Sendung Wanhoffs Wunderbare Welt der Wissenschaft. Obwohl ähnliche Formate im Radio vorhanden sind, ist diese Podcastform eine wichtige Ergänzung des Radios, da dort nicht alle Bereiche bedient werden (können).
- Als klassische Radioshows beschreibt van Aaken Radiosendungen, die sich mit Musik beschäftigen und moderiert werden. Dabei ist es irrelevant, ob diese von öffentlichen Medienanstalten oder Privatperson produziert werden.[43]
Horn/Fiene greifen diese Kategorisierungen van Aakens auf und erweitern sie um drei Weitere.[44]
- Bei Video-Podcasts wird anstelle einer Audiodatei eine Videodatei an das RSS-Feed angebunden. Podcatcher wie iTunes spielen diese Files ebenfalls ab.
- Screencasts sind eine spezielle Form von Video-Podcasts. Sie zeigen Aufzeichnungen des Desktops und können mit anderen Video- und Audiomaterialien ergänzt werden. Meiste werden sie als Programmtutorial oder Werbung für eine Software genutzt.
- Die Anbindung von Dateien an einen RSS-Feed ist nicht auf Audio- und Videodateien beschränkt. Podcasts mit Anhängen in anderen Formaten bezeichnet man als Doccasts. Für das Öffnen der Anhänge wird im Gegensatz zu Video-Podcasts ein weiteres Programm benötigt.

Neben diesen Ergänzungen erweitern Horn/Fiene die Kategorie der klassischen Radioshows, indem sie neben Musik-Produktionen alle weiteren Formate des klassischen Radios mit einbeziehen. Dies widerspricht nicht der Beschreibung van Aakens, da dieser anstelle von Definitionen lediglich Beschreibungen der Kategorien zu Beginn der Podcastära formulierte.

Im Rückblick auf die in der Einleitung der Arbeit zitierte Definition muss festgehalten werden, dass sie fehlerhaft ist. Einerseits ist MP3 zwar das gängigste Dateiformat zum anbinden an Podcasts, es ist aber nicht das einzige. Neben weiteren Audioformaten können Doccasts die unterschiedlichen Dateiarten publizieren. Andererseits lässt die Definition offen, wie Dateianhänge geladen werden. Somit wird der zwingend erforderliche RSS-Feed gänzlich außer Acht gelassen.

2.5 Benötigte Mittel zum Produzieren und Veröffentlichen eines Podcasts

Die zahlreichen Amateurpodcasts deuten an, dass das Produzieren und Veröffentlichen von Podcasts verhältnismäßig einfach geworden ist. Die minimalen technischen Anforderungen für das Erstellen von Audiopodcasts beschränken sich auf das Vorhandensein eines Computers mit angeschlossenem Mikrofon, wobei letzteres für die Produktion reiner Musikcasts nicht von Nöten ist.[45] Viele Podcaster verwenden zusätzlich externe Aufnahmegeräte wie MP3- oder MiniDisc-Recorder, um mobil aufnehmen zu können. Die Anschaffung höherwertigen Equipments ist nicht zwingend erforderlich, obwohl sich die Aufnahmequalität dadurch in aller Regel verbessert.[46]

Verschiedene kommerzielle Softwarelösungen bieten sich für das Aufnehmen und Bearbeiten am Computer an. Wer keine solche besitzt, kann auf die „auf Platz eins der Beliebtheitsskala“[47] stehende Freeware Audacity zurückgreifen, die neben elementar benötigten Funktionen zum Erstellen von Podcasts weitere nützliche Features bietet.

