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Onlinebanking. Eine kurze Darstellung der Chancen und Risiken

Hausarbeit 2018 17 Seiten

BWL - Bank, Börse, Versicherung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Einleitung und Problemstellung

2 Aktueller Stand des Online-Bankings in Deutschland
2.1 Verursachte Kosten durch Bargeld
2.2 Schadensbegrenzung durch den Umstieg auf Online-Banking

3 Risiken des Online-Bankings
3.1 Möglichkeiten des Betruges
3.2 Haftung im Betrugsfall oder bei Irrtümern

4 Sicherheitsverfahren im Online-Banking
4.1 PIN/TAN Verfahren
4.1.1 TAN-Liste
4.1.2. iTAN
4.1.3. SMS-TAN
4.1.4 ChipTAN
4.2 HBCI-Verfahren
4.2.1 DDV mit Chipkarte
4.2.2 RDH mit Chipkarte
4.2.3 RDH in Dateiform
4.3 HBCI- & TAN-Verfahren im Vergleich in Bezug auf die Verbreitung
4.4 Ranking der verschiedenen Sicherheitsverfahren

5 Chancen des Online-Bankings
5.1 Instant Payments
5.2 Mobile-Payment / Online-Banking Programme
5.2.1 Rea-dy
5.2.2 Paybox
5.2.3 Yapital
5.2.4 MyWallet

6 Zusammenfassung und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Anteil der Nutzer von Online-Banking in Deutschland von 2016 bis 2018 nach Alters-Gruppen (Quelle: Bundesverband deutscher Banken, 2018, S. 4)

Abbildung 2: Umfrage zum Gefährdungsgefühl beim Online-Banking in Deutschland 2018 (Quelle: Deutschland sicher im Netz, 2018, DsiN Sicherheitsindex 2018, S.36)

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Sicherheitsranking nach verschiedenen Quellen

1 Einleitung und Problemstellung

In dieser Seminararbeit geht es um die Risiken und Chancen des Online-Bankings. Zu Beginn soll ausgearbeitet werden, wie der aktuelle Stand des Online-Banking in Deutsch­land ist. Dazu werden verschiedene Statistiken und Daten herangezogen und ausgewertet. Ebenfalls wird ermittelt, welche Kosten durch Barzahlungen entstehen. Danach wird auf­gezeigt, welche aktuellen Risiken bestehen und auf Rechtsprechungen eingegangen, wie diese das Online-Banking mitbestimmen. Näher eingegangen wird bei den Sicherheits­verfahren auf das TAN-Verfahren und HBCI-Verfahren. Diese werden kurz erläutert und nach ihrem jeweiligen Sicherheitsstandard bewertet. Zudem wird die Verbreitung in Deutschland betrachtet. Zum Schluss werden aktuelle Programme der Zahlungsabwick­lung im Internet betrachtet und analysiert.

Das Problem des Online-Bankings ist, dass es noch einen großen Anteil an Menschen gibt, die kein Online-Banking nutzen, da sie denken, dass es viele Gefahren gibt. Diese Gefahren, können aber einfach durch aktuelle Sicherheitstechnik abgewehrt werden. Es ist ein nicht genutztes Potenzial, wenn Online-Banking nicht genutzt und weiter ausge­baut wird.

2 Aktueller Stand des Online-Bankings in Deutschland

In Deutschland wird die Möglichkeit Bankgeschäfte, wie beispielsweise Überweisungen durch Online-Banking zu erledigen immer häufiger genutzt. 2018 hat die Hälfte der deut­schen Bevölkerung das Online-Banking genutzt, im Jahr 2017 waren es nur 45 % der Bevölkerung. Darunter benutzen vorwiegend Menschen im jungen und mittleren Alter die heutigen Möglichkeiten. 69 % der Deutschen im Alter von 40 bis 50 nutzen das On­line-Banking, damit hat diese Altersgruppe den größten Zuwachs im Jahr 2018. Darüber hinaus nutzen gerade mal 23 % der älteren Bevölkerungsgruppe ab 60 Jahren das Online- Banking.1 2

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Anteil der Nutzer von Online-Banking in Deutschland von 2016 bis 2018 nach Alters-Gruppen (Quelle: Bundesverband deutscher Banken, 2018, S. 4.)

Es lässt sich ein Trend erkennen, dass umso älter die Bevölkerung wird, umso weniger sie die neuartigen Möglichkeiten nutzen. Den größten Anteil an Nutzem hat die Alters­gruppe der 18-29 jährigen. Es hat den Anschein, dass dieser Personenkreis den neuen Medien offener gegenübersteht als die ältere Bevölkerung.2

Ebenso nutzen rund drei Viertel der Bevölkerung einen stationären PC, um ihre Bankge­schäfte abzuwickeln. Nur ein Viertel der Befragten nutzen schon die mobilen Varianten.3 Laut einer Studie der deutschen Bundesbank, trägt jeder Bürger ca. 103,00 € in seinem Portmonee. Das Zahlen per Bargeld hat immer noch eine hohe Bedeutung in Deutschland. Dabei wird im Einzelhandel, bei einem Restaurantbesuch oder beim Bezahlen von Medi­kamenten immer noch am meisten bar bezahlt. Wiederum liegt der Anteil der Barzahlun­gen beim Tanken oder längerfristigen Anschaffungen deutlich niedriger. Bei Einkäufen die Online erledigt werden, ist eine Barzahlung so gut wie nicht vorhanden.4

