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Argumentationsmuster in der Veganismusdebatte

Eine qualitative Inhaltsanalyse von YouTube-Kommentaren zum Thema Veganismus

Seminararbeit 2019 25 Seiten

Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Einordnung des Untersuchungsgegenstandes
2.1 Veganismus
2.2 YouTube
2.3 Online-Kommentare

3. Qualitative Inhaltsanalyse
3.1 Begründung der Auswahl des Datenmaterials
3.2 Methode
3.3 Kategoriensystem
3.4 Auswertung

4 Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die seit einigen Jahren andauernde Veganismusdebatte spielt auch im derzeitigen Kli­madiskurs eine zentrale Rolle. Tierische Produkte haben eine hohe Ökobilanz: Ihre Pro­duktion nimmt 83 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Flächen ein und erzeugt 60 Prozent der weltweiten Treibhausgase (vgl. Poore/Nemecekn 2018: 4). Andererseits er­scheinen in den Medien regelmäßig Schlagzeilen in denen vor Gesundheitsrisiken wie Nährstoffmangel gewarnt wird, den eine vegane Ernährung mit sich bringe (vgl. DGE 2016). Viele Menschen entscheiden sich bewusst vegan zu leben, andere wiederum möchten ihren gewohnten Lebensstil beibehalten. Doch wie werden diese Entscheidun­gen begründet? Lassen sich in der Diskussion dieses Themas 'wiederkehrende X-hisler in der Argumentation auf inhaltlicher Ebene feststellen? Welche Gemeinsamkeiten, Unter­schiede und Auffälligkeiten lassen sich in der Argumentation für Veganismus und der Argumentation gegen Veganismus erkennen? Diese Forschungsfragen sollen im Rah­men dieser Arbeit mit der Methode der qualitativen Inhaltsanalyse untersucht werden. Als Untersuchungsgegenstand wurden Online-Kommentare ausgewählt, da diese dis­kursive Prozesse beobachtbar machen. Die Kommentatoren1 protokollieren beim Ver­fassen von Beiträgen ihren Standpunkt, wodurch eine greifbare Datengrundlage ent­steht. Die Möglichkeit, die eigene Meinung hinter einem Nicknamen und nicht dem ei­genen Klamamen Preis zu geben, führt im Idealfall zu eindeutigen Positionierungen. Da YouTube nach Facebook die meist genutzte Social-Web-Plattform weltweit ist und auch als Suchmaschine genutzt wird, weisen die Kommentarspalten unter den Videos meist rege Beteiligung auf. Hinzu kommt, dass die Plattform in Deutschland vor allem von jüngeren Personen, aber auch von älteren Personen genutzt wird. Bevor die qualitative Inhaltsanalyse dargestellt wird, soll zunächst eine theoretische Einordnung des Untersu­chungsgegenstandes stattfmden. Dafür wird Veganismus für den Rahmen dieser Arbeit definiert. Im Anschluss wird YouTube als Social-Web-Plattform beschrieben und die Nutzergruppe dargestellt. Da Internetdaten untersucht werden, wird daraufhin ausführ­lich auf Eigenschaften und Besonderheiten von Online-Kommentaren eingegangen, um die Auswahl dieser Daten für die Analyse deutlich zu machen. Die untersuchten Kom­mentare werden der Kommentarspalte zweier YouTube-Videos entnommen, die nach Ilm Interesse einer besseren Lesbarkeit wird nicht ausdrücklich in geschlechtsspezifischen Personenbezeichnungen differenziert. Die gewählte männliche Form schließt eine adäquate weibliche Form gleichberechtigt ein. den Kriterien Aktualität, Klickzahlen und Neutralität ausgewählt wurden. Nach einer Beschreibung der Methodik der qualitativen Inhaltsanalyse durch eine starke Orientie­rung am Ablaufmodell von Mayring/Brunner (2006), wird das Kategoriensystem vor­gestellt, das induktiv am Untersuchungsmaterial entwickelt wurde und zur Beantwor­tung der Forschungsfragen dient.