Beim Veröffentlichen des Podcasts ergeben sich unterschiedliche Möglichkeiten. Dabei ist die Art der Publikation abhängig von den technischen Merkmalen des Webspaces. Soll der Podcast lediglich per RSS-Feed bereitgestellt werden, reicht einfacher Webspace, wie ihn viele Hostdienste gratis anbieten, aus. Auf einem solchen ist es möglich, einen Audioplayer (bspw. als Flash) in eine HTML-Seite einzubinden, so dass Podcastfolgen online gehört werden können. Den RSS-Feed muss in diesem Fall selbst erstellt werden. Dienste wie Audioblog oder PodHost bieten passende Angebote an, bei denen die genannten Features automatisch generiert werden. Bezüglich einer Individualisierung der Webpräsenz sind sie jedoch recht eingeschränkt.

Im Rahmen seiner Diplomarbeit entwickelt van Aaken das Content Managment System[48] Loudblog, mit dessen Hilfe „audioblog.com ohne Hosting-Dienst“[49], also das Veröffentlichen eines eigenen Podcasts ohne die Nutzung vorgegebener Angebote anderer Hostingdienste verwirklicht werden kann.[50] Loudblog benötigt im Vergleich zu reinen HTML Präsentationen einen Server mit php und MySQL Unterstützung, wobei solche Angebote in aller Regel kostenpflichtig sind. Alternativ zu Loudblog kann das Content Managment System Joomla oder das Weblog-System WordPress verwendet werden. Durch die Einbindung entsprechender PlugIns wird deren Funktionsumfang dahingehend erweitert, dass das Publizieren von Podcasts möglich ist.[51] Den kompletten Funktionsumfang Loudblogs unterstützen die aktuellen PlugIns jedoch nicht.

Der Einsatz eines dieser beiden Systeme bietet sich an, wenn neben dem Podcast noch weitere Inhalte auf einer Webseite präsentiert werden sollen. Die technischen Anforderungen des Webspace sind identisch mit den Voraussetzungen für Loudblog.

Bei der Wahl des Webspace sollte neben den genannten Anforderungen auf den angebotenen monatlichen Traffic geachtet werden, da dieser durch das Bereitstellen eines Podcasts schnell überschritten werden kann.[52] Ein Trafficlimit von 5GB wird bei einem wöchentlich erscheinenden Podcast von durchschnittlich 25MB Größe durch 50 Abonnenten bereits ausgenutzt (4x25MBx50=5000≈5GB). Eine interessante Lösungsvariante erscheint daher die Nutzung von Joomla oder WordPress in Verbindung mit PodHost zu sein.

2.6 Web 2.0

Horn/Fiene verweisen durch ihren Buchuntertitel "Das Radio des Web 2.0" auf die Rolle des Podcastings im Internet. Während der Begriff des Radios leicht nachvollziehbar ist, bedarf Web 2.0 einer Erläuterung, da damit Anforderungen an das Podcasting verbunden sind.

Der Begriff Web 2.0 wurde von Tim O’Reilly geprägt. Sein 2005 erschienener Artikel „What is Web 2.0“[53] basiert auf einer 2004 veranstalteten Brainstorming-Session zwischen O'Reilly und MediaLive International, in der es um Veränderungen rund um das Internet ging. Die Frage hierbei war, „ob man diese Dinge nun mit einem Schlagwort wie "Web 2.0" bezeichnen durfte? Wir einigten uns darauf und damit war die "Web 2.0 Konferenz" geboren.“[54] Die Veränderungen beziehen sich auf verschiedene Elemente, bei denen man teils nicht den unmittelbaren Zusammenhang zum Web erkennt. So stellen Softwareentwicklungen wie iTunes einen wichtigen Bestandteil des Web 2.0 dar.

