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Ist die Teilnahme an Weiterbildung eine Frage der persönlichen Bildung?

Hausarbeit 2008 25 Seiten

Pädagogik - Berufserziehung, Berufsbildung, Weiterbildung

Leseprobe

Gliederung

1 Einleitung

2 Herleitung der Fragestellung
2.1 Eingrenzung der Begrifflichkeiten
2.1.1 Weiterbildung
2.1.2 Persönliche Bildung
2.1.3 Bezug auf die Ausgangsfrage
2.2 Hypothesen
2.2.1 Hypothese I
2.2.2 Hypothese II

3 Datenerhebung
3.1 Datenmaterial
3.2 Stichprobe
3.3 Operationalisierung der Begrifflichkeiten
3.4 Systematisierung der Hypothesen I und II
3.4.1 Systematisierung der Hypothese I
3.4.2 Systematisierung der Hypothese II

4 Darstellung der Ergebnisse
4.1 Ergebnisse zur Hypothese I
4.2 Ergebnisse zu Hypothese II

5 Abschließende Interpretation

6 Reflexion

7 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Diese Arbeit diskutiert die Frage, ob Weiterbildung eine Frage der persönlichen Bildung ist. Der Zusammenhang zwischen Inanspruchnahme von Weiterbildung und individueller Vorbildung wird untersucht.

Weiterbildung ist ein Themenkomplex, der durch alle Bildungsniveaus hindurch an Relevanz gewinnt. Lebenslanges Lernen ist aus dem modernen (Arbeits-) Leben nicht mehr wegzudenken. Berufsabschlüsse sind „Voraussetzung für den Einstieg in einen Beruf, der heute in fast allen Bereichen lebenslange Weiterbildung und die ständige Auseinandersetzung mit neuen Technologien fordert“ (Faltermaier, Mayring, Saup & Strehmel, 2002, S.104).

In dieser Hausarbeit soll empirisch nachgewiesen werden, ob die Teilnahme an Weiterbildung im Zusammenhang mit der persönlichen Bildung eines Individuums steht, oder ob Weiterbildung durch alle Bildungsniveaus gleichermaßen in Anspruch genommen wird. Theoretisch ist es möglich, dass es keine Unterschiede in der Inanspruchnahme von Weiterbildung gibt und dass eine homogene Teilnahme an Weiterbildung in der Bundesrepublik vorliegt. Diese Frage soll hier geklärt werden.

In der Arbeit erfolgt zunächst die Herleitung der Fragestellung, die Operationalisierung der Variablen. Nachfolgend werden die Modalitäten der Datenerhebung dargestellt. Die Auswertung der Ergebnisse und eine Interpretation dieser schließen sich an. Die Arbeit wird mit einer persönlichen Reflexion abgeschlossen.

Mich persönlich interessiert dieses Thema als Student der Bildungswissenschaften, da ich bereits einen öffentlich-rechtlichen Abschluss habe und mein Studium auf dem sekundären Bildungsweg daher auch als eine Form von Weiterbildung betrachte. Zusätzlich denke ich zum heutigen Zeitpunkt, dass meine berufliche Zukunft im groben Bereich „Weiterbildung“ liegen könnte und das macht die Bearbeitung der Fragestellung dieser Arbeit sehr interessant.

Aus der reinen Vermutung und dem Gefühl, dass Weiterbildung eher und öfter von „höheren“ Bildungsschichten wahrgenommen wird, als von „niedrigen“, entsteht weiteres Interesse zur Bearbeitung der Eingangsfrage.

Für die bessere Lesbarkeit des Textes meint der Begriff Bildung, solange nicht explizit etwas Anderes geschrieben ist, die beim Individuum vorhandene Bildung, die sich neben diversen anderen Faktoren sowohl aus der beruflichen Qualifikation, als auch der Schulbildung, bzw., dem erworbenen Schulabschluss entwickelt. Es wird außerdem darauf hingewiesen, dass in der vorliegenden Arbeit der guten Lesbarkeit halber an einigen Stellen nur die jeweils männliche Form eines Wortes ausgeschrieben wurde. Die weibliche Form ist hier stets ebenso gemeint.

Diese Arbeit behandelt das Thema Bildung im Bezug auf die Bundesrepublik Deutschland, sofern es nicht anders gekennzeichnet ist.

2 Herleitung der Fragestellung

Hier werden die Begrifflichkeiten eingegrenzt. Es werden unter anderem die Begriffe Weiterbildung und persönliche Bildung näher beschrieben. Dann wird ein Bezug auf die Ausgangsfrage genommen. Auch werden die Hypothesen genannt.

2.1 Eingrenzung der Begrifflichkeiten

Wo früher galt „Schuster bleib bei deinen Leisten“, also allgemein interpretiert, das, was jemand gelernt hat, das möchte er doch bitte auch ausüben und nichts anderes, gilt heute ein Umdenken. So muss der „Schuster“ vielleicht nicht nur sein Handwerk beherrschen, sondern sich eventuell, um in seinem Beruf Erfolg zu haben, in Bereichen wie Marketing, Kundenaquise, Kundenbindung und Buchführung auskennen. Vielleicht muss dieser „Schuster“ auch umlernen, d.h., sich beruflich umorientieren, da seine „Leisten“ ihm nicht ausreichenden Verdienst einbringen um seinen Lebensunterhalt zu sichern, denn „durch den raschen technologischen Wandel verschwinden ganze Berufsfelder und es entstehen neue mit ganz anderen Anforderungsprofilen“ (Faltermaier et al., 2002, S.105).

