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Regionale Umweltprobleme und Migration aus Sicht der ökonomischen Theorie

Diplomarbeit 2002 67 Seiten

VWL - Umweltökonomie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Der Gegenstand dieser Arbeit
1.2 Der Hintergrund des Themas
1.3 Die empirische Relevanz theoretischer Modelle
1.4 Der Aufbau der Arbeit

2 Migrations- und Umweltökonomik
2.1 Migrationsökonomik
2.1.1 Makroökonomische Migrationstheorien
2.1.2 Mikroökonomische Migrationstheorien
2.2 Umweltökonomik
2.2.1 ÖffentlicheGüter und externe Effekte
2.2.2 Internalisierung externer Effekte
2.2.3 Umweltqualität als räumliches öffentliches Gut und Spill- over-Effekte
2.3 Umwelt und Migration in der Finanzwissenschaft
2.3.1 Die Theorie des Finanzföderalismus
2.3.2 Das Tiebout-Modell

3 Umweltpolitik bei hoher Haushaltsmobilität
3.1 Zentrale versus dezentrale Umweltpolitik
3.2 ÖkonomischeBehandlung regionaler Umweltpolitik mit Migration
3.2.1 Der Modellrahmen
3.2.2 Die zentral organisierte Referenzökonomie
3.2.3 Die dezentral organisierte Ökonomie
3.2.4 Modellergebnisse
3.3 Ausgewählte Modellvarianten

4 Migrationspolitik im umweltpolitischen Kontext
4.1 Die Modellwelt
4.2 Migrationspolitik mit Quoten
4.3 Migrationspolitik mit Steuern
4.4 Interpretation der Ergebnisse
4.5 Modellzusammenhänge von Migration und Umwelt

5 Das Geflecht aus Migrations- und Umweltproblemen
5.1 Umweltschädigende Migration
5.2 Die Modellgrundlagen
5.3 Herleitung der Lösungen und Ergebnisse
5.3.1 Kann Migration umweltschädigend wirken?
5.3.2 Kann Migration umweltverbessernd wirken?
5.4 Kommentar der Ergebnisse und Kritik an den Annahmen

6 Fazit

7 Zusammenfassung und Ausblick

Literatur

1 Einleitung

1.1 Der Gegenstand dieser Arbeit

Menschliche Wanderungsbewegungen (Migration), Umwelt und Ökonomik sind a priori drei verschiedene Themengebiete, die getrennt und unabhängig voneinan- der betrachtet werden können. Häufig interessieren Verbindungen jeweils zweier dieser Themengebiete; so sind etwa die Migrationsökonomik und die Umweltöko- nomik anerkannte Forschungsgebiete. Auch die Verbindung von Migration und Umwelt scheint in der öffentlichen Wahrnehmung eine immer größere Rolle zu spielen, worauf einschlägige Konferenzen und Symposien hindeuten (vgl. IOM 1992 und Myers 1996).

Sucht man nach Auswirkungen von Migration und Umweltproblemen auf- einander, liegt es in der Natur der Sache, sich auf regionale Umweltprobleme zu beschränken, da globale Umweltprobleme kaum als Ursache für Migrations- ströme infrage kommen, die ja selbst ein regionales Phänomen sind. Auffällig ist jedoch, dass die Schnittmenge der drei Themen, also eine Disziplin, die Migra- tion und regionale Umweltprobleme speziell aus ökonomischer Sicht betrachtet, ein noch wenig bearbeitetes Gebiet ist. Abbildung 1 verdeutlicht nochmals die Zusammenhänge der drei Themengebiete. Die Zahlen in den Klammern bezie- hen sich dort auf die Abschnitte dieser Arbeit, in denen die jeweiligen Themen behandelt werden. Kernaufgabe ist die Behandlung der zentralen Schnittmenge aus Abbildung 1. Sie besteht im Wesentlichen aus verschiedenen Ansatzpunkten, die zeigen sollen, wie man versuchen kann, Verbindungen von Wanderungs- und Umweltproblemen mit ökonomischem Instrumentarium zu untersuchen.

Die Aufgabe, die sich stellt, ist damit, in der Fülle von Migrationsursachen und -auswirkungen diejenigen zu suchen, die die Umwelt berühren und umge- kehrt diejenigen Umweltprobleme zu suchen, die im Zusammenhang mit Migra- tion stehen, wobei das Blickfeld rein auf die volkswirtschaftliche Bedeutung all dessen begrenzt wird. Ausgeblendet werden also die soziologischen, die politik- oder auch die kulturwissenschaftlichen Komponenten von Migrations- und Um- weltthemen, die bereits für sich genommen jeweils reichhaltige Forschungsgebiete sind, denn gerade Umwelt und Migration sind Paradebeispiele, die stark interdis- ziplinär ausgerichtete Forschung erfordern. Die ausgeblendeten Gebiete werden in Abbildung 1 als nicht-ökonomische Verbindungen zwischen Umwelt und Migration bezeichnet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Übersicht über die Themengebiete dieser Arbeit