2. Theoretische Einordnung des Untersuchungsgegenstandes

2.1 Veganismus

Der Duden definiert Veganismus als „[ethisch motivierter] völliger Verzicht auf tieri­sche Produkte bei der Ernährung u.a“. Durch den expliziten Bezug auf die Ernährung wird deutlich, dass diese einen zentralen Stellenwert im Veganismus einnimmt. Perso­nen, die sich dem Veganismus zugehörig fühlen, verzichten nicht nur auf Fleisch und Fisch, sondern auch auf alle anderen tierischen Produkte, wie Milch, Eier und Honig. Doch zu einem veganen Lebensstil gehört nicht nur der Bereich Ernährung, sondern es wird auch in vielen weiteren Lebensbereichen darauf geachtet, keine Produkte zu kon­sumieren und zu verwenden, die aus tierischen Materialien bestehen oder Inhaltsstoffe tierischen Ursprungs aufweisen. Hierbei sei auf Kleidung aus Wolle, Lederschuhe, Kos­metika für die Tierversuche gemacht wurden und viele weitere Kosumgüter verwiesen. Allerdings gibt es auch Personen, die sich vegan ernähren, nicht aber darauf achten, dass für ihr Putzmittel keine Tierversuche durchgeführt werden. Das Ausmaß an Strin­genz im Bezug auf den veganen Lebensstil kann also variieren (vgl. Vegan.eu 2019). Eine weitere Auffälligkeit in der Definition ist der in Klammern gesetzte Hinweis auf die ethische Motivation. Ob der Verzicht auf tierische Produkte tatsächlich vorwiegend ethisch begründet ist, oder auch andere Gründe und Überzeugungen eine Rolle spielen, kann mit Hilfe der qualitativen Inhaltsanalyse beantwortet werden.

2.2 YouTube

Als bekannteste Social-Web-Plattform für nutzergenerierte Videos ist YouTube sowohl ein Ort für soziale Aktivitäten, als auch eine Kapitalgesellschaft, die ökonomische Hin­tergründe aufweist. Personen, die das Social-Web mit Inhalten füllen, werden als Pro- dUser bezeichnet, was eine Zusammensetzung der Worte Produzent (Producer) und Nutzer (User) ist. Jeder hat die Möglichkeit dazu ein solcher zu sein und Inhalte neu zu erzeugen oder sich vorhandene Inhalte anzusehen: Man kann also als Nutzer oder An­bieter agieren. Auf YouTube bezogen sind ProdUser all jene, die Videos hochladen, Kommentare schreiben, Bewertungen geben, Videos anschauen und miteinander inter­agieren, wodurch sich die YouTube-Community bildet (vgl. Gradauer 2010: 39ff). Laut Statista ist YouTube mit einer Anzahl von 1,9 Mrd. aktiven monatlichen Nutzern nach Facebook das meistgenutzte soziale Netzwerk in Deutschland (Stand Januar 2019). Hierzulande gaben im Jahr 2017 100 Prozent der Befragten zwischen 14-19 Jahren an, dass sie YouTube-Videos konsumieren, bei den 20-29 Jährigen waren es immer noch 97 Prozent und auch bei den älteren Nutzern nimmt die Prozentzahl nur leicht ab. So gaben sogar 70 Prozent der 50-95 Jährigen an, die Plattform YouTube zu nutzen (vgl. Statista 2019). YouTube ist die zweitgrößte Suchmaschine weltweit und nach Google und Face­book die am dritthäufigsten besuchte Seite im WWW (vgl. Smith 2019). Da in dieser Arbeit die Kommentare unter den YouTube-Videos im Vordergrund stehen, soll im Fol­genden auf Besonderheiten dieser Online-Kommentare eingegangen werden.

