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Supply Chain Management am Beispiel eines Unternehmens der Lebensmittelindustrie

Hausarbeit 2020 16 Seiten

BWL - Allgemeines

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Logistik - Herkunft und Definition

3. Supply Chain Management
3.1. Entstehung und Definition des Supply Chain Management
3.2. Abgrenzung des SCM zur Logistik
3.3. Aufgaben und Ziele des Supply Chain Management
3.4. Probleme bei Einführung des Supply Chain Management

4. Supply Chain Management erklärt am Beispiel eines Unternehmens der Lebensmittelindustrie
4.1. Überblick zur Lebensmittelindustrie
4.2. Praxisbeispiel: Milchindustrie

5. Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Das Supply Chain Management (SCM) wurde im Laufe der Jahre immer wichtiger und ist heute eine der zentralen Aufgaben vieler Unternehmen. Es stellt Unternehmen aller Branchen immer wieder vor neue Aufgaben. In Vergangenheit wurde das SCM meist als einzelne Projekte injiziert. Zukünftig ist es für Unternehmen jedoch wichtig das Supply Chain Management nachhaltig und erfolgreich ins System einzubinden. (Heidtmann, 2008, S. 1) Das Thema des Supply Chain Management ist in der Praxis und im Unter­nehmensalltag allgegenwärtig. Besonders interessant wird SCM für Betriebe dadurch, dass es durch eine Schnittstellenoptimierung zu einer enormen Kostensenkung führen kann. In deutschen Publikationen ist das Supply Chain Management noch sehr gering vertreten und die Unterschiede zu den benachbarten Gebieten wie zum Beispiel Logistik und Materialwirtschaft sind kaum zu erkennen. (Werner, 2017, S. IX)

Im Rahmen dieser Arbeit wird versucht einen Überblick über das Supply Chain Manage­ment zu geben und dessen Grundlagen zu beschreiben. Anfangs wird eine kurze Über­sicht über die Herkunft und Bedeutung der Logistik gegeben um später die Logistik vom Supply Chain Management abgrenzen zu können. Im Hauptteil der Arbeit wird das Supply Chain Management behandelt. Zuerst werden die Herkunft und die Bedeutung des Begriffs beschrieben, um dann auf die Aufgaben und Ziele des Supply Chain Ma­nagement einzugehen. Da bei der Einführung des Supply Chain Management im Unter­nehmen verschiedenste Probleme auftreten können, werden diese näher erläutert und verschiedene Lösungsvorschläge gegeben. Abschließend soll ein praktischer Bezug zu den theoretischen Grundlagen hergestellt werden, indem das Supply Chain Manage­ment eines Unternehmens der Milchindustrie beschrieben wird.

2. Logistik - Herkunft und Definition

Das Supply Chain Management steht zwar in enger Verbindung mit der Logistik, jedoch ist es möglich Unterschiede und Erweiterungen zu erkennen. Um das Supply Chain Ma­nagement besser zu verstehen und von der Logistik abzugrenzen, ist es zuerst beson­ders wichtig die Herkunft und Bedeutung der Logistik zu beschreiben.

Der Begriff der Logistik stammt aus dem Militär und wird zur Beschreibung der Beschaf­fung von Soldaten, Versorgungsgütern, Waffen und Ausrüstung verwendet. Aber auch die Aufbewahrung und der Transport der Ware an die benötigten Orte wird als Logistik bezeichnet. Die Logistik wurde immer schon als ein wichtiges Mittel angesehen, um er­folgreich Kriege zu führen. Ein gutes Beispiel hierfür sind die USA, welche im Jahr 2003 zehntausende Soldaten in den Irak schicken. Diese benötigten 22.000 Tonnen Versor­gungsgüter und Millionen Liter Treibstoff an nur einem Tag. In der Welt der Unternehmen fand der Begriff erste Anwendung nach dem zweiten Weltkrieg. Zwar wurden Unterneh­men schon vorher mit logistischen Aufgaben konfrontiert, doch erst jetzt wurde der Lo­gistik eine größere Wichtigkeit zugesprochen (Arndt, 2006, S. 26 f.). Nach dem zweiten Weltkrieg wurden viel Märkte, welche bis vor kurzem als Verkäufermärkte galten, zu Käufermärkten. Dies führte zu einen größeren Wettbewerbsdruck für Unternehmen. Auf die steigenden Kundenanforderungen wurde mit Erweiterungen der Produktpalletten re­agiert, wodurch sich natürlich auch die Produktion veränderte und mehr Vor-, Zwischen- und Endprodukte gelagert, produziert und transportiert werden mussten. Logistische Aufgaben wurden bis zu diesem Zeitpunkt von den einzelnen Abteilungen im Unterneh­men übernommen. All diese Aufgaben werden nun der Logistik-Abteilung zugeordnet. (Arndt, 2006, S.31) Die Bundesvereinigung Logistik definiert den Begriff Logistik heute folgendermaßen: „Logistik ist ein System, das zunächst im Unternehmen, aber auch un­ternehmensübergreifend mit Lieferanten und Kunden, eine optimale Versorgung mit Ma­terialien, Informationen, Teilen und Modulen für die Produktion - und auf der anderen Seite natürlich der Märkte bedeutet.“ (BVL, 2019) Diese Definition zeigt auf, dass die Grundidee der Logistik seit ihrer Entstehung im Bereich der Kriegsführung gleichgeblie­ben ist und sich vor allem ihr Anwendungsgebiet erweitert hat. Sie hilft Unternehmen stärker und besser mit Lieferanten und Kunden vernetzt zu sein, damit die Beschaffung von Ressourcen, die Lagerung und die Lieferung an den Kunden so reibungslos als nur möglich abläuft.