1.2 Der Hintergrund des Themas

Menschen, die aus physischem Zwang oder aus wirtschaftlicher Not ihre Heimat verlassen müssen oder wollen, hat es immer gegeben. Von den antiken Wan- derungsbewegungen aus den asiatischen Bergketten in die fruchtbaren Ebenen Mesopotamiens über die Völkerwanderungen im Mittelalter bis zu den mit der In- dustrialisierung beginnenden interkontinentalen Wanderungen der Neuzeit reicht das Phänomen der Migration in der menschlichen Geschichte. In unserer Zeit je- doch weist die Problematik der Migration eine Vielzahl neuer Aspekte auf. Durch die schnell wachsende und ungleich verteilte Weltbevölkerung gerät die Erde mit ihren natürlichen Ressourcen unter immer größeren Druck. Dadurch nimmt auch der Migrationsdruck zu, noch beschleunigt durch moderne Fortbewegungsmittel und sinkende Transportkosten (Eid 1999). Ebenso nimmt aber vor allem auch das Wohlstandsgefälle zwischen verschiedenen Regionen der Welt zu, das Migration in Richtung auf ökonomisch wohlhabendere, politisch sicherere und ökologisch attraktivere Regionen lenkt.

Eine wichtige Migrationsursache ist Flucht. Verglichen mit 23 Millionen ”tra- ditionellen“ Flüchtlingen, die vor politischer Unterdrückung und religiöser oder ethnischer Verfolgung fliehen, spielen gerade die[25]Millionen1

”Umweltflücht- linge“ eine immer wichtigere Rolle (Myers 1996 ). Meist werden als Umwelt- flüchtlinge Menschen bezeichnet, die ihre Heimat vorübergehend oder dauer- haft verlassen, weil durch natürliche oder menschlich bedingte (anthropogene) Einflüsse Umweltschäden entstanden sind. Als natürliche Umweltschäden gelten etwa Erdbeben, Wirbelstürme, Vulkanausbrüche und Flutkatastrophen. Solche Katastrophen hat es zwar immer gegeben, Anzahl und Ausmaß aber nehmen zu, auch weil immer mehr gefährdete Gebiete bewohnt werden. Zu den menschlich bedingten Umweltschäden zählen Bodenerosion, Wüstenausbreitung, Flussver- schmutzungen, Industrieunfälle, Verkehrs- und Abfallprobleme und nicht zuletzt auch Migration selbst.

Zwar hat es auch Eingriffe des Menschen in die Umwelt schon immer gegeben, jedoch reichten diese in vorindustrieller Zeit nicht aus, die Biosphäre grundlegend zu ändern. Trotz regionaler Übernutzung von Ressourcen blieb die Beziehung zwischen Mensch und Umwelt mehr oder weniger intakt. Erst seit der industriel- len Revolution ist der Mensch in der Lage, die natürliche Umwelt nachhaltig zu verändern. In vielen Ländern ist bei starkem Bevölkerungswachstum und gege- benen Anbaumethoden eine nachhaltige Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen oft nicht mehr möglich. Böden leiden unter ökologischer Degradation durch ein- seitige landwirtschaftliche Produktionstechnologien. Die Abnahme des Waldbe- standes und Zunahme des bebauten Ackerlandes verändert die Vegetationsdecke der Erde grundlegend. In der Verfügbarkeit von Wasser liegt ein steigendes Kri- senpotenzial. Durch den steigenden Wasserverbrauch werden in den nächsten Jahren rund 10 % der gesamten Süßwasserreserven der Erde verbraucht werden (Bächler 1994). In der Luft schließlich droht die exponentielle Zunahme von Treibhausgasen, das Klima nachhaltig zu verändern. Umweltflucht wird heute als Flucht vor den Auswirkungen solcher Veränderungen der Umwelt und des hohen Bevölkerungswachstums verstanden und ist damit ein Migrationsphänomen der Neuzeit.

In den Mittelpunkt des Interesses rückten in den letzten Jahren vor al- lem die besonders in Entwicklungsländern starken Wechselwirkungen zwischen Migrations- und Umweltproblemen. Massenmigration wird nicht nur als Folge, sondern auch als Ursache von Umweltschäden erkannt. An erster Stelle sind hier Probleme der Wasserverschmutzung und der Bodenerosion zu nennen. Nomadis- mus, Waldrodungen, Slumbildung und Abfallprobleme in Städten sind weitere Beispiele. So kann man sich etwa vorstellen, dass eine ökologische Verarmung der ländlichen Umwelt zu Landflucht führt, woraufhin die Verstädterung dann wiederum etwa durch Bildung von Slums die Umweltbelastung erhöht.

”Mega- cities“ wirken äußerst schädigend auf die Umwelt; dortige Transport- und Sa- nitärprobleme werden dem hohen Bevölkerungswachstum nicht gerecht, und die Industrie verschmutzt Luft und Wasser. Massenmigration und Umweltprobleme können sich gegenseitig in einem Teufelskreis verstärken. Mit dem Geflecht aus wechselseitigen Abhängigkeiten wird die Komplexität der Umwelt- und Migrati- onsproblematik deutlich.