„Sie sind keine Webanwendungen per se, jedoch setzen sie das Web äußerst wirksam ein, als nahezu unsichtbaren, integrierten Bestandteil ihrer Infrastruktur.“[55]

iTunes ist im Vergleich zu anderen Audioplayern nicht nur zum Abspielen und Verwalten von Musik nutzbar. Die ständige Verbindung zum iTunes Store wird vielfältig genutzt. Neben der Möglichkeit Musik, Videos oder Spiele für den iPod zu erwerben, ist das Abonnieren von Podcasts über den iTunes Store möglich. Werden CDs in die Bibliothek importiert, lädt iTunes die passenden Cover aus dem iTunes Store. Die CD-Titel werden mit Hilfe der Compact Disk Database (CDDB) von Gracenote ermittelt.[56] Neben dieser direkten Verbindung zum Web dient iTunes darüber hinaus als Schnittstelle zur Synchronisation des iPods oder des iPhones . Durch den Anschluss von AppleTV wird eine Verbindung zum Fernseher geschaffen, über die ein Zugriff auf die eigene Bibliothek sowie auf den iTunes Store ermöglicht wird. Somit ist iTunes zugleich direkter Nutzer und Distributor der Internetfeatures.[57]

Andere Programme und Dienste waren ähnlich massiven Veränderungen unterworfen oder wurden durch entsprechend weiterentwickelte Alternativen abgelöst. Weblogs lösen bspw. persönliche Webseiten ab, Angebote wie Wikipedia entwickeln sich als Gegenpol zu herkömmlichen Enzyklopädien, statische Werbeflächen wie die von DoubleClick werden durch optimierte Angebote wie Google AdSense überflügelt etc.. All dies sind Beispiele, die O'Reilly exemplarisch für Veränderungen im Web nennt. Dabei betitelt er die älteren Nutzungsmöglichkeiten als Merkmale des Web 1.0 und die Neuerungen als Web 2.0-typische Anwendungen. Insgesamt erörtert O'Reilly sieben Prinzipien für Web 2.0, die Balzert als Kernkompetenzen bezeichnet und wie folgt umschreibt:

- „Nutzung des Webs als Plattform
- Einbeziehung der kollektiven Intelligenz der Nutzer, sei es durch Blogs, von Benutzern geschaffene Strukturen wie die einer Folksonomy oder die Zusammenarbeit von Benutzern mittels Social Software
- Zugang zu Daten, die schwer oder teuer zusammenzustellen sind und die um so wertvoller werden, je häufiger sie genutzt werden
- Eine neue Vorgehensweise bei der Entwicklung von Software, die auch die Benutzer einbezieht
- "Leichtgewichtige" Modelle, die sowohl die Programmierung, die Benutzerschnittstelle als auch die Geschäftsmodelle betreffen
- Software, welche die Grenzen einzelner Geräte überschreitet
- Einbeziehen der sogenannten "Long Tail", durch Systeme, die einen Self-Service ermöglichen“[58]

Trotz dieser Kernkompetenzen ist der Begriff des Web 2.0 fragwürdig. Balzer sieht den Grund hierfür in der „Dehnbarkeit des Begriffes.“[59] Er skizziert zwei Pole, von denen einer den Begriff des Web 2.0 für nichtig erklärt. Grundlage der Debatte ist die angefügte Versionsnummer.

„Eine Version kennzeichnet die Ausprägung eines Softwareelements zu einem bestimmten Zeitpunkt. Unter Version werden zeitlich nacheinander liegende Ausprägungen eines Software-Elements verstanden. […] Die Versionsnummer besteht im Allgemeinen aus zwei Teilen:

- Der Release-Nummer und
- Der Level-Nummer.

Die Release-Nummer […] steht, getrennt durch einen Punkt, vor der Level-Nummer. […] Bei jeder größeren Version oder gravierenden Änderung an dem Software-Element wir die Release-Nummer um 1 erhöht und gleichzeitig die Level-Nummer auf 0 gesetzt.“[60]

Gemäß dieser Definition baut eine Version 2.0 auf etwas Bestehendem auf, was zwangsläufig eine Version 1.0 voraussetzt. Eine solche wurde jedoch nie definiert. Außerdem entwickelte sich das Web beständig fort. Die Veröffentlichung jeder der von O'Reilly beispielhaft genannten Entwicklungen hätte somit ausschlaggebend für die Erweiterung zur Version 2.0 sein können. Somit ist auch unklar, welche Release-Nummer aktuell gültig sein müsste bzw. ob die Versionsnummer überhaupt noch aktuell ist.