3. Supply Chain Management

Das Supply Chain Management wird häufig als Synonym für Logistik verwendet. Doch beim Supply Chain Management handelt es sich um viel mehr als nur um reine Logistik. In den folgenden Unterkapiteln wird auf die Entstehung und Herkunft eingegangen, ver­sucht der Begriff Supply Chain Management zu definieren und ihre Aufgabenbereiche und Ziele zu erläutern. Zudem können bei der Einführung des Supply Chain Manage­ment verschiedenste Probleme entstehen. Diese und mögliche Lösungsvorschläge wer­den genannt und beschrieben.

3.1. Entstehung und Definition des Supply Chain Management

Der Begriff Supply Chain Management entstand in den 80er Jahren in den USA und wurde von angloamerikanischen Consultants eingeführt. Vor allem Oliver und Webber galten als besonders praxisorientiert Schlüsselfiguren. Erste Theorien bezogen auf das Supply Chain Management entstanden in den späten 80er Jahren ebenfalls in den USA. Diesbezüglich werden immer wieder Namen wie Bothe (1989), Christopher (1992) und Davis (1993) genannt. Die Theorie und Praxis des Supply Chain Management erreichte Deutschland Mitte der 90er Jahre (Werner, 2017, S. 3). Supply Chain Management kann wörtlich als Versorgungskettenmanagement übersetzt werden. Laut Arndt ist diese Übersetzung jedoch irreführend und nicht passend, da man hierbei davon ausgeht, dass alle Impulse und Prozesse im Unternehmen von den Lieferanten bestimmt werden. Die wesentlichen Impulse gehen jedoch von der Nachfrage der Kunden aus und werden als Demand bezeichnet. Auch der Begriff Chain, zu Deutsch Kette, ist irreführend, da man dadurch nur von einem einzigen Lieferanten ausgehen würde. Für Arndt würde deshalb der Begriff „Demand Net Management“ viel besser zum Aufgabenfeld des SCM passen, denn dadurch würden die Nachfrage und das Netz an Lieferanten eine größere Bedeu­tung erfahren. In Theorie und Praxis setzte sich jedoch der Begriff Supply Chain Ma­nagement durch und wir bis heute verwendet. (Arndt, 2006, S. 46)

Seit der Entstehung des SCM entstanden verschiedenste Definitionen und man konnte sich in theoretischen Arbeiten noch auf keine einheitliche Definition einigen. Werner de­finiert Supply Chain Management folgendermaßen: „Ein Supply Chain Management kennzeichnet interne wie netzwerkgerichtete integrierte Unternehmensaktivitäten von Versorgung, Entsorgung und Recycling, inklusive begleitende Geld und Informations­flüssen.“ (Werner, 2017, S. 6) Die Supply Chain, was wie bereits vorher erwähnt als Lieferkette übersetzt werden kann, ist heute also ein enorm wichtiger Bestandteil eines Unternehmens und für den Erfolg enorm wichtig.