1.3 Die empirische Relevanz theoretischer Modelle

Diese Arbeit ist theoretisch ausgerichtet. Im Kern besteht sie aus drei mathe- matischen Modellen, mit deren Hilfe in der ökonomischen Theorie Migrations- und Umweltprobleme untersucht werden. Was im Rahmen einer solchen theore- tischen Arbeit nicht geleistet werden kann, sind eingehende empirische oder öko- nometrische Untersuchungen der Wechselwirkungen zwischen Migrations- und Umweltproblemen. Stattdessen seien an dieser Stelle nur einige Bemerkungen zur Empirie gemacht.

Black (2001) hält es für außerordentlich schwierig, das tatsächliche Aus- maß umweltbedingter Migration empirisch zu bestimmen, schon deshalb, weil das Migrationsmotiv Umweltprobleme oft schwer von anderen Motiven isoliert werden kann. Trotzdem gibt es aber einzelne Arbeiten, die das versuchen, wenn auch eher für ausgewählte Migrationsmotive und Regionen. Beispielsweise zeigen Amacher et al. (1998) anhand von Daten philippinischer Migranten, dass es insbesondere unberührte Waldregionen sind, die innerstaatliche Migranten an- ziehen, was durch Abholzung signifikante Auswirkungen auf die Umwelt hat. Dieser Migrationsgrund mit direktem Bezug zur Umwelt spielt dort neben der Suche nach Arbeit und höherem Einkommen die entscheidende Rolle.

Breitere empirische Daten sind dennoch kaum zu finden, und die empirische Relevanz des vorliegenden Themas bleibt vorerst mit subjektiven Elementen be- haftet. So nimmt etwa Suhrke (1974) auf dem Forschungsgebiet umweltbeding- ter Migration zwei gegensätzliche Perspektiven wahr, die auch inzwischen nicht völlig deckungsgleich geworden sein dürften:

”Minimalisten“einerseitssehenUm- weltprobleme als ein Migrationsmotiv, das nur zusammen mit anderen auftritt und von Bedeutung ist, während ”Maximalisten“andererseitsUmweltproble- me als direkte und signifikante Ursache von Migrationsströmen sehen. Myers (1996) hebt Umweltprobleme als Migrationsgrund besonders hervor und dürfte eher den Maximalisten näher stehen, während Black (2001 ) die Position des Minimalisten einnimmt, wenn er behauptet, dass Umweltzerstörung zwar ein wichtiger Faktor bei der Migrationsentscheidung sein könne, sie aber konzep- tionell als primäre Ursache von Migration zu sehen sei intellectually, and unnecessary in practical terms“. ”unhelpfulandunsound Empirische Herangehensweisen an migrationsbedingte Umweltprobleme, an die umgekehrte Wirkungsrichtung also, sind noch spärlicher gestreut als diejenigen zur umweltbedingten Migration. Erst recht dürftig ist folglich die Datenlage bezüglich der hier interessierenden speziell ökonomischen Auswirkungen solcher Wanderungsbewegungen. Ungeachtet dessen kann aber eine theoretische Betrachtung, wie sie diese Arbeit vornimmt, auch in diesem frühen Stadium der Forschung bereits grundlegende Zusammenhänge aufzeigen.

1.4 Der Auf bau der Arbeit

Drei ausgewählte ökonomische Modelle sollen ausführlich vorgestellt werden, die sich thematisch und inhaltlich auf gute Weise ergänzen. Sie liefern eine Übersicht über die Methoden und den Stand der Forschung auf diesem Gebiet.

Einleitend dazu werden zunächst in Kapitel 2 die Grundlagen geschaffen und ein Überblick über die zwei traditionellen Disziplinen Migrationsökonomik und Umweltökonomik gegeben und wie innerhalb der Finanzwissenschaft erstmals eine Verbindung zwischen diesen beiden Teilgebieten der Volkswirtschaftslehre hergestellt wurde.

In Kapitel 3 wird dann das erste Modell behandelt, in dem ausgehend von finanzwissenschaftlichen Fragestellungen eine ökonomisch effiziente Umweltpolitik vor dem Hintergrund mobiler Haushalte im Mittelpunkt steht. Es wird darin insbesondere gefragt, ob eine als Bereitstellung des öffentlichen Gutes Umweltqualität verstandene staatliche Umweltpolitik in einer aus Regionen bestehenden Ökonomie dezentral von den Regionalregierungen oder von einer übergeordneten Zentralregierung betrieben werden sollte.

Unter anderer Zielsetzung zeigt Kapitel 4 ein Beispiel für eine gewissermaßen komplementäre Fragestellung; hier stehen ökonomische Fragen der Migrationspolitik im Mittelpunkt, wobei Einflüsse der Umweltpolitik berücksichtigt werden. Diese wird in diesem Fall mithilfe fiskalischer Instrumente betrieben.

