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Die Mörderin Marwood im Trauerspiel "Miss Sara Sampson" von Gotthold Ephraim Lessing. Identitätsambivalenz zwischen Verstellung und Aufrichtigkeit

Hausarbeit (Hauptseminar) 2020 18 Seiten

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Forschung

3. Untersuchung Marwoods ambivalenter Charakterzüge:
3.1 Dialog: Marwood- Hannah
3.2 Dialog: Marwood- Mellefont
3.3. Dialog: Marwood- Sara
3.4 Marwoods psychologischer Einfluss auf Mellefont und Sara
3.5 Zusammenfassende Charakteristik der Marwood

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

An seinem bürgerlichen Trauerspiel Miss Sara Sampson. Ein Schauspiel in f ü nf Aufz ü gen 1 war Lessing, im Vergleich zu anderen Autoren zu seiner Zeit, nur sechs Wochen mit der Erarbeitung beschäftigt, bevor er sein Werk schließlich 1755 veröffentlichen und aufführen ließ. Die Intention des Autors, Mitleid zu erregen und eine tugendhafte Moralkonzeption vorzustellen, kommen darin ebenfalls zum Ausdruck, wie seine Kritik an der Adelsklasse.

Sara, ein „tugendhaftes“ Mädchen entflieht ihrem Vaterhaus mit ihrem Geliebten Mellefont. Sie werden von Saras ehemals erzürnten, nun sanftmütigen Vater aufgesucht, welcher eine Versöhnung mit dem Paar beabsichtigt. Diese Versöhnung jedoch scheint durch die rachsüchtige Marwood, welche die ehemalige Geliebte des Mellefonts ist, mit ihrer Ankunft bedroht zu sein und endet schließlich in der Ermordung Saras und dem Selbstmord Mellefonts. Was auf dem ersten Blick wie ein ausgeklügelter Racheakt der Marwood erscheint und sie dem Zuschauer zur bösen Gegenspielerin der Sara werden lässt, hat tiefergreifende Wurzeln als die vorgespielten.

Im Rahmen des Seminars „Dramenanalyse“ ist das Thema dieser Arbeit deshalb nicht, wie schon oft geschehen, die vermeintliche Protagonistin Miss Sara, sondern die Darstellung und Analyse ihrer Mörderin Marwood.

Inwiefern Empfindsamkeit in Lessings bürgerlichem Trauerspiel Miss Sara Sampson das tugendhafte oder lasterhafte Verhalten der Marwood hervorruft, soll genauso untersucht werden, wie die Frage nach dem Einfluss der Marwood auf die psychischen Konflikte der „bürgerlichen“ Figuren Mellefont und Sara. Die Vielschichtigkeit der Charakterzüge und der Handlungsmotive Marwoods sollen dabei ebenfalls untersucht werden.

Dazu wird einem ersten Schritt der Forschungsstand zum vorliegenden Gegenstand präsentiert. Im Hauptteil dieser Arbeit folgt die Untersuchung Marwoods Charakterzüge im Hinblick auf drei Dialoge, in denen ihre Beziehung zu den Figuren Hannah, Mellefont und Sara analysiert wird. In einem weiteren Kapitel der Analyse wird sodann der psychologische Einfluss der Marwood auf Sara und Mellefont fokussiert, sowie darauf folgend ihre Charakteristik zusammenfassend noch einmal vorgestellt.

2. Forschung

In der Forschung über das bürgerliche Trauerspiel im 18. Jahrhundert wurden die Mätressen2 bislang wenig bzw. kaum und unzureichend untersucht. Zu Marwood gibt es oft die gleichen Argumentationsmuster der Autoren, welche sich in einem Wechselfluss im Kanon aufeinander beziehen und selten neue Forschungsaspekte herausarbeiten. Dennoch ließen sich mit viel Mühe einige Autoren für die vorliegende Arbeit finden, die sich zwar auch mit der bisherigen Forschung in denselben Kanon stellen - dies ist wohl unvermeidbar - jedoch sind einige neue und wesentliche Untersuchungsperspektiven hinzugekommen.

Susanne Werling analysiert Handlung und Beziehung der Figuren im Hinblick auf eine „Gleichrangigkeit aller Entwicklungsfaktoren im Sinne eines dynamischen Kräftespiels“.3 Dabei setzt sie die Figuren Marwood, Sara, Sir William und Mellefont als Paare/ Konfliktpaare zueinander und stellt deren gleiches Einwirken aufeinander heraus. Ergebnis der Analyse ist, dass Lessings Drama eine aufklärerische- individualistische Konzeption zugrunde liege.