2.3 Online-Kommentare

Während sich die Teilnehmer einer Offline-Gruppendiskussion an einem Ort befinden, kann der Austausch in Online-Kommentaren asynchron erfolgen (vgl. Sander/Schulz 2015: 163). Dies ist auch bei den untersuchten YouTube-Kommentaren der Fall, da die Kommentare teilweise mehrere Tage oder Wochen auseinander liegen. Es handelt sich bei dem Datenmaterial um geschriebene Sprache, wodurch Elemente der Face-to-face- Kommunikation wie Nonverbales natürlich wegfallen. So kann die Gestik, Mimik oder Intonation des Kommentators nicht in die Interpretation einbezogen werden. Es werden zwar häufig Emoticons verwendet, um diese fehlende Komponente zu ersetzen, jedoch kann es trotzdem leicht zu Missverständnissen kommen, weil Aussagen schneller falsch gedeutet werden. Hinzu kommt, dass Tippfehler, fehlende Satzzeichen oder Vernachlässigung grammatikalischer Regeln das Verständnis erschweren können (vgl. Sander/Schulz 2015: 163f). Durch die Sichtbarkeit der Kommentare und damit der Daten werden diskursive Prozesse beobachtbar. Das Verfassen von Kommentaren kann als eine „sich selbst protokollierende Praxis“ (Wenninger 2015: 67) bezeichnet werden. Hierbei wird der Ablauf der Kommunikation festgehalten und archiviert (vgl. Graf 2016: 91). Nutzer können in Online-Diskussionen sowohl selbst Themen anstoßen, als auch auf bereits existierende Kommentare reagieren. Unter einer Online-Diskussion soll die Summe aller Kommentare, die unter dem jeweiligen Video veröffentlicht wurde, verstanden werden. Anhand der von Nutzern initiierten Themen kann abgelesen werden, welche Bereiche das meiste Interesse hervorrufen oder wo der größte Diskussionsbedarf besteht. Online-Daten weisen eine gewisse Selektivität auf, da bei den Kommentatoren eine bestimmte Affinität für Social-Media-Kommunikation vorhanden sein muss (vgl. Graf 2016: 90f). Dennoch erhöhen sie durch ihre zeitliche und räumliche Flexibilität die Möglichkeiten der Teilnahme. Das Verfassen der Beiträge findet weitgehend anonym statt, da sich die Kommentatoren nicht persönlich gegenüber stehen und Nicknames nutzen, wodurch Personengruppen partizipieren können, die sich z.B. in der Face-to- face-Kommunikation eher zurückhalten würden. Außerdem ist dadurch die Wahrscheinlichkeit höher, dass sich Personen auch zu sensibleren Themen öffentlich äußern (Ullrich/Schiek 2015: 134). Laut Ullrich/Schiek (2015) wird in der Sozialforschung vermutet, dass die Anonymität im Netz zu einer geringeren Hemmschwelle der Nutzer führe, woraus eine größere Offenheit und Erzählbereitschaft resultiere. Dies habe zur Folge, dass die Kommentatoren sich eindeutiger positionieren. Probleme im Bezug auf die gesenkte Hemmschwelle können entstehen, wenn Teilnehmer provozierende Aussagen machen oder die anderen Beteiligten beleidigen (vgl. Ullrich/Schiek 2015: 134f). Eine weitere Besonderheit von Online-Diskussionen ist der Fakt, dass sich die einzelnen Akteure unbegrenzt häufig an der Diskussion beteiligen können. Sie können hierbei entweder aufeinander oder auf externe Quellen Bezug nehmen, wodurch sich stetig verändernde kommunikative Netzwerke entstehen, (vgl. Hoppe/Lörcher/Nerverla/Kießling 2018: 206). Diese Verweisstrukturen bilden sich bei Bezugnahme auf einen anderen Kommentator beispielsweise mit der Vorausstellung eines @-Zeichens und dem folgen des Usemamen ab, wodurch die Verlaufsstruktur des Gespräches komplex wird. (vgl. ebd.: 209). Bei den vorliegenden YouTube-Daten wird diese interaktive Bezugnahme auf einen anderen User mit der Vorausstellung eines +- Zeichens gekennzeichnet. Beim Bezug auf externe Quellen wie Videoclips oder Online-Artikel werden Links eingefügt, bei Bezugnahme auf bestimmte Personen wird deren Instagram-Account oder YouTube-Kanal benannt. Für die vorliegende Inhaltsanalyse stehen die inhaltlichen Dimensionen der Kommentare im Vordergrund, die Interaktivität die in den Diskussionen vorhanden ist wird zwar berücksichtigt, steht aber - da diese zusätzliche Untersuchung einen zu großen Umfang einnehmen würde - nur im Hintergrund.