Kapitel 5 schließlich gleicht die Schwerpunktsetzung aus und enthält ein drittes Modell, das Umwelt und Migration im Gegensatz zu den beiden vorigen mit etwa gleichgewichtiger Bedeutung gegenüberstellt und versucht, noch mehr auf die Wechselwirkungen zwischen beiden Gebieten einzugehen.

Die drei vorgestellten Modelle werden in Kapitel 6 zusammenfassend mit- einander verglichen und beurteilt, bevor in Kapitel 7 die Arbeit noch einmal resümiert wird und mögliche Ansatzpunkte für zukünftige Forschungsarbeit auf- gezeigt werden.

2 Migrations- und Umweltökonomik

Migration und Umwelt sind bereits jeweils für sich genommen Teilbereiche der Wirtschaftswissenschaften. Möchte man sich mit ihren Beziehungen zueinander aus ökonomischer Sicht beschäftigen, ist es sinnvoll, zunächst in diesem Kapi- tel die jeweiligen Grundkonzepte und -ergebnisse von Migration und Umwelt als ökonomische Einzeldisziplinen kennen zu lernen, auf die man sich dann später in der zentralen Diskussion leicht beziehen kann. Es ist zwar nicht angebracht, Migrationsökonomik ausführlicher zu behandeln, da ihr Inhalt vor allem aus der Suche nach Ursachen für internationale Migration besteht, während in dieser Arbeit als Ursache Umweltprobleme vorgegeben sind und nach den ökonomi- schen Auswirkungen der Wechselwirkungen von Umwelt und Migration gefragt ist. Dennoch gehört auch die Migrationsökonomik zum weiteren Kontext dieser Fragestellung.

2.1 Migrationsökonomik

In der Ökonomik wird Migration meist mit Arbeitsmigration gleichgesetzt, was si- cher auch heute noch der häufigste Migrationsgrund ist. Schon für den Begründer der modernen Volkswirtschaftslehre Adam Smith war Migration ein Mechanis- mus zur Umverteilung von Arbeit, der Arbeitsangebot und -nachfrage an ver- schiedenen Orten zum Ausgleich bringt (Lebhart 2002). Smith trat für eine freie Arbeitszirkulation ein, die ungleiche Verhältnisse an verschiedenen Orten abbauen, wirtschaftlichen Fortschritt garantieren und Armut verringern sollte. Den ersten theoretischen Rahmen zur Analyse von Migrationsphänomenen auf Grundlage empirischer Daten schuf der Engländer Ravenstein im Jahre 1885.2 Darin behauptete er, dass Migration hauptsächlich aus ökonomischen Gründen stattfindet und zwar meist von ländlichen in urbane Gebiete. Auch die tradi- tionellen Ansätze der Ökonomik zur Erklärung von Migration sehen diese als räumliche Arbeitssuche. Sie lassen sich in makro- und mikroökonomische Ansätze einteilen.

2.1.1 Makroökonomische Migrationstheorien

Neoklassisch wird Migration mit Lohnunterschieden zwischen Regionen begründet (Sjaastad 1962, Harris und Todaro 1970). Hochlohnregionen mit relativ zum Faktor Kapital geringen Arbeitsressourcen ziehen Arbeitskräfte aus Niedrig- lohnregionen an, in denen das Faktorverhältnis von Arbeit zu Kapital höher ist. Durch diese Abwanderung verringern sich die Arbeitsressourcen in den Ausgangs- regionen, wodurch die Löhne steigen, während in den Zielregionen die Arbeitsres- sourcen steigen und so die Löhne fallen. Dies kann zu einem neuen Gleichgewicht führen, in dem die Lohnunterschiede ausgeglichen sind und daher die Migration endet.

Im Gegensatz zur Neoklassik nimmt Piore (1979) einen dualen Arbeits- markt zur Erklärung für Migrationsbewegungen an, wobei dort die Migration zwischen Ländern im Vordergrund steht. Demzufolge wird Migration von einer hohen Arbeitsnachfrage der modernen Industriegesellschaften verursacht und ge- lenkt und nicht von den Migranten selbst. Ausländische Arbeitnehmer sind für Arbeitgeber in den Industrieländern attraktiv, weil sie oft eher als Einheimi- sche bereit sind, für niedrige Löhne zu arbeiten, auch weil ein niedriges Ein- kommen in einem Industrieland dem Vielfachen eines Durchschnittseinkommens in einem Entwicklungsland entsprechen kann. In den Industrieländern kommt es zu einer Segmentierung des Arbeitsmarktes in einen Hoch- und einen Nied- rigproduktivitätssektor. In letzterem werden Engpässe gern mit ausländischen Arbeitskräften aufgefüllt, was Migrationsströme verursacht.

In einem anderen, auf der Marx’schen Politischen Ökonomie (Vertreter ist z. B. Wallerstein3 ) basierenden Ansatz schließlich wird Migration durch sektorale Ungleichgewichte erklärt, die durch die Integration von Staaten in ein globales kapitalistisches System hervorgerufen werden. Eine mobile, entwurzelte Bevölkerung folgt den Strömen der Waren und des Kapitals.