3.2. Abgrenzung des SCM zur Logistik

Daniel Fritsch von EazyStock, einer Software zur professionellen Lagerbestandsoptimie­rung und Lieferkettenmanagements, erklärt, dass das Supply Chain Management gene­rell als sehr ähnlich der Logistik gegenüber bezeichnet werden kann und sowohl Logistik als auch das Supply Chain Management voneinander abhängig sind. Ohne funktionie­rende logistische Prozesse ist es unmöglich ein SCM einzuführen. Andersherum kann die Logistik ohne unterstützendes Organ nicht erfolgreich sein. Der Unterschied zwi­schen den Beiden liegt darin, dass für das Supply Chain Management nicht nur die lo­gistischen Aspekte von Wichtigkeit sind, sondern auch alle anderen relevanten Abläufe eines Unternehmens, welche erfasst, analysiert und durchleuchtet werden. (Fritsch, 2016). Des Weiteren lassen sich zwei große Unterschiede feststellen, welche aufzeigen, dass das Supply Chain Management weit mehr als nur eine Erweiterung der Logistik ist:

- „Die Logistik beschäftigt sich vor allem mit den Informations- und Güterflüssen eines einzelnen Unternehmens. Das Augenmerk liegt hier auf den innerbetriebli­chen Prozessen sowie den Informations- und Güterströmen von und zu den un­mittelbaren Geschäftspartnern (direkte Lieferanten und Kunden). Dagegen be­trachtet das Supply Chain Management das komplette Netzwerk vom Rohstoff­lieferanten zum Endverbraucher, ohne auf Unternehmensgrenzen zu achten. Eine solche Netzwerkorientierung zählt zu den Erfolgsfaktoren für Unterneh­men.“ (Beyer, 2016, S. 3)
- „Zusätzlich zu den Material- und Informationsströmen werden beim SCM explizit auch die Geldströme betrachtet.“ (Beyer, 2016, S.3)

Zusammenfassend kann man die Logistik als Teil der gesamten Lieferkette betrachten, wobei das Supply Chain Management sich über die gesamte Lieferkette erstreckt und jeden einzelnen Prozess mit einbezieht. Das Supply Chain Management ist also eine ganzheitliche Betrachtung der Lieferkette eines Unternehmens.

3.3. Aufgaben und Ziele des Supply Chain Management

Das Supply Chain Management ist in erster Linie in der Unternehmenspraxis beheima­tet, weshalb es noch keine einheitlichen theoretischen Regeln und Aufgaben gibt. Je­doch lassen sich verschiedene allgemein gültige Beschreibungen bzgl. des Aufgaben­gebiets finden. Holger Arndt beschreibt die Aufgaben des SCM folgendermaßen: „Supply Chain Management ist die unternehmensübergreifende Koordination und Opti­mierung der Material-, Informations- und Wertflüsse über den gesamten Wertschöp­fungsprozess von der Rohstoffgewinnung über die einzelnen Veredelungsstufen bis hin zum Endkunden mit dem Ziel, den Gesamtprozess sowohl zeit- als auch kostenoptimal zu gestalten.“ (Arndt, 2006, S. 46)