Der zweite Pol hingegen akzeptiert den Begriff Web 2.0 unkritisch. Für ihn stellt dieser einen neuen Fixpunkt dar, der alle geschehenen Veränderungen begrifflich fixiert und somit einen neuen Nullpunkt bzw. eine neue Version darstellt.[61]

2.7 Konsequenzen für das Podcasting

Ob man Web 2.0 als passenden Begriff für die heutige Form des Internets und all seinen angeschlossenen Elementen akzeptiert, bleibt eine subjektive Entscheidung. Fest steht nur, dass es elementare Veränderungen gegeben hat, zu denen auch das Podcasting zählt.

Zusammenfassend betrachtet haben sich die Veränderungen auf die Nutzung des Internets ausgewirkt. Neue Strukturen haben die Nutzer zu mehr aktiver Mitarbeit an der Gestaltung des Webs bewegt. Obwohl Angebote wie Wikipedia vorrangig der Informationsbeschaffung dienen, ermöglichen sie aktive Mitarbeit an der Gestaltung der Inhalte. Viele Webseiten basieren auf Systemen wie Joomla oder Wordpress, wodurch mehrere Personen die Seiten pflegen und verwalten können. Kommentarfunktionen zu Beiträgen oder integrierte Foren tragen dazu bei, dass reger Meinungsaustausch stattfinden kann. Obwohl Podcasts rein technisch betrachtet gänzlich ohne Webseite nur mit Hilfe eines RSS-Feeds publiziert werden könnten, sollte auf ein System zurückgegriffen werden, welches solche Funktionen unterstützt. Denn erst durch die aktive Beteiligung von Nutzern in Form von Feedbacks wird eine der von O'Reilly geforderten Kernkompetenzen umgesetzt, wodurch Podcasting zu einer Komponente des Web 2.0 wird.

Neben diesem definitorischen Grund spricht das Nutzungsverhalten von Internetnutzern für die Implementierung der Podcasts in eine Webseite. Die Studie des JFF zeigt, dass Podcasts regelmäßig online gehört werden.[62] Außerdem kann mit Hilfe von Webseiten der Autor vorgestellt, weitere Hintergrundinformationen geliefert oder Links zum Thema angeboten werden, wodurch eine weitere Kernkompetenz O'Reillys umgesetzt wäre.

3 Lernen durch Podcasting

Podcasting ist, wie in Kapitel 2 beschrieben, eine neue Medienform, über deren genaue Nutzung relativ wenig bekannt ist. Dennoch scheint die Zahl der Nutzer beständig zu steigen, wobei unklar bleibt, ob Podcasting langfristig zu einem festen Bestandteil des Medienpools werden wird. Die Ergebnisse der in Kapitel 2.3 vorgestellten Studien lassen den Schluss zu, dass Podcasting eine sinnvolle Ergänzung zum Radio bilden kann und nicht zwangsläufig mit diesem konkurrieren muss. Ein Grund hierfür sind die inhaltlichen Spezialisierungen, die im Rahmen des klassischen Radioprogramms nicht realisiert werden können. Gleichzeitig bedeutet dies, dass Podcasting sich als Ergänzung zum Radio erst dann endgültig etablieren kann, wenn inhaltlich ein breiteres Spektrum vorhanden ist. Man kann jedoch nicht davon ausgehen, dass eine solche Vergrößerung des Spektrums allein für die Etablierung des Podcastings im Medienpool verantwortlich sein wird.