2.1.2 Mikroökonomische Migrationstheorien

Mikroökonomisch ist Migration die Folge einer rationalen Entscheidung eines In- dividuums nach einem Kosten-Nutzen-Kalkül bei der Arbeitssuche. Migrations- ströme sind dann nur die Summe solcher individuellen Entscheidungen. In einer bahnbrechenden Arbeit über Migrationsursachen weichen Harris und Todaro (1970) erstmals von den bis dahin üblichen, etwa noch von Sjaastad (1962) verwendeten, stark idealisierenden Modellannahmen ab, nach denen Individu- en ohne Kosten unter vollständiger Information und Voraussicht handeln, und berücksichtigt die Wahrscheinlichkeit, am Zielort arbeitslos zu werden, weil dort der Arbeitsmarkt wegen festgelegter Mindestlöhne nicht geräumt ist. Das Ein- kommen am Zielort (meist urbane Regionen) und damit der Migrationsgewinn wird dadurch zu einem Erwartungswert. Das Einkommen am Heimatort (meist ländliche Regionen) wird weiterhin als risikolos angenommen. Den Migrations- prozess kann man somit auch als eine Investition verstehen, der zunächst sowohl direkte als auch indirekte Kosten verursacht (Reisekosten, Kosten für Arbeitssu- che und Anpassung an eine neue Umgebung usw.).

Stark (1991) bringt die Migration aus Risikostreuung und Rückversicherung in die Diskussion: Er geht davon aus, dass eine Migrationsentscheidung nicht von einem Individuum alleine getroffen wird, sondern typischerweise in der Familie oder einem Haushalt. Familien etwa teilen ihre Mitglieder auf den hiesigen und fremden Arbeitsmarkt auf, um so das Risiko eines Einkommensausfalls zu streu- en. So kann Migration auch ohne Lohnunterschieden zwischen Ländern erklärt werden und es wird deutlich, wie nicht nur staatliche Arbeitsmarktpolitik, son- dern auch etwa Maßnahmen zur Bildung von Versicherungs- und Kapitalmärkten Migration beeinflussen können.

2.2 Umweltökonomik

Die Umweltökonomik ist ein relativ junger Wissenschaftszweig, der erst mit dem Aufkommen der Umweltdiskussion Ende der sechziger Jahre an Bedeutung ge- wonnen hat (Wicke 1993). In den neunziger Jahren hat sie sich zu einem an- erkannten Spezialgebiet der Volkswirtschaftslehre entwickelt. Der Grundgedanke der Umweltökonomik ist, Umweltqualität als knappes Gut zu betrachten und so in die Ökonomik einzubinden, um es mit dem üblichen wirtschaftswissenschaft- lichen Instrumentarium untersuchen zu können. So dient Umwelt einerseits als Produktionsfaktor zur Aufnahme von Schadstoffen und Bereitstellung natürli- cher Ressourcen und andererseits als Konsumgut für Freizeit und Erholung. Normalerweise sorgt in der Ökonomik der Preismechanismus des (idealen) Marktsystems - die von Adam Smith titulierte ”UnsichtbareHanddesMark- tes“ - dezentral für eine effiziente Allokation knapper Güter. Preise spielen hier eine allokative und eine distributive Rolle, wobei die allokative darin besteht, relative4 Knappheit anzuzeigen, und die distributive Rolle bestimmt, wer wel- che Güter in welchen Mengen kaufen kann. Wenn Angebot und Nachfrage aus- geglichen sind, der Markt sich also im Gleichgewicht befindet, gibt der Preis, den ein Individuum für den Konsum eines (privaten) Gutes zahlt, außerdem an, wie groß der Verzicht der restlichen Mitglieder der Gesellschaft ist, die dieses Gut dann nicht mehr konsumieren können. Da das Budget der Konsumenten beschränkt ist, werden sie ihre Bedürfnisse gegeneinander abwägen und gemäß ihrer Präferenzordnung Güter konsumieren. Im Preis spiegelt sich so schließlich die Wertschätzung der einzelnen Güter wider. Man erkennt das formal an der Bedingung Güterpreis = Grenzkosten der Produktion, die notwendig ist für die Existenz eines Marktgleichgewichts. Bei Umweltgütern jedoch funktioniert der Preismechanismus nicht, da es für sie gar keine Märkte und Preise gibt. Folglich entsteht ein Anreiz zur Übernutzung von Umweltressourcen, und es kommt zu Fehlallokationen, die Ursache für Umweltprobleme sind. Um dieses Marktversa- gen zu erklären, bedient sich die Ökonomik der Theorie der öffentlichen Güter und der externen Effekte.