2.1 Verursachte Kosten durch Bargeld

Durch den Einsatz von Bargeld entstehen der Deutschen Wirtschaftjedes Jahr erhebliche Kosten. Unter anderem entstehen den Banken und dem stationären Handel Kosten durch den Transport des Geldes und die Sicherung vor Diebstahl und Fälschung. Weiterhin muss beachtet werden, dass auch die Arbeitszeit zur Verwaltung des Bargeldbestandes Kosten verursacht. Selbst für die Bürger entstehen kosten, etwa durch den Weg zum Bankautomaten oder zum Schutz durch Wohnungseinbrüche.5 Laut einer Studie der Steinbeis-Hochschule aus dem Jahr 2013 belaufen sich die volkswirtschaftlichen Kosten des Bargeldsystems auf 8 Milliarden Euro.6

2.2 Schadensbegrenzung durch den Umstieg auf Online-Banking

Viele Länder haben über die Jahre hinweg versucht, das Bargeld teilweise oder ganz ab­zuschaffen, um damit Geldwäsche unter Kontrolle zu halten. Indien hat am 8. November 2016 beschlossen, dass ab diesen Tag alle 500- und 1000 Rupien-Scheine wertlos werden. Damit waren circa 90 % des Papiergeldes aus dem indischen Wirtschaftskreislauf ent­fernt. Die Bürger konnten ihre wertlos gewordenen Scheine bei einer Bank einzahlen oder diese gegen kleine Scheine tauschen. Wenn dann die Einlagen vom angegebenen Ein­kommen abweichen sollten, hat die indische Finanzbehörde den Bürger genauer unter­sucht.7 Ebenso wird durch die Anonymität der Bargeldzahlungen, die Schwarzarbeit in Deutschland vorangetrieben. Es wurden 2016 in Deutschland 330 Milliarden Euro durch Schwarzarbeit erwirtschaftet. Dies entspricht 10,4 % des Bruttoinlandsprodukts von Deutschland.8

3 Risiken des Online-Bankings

Es gibt eine Vielzahl von Risiken im Online-Banking. Alleine im Jahr 2016 gab es in Deutschland 82.649 Fälle von Cyberkriminalität. Hingegen gab es im Jahr 2015 nur 45.793 Delikte, dies entspricht einer Steigerung von 80 %.9 Es gibt verschiedenste Mög­lichkeiten, mit denen Betrüger versuchen an die Bankdaten der Kunden zu gelangen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Umfrage zum Gefährdungsgefühl beim Online-Banking in Deutschland 2018 (Quelle: Deutschlandsi- cherim Netz, 2018, DsiNSicherheitsindex2018, S. 36.)

Von Rund 2.000 Befragten halten 74,6 % aller Befragten Online-Banking für gefährlich.

3.1 Möglichkeiten des Betruges

Betrüger versuchen es mit vielen verschiedenen Möglichkeiten, die Daten der Nutzer ab­zufangen beziehungsweise zu speichern. Eine Form der unbemerkten Datenspeicherung ist das sogenannte Phishing. Bei diesem Verfahren versuchen die Betrüger die Kontoda­ten der Nutzer zu erhalten. Der Nutzer erhält eine E-Mail, die im Aufbau einer E-Mail des Bankinstituts des Kunden nachempfunden ist. In dieser Mail wird er aufgefordert seine Kontodaten zu aktualisieren. Über einen Link kommt er dann auf die Webseite der Betrüger. Diese ähnelt der originalen Webseite, damit der Nutzer nicht merkt, dass er betrogen wird. Wenn dieser nun seine Daten eingibt, werden sie im Hintergrund gespei­chert und schon besitzen die Betrüger die Kontodaten.10

3.2 Haftung im Betrugsfall oder bei Irrtümern

Wenn man fälschlicherweise eine andere Kontonummer angibt und daraufhin das Geld an ein falsches Empfängerkonto überwiesen wird, kann die Bank nicht haftbar gemacht werden. Die Empfängerbank ist im beleglosen Überweisungsverkehr nicht verpflichtet, die Kontodaten zu prüfen, da anzunehmen ist, dass der Kontoinhaber die Überweisung sorgfältig geprüft hat. So ist sie berechtigt die Überweisung ohne Prüfung durchzufüh­ren.11

Sollte eine TAN während eines Telefonates an Dritte weitergegeben werden, so stellt dies den Tatbestand einer groben Fahrlässigkeit dar. Bei diesem ist die Bank nicht verpflichtet, für den entstandenen Schaden aufzukommen. Da beim mobilen TAN-Verfahren nur eine TAN erstellt wird, wenn ein Überweisungsauftrag vorliegt, sollte dem Empfänger der SMS bewusst sein, dass sie betrogen wird.12