3.1 Jugend & Mediennutzung

Der Erfolg neuer Techniken oder der damit verbundenen Medien war schon immer in besonderem Maße von der Akzeptanz durch Kinder und Jugendlichen abhängig, da diese die ersten Nutzer dieser Techniken waren. Die rasche Entwicklung verschiedener technischer Innovationen verändert das Nutzerverhalten, so dass der Erfolg neuer Technologien zunehmend von der Akzeptanz durch ältere Anwender abhängig ist. Sofern ältere Nutzergruppen nicht von Beginn auf die neuen Angebote zurückgreifen, ist es unwahrscheinlich, dass sich diese langfristig etablieren können. Diese Grundvoraussetzung scheint beim Podcasting jedoch vorhanden zu sein. Das von Wunschel berechnete Durchschnittsalter der Podcastnutzer (29,4 Jahre) verdeutlicht, dass das Medium nicht ausschließlich von Jugendlichen genutzt wird.[63]

Dennoch wird der weitere Erfolg des Podcastings letztendlich von der Akzeptanz Jugendlicher abhängig sein. Daher soll im Folgenden ein Blick auf die Mediennutzung dieser potentiellen Zielgruppe erfolgen. Zuvor bedarf es der Klärung des Jugendbegriffs.

[...]


[1] Duden Redaktion (2006).

[2] van Aaken (2005), S. 9.

[3] Curry (2002).

[4] Adam Curry (*1964) ist als MTV Moderator bekannt geworden. Neben dieser Tätigkeit agierte er auch als Radiomoderator. Er gilt wie als Initiator der Podcastentwicklung.

[5] Es existierten verschiedene Vorgängermodelle, auf denen RSS aufbaut. Jedoch ist es keine direkte Weiterführung einer dieser Techniken. Eine Auflistung der verschiedenen Vorgänger ist bei Wittenbrink (2005), S. 78: 38-41 tabellarisch dargestellt.

[6] Dave Winer (*1955) ist ein US-amerikanischer Softwareentwickler.

[7] Vgl. van Aaken (2005), S. 12.

[8] URL steht für Uniform Rescource Locator. Sie verweist auf den Ort, an dem ein Dokument gespeichert ist (lokal oder im Netzwerk, bzw. Internet).

[9] Traffic bezeichnet das Datenvolumen während eines Transfers.

[10] Die aktuellen Browser haben meist Newsreader integriert.

[11] Vgl. Wittenbrink (2005), S. 78.

[12] Wikipedia (21.08.2007).

[13] Vgl. van Aaken (2005), S. 14.

[14] Vgl. Hammersley (2004).

[15] Vgl. Abb. 1.

[16] http://web.archive.org/web/20041127023417/http://www.pochoirs.de

[17] Vgl. van Aaken (2005), S. 14.

[18] Vgl. Kapitel 2.3.

[19] Katz (2005).

[20] Vgl. Apple (2005).

[21] PodHost ist ein spezielles Webspace-Angebot für Podcaster. Unabhängig von der Größe des Webspaces beinhalten alle Angebote unlimitierter Traffic, so dass bei hoher Anzahl an Abrufen keine Folgekosten entstehen können. Vgl. Kapitel 2.5.

[22] Vgl. van Aaken (2005), S. 16.

[23] Vgl. podster.de (20.04.2005a); podster.de (06.07.2005b).

[24] Vgl. podster.de (2005c).

[25] Stand 13.09.2007, Abruf über ein Skript von podster.de (http://www.podster.de/page/stats).

[26] Der Medienbegriff ist in dem Rahmen dieser Arbeit prinzipiell kommunikationswissenschaftlich zu deuten. (Vgl. Kapitel 3.3.2)

[27] Vgl. Wunschel (2007a).

[28] Vgl. Martens, Breßler (2006), S. 23–26.

[29] Vgl. Martens, Breßler (2006), S. 65–87; Lauber et al. (2007); Wunschel (2007b); ARD (25.01.2007); TNS Emnid (2006).