Weiterbildung, also lebenslanges Lernen, persönliche Bildung, Fortbildung, etc., ist für jedes Mitglied unserer Gesellschaft ein wichtiger Aspekt, denn „Bildung und Qualifikation zielen auf Entwicklung der Persönlichkeit, Teilhabe an der Gesellschaft und Beschäftigungsfähigkeit. Diese drei Dimensionen sind immer zusammen zu sehen“ (Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), 2000, S.3).

Bei Betrachtung der Fragestellung „ist die Teilnahme an Weiterbildung eine Frage der persönlichen Bildung?“ liegt es nahe, die Wörter, welche die unterschiedlichen Sachverhalte gruppieren, in Begriffen zu benennen (Wolf, 1998, S.34). So sind hier zu nennen, „Teilnahme“, „Weiterbildung“ und „persönliche Bildung“. Der Begriff „Teilnahme“ ist für die Relevanz dieser Arbeit nur insofern von Bedeutung, als dass entweder eine Teilnahme an Weiterbildungsmöglichkeiten gegeben ist, oder eben nicht, bzw., ob eine Abhängigkeit zwischen der Teilnahme an Weiterbildung und persönlicher Bildung besteht und falls ja, in welchem Umfang? Deshalb wird auf diesen Begriff im Laufe dieser Arbeit nur knapp eingegangen werden. Entscheidender sind die Begriffe Weiterbildung und persönliche Bildung.

Da es den Umfang dieser Arbeit sprengen würde alle Diversifizierungen und Teilbereiche von Weiterbildung und persönlicher Bildung zu betrachten, wird die anfängliche Frage, ob die Teilnahme an Weiterbildung eine Frage der persönlichen Bildung ist, unter Einbeziehung folgender Punkte betrachtet:

1. Teilnahme an allgemeiner und beruflicher Weiterbildung nach Schulbildung.
2. Teilnahme an beruflicher Weiterbildung nach beruflicher Qualifikation.

2.1.1 Weiterbildung

Der Begriff Weiterbildung ist zunächst so allgemein, dass je nach Auffassung und individuellem Verständnis völlig unterschiedliche Abläufe, Vorgänge und Maßnahmen verstanden werden können.

Weiterbildung ist die Teilnahme an Kursen und Lehrgängen aber auch informelles Lernen, zum Beispiel am Arbeitsplatz im Sinne von Selbstlernen, Beobachten und Ausprobieren, die Lektüre von Fachbüchern und Fachzeitschriften, sowie andere Formen des innerbetrieblichen Lernens (Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), 2005a, S.7,8).

Wenn von Weiterbildung gesprochen wird, ist auch stets zu bedenken, dass Weiterbildung niemals nur eine Form der Bildung meint. So werden nach Ansicht des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) alle Weiterbildungsangebote, welche nicht direkt berufsbezogen sind, als allgemeine Weiterbildung gesehen. Als berufliche Weiterbildung gilt das klassische Feld von Kursen zur Ergänzung oder Vertiefung beruflicher Kenntnisse, unterschieden in Umschulung, Aufstiegsfortbildung und Anpassungsfortbildung (Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), 2008). Was früher auch als Fortbildung und Umschulung betitelt wurde, ist heute im Sozialgesetzbuch III (SGB III) unter dem Oberbegriff „Berufliche Weiterbildung“ zu finden (Sozialgesetzbuch, 2004).

Im Leben einer Person ist allgemeine und berufliche Weiterbildung oft nicht strikt zu trennen. So bildet man sich auch weiter, wenn man zum Beispiel eine neue Sprache erlernt, Interesse an dieser neuen Sprache vielleicht im Urlaub bekommen hat, dann beispielsweise im Beruf von der neu erworbenen Fähigkeit profitiert und diese noch weiter ausbaut. Auch der Umgang mit neuen Medien wie Computer und Internet findet häufig Anwendung sowohl im privaten als auch im beruflichen Bereich.

Selbst die fortlaufende Entwicklung oder Veränderung von Schlüsselqualifikationen kann als Weiterbildung gesehen werden. Dieter Mertens, Direktor des Forschungsinstituts der Bundesanstalt für Arbeit (1974) definiert Schlüsselqualifikationen als „solche Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten, welche nicht unmittelbaren und begrenzten Bezug zu bestimmten, disparaten praktischen Tätigkeiten erbringen, sondern vielmehr die Eignung für eine große Zahl von Positionen und Funktionen als alternative Optionen zum gleichen Zeitpunkt, und die Eignung für die Bewältigung einer Sequenz von (meist unvorhersehbaren) Änderungen von Anforderungen im Laufe des Lebens“ (Mertens 1974, zitiert nach Anderseck, 1995, S.6).

Weiterbildung ist also auch immer Teil der persönlichen Bildung. Was genau ist hierunter zu verstehen?

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Details

Seiten
25
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783638046121
ISBN (Buch)
9783638941907
Dateigröße
1.2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v91225
Institution / Hochschule
FernUniversität Hagen – Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften
Note
2,0
Schlagworte
Teilnahme Weiterbildung Frage Bildung Empirische Bildungsforschung Methoden Modul

Autor

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