4 Sicherheitsverfahren im Online-Banking

Es wird zwischen zwei Sicherungsverfahren unterschieden. Auf der einen Seite ist das PIN/TAN -basierte Verfahren und auf der anderen das HBCI-Verfahren. Dabei ist das HBCI-Verfahren das sicherere beider Verfahren.13

4.1 PIN/TAN Verfahren

Bei diesem Verfahren werden zwei Passwörter und eine Benutzerkennung benötigt, um eine Transaktion durchzuführen. Für die Anmeldung wird eine Benutzerkennung, zum Beispiel eine Kontonummer oder ein selbstausgedachter Benutzername, und eine PIN benötigt. Die PIN ist die Personal Identification Number des Nutzers. Um nun eine Trans­aktion erfolgreich durchführen wird eine TAN benötigt. Die TAN ist eine Transaktions­nummer. Dabei ist der PIN des jeweiligen Nutzers immer dieselbe, solange sie nicht ma­nuell geändert wird. Das Verfahren wurde 1984 eingeführt. Die TAN fungiert als ein einmaliges Passwort.14 Im weiteren Verlauf wird auf die einzelnen Arten des Verfahrens eingegangen.

4.1.1 TAN-Liste

Bei dieser Art des TAN-Verfahrens wird dem Bankkunden per Post ein Brief mit diversen Transaktionsnummem zugestellt. Möchte er eine Transaktion während des Online-Ban­king durchführen, so wird er aufgefordert eine beliebige TAN von der Liste einzugeben. Sollten auf dieser Liste alle TANs verwendet worden sein, schickt die Bank automatisch eine neue Liste an den Kunden.15

4.1.2. iTAN

iTAN bedeutet indizierte TAN. Dieses Verfahren ähnelt der TAN-Liste sehr, da der Bankkunde ebenfalls eine Liste mit TANs zugesendet bekommt. Möchte dieser aber nun eine Transaktion durchführen wird er aufgefordert, eine spezielle TAN der Liste einzu­geben. Somit ist immer nur eine TAN aktiviert. Das stellt einen erheblichen Vorteil ge­genüber der TAN-Liste dar, da Angriffe erschwert werden.16

4.1.3. SMS-TAN

Hier wird gänzlich auf eine vorab verschicke TAN-Liste der Bank verzichtet. Der Bank­kunde muss bei seiner Bank ein Mobiltelefon registrieren lassen, welches die Transakti­onsnummer empfangen kann. Diese SMS kann unter anderen auch noch den Betrag, den Verwendungszweck oder die Empfängerdaten enthalten. Die Bank erhält einen Auftrag, dass eine Transaktion durchgeführt werden soll, daraufhin erstellt das Finanzinstitut eine TAN, die der Kunde per SMS erhält. Diese erstellte TAN ist zeitlich begrenzt.17

4.1.4 ChipTAN

Der Bankkunde erhält von seiner Bank ein Gerät, welches die TAN automatisch erzeugt. Nun muss die Bankkarte in das Lesegerät geschoben und die Überweisungsdaten über­prüft werden, danach wird automatisch eine TAN erstellt. Diese erstellte TAN kann nun online eingegeben werden.18

[...]


1 Vgl. BundesverbanddeutscherBanken, Online-BankinginDeutschland, 2018, S. 2.

2 Eigene Annahme

3 Vgl. Bundesverband deutscher Banken, Online-Banking in Deutschland, 2018, S. 2.

4 Vgl. Deutsche Bundesbank, Zahlungsverhalten, 2015, o. S.

5 Vgl. Hierl, L., Mobile Payments, 2017, S. 184. f.

6 Vgl. Steinbeis-Hochschule, Cost of Cash, 2013, o. S.

7 Vgl. WadhawanJ., Überfall, 2016, S. 32. f.

8 Vgl. Schneider, F., Schattenwirtschaft, 2017, o. S.

9 Vgl. Cosmosdirekt, Sicheres Online-Banking, 2018, [online]

10 Ebd.

11 Vgl. Leidigkeit, W., Risikendes Online-Banking, 2008, o. S.

12 Vgl. AmtsgerichtMünchen, Phishing, 132C 49/15, 2017.

13 Vgl. Kubicek, H., Diederich, G, SicherheitenOnline-Banking, 2015, S. 30 f.

14 Vgl. Kubicek, H., Diederich, G, SicherheitenOnline-Banking, 2015, S. 32.

15 Vgl. Kubicek, H., Diederich, G, SicherheitenOnline-Banking, 2015, S. 33.

16 Vgl.ebd.,S.33.

17 Vgl. ebd., S. 33.

18 Vgl. ebd., S. 33. f.

Details

Seiten
17
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783346262479
ISBN (Buch)
9783346262486
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v921996
Institution / Hochschule
FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule
Note
2,3
Schlagworte
onlinebanking eine darstellung chancen risiken
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Titel: Onlinebanking. Eine kurze Darstellung der Chancen und Risiken