2.2.1 ÖffentlicheGüter und externe Effekte

(Reine) öffentliche Güter zeichnen sich dadurch aus, dass kein Individuum von ihrem Konsum ausgeschlossen werden kann und dass jeder dieses Gut konsu- mieren kann, unabhängig davon, wie viel er dafür zahlt und ob andere es auch konsumieren (Beispiel: Landesverteidigung), d. h. es gilt das Prinzip der Nicht- Rivalität. Da man öffentliche Güter also kostenlos konsumieren kann, besteht ein Anreiz zu lügen und zu behaupten, dass man sie gar nicht konsumieren wolle, wenn man sich an den Kosten zur Produktion der Güter beteiligen soll. Ist das Gut dann produziert, kann man die Trittbrettfahrerposition einnehmen und es EinGut,dasniemand der vorhandenen Menge des Gutes. dennoch konsumieren. Eine Nachfrage und damit ein Markt für das öffentliche Gut entsteht aber so nicht oder nicht in ausreichendem Maße, so dass man die Produktion des öffentlichen Gutes nicht den dezentralen Marktkräften überlassen sollte, sondern mithilfe einer Kollektiventscheidung, also einer übergeordneten (zentralen) Instanz, vornehmen sollte. Das Hauptproblem der öffentlichen Güter ist somit, zu ihrer Produktion die Konsumenten so zu Geldzahlungen zu veranlassen, dass die Allokation der Güter schließlich zu einem gesellschaftlich optimalen Ergebnis führt, in dem durch Umverteilung der Güter keine Wohlfahrtssteigerung mehr möglich ist und das auch die tatsächliche Wertschätzung aller Mitglieder in Form ihrer Präferenzen abbildet.

Reine öffentliche Güter, also solche, bei denen die Nicht-Rivalität uneinge- schränkt gilt, sind allerdings ein Idealfall und kommen in der Realität nicht vor. Meist hängt der Charakter eines öffentlichen Gutes von der Zahl seiner Konsu- menten ab, für die es eine kritische Grenze gibt, deren ÜberschreitungNutzen- einbußen für die Konsumenten bedeutet. Jenseits der Grenze ist Nicht-Rivalität nicht mehr gegeben (z. B. Schwimmbad, Autobahn), so dass jeder hinzukommen- de Konsument den schon vorhandenen Konsumenten Verstopfungskosten verur- sacht, die ihm im Falle einer effizienten Bereitstellung des öffentlichen Gutes angelastet werden müssen.

Eng verwandt mit dem Problem der öffentlichen Güter ist das Problem der externen Effekte. Manstetten (2002) definiert sie als ”AuswirkungendesWirt- schaftsprozesses auf Individuen, die außerhalb des Kosten- und Nutzenkalküls derjenigen liegen, die sie veranlassen“. Ein positiver externer Effekt tritt bei- spielsweise bei der Betreibung eines Leuchtturms auf, da sein Licht auch den Seefahrern nutzt, die nicht an den Kosten zur Bereitstellung des Lichts beteiligt sind und daher nicht im Kostenkalkül des Leuchtturm-Betreibers auftauchen. Die Handlungen der einzelnen Wirtschaftssubjekte werden also nicht über den Preismechanismus des Marktsystems abgegolten. Entstehen bei der Produktion oder dem Konsum eines Gutes externe Effekte, handelt es sich um ein öffentli- ches Gut; ein Gut, das nur externe Effekte erzeugt, ist ein reines öffentliches Gut. Anders gesagt ist die Eigenschaft, die ein Gut zu einem öffentlichen Gut macht, nämlich, dass jeder dieselbe Menge konsumiert, selbst ein Beispiel für einen ex- ternen Effekt. Ein Hauptverdienst der Umweltökonomik ist es, gezeigt zu haben, wie sehr alle Lebensbereiche vom Auftreten externer Effekte gekennzeichnet sind. Bei Abfällen, Abwässern und Abgasen wird das besonders deutlich.

2.2.2 Internalisierung externer Effekte

Es gibt eine Reihe ökonomischer Ansätze, die dem Problem des Marktversagens durch das Vorhandensein öffentlicher Güter und externer Effekte begegnen und versuchen, die Fähigkeit des Marktes, optimale Gleichgewichte zu erzeugen, wie- derherzustellen. Es gilt, externe Effekte den Verursachern so anzulasten, dass sie sie in ihr Kosten-Nutzen-Kalkül einbeziehen. Dazu müssen die externen Ef- fekte zunächst einmal in Kosten- und Nutzeneinheiten ausgedrückt werden, also z. B. in Geldeinheiten messbar gemacht werden, damit sie vom Marktmechanis- mus bewertet werden können. Die Grenzkosten der Produktion setzen sich beim Vorliegen externer Effekte aus den üblichen (direkten) Grenzkosten, die bei jeder Produktion entstehen, und zusätzlichen (indirekten) Grenzkosten zusammen, die von den externen Effekten verursacht werden. Damit ist die Bedingung für ein optimales Marktgleichgewicht Güterpreis = (direkte) Grenzkosten verletzt.

Pigou (1920) schlägt daher einen staatlichen Eingriff in Form einer Steuer in Höhe der indirekten Grenzkosten vor, so dass wiederum ein Marktgleichgewicht nach der Bedingung Güterpreis inklusive Steuer = direkte + indirekte Grenzkos- ten zustande kommen kann, das, wie man zeigen kann, auch optimal ist. Die indirekten Grenzkosten zu messen, wäre aber für den Staat mit in der Regel pro- hibitiv hohen Kosten verbunden, weshalb die Pigou-Steuer in der Praxis kaum in dieser Form verwendet wird.