Lanlan Xu untersucht in seinem analytischen Aufsatz Selbstkultivierung und Selbstformation. Zur Frage der weiblichen Subjektivit ä t in Lessings Trauerspiel Miss Sara Sampson4 die Frage, ob und inwiefern die Frauenfiguren in Miss Sara Sampson als selbstständige Subjekte zu lesen sind. Neben der Feststellung, dass die Frau des 18. Jahrhunderts sich „selbst zum Objekt“ mache, „indem sie sich dem patriarchalen System und dessen Normen“ opfere5, kommt er zu dem Schluss, dass Lessing eine „Unmöglichkeit der Emanzipation der Frau in seinem bürgerlichen Trauerspiel Miss Sara Sampson “ darstelle.6

Rolf- Peter Janz warnt in seinem Werk Sie ist die Schande ihres Geschlechts. Die Figur der femme fatale bei Lessing7 davor, dass Lessings Miss Sara Sampson nicht einfach als Schwarz- Weiß- Bild von Tugend und Laster zu lesen sei (Sara = „Moral, Sitte, Anstand“, Marwood = „Wollust, Verstellung, Egoismus“).8 In seinen Untersuchungsergebnissen hält er fest, dass die Aufklärung im Widerspruch zu ihren Forderungen stehe, da die femmes fatales bei Lessing „am Ende beides sind, Warnung vor der Wollust und ebenso demonstrative Rehabilitierung der selben sinnlichen Natur“9 Der Widerspruch bestünde darin, dass sich die „bürgerliche Moralität“ als „entsinnlichte Natur gegen die aristokratische Libertinage“ zu behaupten versucht. Dies wird insbesondere in den Leidenschaften der Marwood und der Orsina deutlich.

Auch Claudia Albert kritisiert die überwiegend einseitige Sichtweise der bisherigen Forschung, da diese die „rasenden Weiber“ oft als femmes fatales bezeichnet. Die Mätressen seien jedoch weitaus komplexere Gestalten, als dass sie nur mit schlechten Eigenschaften versehen würden. Bezüglich Lessings Marwood hält sie fest, dass ihre „sozial ungefestigte Position und ihr Handlungszwang“ als „Außenseiterfigur“, Raum für vielseitigere Interpretationsansätze schafft. Die Stärke der Mätressen sei die Demontierung von Normen.10

Allen Autoren ist gemein, dass sie sich auf die bisher stark vernachlässigte Figur Marwood, aus vielschichtigen Ebenen und Perspektiven nähern. Sie wird in Bezug zu den historischen, philosophischen, kulturellen sowie sozialen Diskursen der Zeit analysiert. Die Autoren lösen sich von der bisherigen Kanonisierung der Marwood, wie sie bisher geschah und eröffnen damit auch die Möglichkeit, weitere noch bisher unbekannte Forschungsansätze zu untersuchen.

3. Untersuchung Marwoods ambivalenter Charakterzüge:

Um die Relevanz Marwoods in vorliegender Analyse herauszuarbeiten, werden hierfür vor allem ihr Gespräch mit Mellefont (MSS: II, 3; II, 4; II, 6; II, 7; II, 8) sowie ihr Gespräch mit Sara (MSS: III, 5; IV, 8; IV, 9) näher betrachtet. Im Hinblick auf beide Dialoge werden in diesem Kapitel sowohl Marwoods Selbstbild, als auch das Fremdbild anderer Figuren von ihr in Augenschein genommen, um den Wahrheitsgehalt ihres Erscheinungsbildes ausfindig zu machen. Ferner werden Ü berzeugungsstrategien vorgestellt, mit denen sie versucht, Mellefont und Sara zu trennen und Mellefont für sich zu gewinnen.

Um die Entwicklung der Charakterzüge und Handlungsmotive Marwoods nachvollziehen zu können, werden, in Bezug auf die oben genannten Analysepunkte, die einzelnen Kapitel in chronologischer Reihenfolge nacheinander untersucht.

3.1 Dialog: Marwood- Hannah

Zu Beginn des zweiten Aufzugs unterhält sich Marwood mit Hannah. Vor einer Begegnung mit Mellefont scheint Marwood beunruhigt zu sein, da sie sich Gedanken darüber macht, wie sie sich gegenüber Mellefont verhalten soll, wenn er gleich bei ihr eintrifft. Sie spricht zu Hannah: „Scheine ich dir nicht ein wenig unruhig, Hannah? Ich bin es auch. –" (MSS: II, 1, S. 22). Diese Unsicherheit drückt sich auch in ihren Fragesätzen aus, mit denen sie Hannah um Rat fragt, welche Mimik und Gestik sie annehmen soll.

MARWOOD. Ach Hannah, nun ist er da! Wie soll ich ihn empfangen? Was soll ich sagen? Welche Miene soll ich annehmen? Ist diese ruhig genug? Sieh doch!