3. Qualitative Inhaltsanalyse

3.1 Begründung der Auswahl des Datenmaterials

Als Datenmaterial dienen die Online-Kommentare unter zwei YouTube-Videos zum Thema Veganismus. Es wurden die Videos „Die Wahrheit über Veganismus - 30 Tage Vegan Selbstexperiment“ von dem Kanal tomatolix und „Retten Veganer die Umwelt?“ von dem Kanal maiLab ausgewählt. Die Auswahl erfolgte nach den Kriterien Aktualität, Klickzahl und Neutralität. Es wurde eine Beschränkung auf deutschsprachige YouTube- Kanäle vorgenommen. Um möglichst aktuelle Ergebnisse der Untersuchung zu gewähr­leisten, wurden nur aktuelle Videos berücksichtigt, das heißt Videos, die am Erhebungs­Datum weniger als 6 Monate zurückliegen. Es wurde sich nicht für einen kürzeren Zeit­raum entschieden, da Online-Diskussionen durch ihre Asynchronität eine gewisse Zeit brauchen um sich zu entfalten. Nichtjeder User klickt das Video am Tag der Veröffentli­chung an. Da auch die Klickzahl des Videos und somit die Reichweite, die es einnimmt eine Rolle spielt, erscheint dieser Zeitraum optimal. Die Neutralität ist deshalb wichtig, da unzählige Videos von Personen aus der Veganen-Szene existieren, die auf ihrem Ka­nal nur oder überwiegend diesen Themenbereich behandeln und somit sehr wahrschein­lich auch mehrheitlich vegane Zuschauer haben. Andersherum wurden auch keine Vide­os berücksichtigt, die sich ausschließlich mit den Nachteilen der veganen Lebensweise beschäftigen, da diese womöglich eine nicht-vegane Zielgruppe ansprechen. Deshalb traf die Auswahl für diese Analyse Kanäle, die das Thema Veganismus zuvor noch nicht thematisiert haben. Natürlich sind Videos von Einzelpersonen nie gänzlich neutral, wes­halb bei der Auswahl zumindest ein hoher Grad an Neutralität angestrebt wurde. Diese liegt im Bezug auf die Videos darin, dass sowohl Vorteile, als auch Nachteile des Vega­nen Lebensstils gleichermaßen beleuchtet werden.

Das Video von tomatolix mit dem Titel „Die Wahrheit über Veganismus - 30 Tage Vegan Selbstexperiment“ wurde am 19.12.2018 veröffentlicht und verzeichnete zum Zeitpunkt der Aufnahme des Datenmaterials 861.537 Aufrufe und 10.522 Kommentare. Der Kanal beschäftigt sich mit verschiedenen gesellschaftlichen Themen. Eine Reihe der Videos dokumentiert Selbstexperimente, in denen der YouTuber über einen bestimmten Zeit­raum Dinge ausprobiert. Im ausgewählten Video lebt Felix, der sich hinter dem Pseud­onym tomatolix verbirgt, 30 Tage vegan. Darüber hinaus spricht er mit verschiedenen Personen, wie z.B einem Arzt, einem Emährungsexperten und einem Landwirt über das Thema. Veganismus wird von vielen Seiten beleuchtet, weshalb dem Video ein hoher Grad an Neutralität zugeschrieben werden kann.