Eine ebenso geringe praktische Anwendbarkeit haben die von Coase (1960) vorgeschlagenen Verhandlungslösungen zur Internalisierung externer Effekte. Da- bei verhandeln Verursacher und Geschädigte der externen Effekte unter bestimm- ten vom Staat vorgegebenen ordnungspolitischen Rahmenbedingungen über das Niveau der externen Effekte und werden sich - unabhängig von der anfänglichen Zuweisung von Eigentumsrechten - unter bestimmten Modellbedingungen auf eine optimale Güterallokation einigen. Diese als ”Coase-Theorem“bezeichnete Lösung scheitert in der Praxis jedoch abermals an prohibitiv hohen Kosten, hier den Transaktionskosten der Verhandlungen.

Schließlich ist es noch denkbar, externe Effekte mithilfe eines Haftungsrechts zu internalisieren, indem die Verursacher von negativen externen Effekten der Haftpflicht unterworfen werden und so potentielle Schadensersatzforderungen in ihr Kosten-Nutzen-Kalkül einbeziehen werden. Im Gegensatz zur Coase-Lösung sind entsprechende Bestimmungen hier von vornherein schriftlich fixiert. Das Haftungsrecht existiert in der Praxis tatsächlich in reiner Form, wenn es auch von Schwierigkeiten wie der kausalen Zuordnung von Schäden zum Verursacher oder gesetzlich festgelegten Haftungshöchstgrenzen begleitet ist.

Von höherer Bedeutung für die Praxis sind pragmatische umweltpolitische Instrumente, für deren Entwicklung die Vorschläge von Pigou und Coase als Vorbild gedient haben. Hierbei handelt es sich einerseits um ordnungsrechtli- che Instrumente wie Auflagen, die die Reduktion negativer externer Effekte wie Emissionen rechtlich vorschreiben und andererseits um marktorientierte Instru- mente wie Abgaben oder Zertifikate, auf die die Gesamtmenge der zulässigen Emissionen für eine Region aufgeteilt wird und die die Produzenten untereinan- der handeln können.

2.2.3 Umweltqualität als räumliches öffentliches Gut und Spillover- Effekte

Die Theorie der öffentlichen Güter und externen Effekte ist für die Umweltökono- mik von Interesse, weil die traditionelle Herangehensweise an eine ökonomische Behandlung von Umweltproblemen darin besteht, Umweltverschmutzung oder -qualität als ein öffentliches Gut aufzufassen, das positive oder negative externe Effekte verursacht. Dabei gibt es einige Besonderheiten: Meist ist Umweltqualität ein Problem lokaler Dimension, da Verschmutzungen hauptsächlich in einer be- stimmten geographischen Gegend anfallen. Diese räumliche Struktur verursacht zudem externe Effekte besonderer Art, nämlich so genannte Spillover-Effekte, die entstehen, wenn die Nutzung von öffentlichen Gütern grenzüberschreitend möglich ist. Im Umweltkontext kann das grenzüberschreitende Umweltschäden bedeuten, so dass Gebietsfremde teilweise die Lasten der Verschmutzung einer Region tragen. Nutznießer und Kostenträger des öffentlichen Gutes Umwelt sind also nicht identisch. Ein Beispiel dafür ist die Verschmutzung eines Flusses in einer Region, die auch die flussabwärts liegenden Regionen in Mitleidenschaft zieht. Aber es gibt auch positive Spillover-Effekte im Umweltkontext. Die Anstrengungen, die eine Region zur Verbesserung der Umweltqualität unternimmt, kommen auch den Nachbarregionen zugute. Säubert eine Region das Wasser eines Flusses, profitieren davon auch die flussabwärts liegenden Regionen, ohne an den Kosten beteiligt zu sein.

Ein empirisches Beispiel verdeutlicht die möglichen Ausmaße von SpilloverEffekten: Von 307.000 Tonnen SO2-Ablagerungen, die 1987 in Skandinavien nach ihrer Herkunft untersucht wurden, stammten nur 19 % aus Skandinavien selbst; allein 16 % kamen aus der DDR (Sandmo und Wildasin 1996).

2.3 Umwelt und Migration in der Finanzwissenschaft

Nach Einführung von Umwelt- und Migrationsökonomik als getrennte Gebiete der Volkswirtschaftslehre können nun Möglichkeiten gesucht werden, wie man Zusammenhänge und Wechselwirkungen beider Gebiete untersuchen kann. Dazu bietet sich die Finanzwissenschaft an, wo sich die Theorie der Staatsausgaben mit der effizienten staatlichen Bereitstellung öffentlicher Güter vor dem Hintergrund mobiler Haushalte beschäftigt.