HANNAH. Nichts weniger als ruhig.

MARWOOD. Aber diese?

HANNAH. Geben Sie ihr noch mehr Anmut.

MARWOOD. Etwa so?

HANNAH. Zu traurig!

MARWOOD. Sollte mir dieses Lächeln lassen?

HANNAH. Vollkommen! Aber nur freier – (MSS: II, 2, S. 24)

Dieser Dialog zeigt, wie wichtig ihr das folgende Gespräch mit Mellefont ist, denn sie will nicht Zorn, sondern „Nachsicht, Liebe, Bitten“ als einzige Waffen gegen ihn anwenden (MSS: II, 1, S. 22). Und wenn dieser Weg sie nicht zu ihrem Ziel bringt, so will sie gegen ihn „rasen“ (MSS: II, 1, S. 22). Es macht auch deutlich, dass sie bestimmte Absichten hat und sich deshalb nicht so zeigen kann, wie sie gerade zu sein scheint. Es deutet sich hier ein strategisches Vorgehen der Marwood an, denn „Waffen“ wendet man in der Regel gegen seine Feinde an. Mit „Nachsicht, Liebe, Bitten“ begegnet man hingegen seinen Freunden. Hannah bemerkt die Unruhe ihrer Herrin und versucht sie zu beruhigen, indem sie ihr schmeichelt: „Ich finde, dass Ihre Schönheit den Punkt ihrer prächtigsten Blüte so wenig überschritten hat“ (MSS: I, 2, S. 23).

3.2 Dialog: Marwood- Mellefont

Im Dialog mit Mellefont zeigt sich, dass Marwood, im ständigen Wandel ihrer Handlungsstrategien, auf verschiedenen Stimmungs- und Charakterebenen zirkuliert.

Zunächst macht Marwood den Anschein einer liebevollen und netten Gestalt. Dies spiegelt sich in ihrer Gestik und Mimik, so wie in ihrer Sprache wider:

MARWOOD. (die ihn mit offenen Armen l ä chelnd entgegnet). Ach Mellefont-MELLEFONT. (beiseite). Die Mörderin, was für ein Blick!

MARWOOD. Ich muss Sie umarmen, treuloser, lieber Flüchtling!- Teilen Sie doch meine Freude! (MSS: II, 3, S. 24- 25)

Mellefont durchschaut Marwood und wirft ihr Verstellung vor: „Ich vermute, dass Sie mich anders empfangen würden“ und „Marwood, die Zeit ist vorbei, da mich solche Reden verzaubert hätten.“ (MSS: II, 3, S. 25) Marwood jedoch bleibt bei ihrer Art und möchte mit Mellefont in einem angemessenen Ton sprechen. Sie schmeichelt ihm: „Ihr Herz Mellefont, ist ein gutes Närrchen. […] Wenn es nicht das beste, das getreuste Herz wäre, würde ich mir wohl so viel Mühe geben, es zu behalten?“ (MSS: II, 3, S. 25). Mellefont gibt ihr nicht nach und sieht in ihrem Blick eine „ganze Hölle von Verführung“ (MSS: II, 3, S. 26). Ordnet man der Wortwahl der beiden Gesprächspartner positiv und negativ konnotierte Begriffe zu, so stellt sich heraus, dass im gegenseitigen Bezug, Marwood die positiven (MSS: II, 3, S. 24: „umarmen“, „lieber“; S. 25: „Freude“, „Liebe“, „Entzücken“, „liebste wunderliche Seele“, „Herz“; S. 26: „Vertraute“) und Mellefont die negativen (MSS: II, 3, S. 24: „Mörderin“; S. 25: „Abscheu“; S. 26: „reißen“, „Schlange“, „Hölle von Verführung“; S. 27: „Hässlichkeit“) Begriffe gebraucht. Für die Analyse zeigt diese Konnotierung, zum einen das Fremdbild Mellefonts von Marwood und zum anderen verdeutlicht es, im Kontrast zu Marwoods späterer Wortwahl, die Ambivalenz ihrer Charakterzüge. Als Mellefont Marwood mit folgenden Worten begegnet: „Sie reden vollkommen Ihrem Charakter gemäß, dessen Hässlichkeit ich nie so gekannt habe, als seitdem ich, in dem Umgange mit einer tugendhaften Freundin, die Liebe von der Wollust unterscheiden gelernt“ (MSS: II, 3, S. 27), ändert Marwood ihren Ton gegenüber Mellefont „Ihr Mannspersonen müsst doch selbst nicht wissen, was ihr wollt. Bald sind es die schlüpfrigsten Reden, die buhlerhaftesten Scherze, die euch an uns gefallen; und bald entzücken wir euch, wenn wir nichts als Tugend reden […]. Das Schlimmste aber ist, dass ihr das eine sowohl als das andere überdrüssig werdet.“ (MSS: II, 3, S. 27).

