Lade Inhalt...

Identifikation von hochbegabten Kindern und Schülern durch Intelligenztests

Hausarbeit 2008 11 Seiten

Pädagogik - Der Lehrer / Pädagoge

Leseprobe

Gliederung

Einleitung

1. Hochbegabung
1.1 Definition
1.2 Intelligenzquotient

2. Identifikation von hochbegabten Kindern/Schülern
2.1 Intelligenztest
2.2 Hamburg- Wechsel- Intelligenztest

3. Schlussfolgerung

Einleitung

In dieser Ausarbeitung geht es um begabte Kinder - und schon bei dem Wort „begabt“ fangen die Schwierigkeiten an, denn was ist Hochbegabung und wie erkenne ich Sie. Manche sprechen von hoch begabten, andere von hoch intelligenten, wieder andere von besonders befähigten und talentierten Kindern. Mädchen und Jungen, die sich durch früh entwickelte, weit überdurchschnittliche Fähigkeiten und durch ihre Interessen von Gleichaltrigen unterscheiden. Dies kann den mathematisch-naturwissenschaftlichen, den sprachlichen, den musisch-künstlerischen, den sportlichen oder den handwerklichen Bereich betreffen. Manche Kinder sind auch auf mehreren Gebieten besonders begabt. Hier ein Beispiel: Ganesh Sittampalam im Londoner Stadtteil Wimbledon, Sohn ceylonesischer Einwanderer, wurde 1992 mit 13 Jahren und vier Monaten an der Universität Surrey in Guilford der jüngste Träger eines Bachelor-Titels erster Klasse für Mathematik. Das Studium absolvierte er in zwei statt der üblichen drei Jahre neben der Schule, die er für die anderen Fächer noch weiter besuchte. Diese Kinder und Jugendlichen werden häufig als „Genies“ oder „Wunderkinder“ bezeichnet, doch verbirgt sich hinter dem vermeintlichen Wunder in der Regel eine besonders günstige Konstellation, in der eine hohe Begabung frühzeitig erkannt und konsequent mit hohem Aufwand gefördert wurde. Bei ausgeprägtem Leistungswillen und Spaß an der Sache bewältigen solche Kinder über Jahre ein tägliches Arbeitspensum von vielen Stunden. Derart außergewöhnliche Frühentwicklungen sind jedoch die Ausnahme. Extremvarianten der Begabungsentfaltung können aus pädagogischer und psychologischer Sicht sogar durchaus problematisch sein. Meistens verläuft die Entwicklung begabter Kinder weitaus weniger dramatisch.

Wenn Eltern oder Lehrerinnen und Lehrer mehr über besondere Begabungen erfahren wollen, dann lautet ihre erste Frage fast immer: „Wie erkennt man denn überhaupt, ob ein Kind hoch begabt ist?“ - Ist der oder die Klassenbeste in der Regel auch außergewöhnlich begabt? Wie steht es mit dem Kind, das sich mit vier Jahren selbst das Lesen beigebracht hat? Kann eine bestimmte Schülerin/ein bestimmter Schüler, die/der im mathematischnaturwissenschaftlichen Bereich brillante, im sprachlichen Bereich aber nur mäßige Leistungen aufweist, als hoch begabt gelten oder nicht? Einige dieses fragen sollen in der Ausarbeitung geklärt und näher beleuchtet werden.

1. Hochbegabung

1.1 Definition

„Nach Paul Witty ist hochbegabt, wessen Leistung in einem potentiell wertvollen Bereich menschlicher Aktivität durchgängig bemerkenswert ist! Es gibt viele Definitionen, doch genauso viele Hochbegabungen in den verschiedensten Gebieten.“1

Hochbegabung wird heute überwiegend verstanden als ein geistiges Potential, welches sich unter günstigen Bedingungen zu herausragenden Leistungen und Kenntnissen entwickeln kann, aber nicht muss. Im Gegensatz dazu beschreibt der Begriff Genie Personen, die sich durch extrem hohe Leistungen in bestimmten Gebieten auszeichnen und durch diese auch in die Geschichte eingehen. Als Expertin oder Experten wiederum bezeichnet man Personen, die in einem bestimmten Gebiet eine sehr gut organisierte und reichhaltige Wissensbasis erworben haben, die ihr Wissen flexibel anwenden können und die neues Wissen leicht und schnell hinzu lernen.