Das Video mit dem Titel „Retten Veganer die Umwelt?“ von dem Kanal maiLab wurde am 19.02.2019 veröffentlicht und hatte am Erhebungsdatum 251.433 Aufrufe und 5.738 Kommentare. Der Kanal wird von der promovierten Chemikerin Mai betrieben und be­schäftigt sich vor allem mit naturwissenschaftlichen Themen, speziell aus dem Bereich der Chemie. Sie thematisiert in dem Video den Einfluss von Veganismus auf die Um­welt und nennt sowohl Vor- als auch Nachteile der Lebensweise. Obwohl das Video die ethischen Aspekte des Veganismus nicht thematisiert, werden diese in den Kommenta­ren trotzdem diskutiert. Deshalb galt diese thematische Eingrenzung nicht als Aus­schlusskriterium. Durch die wissenschaftliche Herangehensweise der ProdUserin und das Abwägen von Vor- und Nachteilen weist das Video eine hohe Neutralität auf. So wurden die ersten 1000 Kommentare unter demjeweiligen Video als Datenmaterial für die qualitative Inhaltsanalyse ausgewählt. Es wurde sich für die ersten Kommentare und nicht etwa die meist kommentierten Kommentare entschieden, da diese noch am we­nigsten von den restlichen Kommentaren beeinflusst wurden (Formulierung ändern). Wenn bereits ein bestimmtes Meinungsbild in der Kommentarspalte besteht, kann die Gefahr aufkommen, dass die User sich eher vorhandenen Meinungen anschließen, als die eigene Meinung zu äußern. Da (wie in Kapitel 2.2 beschrieben wurde) die Nutzung von YouTube in allen Altersklassen gegeben ist und keine Möglichkeit besteht Userda­ten der Zuschauer zu erheben, ist unklar, ob die Videos nur von einer bestimmten Ziel­gruppe geschaut werden oder ein gemischtes Publikum vorhanden ist. Wichtig ist für diese Arbeitjedoch auch, dass die Zielgruppe im Bezug auf ihre Einstellung zu Veganis­mus nicht homogen ist, was sich in der Auswertung bestätigen konnte. Nachdem die Auswahl der Videos festgelegt wurde, erfolgte am 11.03.2019 der Transfer der User­Kommentare mit Hilfe der Software MAXQDA.

3.2 Methode

Zur Beantwortung der Forschungsfragen wird die qualitative Inhaltsanalyse nach May- ring/Fenzl (2014) angewandt. Als Verfahren qualitativ orientierter Textanalyse eignet sie sich optimal für die Auswertung von Internetdaten, da mit der Hilfe dieser Methode große Textmengen bearbeitet werden können. Durch die qualitativ-interpretierende Her­angehensweise können latente Sinngehalte erfasst werden (vgl. Mayring/Fenzl 2014: 543). Dabei wird die technische und systematische Herangehensweise der quantitativen Inhaltsanalyse beibehalten. Das streng regelgeleitete Vorgehen ist stark intersubjektiv überprüfbar. Das zweischrittige Vorgehen beinhaltet zum einen die entweder induktiv am Material entwickelte oder theoriegeleitet-induktive Festlegung von Kategorien und zum anderen die Anwendung dieser Kategorien auf das Datenmaterial, durch die Zuord­nung bestimmter Textstellen. Die Autoren schlagen für diese Vorgehensweise die Be­zeichnung „qualitativ orientierte kategoriengeleitete Textanalyse“ (ebd.: 545) vor.

Die Kategorien stellen Analyseaspekte zusammenfassend dar und können hierarchisch in Ober- und Unterkategorien geordnet sein. Die Zusammenstellung aller Kategorien wird als Kategoriensystem bezeichnet und dient als Instrumentarium für die Analyse. Die Bearbeitung des Materials erfolgt, indem Textstellen aus dem Material den formu­lierten Kategorien zugeordnet werden. Die Auswertungsaspekte und -regeln werden hierbei exakt definiert, wodurch eine systematische, regelgeleitete und intersubjektiv nachvollziehbare Zuordnung erfolgen kann (vgl. ebd.: 545). Darin begründet sich auch die Auswahl dieses Verfahrens für die Analyse von Online-Kommentaren: Die qualitativ orientierte kategoriengeleitete Textanalyse ermöglicht durch ihre Vorgehensweise das Bearbeiten und Untersuchen großer Textmengen, wie dies bei 2000 YouTube-Kommen- taren der Fall ist. Da die Vorgehensweise aus Platzgründen nicht ausführlich beschrie­ben werden kann, wird auf das Ablaufmodell nach Mayring/Brunner (2006) verwiesen, an dem sich diese Arbeit orientiert:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

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Details

Seiten
25
Jahr
2019
ISBN (eBook)
9783346246165
ISBN (Buch)
9783346246172
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v922978
Institution / Hochschule
Universität Siegen
Note
1,0
Schlagworte
Qualitative Inhaltsanalyse MAXQDA Medienanalyse Sprachwissenschaft Linguistik Veganismus YouTube Kommentaranalyse Argumentationsmuster

Autor

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Titel: Argumentationsmuster in der Veganismusdebatte