2.3.1 Die Theorie des Finanzföderalismus

Insbesondere die Lokalität öffentlicher Güter und die damit verbundenen Spill- over-Effekte können gut mithilfe der Theorie des Finanzföderalismus behandelt werden, da dort Ökonomien im Mittelpunkt stehen, die in Regionen eingeteilt sind. Beispiele sind Staatengemeinschaften wie die EU mit ihren Mitgliedsstaa- ten oder Staaten wie Deutschland mit seinen Bundesländern. Die entscheidende Frage ist hier die nach dem optimalen Zentralisierungs- bzw. Dezentralisierungs- grad beim Angebot öffentlicher Güter, ob also die Versorgung mit diesen Gütern eine Aufgabe der regionalen Regierungen oder einer übergeordneten Bundesre- gierung sein soll. Sollen regionale Regierungen Umweltstandards innerhalb ihrer Grenzen bestimmen oder sollen für die ganze Ökonomie einheitliche Standards von einer zentralen Umweltbehörde festgelegt werden?5

Migration kommt schließlich dadurch ins Spiel, dass man die Regionen als offen annimmt, so dass Haushalte zwischen ihnen wandern können. Gefragt wird dann nach den Auswirkungen der Migration auf Steuersätze, Güterversorgung oder Umweltpolitik. Obwohl also nicht direkt Fragen der Umwelt- und Migrationsprobleme im Mittelpunkt stehen, liefert dieser Modellrahmen dennoch interessante Einblicke in das Zusammenspiel beider Phänomene.

Z. B. kann man sich folgendes Wechselspiel vorstellen (Sandmo und Wilda- sin 1996): Durch Spillover-Effekte kann sich eine Region eines Teils ihrer Schad- stoffe entledigen, was ihre Attraktivität erhöht und zu Einwanderung, erhöhter Beschäftigung und mehr Output und so wiederum zu erhöhter Emission von Schadstoffen führt. Werden diese mit einer Pigou-Steuer internalisiert, redu- ziert dies Arbeitsnachfrage und Output und führt dadurch zu einem Rückgang der Einwanderung. Weil auch in den Nachbarregionen der Output von Ein- und Abwanderung abhängt, wird durch die dort entstehenden Schadstoffe, die durch Spillover-Effekte auch die eigene Region erreichen, diese nochmals beeinflusst.

Die Annahme der offenen Regionen und der mobilen Haushalte hat in einer berühmt gewordenen Arbeit von Tiebout (1956) erstmals große Bedeutung erlangt, die hier kurz skizziert werden soll.

2.3.2 Das Tiebout-Modell

Tiebout verwies darauf, dass Konsumenten ihre Präferenzen, deren Enthüllung ja, wie in Abschnitt 2.2.1 angesprochen, ein mit öffentlichen Gütern verbunde- nes Problem ist, dadurch offen legen, dass sie in diejenige Region ziehen, die die lokalen öffentlichen Güter in für sie befriedigendster Weise anbietet. Migration ersetzt hier also den Marktmechanismus zur Präferenzoffenbarung in Form einer ”AbstimmungmitdenFüßen“.EinhöheresAngebotanöffentlichenGütern,et- wa eine höhere Umweltqualität in einer Region, führt dort zu einer Zuwanderung mobiler Haushalte, woraufhin dort die Löhne sinken und z. B. Wohnungspreise steigen, was die Region für Zuwanderer wieder unattraktiver werden lässt, bis niemand mehr durch Migration seinen Nutzen erhöhen kann und daher keine Mi- gration mehr stattfindet.

[...]


1 Die Zahl ist umstritten. Der Leiter des UN-Umweltprogramms Töpfer geht beispielsweise von 22 bis 24 Millionen Umweltflüchtlingen aus (vgl. Töpfer 2000). Myers (1996) erwartet insgesamt 50 Millionen im Jahre 2010 - vor allem in Afrika, China, Zentralamerika und Süd- asien. Abweichungen bei den Zahlen kommen u. a. durch verschiedene Definitionen des Begriffs ”Umweltflüchtling“zustande.

2 Vgl. Ravenstein (1885).

3 Vgl. Wallerstein (1974).

haben will, ist daher auch nicht relativ knapp. Absolute Knappheit ist hingegen eine Eigenschaft

4 ”Relativ“meinthier:bezogenaufdieErwünschtheiteinesGutes.EinGut,dasniemand der vorhandenen Menge des Gutes.

5 In der Praxis ist beides anzutreffen. So sieht das Bundesimmissionsschutzgesetz nationale Standards für Luftqualität vor, während das Wasserhaushaltsgesetz das Setzen der Standards für Wasserqualität an die Bundesländer delegiert.

Details

Seiten
67
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638159913
ISBN (Buch)
9783638697705
Dateigröße
793 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v9227
Institution / Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg – Alfred-Weber-Institut für Wirtschaftswissenschaften
Note
1,0
Schlagworte
Umweltökonomik Migration Finanzföderalismus öffentliche Güter Modelle Umweltflüchtlinge Naturkatastrophen externe Effekte Externalitäten Umweltprobleme Migrationsökonomik Zuwanderung

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Titel: Regionale Umweltprobleme und Migration aus Sicht der ökonomischen Theorie