Hochbegabung wird also seltener über herausragende Leistungen definiert oder über einen großen Reichtum an Wissen und Kenntnissen, sondern vielmehr als ein geistiges Potential für die Entwicklung solcher Leistungen und Kenntnisse.

Der Marland Report (1972) unterscheidet sechs Hauptkategorien von hochbegabten und talentierten Kindern. Erfasst waren Kinder mit demonstrierten Leistungen und/oder Potential in einem der folgenden Bereiche: Allgemeine geistige Fähigkeiten, spezifische Schulneigung, Kreatives oder Produktives Denken, Führungsqualität, Bildende oder darstellende Künste und Psychomotorische Fähigkeiten. Obwohl psychomotorische Fähigkeit (z.B. Leichtathletik) überwiegend ausgeklammert wird, decken diese Kategorien einen breiten Hochbegabungsbereich ab, der den Rahmen eines Intelligenzbegriffs sprengt. In der Praxis jedoch betonen die meisten Programme die ersten zwei oben genannten Kategorien und rücken dabei geitige Fähigkeiten und Schulneigung der Kinder in den Brennpunkt.

Kinder mit spezifischen Talenten, zum Beispiel für bildende Kunst oder Musik, aber ohne hohes intelligensniveau, werden gewöhnlich vernachlässigt und kommen zu kurz. Wenn die Eltern es sich finanziell leisten können, sorgen sie Privat für Förderung.2

Reine IQ-Definitionen von Hochbegabung (z.B. IQ über 130) werden zwar aufgrund ihrer Klarheit und leichten Handhabbarkeit in der Forschung recht häufig verwendet, in der Förderpraxis kommen sie jedoch eher selten vor. Hier betrachtet man neben der Intelligenz häufig noch weitere Merkmale wie die Motivation, die Kreativität oder die Interessen einer Person. Dennoch ist man sich weitestgehend darüber einig, dass eine hohe Intelligenz eine notwendige Bedingung für intellektuelle Hochbegabung ist. Zu beachten ist dabei, dass es kein natürliches Kriterium dafür gibt, ab welchem IQ man es mit Hochbegabung zu tun hat - genauso wenig, wie es ein solches Kriterium dafür gibt, ab welcher Körpergröße jemand als außergewöhnlich groß bezeichnet werden kann. Die Wahl eines Grenzwertes wie ein IQ von 130 kann nützlich sein, wenn es darum geht, Hochbegabte mit nicht Hochbegabten zu vergleichen oder Plätze für ein Programm zu vergeben, bei dem es mehr Bewerberinnen und Bewerber gibt als aufgenommen werden können. Das strikte Festhalten an einem IQ von 130 als Grenzwert für das Vorliegen von intellektueller Hochbegabung macht aber im Alltag oder bei der Begabungsförderung keinen Sinn, denn man würde kaum andere Leistungen von einem Kind mit einem IQ von 128 erwarten als von einem Kind mit IQ 130, wenn diese Kinder sich sonst nicht unterscheiden.

Unter einer intellektuellen Hochbegabung wird häufig eine besonders hohe Ausprägung von Intelligenz verstanden. Üblicherweise wird von einer Hochbegabung ab einem Intelligenzquotienten (IQ) von 130 ausgegangen. Verwendet man dieses Kriterium für Hochbegabung, so kommt sie relativ selten vor: Nur etwa zwei von 100 Kindern (exakt 2,17%) haben einen IQ von 130 oder höher.

