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Bulimia nervosa und deren Therapie

Studienarbeit 2006 17 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Essstörungen
2.1 Definition Bulimia nervosa
2.1.1 Merkmale und Symptome einer Bulimie
2.1.2 Körperliche und psychische Beschwerden bei der Bulimie
2.1.3 Entstehung einer Bulimie
2.1.4 Epidemiologie der Bulimie

3. Therapie
3.1 Kognitive Verhaltenstherapie bei Bulimia nervosa
3.1.1 Beginn der Therapie
3.1.2 Abbau von gewichtsreduzierenden Ess- Verhalten
3.1.3 Veränderung im Umgang mit Problembereichen und verzerrter Gedanken
3.1.4 Rückfallprophylaxe
3.2 Die wichtigsten Grundgedanken der systemischen Therapie
3.2.1 Beispiel für einen Therapieverlauf

4. Zusammenfassung

5. Anlage

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In den letzten Jahren hat sich die Zahl der Bulimiepatienten deutlich erhöht. Bei Frauen im Alter zwischen 18 und 25 Jahren sind nach Schätzungen, des Max-Planck- Instituts für Psychiatrie, bis zu 20% betroffen. Es gibt für diese Erkrankung eine Vielzahl von Therapiemodellen.

Die Erfolge der jeweiligen Therapie sind höher als bei der Therapie von Magersucht. Der Erfolg einer Therapie hänget sehr mit dem Beginn einer Therapie zusammen. Je früher eine Therapie beginnt, desto besser stehen die Chancen für einen Erfolg. Dieser Aspekt stellt ein großes Problem dar, da viele Betroffenen ihre Krankheit lange Zeit verheimlichen. Die Mortalitätsrate liegt zwischen 0,5-1% der Betroffenen pro Jahr.

Dieser Studienarbeit liegen folgende Ziele zu Grunde:

- Allgemeine Fakten über Essstörungen und der Bulimia nervosa zu vermitteln
- Kognitive Verhaltenstherapie sowie die systemische Therapie zu beschreiben

Meine Studienarbeit ist dementsprechend gegliedert:

Die Aspekte unter dem 2. Punkt sind allgemeine Fakten zum Thema.

Ich erkläre, was Essstörungen und Bulimie sind, welche Merkmale und Symptome eine Bulimie haben kann. Weiter gehe ich auf das Vorkommen, die Folgen und auf die Ursachen einer Bulimie ein.

Unter dem 3. Punkt bearbeite ich zwei Therapiemodelle. Die Kognitive Verhaltenstherapie und die systemische Therapie.

2. Essstörungen

„Essstörungen gehören zur Gruppe der psychosomatischen Erkrankungen.“[1] Sie beginnen sehr oft in der Pubertät. Unter Essstörungen werden zwei eindeutige Symptome gefasst, die Magersucht (Anorexia nervosa) und die Ess- Brech- Sucht (Bulimia nervosa). Übergewichtsstörungen werden nicht als eigenständige Störung genannt, aber sie können mögliche Vorläufer für die oben genannten Störungen sein. Diese Erkrankungen treten zehn mal öfter bei Frauen als bei Männern auf.

2.1 Definition Bulimia nervosa

Die Bulimie kommt aus dem griechischen und bedeutet „Ochsenhunger“. Im lateinischen wird der Ochsenhunger mit Bulimia nervosa übersetzt. Die bekannter Bezeichnung der Bulimia nervosa ist die Ess- Brech - Sucht.

Diagnosekriterien für Bulimia nervosa nach ICD- 10 lauten, wie folgt:[2]

- Eine andauernde Beschäftigung mit Essen, eine unwiderstehliche Gier nach Nahrungsmitteln und Essattacken, bei denen große Mengen Nahrung innerhalb kurzer Zeit konsumiert werden.
- Versuch dem dickmachenden Effekt der Nahrung durch verschiedene Verhaltensweisen entgegenzusteuern:
- selbstinduziertes Erbrechen, Missbrauch von Abführmitteln.
- zeitweilige Hungerperioden,
- Gebrauch von Appetitzüglern, Schilddrüsenpräparaten oder Diuretika.

Bei Diabetikern kann es zu einer Vernachlässigung der Insulinbehandlung kommen.

- Krankhafte Furcht davor, dick zu werden; selbst gesetzte Gewichtsgrenze, die weit unter dem prämorbiden oder „gesunden“ Gewicht liegt.
- Häufig besteht in der Vorgeschichte eine Episode einer Anorexia nervosa.

2.1.1 Merkmale und Symptome einer Bulimie

Hauptmerkmale einer Bulimie sind Heißhunger- oder Fressanfälle, sowie Maßnahmen zur Verhinderung einer Gewichtszunahme z.B. Erbrechen oder Diäten.

Ein Fressanfall wird definiert als der Verzehr einer bestimmten Nahrungsmenge innerhalb einer gewissen Zeit, jedoch muss die Menge wesentlich größer sein, als die, die die meisten Menschen in dieser Zeit essen würden. Die Anzahl der Fressanfälle liegt zwischen zweimal pro Woche und bis zu zwanzig mal am Tag. Die konsumierten Nahrungsmittel sind hochkalorisch. Während eines Fressanfalls nehmen manche Frauen bis zu 1200 Kalorien zu sich; bei mehreren Essanfällen die aufeinander folgen können es auch bis 26000 Kalorien sein. Nach den Fressanfällen erfolgt meistens das Erbrechen der Nahrung. Entweder aus Angst zu zunehmen, aus Scham über den eigenen Kontrollverlust oder wegen den Unmengen im Magen.

Ein weiteres Merkmal ist der zunehmende Kontrollverlust, man kann nicht mehr aufhören zu essen bzw. man verspürt einen Zwang zu essen.

Die Bulimie wird von den Betroffenen so versteckt, dass Vertrauenspersonen dies oft über Jahre hinweg nicht bemerken. Im Durchschnitt vergehen drei- fünf Jahre bis eine Bulimie behandelt wird. Eine frühzeitige Behandlung ist wichtig, da mit jedem weiteren Jahr die Genesungschancen sinken.

2.1.2 Körperliche und psychische Beschwerden bei der Bulimie

Körperliche Beschwerden:[3]

- Herzrhythmusstörungen
- Blutarmut
- Störungen des Säure- Basen- Haushaltes
- Elektrolytstörungen
- Geschwüre im Magen oder Zwölffingerdarm
- Nervenschädigung
- Lanugobehaarung
- Hirnatrophie
- Untergewicht (im Extremfall bis zum Verhungern)

Psychische Probleme:

- Störungen des Körperbildes
- Selbstwertprobleme
- Psychosoziale und sexuelle Probleme
- Depressionen
- Ausgeprägte Leistungsorientierung

[...]


[1] Buddeberg-Fischer, B: Früherkennung und Prävention von Essstörungen, Essverhalten und Körpererleben bei Jugendlichen. Stuttgart/New York 2000, S.6.

[2] Jacobi, C./ Paul, T./Thiel, T.: Essstörungen, Fortschritte der Psychotherapie. Göttingen 2004, S.6.

[3] Jacobi, C./ Thiel, A./ Paul, T: Kognitive Verhaltenstherapie bei Anorexia und Bulimia nervosa. Weinheim 2000, 2.Auflage, S. 8 ff.

Details

Seiten
17
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638056175
Dateigröße
387 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v91308
Institution / Hochschule
Duale Hochschule Baden-Württemberg, Villingen-Schwenningen, früher: Berufsakademie Villingen-Schwenningen
Note
1,1
Schlagworte
Bulimia Therapie

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