[30] Rogers (2003) begründet die Diffusionstheorie. Im Zuge des Diffusionsprozesses sind fünf Schritte relevant. Zunächst wird etwas Neues, beispielsweise eine technische Möglichkeit, nur von den innovaters genutzt, die zahlenmäßig geringfügig sind. Anschließend greifen die early adopters diese auf. Die beiden zahlenmäßig größten Gruppen schließen sich daran an, wobei zunächst die early majority das Angebot wahrnehmen. Sie machen wie die late majority jeweils ein Drittel der gesamten Nutzer aus. Die letzte mögliche Gruppe sind die laggards. Der Diffusionsprozess kann jederzeit unterbrochen werden. Kriterien, die für den Erfolg des Diffusionsprozesses von Belang sind, listet Martens (Vgl. Martens, Breßler (2006), S. 17) auf.

[31] Vgl. Abb. 6.

[32] Lauber et al. (2007), S. 20.

[33] Lauber et al. (2007), S. 20. Vgl. Abb. 9.

[34] Vgl. Kapitel 2.2.

[35] Vgl. Abb. 10.

[36] Die Angaben der Studien unterteilen sich in oft, manchmal, selten und nie (Vgl. Abb. 11). Für die Beispiele wurden die Werte von oft und manchmal addiert.

[37] Vgl. Abb. 11.

[38] Wunschel (2007b), S. 4. Vgl. Abb. 7.

[39] Vgl. Abb. 13/14.

[40] Vgl. Abb. 12.

[41] Vgl. Abb. 8.

[42] Lauber et al. (2007), S. 19.

[43] Vgl. van Aaken (2005), S. 17.

[44] Vgl. Horn, Fiene (2007), S. 14f.

[45] Hier sind verschiedene Kombinationen möglich. Sollte der Computer keinen integrierten Mikrofoneingang haben, kann über USB eine externe Soundkarte angeschlossen werden. Alternativ können USB Mikrofone verwendet werden.

[46] Horn/Fiene Horn, Fiene (2007), S. 86–89 stellen die technische Ausstattung bekannter Podcaster vor.

[47] Horn, Fiene (2007), S. 55.

[48] Content Managment Systeme (kurz CMS) ermöglichen die Benutzung von Programmen ohne Programmierkenntnisse. Dies ist im Softwaresektor meist standardisiert, daher wird der Begriff hauptsächlich im Zusammenhang mit Webangeboten genutzt. Benutzer können dort ohne HTML-Kenntnisse über sog. Backends Inhalte (Content) organisieren.

[49] van Aaken (2005), S. 39.

[50] Vgl. van Aaken (2005), S. 38–58.

[51] Für WordPress ist PodPress die entsprechende Ergänzung. Durch Podcast Suite kann man Joomla ensprechend aufrüsten.

[52] Traffic ist die Größe des Datenstroms vom bzw. zum Servers hin.

[53] O’Reilly (30.09.2005)’; deutsche Übersetzung Patrick Holz (2005).

[54] Patrick Holz (2005).

[55] Patrick Holz (2005).

[56] Der Zugang zur CDDB ist nicht auf iTunes beschränkt. Die meisten Audioprogramme unterstützen die beschriebene Funktion.

[57] Der 2007 erstmals vertriebene iPod Touch kann aufgrund de integrierte Wi-Fi-Karte direkt mit dem Internet verbunden werden. Somit kann beim Kauf von Musik aus dem iTunes Store der beschriebene Zwischenschritt beim Überspielen der Musik übergangen werden.

[58] Alby (2007), S. 15.

[59] Alby (2007), S. 14.

[60] Balzert (1998), S. 238, zitiert nach Alby (2007), S. 17.

[61] Vgl. Alby (2007), S. 15–18.

[62] Vgl. Kapitel 2.3.

[63] Vgl. Wunschel (2007b), S. 3.

Details

Seiten
84
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783638039260
ISBN (Buch)
9783638956253
Dateigröße
1.7 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v90319
Institution / Hochschule
Universität Kassel – Fachbereich Musik
Note
1,0
Schlagworte
Podcast Musik Schulmedien Web 2.0 Mediennutzung Informelles Lernen Medienkompetenz

Autor

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Titel: Der Podcast im musikpädagogischen Kontext