In manchen Zusammenhängen, zum Beispiel bei der Auswahl von Kindern und Jugendlichen für bestimmte Begabtenförderprogramme, wird intellektuelle Hochbegabung nicht allein über eine hohe Intelligenz, sondern zusätzlich über weitere Begabungsaspekte oder Kriterien definiert. Das können zum Beispiel herausragende Schulleistungen, eine hohe Motivation oder eine außergewöhnliche Kreativität sein. Manchmal werden die verschiedenen Kriterien so verstanden, dass sie sich gegenseitig kompensieren können.3 Das heißt zum Beispiel, dass eine besonders große Leistungsmotivation eine nicht ganz so hohe Intelligenz ausgleichen stark ausgeprägt sind, individuelle relative Schwächen können dann nicht durch besondere Stärken in anderen Bereichen ausgeglichen werden. Da diese Kriterien in verschiedenen Kontexten ganz unterschiedlich definiert sein können, kann man bei dieser Art der Definition von Hochbegabung nicht genau sagen, wie viele Kinder und Jugendliche hochbegabt sind. Mädchen und Jungen unterscheiden sich nicht in ihrer allgemeinen Intelligenz und es gibt in etwa gleich viele hochbegabte Jungen und Mädchen. Jedoch gibt es kleine Unterschiede zwischen den Geschlechtern in bestimmten, eng umgrenzten Begabungsbereichen. Jungen können im Durchschnitt etwas besser räumliche Probleme lösen. Sie können sich zum Beispiel leichter vorstellen, wie ein Gegenstand aussehen würde, wenn man ihn drehen würde. Mädchen können bestimmte sprachliche Aufgaben (z. B. das Finden von Synonymen) etwas besser lösen als Jungen.

Bei diesen Unterschieden ist jedoch zu beachten, dass sie sich auf die Mittelwerte von Gruppen beziehen. Im Einzelfall gibt es einerseits viele Mädchen, die räumlichen Probleme besser lösen können als viele Jungen, und andererseits viele Jungen, die sprachlich gewandter sind als viele Mädchen. Zudem sind die Mittelwertsunterschiede eher klein. Die Spannbreite der Verteilung der Fähigkeit innerhalb einer Geschlechtergruppe ist in der Regel deutlich größer als die Gruppenunterschiede! Auch hat man beobachtet, dass die Mittelwertsunterschiede in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich geringer geworden sind.

2. Identifikation von hochbegabten Kindern/Schülern

Man versteht den Vorgang als einen Prozess der Entdeckung jener Schüler, die den in einer bestimmten Schule oder einem System festgelegten Kriterien der Hochbegabung genügen. Dies sollte so früh wie möglich einsetzen, systematisch und nach einem vertretbaren Plan geschehen. Dafür gibt es viele Tests, auf den verschiedensten Gebieten. Sie alle haben gewisse Vorzüge, aber keine von Ihnen - vor allem nicht ein einzelnes Maß der Intelligenz - reicht für sich alleine schon aus.

[...]


1 Wieczerkowski, Wilhelm/ Wagner, Harald (Hrsg.), Das hochbegabte Kind, Düsseldorf 1981, S. 24.

2, James T./Meckstroth, Elisabeth A./Tolan, Stephanie S., Hochbegabte Kinder, ihre Eltern, ihre Lehrer. Ein Ratgeber, Bern 1998, S. 17-19. 2 1.2 Intelligenzquotient

3 Vgl. Werner, Thomas, Mein Kind ist hochbegabt. Außergewöhnliche Begabung erkennen und fördern, Econ Verlag 2002. 3 könnte. In anderen Fällen wird vorausgesetzt, dass alle erforderlichen Begabungsaspekte

Details

Seiten
11
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783638056335
Dateigröße
825 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v91390
Institution / Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
1,8
Schlagworte
Hochbegabung Integrationspädagogik

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Identifikation von hochbegabten Kindern und Schülern durch Intelligenztests