Ähnlich wird das Aufgabengebiet auch von Werner beschrieben. Laut Werner ziehen sich die Hauptaufgaben des SCM quer durch die Wertschöpfungskette und beziehen sich auf die Versorgung, Entsorgung und das Recycling von integrierten Prozessen. Um all diese Aufgaben zu bewältigen, muss das Supply Chain Management unterschied­lichste Dinge beachten, wie etwa Quantität, Qualität, Preise, Liefer- und Lagerorte und Liefertermine. Das Supply Chain Management bildet somit ein Netz zwischen Lieferan­ten, Hersteller, Händler, Distributoren, Dienstleister und Kunden. Durch dieses Netzwerk und die damit verbundene Steigerung der Effektivität und Effizienz der Aktivitäten, der Qualität und Flexibilität sowie einer Minimierung der Kosten und der Zeit, soll eine höhere Wettbewerbsfähigkeit entstehen. Unter Effektivität und Effizienz versteht man, die rich­tigen Dinge erfolgswirksam auszuführen. Kosten spielen im SCM eine zentrale Rolle und beziehen sich auf Warenbestände, Frachten, Investitionen und Abschreibungen. Auch der Wettbewerbsfaktor Zeit ist enorm wichtig und hat eine Beschleunigung der Aktivitä­ten innerhalb der Wertschöpfungskette zum Ziel und wird über die Durchlaufzeiten be­rechnet. Ebenso wichtig wie die Minimierung der Kosten und Beschleunigung der Pro­zesse ist auch der Faktor Qualität. Diese kann etwa durch Ausschuss und Nacharbeit gemessen werden und setzt sich die Kundenbefriedigung zum Ziel. Der Erfolgsfaktor Flexibilität peilt eine Optimierung der Anpassungs- und Wandlungsfähigkeit der Organi­sationen an. Anpassungsprozesse werden häufig als Advanced Planning and Schedu­ling bezeichnet und mithilfe von modernen IT-Systeme durchgeführt. Die Schlüsselprin­zipien für den Erfolg des SCM sind laut Werner die Kompression, Kooperation, Virtuali- sierung, Standardisierung, Integration, Kundenorientierung und die bereits mehrmals ge­nannte Optimierung. Das Prinzip der Kompression beruht auf der Reduzierung der Ver­knüpfungen und der Akteure in einem Netzwerk. Die Kooperation beinhaltet die Zusam­menarbeit mit Partnern bei Versorgungs-, Entsorgungs- und Recyclings Prozessen. Durch die zunehmende Globalisierung werden Kooperationen immer internationaler ausgerichtet. Eine besonders wichtiges Schlüsselprinzip der SCM ist die Virtualisierung und die Entstehung von virtuellen Netzwerken, welches dem Kunden als Einheit er­scheint. Durch die Standardisierung werden viele Prozesse in der Lieferkette verein­facht. Das Prinzip der Integration bezieht sich auf die Integration von verschiedenen Teil­nehmern in die Lieferkette. Ein weiteres Schlüsselprinzip der SCM wird als Kundenori­entierung bezeichnet und beruht auf der Idee das Unternehmensaktivitäten erst dann starten, wenn das Kundenbedürfnis vorliegt. Dadurch soll vermieden werden, dass zu viele Produkte in den Lagern stehen. Als letztes Prinzip für den Erfolg des SCM kann die Optimierung genannt werden, welche auf mathematischen und analytischen Modellen beruht. Wo Optimierungen notwendig sind wird im Normalfall durch die Operations- Research wie zum Beispiel Simulationen und Warteschlangenmodellen herausgefun­den. (Werner, 2017, S.25 ff.)

Die Aufgaben des Supply Chain Management sind also sehr weitreichend und beein­flussen wie bereits erwähnt jeden Bereich des Unternehmens. Ziel ist es durch das Be­folgen verschiedener Schlüsselprinzipien Zeit und Kosten einzusparen und dadurch das Unternehmen zum Erfolg zu führen.

3.4. Probleme bei Einführung des Supply Chain Management

Ein Wandel bringt häufig auch seine Herausforderungen und Widerstände mit sich. So ist es auch mit der Einführung des Supply Chain Management in einem Unternehmen. Aufgrund dieser neuen Herausforderungen bedürft es einem guten Change-Manage­ment. Betroffen von diesem Wandel sind in erster Linie die Mitarbeiter, welche es gilt zu überzeugen. Ihnen muss erklärt werden, dass es notwendig ist Neuerungen und Ver­besserungen durchzuführen. Geschieht dies nicht kann es zu einem Boykott von Seiten der Mitarbeiter kommen und die Maßnahmen zur Verbesserung von Unternehmenspro­zessen verlaufen nicht erfolgreich. Im Folgenden werden einige Probleme und deren möglichen Lösungen genannt.