Nach Janz könne sich Mellefont weder „von der Hure“ noch „von der „schönen Heiligen“ (II, 3) lösen.“11 Diese Aussage in Hinblick auf Marwoods Anklage gegen Mellefont betrachtet, macht deutlich, dass Mellefont den „Genuss nur in der Verführung“, nicht jedoch in einer „festen Bindung“ findet.12 Das ist auch der Grund, weshalb er sowohl die Heirat mit Marwood, als auch die Heirat mit Sara aufgeschoben hat. Diese Tatsache hat erhebliche Auswirkungen auf Marwoods Einstellung gegenüber ihm und der Männerwelt im Allgemeinen (Vgl. MSS: IV, 8, S. 78). Stephan macht hier zudem deutlich, dass Männer zwar die sexuelle Reinheit der Frau wollen, aber gleichzeitig verführen sie sie, diese aufzugeben.13 Die Vernunft und die empfindsame Moral werden durch die Figur der Marwood in Frage gestellt, welche als Kritikerin der Tugendlehre auftritt.14

Marwoods bisherige Strategien „Liebe, Nachsicht, Bitten“ (MSS: II, 3, S. 22), ihre „Moralpredigt“ (MSS: II, 3, S. 27) sowie die „Zukunftsprognosen“ (MSS: II, 3, S. 27- 28) für Mellefont und Sara, sind gescheitert. Auch als Marwood ihm das Angebot macht seine „Geschenke“ und „Juwelen“ (MSS: II, 3, S. 28) zurückzunehmen, entgegnet er ihr mit: „Eine wollüstige Marwood denkt so edel nicht“ (MSS: II, 3, S. 29). Hierin zeigt sich das Fremdbild Mellefonts von Marwood. Er kennt sie scheinbar zu gut, als dass er ihren Worten Glauben schenken mag und ist ihr gegenüber eher misstrauisch eingestellt. Man denke an die Worte seines Bedienten Norton, welcher Mellefont vor ihren verführenden Blick warnt, der Mellefont „wieder zu ihren Füßen“ (MSS: I, 9, S. 21) zwingen wird.

[...]


1 Gotthold Ephraim Lessing: Miss Sara Sampson. Ein Trauerspiel in fünf Aufzügen, Stuttgart: Reclam 2012, fortan mit MSS abgekürzt.

2 hier: abwertende Bezeichnung der 2. Geliebten eines hochrangigen Mannes.

3 Susanne Werling: Handlung im Drama. Versuch einer Neubestimmung des Handlungsbegriffs als Beitrag zur Dramenanalyse, Frankfurt am Main [u.a.]: Lang 1989, S. 181.

4 Lanlan Xu: Selbstkultivierung und Selbstformation. Zur Frage der weiblichen Subjektivität in Lessings Trauerspiel Miss Sara Sampson, in: Volume 11: Focus on German Studies 2004. Online unter: https://drc.libraries.uc.edu/handle/2374.UC/2030 (30.03.2020).

5 Ebd., S. 214.

6 Ebd., S. 223.

7 Rolf- Peter Janz: Sie ist die Schande ihres Geschlechts. Die Figur der femme fatale bei Lessing, in: Martinini, Fritz/ Müller-Seidel, Walter/ Zeller, Bernhard: Jahrbuch der deutschen Schillergesellschaft, 23. Jahrgang, Stuttgart: Kröner Verlag 1979, S. 207- 221.

8 Vgl. ebd., S. 208.

9 Ebd., S. 215.

10 Claudia Albert: Mit Mätressen streiten?. Streitkultur: Strategien des Überzeugens im Werk Lessings, in: Referate der Internationalen Lessing-Tagung der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und der Lessing Society an der University of Cincinnati, Ohio/USA, vom 22. bis 24. Mai 1991 in Freiburg im Breisgau 1993. Online unter: https://doi.org/10.1515/9783110920109.95 (05.03.2020), S. 95.

11 Janz: Sie ist die Schande, S. 209.

12 Inge Stephan: Inszenierte Weiblichkeit. Codierung der Geschlechter in der Literatur des 18. Jahrhunderts, Köln: Böhlau 2004, S. 24.

13 Vgl. ebd..

14 Janz: Sie ist die Schande, S. 215.

Details

Seiten
18
Jahr
2020
ISBN (eBook)
9783346209436
ISBN (Buch)
9783346209443
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v911503
Institution / Hochschule
Universität Bielefeld
Note
1,0
Schlagworte
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