Organisatorische und technische Veränderungen führen zu einer Verringerung und häu­fig auch zu einem Verlust der Stabilität. Dies kann große Unsicherheit bei den Angestell­ten verursachen. Sie müssen auf ihre Routinen und Gewohnheiten verzichten und kön­nen deshalb in der Veränderung auch eine Art Bedrohung sehen. Besonders wenn bis dato mit der gewohnten Vorgehensweise bereits großer Erfolg erzielt werden konnte. Deshalb ist es besonders wichtig, dass die Gründe für einen Wandel klar kommuniziert werden. Denn häufig werden Ängste der Mitarbeiter, wie die mögliche Reduzierung des Personals und die damit verbundene Furcht vor dem Verlust des eigenen Arbeitsplatzes, nicht offen angesprochen und führen aufgrund dessen zu großen Hindernissen, wie eine lustlose und schleppende Arbeitsweise und ein geschädigtes Betriebsklima. Informatio­nen über geplante Änderungen werden vom Management häufig zu Wenig gegeben o­der sie kommen nur unvollständig. Doch nur diejenigen, welche verstehen warum etwas geändert wird, davon überzeugt sind, wissen wie der Wandel bewältig wird und auch einen persönlichen Nutzen daraus ziehen können, werden die Einführung neuer Pro­zesse und Abläufe unterstützen. Ein häufiger Grund für Misstrauen der Mitarbeiter ist auch die fehlende Einbindung der Mitarbeiter in den Prozess der Entwicklung der Maß­nahmen für den geplanten Wandel. Hat ein Arbeiter mehr Einfluss bei der Planung von Veränderungen, so fühlt er sich automatisch auch mitverantwortlich für den Erfolg dieser. Außerdem fühlt er sich durch dieses Vertrauen geschätzter und für die Zukunft motivier­ter. Auch zu erwähnen ist, dass Veränderungen oft als eine zusätzliche Belastung zum Arbeitsalltag gesehen werden können, da sie zeitgleich zur normalen Arbeit stattfinden. Durch die Mehrbelastung sind viele Angestellte dazu verleitet nur begrenzt Zeit in die Durchsetzung der geplanten Maßnahmen zu investieren. Ebenso ist es besonders wich­tig, dass Mitarbeiter die Möglichkeit auf verschiedene Weiterbildungen erhalten, wie zum Beispiel auf Seminaren, um den zukünftigen Herausforderungen gwachsen zu sein. Durch eine höhere Qualifikation werden Hindernisse leichter überwunden - Außerdem steigt auch das Selbstvertrauen, wodurch die Angst vor Veränderungen sinkt und der Erfolgsweg des ständigen und lebenslangen Lernens erkannt wird. Ein solcher Mitarbei­ter lässt sich nicht von Veränderungen führen, sondern er wird selbständigen und ver­netzt denken und selbst Verbesserung durch Wandel anstreben. Fehler der Angestellten während des Wandlungsprozesses sollten kaum oder nicht bestraft werden, da dadurch eine größere Lockerheit und größere Experimentierfreude herrscht. Andersherum sollten Prämien als eine Art Anreiz eingeführt werden, für Mitarbeiter, welche aktiv und erfolg­reich am Wandel mitwirken. Für all diese Herausforderungen die bei Einführung des Supply Chain Management in einem Unternehmen entstehen können, gibt es, einige wurden bereits genannt, verschieden Lösungsansätze. Am besten lassen sich diese in den drei Phasen des Kurt Lewin zusammenfassen: „unfreeze, change, refreeze“. Das Ziel der ersten Phase ist es die Mitarbeiter auf die geplanten Veränderungen vorzube­reiten und ihnen den Zweck und die Wichtigkeit des Wandels zu verdeutlichen. Visionen und Ziele müssen genau definiert werden. Gewohnte Abläufe, Denkweisen und Struktu­ren müssen aufgetaut werden. Mit den aufgeklärten und zum Wandel bereiten Mitarbei­ten kann dann in die „Change“-Phase gestartet werden. Ist der Wandel abgeschlossen, können die neu gewonnen Abläufe und Strukturen dann wieder eingefroren („refreeze“) werden. Ziel muss es seine eine neue Stabilität zu erzeugen, in der sich alle wieder sicher fühlen um zu vermeiden, dass alte Gewohnheiten wieder angenommen werden. Neben Faktoren wie Strategie, Organisation und Technologie sind dafür auch andere Komponenten notwendig, wie etwa ein Unternehmensumfeld, welches bewirkt, dass Wandel begrüßt wird und auch die Mitarbeiter veränderungsbereit und vor allem verän­derungsfähig sind. Die Geschichte zeigt, dass Unternehmen, welche den Wandel ver­schlafen haben, schwere Krisen durchlebten. Dies zeigt auch das Beispiel IBM, welches sich in den 80er Jahren auf ihrem Erfolg ausruhte, somit fast den Wandel vom Groß­rechner zum PC verpasste und somit in große wirtschaftliche Schwierigkeiten geriet. (Arndt, 2006, S. 195 ff.)

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Details

Seiten
16
Jahr
2020
ISBN (eBook)
9783346247575
ISBN (Buch)
9783346247582
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v922729
Institution / Hochschule
Europäische Fernhochschule Hamburg
Note
1,7
Schlagworte
supply chain management beispiel unternehmens lebensmittelindustrie

Autor

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Titel: Supply Chain Management am Beispiel eines Unternehmens der Lebensmittelindustrie